--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 1 ---

   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

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 Dieser Text enthlt hufig gestellte Fragen und passende Antworten zum
                  Textsatzsystem TeX und zu DANTE e.V.
     Er kann ber beliebige Medien frei verteilt werden, solange er
unverndert bleibt (inklusive dieses Hinweises). Die Autoren bitten bei
 Verteilung ber gedruckte Medien, ber Datentrger wie CD-ROM u.. um
             Zusendung von mindestens drei Belegexemplaren.
 Anregungen, Ergnzungen, Kommentare und Bemerkungen zur FAQ senden Sie
                bitte per E-Mail an `detexfaq@dante.de'
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Inhalt


  1 Allgemeines

    1.1 ber diese FAQ
    1.2 CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network'
    1.3 Newsgroups und Diskussionslisten

  2 Anwendervereinigungen, Tagungen, Literatur

    2.1 DANTE e.V.
    2.2 Anwendervereinigungen
    2.3 Tagungen (*)
    2.4 Literatur (*)

  3 Textsatzsystem TeX - bersicht

    3.1 Grundlegendes
    3.2 Welche TeX-Formate gibt es? Was ist LaTeX?
    3.3 Welche TeX-Weiterentwicklungen gibt es?

  4 Textsatzsystem TeX - Bezugsquellen

    4.1 Wie bekomme ich ein TeX-System?
    4.2 TeX-Implementierungen (*)
    4.3 Editoren, Frontend-/GUI-Programme (*)

  5 TeX, LaTeX, Makros etc. (I)

    5.1 LaTeX - Grundlegendes
    5.2 LaTeX - Probleme beim Umstieg von LaTeX 2.09
    5.3 (Silben-)Trennung, Absatz-, Seitenumbruch
    5.4 Seitenlayout, Layout allgemein, Kopf- und Fuzeilen (*)

  6 TeX, LaTeX, Makros etc. (II)

    6.1 Abbildungen und Tafeln
    6.2 Tabellen
    6.3 Funoten, Endnoten etc. (*)
    6.4 Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte (*)

  7 TeX, LaTeX, Makros etc. (III)

    7.1 Gliederung, Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse
    7.2 Literaturzitate, Literaturverzeichnis, BibTeX (*)
    7.3 \verb-Anweisung, verbatim- und Kommentar-Umgebungen (+)
    7.4 Zerbrechliche Anweisungen in `moving arguments'

  8 TeX, LaTeX, Makros etc. (IV)

    8.1 Verschiedene Zeichen
    8.2 Mathematischer Formelsatz (*)
    8.3 Chemischer Struktur- und Formelsatz
    8.4 Notensatz (*)
    8.5 Verschiedenes (+)

  9 METAFONT und Schriften

    9.1 METAFONT und METAFONT-Hilfsprogramme
    9.2 Schriften - allgemein (*)
    9.3 TrueType-Schriften

  10 METAFONT und Schriften (Fortsetzung)

    10.1 Die Computer-Modern-Schriften und ihre Nachfolger (+)
    10.2 Alternativen zu den Computer-Modern-Schriften (*)
    10.3 Sonderschriften

  11 Tools und Utilities

    11.1 Tools zur Manipulation von dvi-Dateien
    11.2 Syntax-Checker
    11.3 Dokument-Konverter von bzw. in das (La)TeX-Markup-Format (*)
    11.4 TeX-Benutzungsoberflchen und Editoren (*)
    11.5 dvi-Treiber - Druckertreiber und Previewer
    11.6 Zeichenprogramme


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Neu hinzugekommene Abschnitte oder Abschnitte mit neuen Fragen und
Antworten sind durch ein Plus-Zeichen (+), Abschnitte mit genderten
Fragen und Antworten sind durch ein Sternchen (*) markiert. Geringfgige
Textnderungen durch Korrektur von Ausdrucks- oder Rechtschreibfehlern
sind nicht markiert.


1 Allgemeines


1.1 ber diese FAQ


1.1.1 Entstehung und Erstellung

Diese deutschsprachige FAQ (``frequently asked questions'' = Liste mit
hufig gestellten Fragen und Antworten) wurde durch die in der Newsgroup
`de.comp.text.tex' regelmig auftauchenden Fragen ``Was ist DANTE
e.V.?'', ``Was ist ``Die TeXnische Komdie''?'', ``Wie kann ich Mitglied
werden?'', ``Was kostet eine Mitgliedschaft?'' geboren. Aus diesem Grund
besteht ein Teil der FAQ aus Fragen ber DANTE e.V. und den
entsprechenden Antworten. Aus der ca. 14KB groen, zweiteiligen ersten
Version vom 6. November 1995 ist innerhalb von zwei Monaten zuerst eine
vier-, dann eine achtteilige, ca. 90KB groe FAQ-Liste entstanden, die
ab Oktober 1996 auf elf Teile angewachsen ist und mittlerweile eine
Gre von ca. 280KB Text erreicht.
Bis 1998 wurde die FAQ nur als reine Textversion gepflegt und
verffentlicht. Im Oktober 1997 hat Rolf Niepraschk den Text der FAQ zur
weiteren Verarbeitung mit Hyperlatex umgesetzt, so da daraus sowohl
eine Textversion der FAQ als auch Versionen in HTML- und anderen
Formaten generiert werden kann. Die Hyperlatex-Eingabe wurde in den
Folgemonaten von Fehlern befreit und erste Testversionen ab Februar 1998
verffentlicht. In dieser Zeit erfolgte die Pflege der offiziellen
Textversion und der Test-Hyperlatex-Quelle parallel. Im April 1999 stand
schlielich die 50. Ausgabe dieser FAQ der ffentlichkeit in
verschiedenen Formaten zur Verfgung, die aus einer einzigen
Hyperlatex-Quelle erzeugt wurden.
Die DVI-, PostScript- und PDF-Versionen werden mit einem blichen
teTeX-System erzeugt. Fr die PDF-Version kommt pdfTeX zusammen mit dem
Paket `hyperref' zum Einsatz. Als Dokumentklasse finden die
Koma-Script-Klassen Verwendung.
Aus derselben Eingabequelle erstellt Hyperlatex die HTML-Version. Die
leider sehr beschrnkten Mglichkeiten von Hyperlatex zur Generierung
eines Stichwortverzeichnisses wurden von einem der Autoren der FAQ
erweitert, da der Index fr eine FAQ hilfreiche Dienste leisten kann.
Die Textversion wurde bis Version 57 (November 1999) mit Lynx aus einer
speziell angepaten HTML-Version erstellt. Im Dezember 1999 wechselten
wir mit Version 58 von Lynx auf html2text, das auch HTML-Tabellen
verarbeiten kann.
Um diese Vielzahl von Zielformaten zu ermglichen, besteht die
Eingabequelle der FAQ aus einer Menge von Treiberdateien, die fr jedes
Format die notwendigen Deklarationen und Makro-Definitionen enthalten
und den eigentlichen Dateien mit den Fragen und Antworttexten. Das
Stichwortverzeichnis wird durch entsprechend definierte
Markup-Anweisungen fr Pakete, Klassen, Schriften etc. automatisch und
durch viele weitere von uns manuell vorgenommene Eintragungen generiert.

1.1.2 Erscheinungsweise

Die Textversion der FAQ wird regelmig zur Monatsmitte in die
Newsgroups `de.comp.text.tex', `de.answers' und `news.answers'
verschickt. Die FAQ besteht aus mehreren Teilen, wobei jeder Teil ohne
News-Header nicht lnger als ca. 32KB ist.

1.1.3 Copyright

Copyright  1995-2003 B. Raichle, R. Niepraschk, Th. Hafner
Dieser Text kann ber beliebige Medien frei verteilt werden, solange er
vollstndig und unverndert bleibt (zusammen mit diesem Hinweis). Die
Autoren bitten allerdings bei Verteilung ber gedruckte Medien, ber
Datentrger wie CD-ROM u.a. um Zusendung von mindestens drei
Belegexemplaren.
In diesem Werk werden eingetragene Warenzeichen, Handelsnamen und
Gebrauchsnamen verwendet. Auch wenn diese nicht als solche
gekennzeichnet sind, gelten die entsprechenden Schutzbestimmungen.

1.1.4 Archivierung

Eine Kopie kann man ber das World-Wide-Web (WWW) in
                  http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
finden.
Da die FAQ in die Newsgroups `de.answers' und `news.answers' verschickt
wird, kann man die neueste Version in dem weltweiten FAQ-Archiv
ftp://rtfm.mit.edu/pub/usenet/news.answers/de-tex-faq/ und allen
Spiegeln dieses Archivs, u.a. den ftp-Servern des CTAN (siehe Abschnitt
1.2) in CTAN: help/de-tex-faq/, finden. Die Dateien auf diesen
ftp-Servern kann man sich auch mit Hilfe eines ftp-Mailer ber E-Mail
zuschicken lassen (siehe Frage 1.2.4).

1.1.5 Verwendete Abkrzungen

Wird im Zusammenhang mit ftp-Adressen
                               CTAN: XXX
geschrieben, so ist dies als
                   ftp://ftp.dante.de/tex-archive/XXX
zu lesen. Statt ftp.dante.de kann auch jeder andere CTAN-Server
verwendet werden, wobei im Interesse einer geringeren Belastung des
Internet in Deutschland bevorzugt der deutsche CTAN-Server oder einer
seiner deutschen Spiegel genutzt werden sollte (siehe Frage 1.2).

1.1.6 Verwendete Kodierung:

Die Autoren schreiben den Text in ISO Latin-1 (ISO 8859-1) und
verschicken ihn mit entsprechendem MIME-Mail-Header, so da er von
korrekt konfigurierten Programmen problemlos und automatisch in andere
Kodierungen konvertiert werden kann.
Erhalten Sie diesen Text mit unlesbaren Umlauten und trgt ein
fehlerhaft konfiguriertes Gateway die Schuld daran, knnten Sie dies zum
Anla nehmen, die Verwalter der Gateways zu berreden, deren
Konfiguration zu korrigieren. Und bitte vorher berprfen, ob nicht die
eigene Software, beispielsweise der eigene Newsreader an den unlesbaren
Umlauten Schuld trgt! Einen Artikel mit fehlerhaft kodierten Umlauten
kann man mit Hilfsprogrammen, wie `recode' (in jedem guten GNU-Archiv zu
finden) oder `charconv' in vielen Fllen korrigieren. Dazu folgt hier
eine Referenzliste der Umlaute und des scharfen s:

     Ae Oe Ue ae oe ue ss  ('e 'i 'o)
                    (     )


1.1.7 Mitwirkende an dieser FAQ

Aktiv mitgewirkt haben bisher:
 Bernd Raichle, Thomas Hafner, Luzia Dietsche, Ulrik Vieth, Matthias G.
  Berberich, Olaf Kummer, Michael Wolf, Martin Schrder, Markus Kohm,
   Marion Neubauer, em, Petra Humann, Ulrich Kuckert, Martin Mattel,
Wilfried Hennings, Karl Eichwalder, Anselm Lingnau, Jrg Knappen, Werner
 Icking, Heinz Kusznier, Alexander Bugl, Jrgen Dollinger, Tilmann B,
  Sebastian Kirsch, Ralph Schleicher, Marcus Otto, Ralf Grtner, Rolf
 Herzog, Reinhard Zierke, Klaus Hppner, Rainer Dorsch, Marcus Ohlhaut,
 Gnter Partosch, Andreas Schlechte, Heiko Nock, Tilman Raible, Hartmut
Goebel, Werner Liebscher, Lutz Pogrell, Hartmut Schirmer, Andreas Frick,
 Tobias Burnus, Walter Schmidt, Christine Waigl, Helmut Geyer, Karl F.
 Banke, Heinrich Goetzger, Peter Wyzlic, Rolf Niepraschk, Bjrn Lorenz,
   Ronald G. Wichern, Thomas Behrens, Thomas Neumann, Stefan Ulrich,
  Christoph Wutzke, Jrg Schulz, Klaus Dahlenberg, Axel Reichert, Karl
  Heinz Marbaise, Karsten Tinnefeld, Schorsch Slickers, Martin Sander,
Thomas Pothmann, Hans Steffani, Werner Lemberg, Colin Marquardt, Michael
   Streichsbier, Daniel Bchner, Thorsten Hansen, Michael Fischer von
 Mollard, Norbert Roth, Thomas Henlich, Jens Berger, Jan Theofel, Arash
  Esbati, Stephan Lehmke, Jrgen Gbel, Heiko Oberdiek, Thomas Lotze,
      Martin Vaeth, Philipp Lehman, Peter Schuller, Frank Kster.
Herzlichen Dank fr die bisher eingesandten Fragen und Korrekturen! Wir
hoffen, da wir niemanden vergessen haben. Dank auch an diejenigen, die
uns etwas geschickt haben, die ihre Einsendung jedoch noch nicht in
dieser FAQ wiederfinden. Wir bitten um Verstndnis, da wir leider nie
die notwendige Zeit haben, sofort alle Einsendungen zu bearbeiten.

1.1.8 Ihre Mitarbeit ist erwnscht!

Eine FAQ ist nie fertiggestellt; es gibt immer etwas zu tun:

* Korrekturlesen
  Finden Sie falsche, fehlerhafte oder fehlende Querbezge oder Verweise
  auf ftp-Server, Literatur u.., korrigieren Sie fehlerhafte oder
  unvollstndige Antworten, verbessern Sie Rechtschreib- und
  Ausdrucksfehler.
* Neuerungen/Updates
  berprfen und ergnzen Sie die Listen, wie beispielsweise die
  bersicht der verfgbaren TeX-CD-ROM-Angebote, der
  TeX-Implementierungen etc. Stimmen die Angaben, gibt es neuere
  Versionen oder neue Angebote, sind Angebote veraltet bzw. vom Markt
  genommen worden?
* Erweiterungen
  Haben Sie eine neue Frage und die dazugehrige Antwort? Haben Sie
  einen Vorschlag, wie man eine Antwort krzer bzw. knapper formulieren
  kann? Hinweise auf andere FAQ, Artikel, bersichten etc.

Bitte senden Sie uns _keine_ Fragen ohne Antworten! Wir bekommen relativ
hufig Fragen zu verschiedenen Dingen zugeschickt, da einige Leser
hoffen, da wir diese beantworten knnen. Meist lautet unsere Antwort:
``Wende Dich an `de.comp.text.tex' oder eine der vielen anderen
Newsgroups oder Diskussionslisten!''. Es ist auch keine Lsung, uns dann
zu bitten, diese Frage weiterzuleiten - das kann jeder ebensogut selbst
tun.
Anregungen, Ergnzungen, Korrekturen, Verbesserungsvorschlge, neue
Fragen und Antworten senden Sie bitte per E-Mail an
                          `detexfaq@dante.de'
Danke schon jetzt im voraus!
                             Bernd Raichle
                            Rolf Niepraschk
                             Thomas Hafner

1.2 CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network'


1.2.1 Was ist CTAN?

CTAN steht fr `Comprehensive TeX Archive Network'. Dies ist ein Verbund
von z.Z. drei Rechnern im Internet. Hierauf ist fast alles, was mit TeX
zu tun hat, zu finden. Die Server gleichen ihre Dateien untereinander
ab, so da Sie auf jedem der drei Rechner dieselben Dateien finden
knnen. Dadurch ist es gleichgltig, wo Sie die Dateien holen. Sie
sollten aber bedenken, da es am gnstigsten ist, die Dateien bei dem
Server zu holen, der Ihnen am nchsten ist. Dies ist fr den
deutschsprachigen Raum der von DANTE e.V. finanzierte ftp-Server

  ftp.dante.de      /tex-archive/    (Mainz)

Die beiden anderen ftp-Server sind

  ftp.tex.ac.uk     /tex-archive/    (Cambridge, UK)
  ctan.tug.org      /tex-archive/    (Vermont, USA)

Diese drei Rechner sind auch ber die Namen `dante.ctan.org',
`cam.ctan.org' und `tug.ctan.org' erreichbar.
Neben diesen drei Rechnern, die das Rckgrat des CTAN bilden, existieren
viele weitere ftp-Server, die den kompletten CTAN-Inhalt oder Teile
davon `spiegeln'. Die aktuelle Liste dieser ftp-Server finden Sie in der
Datei ``CTAN.sites'' auf einem der CTAN-Server im Verzeichnis
``/tex-archive/''. Im deutschsprachigen Raum sind dies u.a. (Stand:
Juli 2000):

  ftp.univie.ac.at              /packages/tex/                (Wien, A)
  gd.tuwien.ac.at               /publishing/tex/CTAN/         (Wien, A)
  sunsite.cnlab-switch.ch       /mirror/tex                   (Zrich,
  CH)
  ftp.uni-augsburg.de           /pub/tex/ctan/                (Augsburg)
  ftp.uni-bielefeld.de          /pub/tex/
  (Bielefeld)
  ftp.tu-chemnitz.de            /pub/tex/                     (Chemnitz)
  ftp.gwdg.de                   /pub/dante/
  (Gttingen)
  ftp.informatik.uni-hamburg.de /tex-archive                  (Hamburg)
  ftp.uni-mainz.de              /tex-archive                  (Mainz)
  ftp.mpi-sb.mpg.de             /pub/tex/mirror/ftp.dante.de/
  (Saarbrcken)
  ftp.uni-stuttgart.de          /pub/tex/
  (Stuttgart)


1.2.2 Wieso liegen auch Dateien, die zu einem Paket gehren, auf CTAN
als Einzeldateien und nicht in gepackten Archivdateien?

Die ftp-Server des CTAN und einige der ftp-Server, die den Inhalt von
CTAN spiegeln, sind in der Lage, alle Dateien eines Verzeichnisses
zusammenzupacken und `on-the-fly' zu komprimieren. Um herauszufinden,
welche Archivarten der von Ihnen benutzte Server untersttzt, lesen Sie
die Mitteilung, die Sie erhalten, wenn Sie den Server direkt ansprechen.
Mchte man alle Dateien des Verzeichnisses
``tex-archive/macros/latex/base/'' bekommen, reicht es, in das
bergeordnete Verzeichnis zu wechseln und eine der Endungen ``.tar'',
``.tar.gz'' oder ``.zip'' an den Namen des Verzeichnisses zu hngen. Um
alle Dateien im Verzeichnis als tar- oder ZIP-Datei zu erhalten:

  local> ftp ftp.dante.de
  user: ftp
    logging in anonymously ...
    Guest login ok, send your complete e-mail address as password.
  password: *****************
  ftp> cd tex-archive/macros/latex
  ftp> bin
  ftp> get base.tar.gz

oder

  ftp> get base.zip

Bei Verwendung eines WWW-Browsers durch Eingabe der Adresse (URL)

  ftp://ftp.dante.de/tex-archive/macros/latex/base.tar.gz

oder

  ftp://ftp.dante.de/tex-archive/macros/latex/base.zip


1.2.3 Wie suche ich auf CTAN nach der Datei `XYZ'? Ich kann ein Paket
mit Endung `.sty' nicht finden.

Um nach einer Datei zu suchen, die im Namen beispielsweise `multicol'
enthlt, kann man bei den ftp-Servern des CTAN (und einigen
Spiegel-ftp-Server) in der ftp-Sitzung die Anweisung

  ftp> quote site index multicol

eingeben. Der Suchbegriff ist dabei ein regulrer Ausdruck, d.h. alle
besonderen Zeichen, wie das Zeichen `.', mssen mit einem doppelten
Backslash gequotet werden. Will man beispielsweise nach der Datei
``caption.sty'' suchen, so sollte man

  ftp> quote site index /caption\\.

eingeben. Der fhrende Slash `/' und abschlieende gequotete Punkt `.'
schrnkt die Ergebnisliste stark ein. Auerdem fhrt die Suche nach
LaTeX-Paketen mit `.sty' nicht immer zum Ziel, da neuere Pakete meist in
docstrip-Archivdateien mit der Dateiendung `.dtx' eingepackt vorliegen.
Weitere Informationen findet man auf CTAN in den Dateien
``README.archive-features'' und ``README.site-commands''.
Eine hnliche Mglichkeit, per WWW-Browser nach Dateien auf CTAN zu
suchen, bieten die Adressen
                 http://www.dante.de/cgi-bin/ctan-index
und
                     http://www.ctan.org/find.html

1.2.4 Wie kann ich ohne Internet-Anschlu auf CTAN zugreifen?

Falls Sie keinen Internet-Anschlu haben, knnen Sie auf den ftp-Server
auch ber E-Mail mit Hilfe eines sogenannten `ftp-Mailer' zugreifen.
Beachten Sie bitte, da bei unachtsamer Nutzung sehr groe Datenmengen
verschickt werden knnen und die dazu notwendigen Ressourcen
(bertragungszeit, Speicherplatz) zur Verfgung stehen mssen. Auerdem
sollten Sie daran denken, da eventuell die Betreiber von
`Zwischenknoten', ber die Ihre E-Mail weitergeleitet wird, fr Ihre
bertragene Datenmenge mitzahlen mssen! Die Nutzung eines ftp-Mailer
ist im Maus-Netz nicht gestattet.
Weitere Informationen ber den ftp-Mailer und die zu benutzenden
Anweisungen erhalten Sie mit einer E-Mail an `ftpmail@dante.de' mit dem
Inhalt ``help''.

1.3 Newsgroups und Diskussionslisten


1.3.1 Was ist `de.comp.text.tex'?

`de.comp.text.tex' ist die Newsgroup im deutschsprachigen Teil des
Usenet (bitte nicht mit Internet verwechseln!) zur Diskussion ber TeX
und verwandte Themen. Die Newsgroup `de.comp.text.tex' wird durch
sogenannten Import auch in anderen Netzen angeboten. Um entsprechende
Rcksichtname (kurze Postings, keine Binrdateien etc.) wird gebeten.
Weiterhin sollte auf folgendes geachtet werden:

* Verwendung einer korrekten Absenderadresse.
* Keinen Text in HTML-Kodierung sondern nur in Textformat versenden
  (kann leicht in den blichen Mail-Programmen so eingestellt werden).
* Keine ``Visitenkarten'' anhngen.
* Signaturangaben auf 4 Zeilen beschrnken und mit der Zeile ``-- ''
  einleiten.
* Die Verwendung von Umlauten und scharfem s in der Subject-Zeile
  vermeiden.
* Bei Antworten sollte man die Subject-Zeile standardgem mit `Re: '
  einleiten und nicht, wie man es leider immer hufiger sieht, mit
  bersetzungen wie `AW: ' oder durchnumerierten Konstruktionen
  `Re[2]: '.

Weitere ntzliche Hinweise enthlt die Newsgroup `de.newusers.infos'
sowie die WWW-Seite ``Wie zitiere ich im Usenet?''.

Wie zitiere ich im Usenet?:  http://learn.to/quote
 


1.3.2 Was ist TeX-D-L?

TeX-D-L ist eine E-Mail-Diskussionsliste, die zur Kommunikation zwischen
Benutzern des Satzsystems TeX vor ber einem Jahrzehnt eingerichtet
wurde. Die Diskussionssprache ist Deutsch.
Man kann sich auf dieser Liste mit einer E-Mail an
                       `listserv@listserv.dfn.de'
eintragen. Diese Mail sollte die Zeile

  subscribe tex-d-l <Vorname> <Nachname>

enthalten, wobei man fr <Vorname> <Nachname> den eigenen Namen angeben
mu. Die Liste kann man verlassen, indem man in einer E-Mail die Zeile
``unsubscribe tex-d-l'' an die Adresse `listserv@listserv.dfn.de'
schickt. Eine kurze Befehlsbersicht ber die Bedienmglichkeiten des
Programms, das die Liste verwaltet, erhlt man mit der Zeile ``help'',
eine lngere Beschreibung mit ``info''.
Die Beitrge zur Liste sind in Teilen unter CTAN: info/digests/tex-d-l/
archiviert. Mit der Zeile ``index TEX-D-L'' erhlt man eine Liste von
Archiven lterer Beitrge, die mit ``get filename NAME'' angefordert
werden knnen.
Listenbeitrge ab 1998 sind ber die URL
http://www.listserv.dfn.de/archives/tex-d-l.html zugnglich. Von dieser
Seite hat man auch die Mglichkeit, sich mittels WWW-Browser in die
Liste ein- oder auszutragen.
Fr die Art der versendeten E-Mails gilt ebenso das im vorigen Abschnitt
zur Newsgroup `de.comp.text.tex' gesagte.

1.3.3 Was ist ``#tex''?

``#tex'' ist ein Channel im _Internet Relay Chat_ (IRC), in dem
interaktiv ber TeX, LaTeX und Konsorten diskutiert wird. Meist wird
deutsch gesprochen, Diskussionen auf englisch sind jedoch kein Problem.
Der Channel ist im allgemeinen rund um die Uhr besetzt, wenn auch nicht
immer mit der gleichen Aktivitt.

1.3.4 Gibt es noch weitere interessante Diskussionslisten zum Satzsystem
TeX?

Ja - solche, die sich nur mit dem Satzsystem TeX beschftigen oder auf
eine bestimmte Implementierung, Verteilung oder einen bestimmten Teil
konzentrieren. In allen unten genannten Diskussionslisten ist, falls im
Kommentar nichts Gegenteiliges steht, Englisch die gemeinsame Sprache.
In die nachstehenden Diskussionslisten trgt man sich wie folgt ein:
Falls die Verwaltungsadresse vom Typ `listserv@...' ist, so trgt man
sich mit einer Mail mit `subscribe <Listenname> <Vorname> <Nachname>' an
die angegebene Verwaltungsadresse ein. Fr Verwaltungsadressen des Typs
`majordomo@...' mu die Angabe des eigenen <Vornamen> und <Nachnamen>
unterbleiben, in Ihrer Mail sollte also nur die Zeile `subscribe
<Listenname>' stehen.
Aus einer Liste kann man sich mit der Mail `unsubscribe <Listenname>' an
die Verwaltungsadresse `listserv@...' bzw. `majordomo@...' austragen.
Achtung: Diese Anweisungen nicht an die Listenadresse selbst schreiben,
da man sich damit nicht austrgt; im Gegenteil wrde Ihre Mail dann an
_alle_ Listenteilnehmer weiterverteilt werden!

Allgemeine Listen ber das Satzsystem TeX


* CTAN-Ann - Ankndigungen zu Neuerwerbungen und nderungen auf CTAN
  (`majordomo@dante.de').
* TeX-Euro - europische TeX-Diskussionsliste
  (`listserv@urz.uni-heidelberg.de').
* TeXhax - TeX-Diskussionsliste in Digest-Form
  (`TeXhax-Request@tex.ac.uk' - subscribe texhax); wird u.a. unter
  http://www.tex.ac.uk/tex-archive/digests/hyper/ und
  CTAN: info/digests/texhax/ archiviert.
* Ling-TeX - Linguistik und TeX (`Ling-TeX-request@ifi.uio.no')
  siehe auch: http://www.ifi.uio.no/~dag/ling-tex.html.


Formate und Makropakete


* LaTeX-L - ber die Entwicklung von LaTeX3, jedoch _nicht_ fr Fragen
  zu LaTeX! (`listserv@urz.uni-heidelberg.de')
* ntg-context - ConTeXt-Forum: Fragen, Ankndigungen, Fehler
  (`majordomo@ntg.nl')
* ntg-ppchtex - Chemischer Formelsatz mit PPCHTeX  (`majordomo@ntg.nl')
* pstricks - ber PSTricks, ein TeX-Makro-Paket, welches die Nutzung
  vieler Mglichkeiten der PostScript-Sprache in einer TeX-Syntax
  anbietet (`pstricks-request@mail.tug.org' oder ber
  http://www.tug.org/cgi-bin/lwgate/pstricks).
* mutex - Notensatz unter TeX mit MuTeX, MusicTeX, MusiXTeX, etc.
  (`majordomo@gmd.de'); wird unter http://www.gmd.de/Mail/mutex-archive/
  archiviert.
* xindy - ber Xindy, den Makeindex-Nachfolger
  (`xindy-request@iti.informatik.tu-darmstadt.de').
* latex2html - ber LaTeX2HTML, einen Konverter nach HTML
  (`majordomo@tug.org' und http://tug.org/mailman/listinfo/latex2html);
  wird unter http://www.xray.mpe.mpg.de/mailing-lists/latex2html/
  archiviert.


TeX-Implementierungen und -Verteilungen


* tetex-announce - teTeX Users: nur Ankndigungen, keine Diskussion,
  besonders geeignet fr diejenigen, die ohnehin schon genug Mail
  bekommen, bzw. Fragen und Antworten lieber in Newsgroups wie
  `de.comp.text.tex' diskutieren mchten
  (`majordomo@informatik.uni-hannover.de')
* tetex - Ankndigungen, Fragen und Antworten zu teTeX
  (`majordomo@informatik.uni-hannover.de')
* tetex-pretest - Fragen und Antworten zur neuesten, noch nicht
  offiziellen Version von teTeX (`majordomo@informatik.uni-hannover.de')
* fptex - Ankndigungen, Fragen und Antworten zu fpTeX (Win32)
  (`majordomo@tug.org' und http://tug.org/mailman/listinfo/fptex/)
* miktex - Ankndigungen, Fragen und Antworten zu MikTeX (Win32)
  (`majordomo@dsts.dk')
* 4TeX - 4TeX/4allTeX: eine TeX-Workbench fr MS-DOS-Rechner
  (`listserv@nic.surfnet.nl').
* emtex-user - Diskussionen ber emTeX (`Majordomo@Physik.TU-Berlin.de')
* oztex-info - ber OzTeX, ein TeX-System fr Apple Macintosh
  (`majordomo@maths.adelaide.edu.au').
* oztex-announce - OzTeX: nur Ankndigungen neuer Versionen
  (`majordomo@maths.adelaide.edu.au').
* ntex - NTeX, a TeX System for Linux and other Unix Systems
  (`ntex-request@machnix.mathematik.uni-stuttgart.de')
* tex-k - Support fr web2c/kpathsea/xdvik/dvipsk/dviljk Users
  (`majordomo@tug.org' und http://tug.org/mailman/listinfo/tex-k/)
* lyx-users - Support fr Nutzer von LyX, einer WYSIWYG-hnlichen
  Oberflche, das LaTeX als Satzsystem verwendet
  `lyx-users-request@kde.org')
* lyx-announce - Ankndigungen zu Neuerungen bei LyX
  (`majordomo@via.ecp.fr')
* lyx - Diskussion zur Weiterentwicklung von LyX
  (`majordomo@via.ecp.fr')
* klyx - Support fr Nutzer von KLyx, einer Lyx-Implementierung, die an
  den KDE-Desktop angepat ist (`klyx-request@kde.org')
* ntg-vtex - Diskussionen zum kommerziellen TeX-System `VTeX';
  (`majordomo@ntg.nl')


Erweiterungen an TeX


* NTS-L - ber die Idee eines ``New Typesetting System'', eines
  Nachfolgers des TeX-Systems (`listserv@urz.uni-heidelberg.de').
* Omega - ber Omega, ein weiterer TeX-Nachfolger (`listserv@ens.fr' -
  SUBscribe omega).
* pdftex - ber die Entwicklung und Benutzung von PDFTeX
  (`majordomo@tug.org' und http://tug.org/mailman/listinfo/pdftex/).
* ntg-toekomsttex- Liste der niederlndischen `TeX future group', in der
  ber Erweiterungen am TeX-System diskutiert wird
  (`majordomo@let.uu.nl').


METAFONT, METAPOST und Schriften


* Metafont - ber METAFONT, METAPOST und Meta-Fonts (`listserv@ens.fr' -
  SUBscribe metafont).
* Metapost - ber METAPOST
  (http://www.ntg.nl/mailman/listinfo/metapost).
* tex-fonts - (`tex-fonts-request@math.utah.edu', nicht mehr erreichbar)
* fontinst - (`fontinst-request@cogs.susx.ac.uk')
* math-font-discuss - (`math-font-discuss-request@cogs.susx.ac.uk')


Umfeld


* typo-l - ber Typografie (`listserv@irlearn.ucd.ie')
* sgml-l - ber SGML (`listserv@urz.uni-heidelberg.de')

und vieles mehr. Eine bersicht der bei der TUGbeheimateten
Diskussionslisten gibt es auf der WWW-Seite
http://tug.org/mailman/listinfo/.

1.3.5 Gibt es noch weitere interessante Newsgroups zum Satzsystem TeX?

Ja - solche, die sich nur mit dem Satzsystem TeX beschftigen oder die
auf das engere und weitere Umfeld, wie beispielsweise Schriften,
PostScript, Design, Desktop Publishing (DTP) etc. eingehen. In allen
unten genannten Newsgroups ist, wenn im Kommentar nichts Gegenteiliges
steht, Englisch die gemeinsame Sprache.

Allgemeine Listen ber das Satzsystem TeX


* `comp.text.tex' - das Gegenstck zu `de.comp.text.tex' im
  internationalen Bereich.


Umfeld


* `comp.fonts'
* `comp.programming.literate'
* `comp.lang.postscript'
* `comp.text.sgml'
* `comp.text.xml'

und vieles mehr.

1.3.6 Gibt es noch weitere FAQ-Listen?


* UK TUG TeX FAQ - ``Your 100+x Questions answered'' (in englisch).
  Von der UK TUG wurde die frhere FAQ der Newsgroup `comp.text.tex' zur
  Verffentlichung in `Baskerville' (siehe Frage 2.2.2) neu bearbeitet
  und stark ergnzt. Die FAQ ist im dvi-, ps- und pdf-Format, jedoch
  nicht immer in der neuesten Version, in CTAN: help/uk-tex-faq/ zu
  finden. Auerdem gibt es eine HTML-Version, die nach Begriffen
  durchsucht werden kann.
* LaTeX-FAQ der Newsgroup `fr.comp.text.tex' (in franzsisch).
  Diese FAQ wird monatlich gepostet und ist ca. 150KB gro. Sie wird
  (noch) nicht nach `news.answers' gepostet, man kann sie daher nicht in
  den FAQ-Archiven finden. ber WWW und CTAN ist jedoch eine Kopie
  verfgbar.
* PDFTeX-FAQ (in englisch),
  Oft gestellte Fragen zu PDFTeX, einer Modifikation von TeX, welche in
  der Lage ist, Dateien im _Portable Document Format_ der Firma Adobe zu
  erzeugen.
* Seminar-FAQ (in englisch).
  Oft gestellte Fragen zum LaTeX-Paket `seminar', welches eine Vielzahl
  von Mglichkeiten zum Erstellen von Folien bietet.
* PPCHTeX-FAQ (in deutsch).
  Oft gestellte Fragen zum PPCHTeX-Paket, welches chemischen Formelsatz
  mit TeX ermglicht.


UK TUG TeX    http://www.tex.ac.uk/cgi-bin/texfaq2html?introduction=yes
FAQ: 
              CTAN: help/uk-tex-faq/
LaTeX-FAQ     http://www.loria.fr/tex/divers.html
franaise: 
              CTAN: help/LaTeX-FAQ-francaise/
PDFTeX-FAQ:   http://www.tug.org/applications/pdftex/
Seminar-FAQ:  http://www.tug.org/applications/Seminar/
PPCHTeX-FAQ:  http://www.ntg.nl/context/document.htm
 


1.3.7 Was sollte ich gelesen haben, bevor ich eine Frage in
`de.comp.text.tex' oder der Diskussionsliste TeX-D-L stelle?

Zuerst: Die Kenntnis der `Netiquette' wird vorausgesetzt; sie ist in
`de.newusers.infos', `de.newusers.questions' oder ersatzweise bei Ihrem
Provider zu erhalten (siehe auch
http://www.netservice.ch/german/netiquette_ger.html).
Die Abschnitte `Bcherliste' und `frei verfgbare (La)TeX-Einfhrungen'
(siehe Abschnitte 2.4.1 und 2.4.2) enthalten einige Empfehlungen fr
Bcher und kostenfrei erhltliche Einfhrungen und bersichten, die sehr
viele der hufig gestellten Fragen beantworten. Wenn Sie sich vorlufig
keine Bcher zulegen wollen, sollten Sie dieses Angebot der kostenfrei
erhltlichen Artikel nutzen!
Jedes TeX-System enthlt einen Satz Dokumentation, in dem meist nur sehr
kurz ein berblick ber das Satzsystem TeX gegeben wird, bevor auf
spezifische Besonderheiten dieses TeX-Systems eingegangen wird. Bevor
Sie Fragen zu Problemen mit diesem speziellen System stellen, sollten
Sie sicherstellen, ob diese nicht schon durch die mitgelieferte
Dokumentation beantwortet werden. Fr einige TeX-Systeme, wie
beispielsweise emTeX, 4TeX/4allTeX (beide OS/2, MS-DOS, Windows), teTeX,
NTeX, web2c/kpathsea (Unix/Linux u.a.) gibt es eigene Diskussionslisten.
Haben Sie ein spezielles Problem mit einem dieser Systeme, sollten Sie
Ihre Frage in der zugehrigen Diskussionsliste stellen.
Bei Problemen mit LaTeX sollten Sie vorher auf alle Flle den `User
Guide' gelesen haben, der als Datei ``usrguide.tex'' jedem LaTeX-Paket
beiliegen mu und die Neuerungen von LaTeX2e beschreibt. Auch die
anderen im LaTeX-Paket enthaltenen `Guides' enthalten wertvolle
Informationen ber das sogenannte NFSS zur Schriftauswahl und Einbindung
neuer Schriften (`LaTeX2e font selection', Datei ``fntguide.tex''), die
Erstellung und nderung von Klassen und Paketen (`LaTeX2e for class and
package writers', Datei ``clsguide.tex''), die Konfiguration
(`Configuration options for LaTeX2e', Datei ``cfgguide.tex'') und
erlaubten nderungen und Anpassungen (`Modifying LaTeX2e', Datei
``modguide.tex''), weitere Pakete und Neuerungen (`LaTeX News', Dateien
``ltnews*.tex'').
Fr LaTeX finden Sie auerdem noch sehr viele Informationen und Hinweise
auf Makro-Pakete im Buch `Der LaTeX-Begleiter' von Goossens, Mittelbach
und Samarin (siehe Frage 2.4.1) bzw. dem englischen Original `The LaTeX
Companion'. Schlagen Sie bitte zuerst dort nach - Sie werden
feststellen, da sich dadurch sehr viele Fragen beantworten lassen.
Neben dem Buch `The LaTeX Companion' gibt es auch `The LaTeX Graphics
Companion', in dem Sie wertvolle Hinweise zu Graphikeinbindung,
PostScript-Graphiken, Verwendung von Farbe, der Einbindung von
PostScript-Schriften und Paketen wie XY-Pic oder PSTricks nachlesen
knnen.
Finden Sie in der verfgbaren Literatur keine Antwort, vergessen Sie
nicht, in Ihrer Frage an die Newsgroup bzw. die Diskussionsliste auch
Ihr Rechnersystem, Betriebssystem, Name der TeX-Implementierung bzw.
-Verteilung, Version der verwendeten Programme, Makros u.. zu nennen.
Halten Sie Ihre Frage kurz. Geben Sie ein kurzes, aber vollstndiges
Eingabebeispiel, das nur auf die notwendigsten Dateien zugreift.
Entfernen Sie beispielsweise in einem LaTeX-Dokument prinzipiell _alle_
Pakete; belassen Sie dabei nur die Pakete, mit denen Ihr Problem
auftritt; verwenden Sie mglichst nur Standard- oder weit verbreitete
Pakete. Fgen Sie am Beginn Ihres (Minimal)-Dokuments die Anweisung
\listfiles ein, so dass in der Protokolldatei alle verwendeten Pakete
mit den Versionsnummern aufgefhrt werden. So kann man Ihr Problem mit
mglichst geringem Aufwand nachvollziehen, und damit erhht sich die
Wahrscheinlichkeit, da Ihre Frage auch beantwortet wird!

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 1 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 2 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


2 Anwendervereinigungen, Tagungen, Literatur


2.1 DANTE e.V.


2.1.1 Was ist DANTE e.V.?

DANTE e.V. steht fr Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX. Dies ist
der Zusammenschlu von deutschsprachigen TeX-Anwendern, TeXies,
TeXnikern und sonstigen TeX-Arbeitern in einer Gemeinschaft. Der Verein
wurde am 14. April 1989 in Heidelberg gegrndet, ist in das
Vereinsregister eingetragen (e.V.) und vom Finanzamt als gemeinntzig
anerkannt worden.

2.1.2 Wie erreiche ich DANTE e.V.?


Post:   DANTE, Deutschsprachige Anwendervereingung TeX e.V.
        Postfach 101840
        69008 Heidelberg
        Telefon: (06221) 29766
        Fax: (06221) 167906
E-Mail: `dante@dante.de'

Am einfachsten geht es via E-Mail, da sich unter der angegebenen
Telefonnummer in den meisten Fllen ein Anrufbeantworter meldet.

2.1.3 Welchen Zweck hat DANTE e.V.?

Dazu sagt die Satzung:
Zweck des Vereins ist es, alle Interessenten in geeigneter Weise bei der
Anwendung von TeX-Software zu untersttzen, insbesondere durch
Erfahrungsaustausch mit den Anwendern. Ferner soll die weitere
Entwicklung von TeX untersttzt werden. Hierzu gehren

  1. die Beratung und Zusammenarbeit mit Anwendern der TeX-Software,
  2. die Unterbreitung von Mitgliedervorschlgen fr zuknftige
     Versionen und Komponenten der TeX-Software,
  3. die Zusammenarbeit mit anderen nationalen und internationalen
     Benutzerorganisationen,
  4. die Frderung von Literatur, die TeX betrifft,
  5. die Vertretung nationaler Belange in der TeX Users Group,
  6. die Organisation von Schulungen.


2.1.4 Wieso sollte ich Mitglied bei DANTE e.V. werden?

Natrlich wird niemand gezwungen, bei DANTE e.V. Mitglied zu werden. Es
sollte aber bedacht werden, da die Dienstleistungen von DANTE e.V. nur
erbracht werden knnen, weil es Leute gibt, die DANTE e.V. untersttzen.
Neben diesem eher ideellen Grund hat eine Mitgliedschaft bei DANTE e.V.
auch sehr reelle Grnde:

* Informationen aus erster Hand durch

  o die viermal im Jahr erscheinende Mitgliedszeitschrift ``Die
    TeXnische Komdie'',
  o _elektronische_ Medien in Form von E-Mail-Diskussionslisten wie
    TeX-D-L, die archiviert ber WWW-, FTP-Server oder die
    Software-Verteilung bezogen werden knnen,
  o den WWW-Server von DANTE e.V., erreichbar ber http://www.dante.de/.

* Bezug von Software, wie kompletten TeX-Systemen fr Ihr Rechnersystem,
  von Makropaketen und Schriften ber

  o das CTAN (Comprehensive TeX Archive Network), an dessen Aufbau und
    Verwaltung Mitglieder von DANTE e.V. mageblich beteiligt waren und
    sind und dessen deutscher Knoten von DANTE e.V. finanziert wird,
  o eine Software-Verteilung auf CD-ROM, darunter der CD-ROM-Satz mit
    einer Kopie des CTAN-Servers und der CD ,,TeX Live'', die man im
    Rahmen einer Mitgliedschaft zustzlich bekommt.

* Beratung und Schulung, wie beispielsweise

  o Tutorien im Rahmen der halbjhrlich stattfindenden
    Mitgliederversammlung bzw. Tagung,
  o Beraterkreis fr TeXnische Fragen,
  o Kurse fr Anfnger und Fortgeschrittene (auf Anfrage).

* Kontaktmglichkeiten ber

  o nationale und internationale Tagungen,
  o TeX-Tagungen und Mitgliederversammlungen (halbjhrlich),
  o regionale Stammtische (monatlich).

* usw.

Einige dieser Leistungen knnen auch von Nicht-Mitgliedern genutzt
werden. In der Regel stehen sie jedoch nur Mitgliedern im vollen Umfang
zur Verfgung!

2.1.5 Wie werde ich Mitglied?

Mitglied bei DANTE e.V. zu werden, ist einfach: Mitgliedsantrag
ausfllen und unterschrieben an
          DANTE, Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.
                            Postfach 101840
                           D-69008 Heidelberg
schicken. Den Mitgliedsbeitrag sollten Sie auf das auf dem Antrag
angegebene Konto berweisen. Bitte keine andere DANTE e.V. gehrende
Kontonummer verwenden, dies wrde die Bearbeitung verzgern! Nach dem
Eingang Ihres Antrags und des Mitgliedsbeitrags erhalten Sie eine
Besttigung Ihrer Mitgliedschaft, eine Vereinssatzung und, soweit
vorrtig, die bisher verschickten Ausgaben der Mitgliedszeitschrift des
Jahrgangs mit weitereb Zusatzleistungen (CD-ROM etc.) und weitere
Informationen.
Einen Mitgliedsantrag erhalten Sie

* als PDF- oder als PostScript-Datei per
  http://www.dante.de/dante/antrag/, per CTAN: usergrps/dante/antrag.pdf
  bzw. CTAN: usergrps/dante/antrag.ps oder
* per Post: Fordern Sie ber die oben genannte Adresse der
  Geschftsstelle ein Antragsformular an.

Der Mitgliedsbeitrag gilt fr das laufende Kalenderjahr (1.1.-31.12.)
und betrgt

* Einzelbeitrag fr Privatpersonen: 45 Euro
* Ermigter Einzelbeitrag fr Schler/innen, Studierende,
  Rentner/innen, Arbeitslose, Zivil- und Wehrdienstleistende
  (entsprechende Bescheinigung notwendig!): 30 Euro
* fr Institutionen des ffentlichen Rechts und Forschungseinrichtungen:
  65 Euro
* fr Firmen, die TeX anwenden: 150 Euro
* fr Firmen, die Produkte in Verbindung mit TeX anbieten: 250 Euro


2.1.6 Ich habe den Mitgliedsantrag vor zwei bis drei Wochen abgeschickt,
den Beitrag gleich danach auf das Konto berwiesen und bisher noch
nichts erhalten. Ist diese Wartezeit normal?

Nein, ein Mitgliedsantrag wird normalerweise zgig bearbeitet, sobald
der Antrag per Post im Bro von DANTE e.V. eintrifft und berprft
werden konnte, da der Mitgliedsbeitrag auf dem angegebenen Konto
eingegangen ist. Bei einer ermigten Mitgliedschaft ist darauf zu
achten, da die entsprechenden Bescheinigungen fr das jeweilige
Kalenderjahr beigelegt wurden. Vor und nach Feiertagen und zu den
blichen Urlaubszeiten sollte man jedoch bitte etwas geduldiger sein, da
das Bro whrend dieser Zeiten unbesetzt sein kann.

2.2 Anwendervereinigungen


2.2.1 Gibt es weitere TeX-Anwendervereinigungen?

Neben DANTE e.V. gibt es noch weitere TeX-Anwendervereinigungen. Als
erstes ist hier die TUG zu nennen, die internationale `TeX Users Group'.
Sie ist die erste und damit die lteste TeX-Anwendervereinigung.
                            TeX Users Group
                          1466 NW Front Avenue
                               Suite 3141
                      Portland, OR 97209-2820, USA
                         Tel.: +1 503 223-9994
                          Fax: +1 503 223-3960
                       E-Mail: `tug@mail.tug.org'
Weitere Informationen ber die TUG finden Sie auf CTAN im Verzeichnis
CTAN: usergrps/tug/ oder dem WWW-Server http://www.tug.org/.
Neben TUG und DANTE e.V. gibt es weitere nationale
Anwendervereinigungen. Als Auswahl seien folgende Vereine genannt:

      NTG       Nederlandstalige TeX Gebruikersgroep (Niederlande)
      GUST      Grupa Uzytkownikw Systemu TeX (Polen)
      GUTenberg Groupe francophone des Utilisateurs de TeX
                (franzsischsprachige Lnder)
      CsTUG     Ceskoslovensk sdruzen uzivatelu TeXu
                (Tschechische/Slowakische Republik)
      UK TUG    UK TeX Users' Group (Grobritannien)

ber einige dieser nationalen Anwendervereinigungen knnen Sie weitere
Informationen, Antragsformulare, Ankndigungen u.. auf CTAN in den
Verzeichnissen CTAN: usergrps/ finden.
Auerdem finden Sie ber die Seite http://www.dante.de/ weitere
Informationen zu DANTE e.V., TUG, Verweise zu den WWW-Seiten der anderen
TeX-Anwendervereinigungen, einen Tagungs- und Veranstaltungskalender und
vieles mehr.

2.2.2 Mitgliedszeitschriften der Anwendervereinigungen

Jede der ``groen'' TeX-Anwendervereinigungen gibt eine
Mitgliedszeitschrift und Vereinsnachrichten heraus:

* ``Die TeXnische Komdie''
  Mitgliedszeitschrift von DANTE e.V., erscheint vierteljhrlich,
  deutsch.
* TUGboat  
  Mitgliedszeitschrift der TUG, erscheint vierteljhrlich (ein Band ist
  Konferenzband der TUG-Konferenz), englisch, enthlt viele informative
  Artikel ber TeX, METAFONT und Fonts.
* TeX and TUG News (TTN) - Erscheinen eingestellt.
  Ehemalig separat herausgegebene Vereinsnachrichten der TUG, erschien
  vierteljhrlich, englisch, enthlt aktuellere Informationen ber
  Vereinsinterna, Tips, Berichte etc.; nach Ausgabe Vol. 4 No. 2 ist TTN
  in TUGboat integriert.
* MAPS (Minutes and APendiceS)
  Mitgliedszeitschrift der NTG, erscheint halbjhrlich, niederlndisch
  und englisch, enthlt hufig Vorabdrucke und Nachdrucke aus anderen
  Mitgliedszeitschriften, wie TUGboat, Baskerville etc.
* Baskerville
  Mitgliedszeitschrift der UK TUG, erscheint 4-6mal jhrlich (eine
  Ausgabe ist die UK TUG TeX FAQ), englisch, enthlt einige Nachdrucke
  aus anderen Zeitschriften und Proceedings.
* Cahiers GUTenberg
  Verffentlichung von GUTenberg, erscheint 2-3mal jhrlich,
  franzsisch; die Cahiers sind nicht im Mitgliedsbeitrag enthalten,
  sondern knnen und mssen extra abonniert werden.
* Lettre GUTenberg
  Vereinsnachrichten von GUTenberg, erscheint 2-3mal jhrlich,
  franzsisch.


2.3 Tagungen (*)


2.3.1 Veranstaltungen

Die TeX-Anwendervereinigungen fhren regelmig Tagungen, Tutorien,
Mitgliederversammlungen etc. durch:

* DANTE e.V.
  Jhrliche Tagung, Mitgliederversammlung und Tutorien (3 bis 3 1/2
  Tage) im Frhjahr; meist im Februar oder Mrz.
  Jhrliche Mitgliederversammlung mit Tutorien (1 bis 1 1/2 Tage) im
  Herbst; meist im September oder Oktober.
* Europische Anwendervereinigungen
  Jhrliche europische Tagung; meist im September; entfllt im
  allgemeinen in den Jahren, in denen die TUG in Europa eine Tagung
  ausrichtet.
* TUG
  Jhrliche weltweite Tagung; meist Ende Juli, Anfang August; im Wechsel
  an einem Ort der Westkste der USA, der Ostkste und in Europa.

Auch Personen, die noch nicht Mitglied bei einer Anwendervereinigung
sind, knnen an den Tagungen teilnehmen.
Tutorien, die DANTE e.V. vor oder nach einer Mitgliederversammlung
durchfhrt, sind frei und knnen kostenlos besucht werden.

2.3.2 Veranstaltungskalender (*)

Im folgenden finden Sie eine Auswahl der in nchster Zeit stattfindenden
Tagungen im TeX-Umfeld. Die WWW-Seite
                      http://www.dante.de/events/
enthlt genauere Hinweise und Informationen.

03.-05.03.2004:    DANTE 2004 - ``15 Jahre DANTE e.V.''
                   30. Mitgliederversammlung von DANTE e.V.
                   Universitt Darmstadt
01.-03.05.2004(?)  BachoTeX 2004
                   Bachotek, nahe Brodnica, Polen
30.08.-01.09.2004: TUG 2004 - 25th annual meeting of TUG
                   Xanthi, Griechenland
Herbst 2004        31. Mitgliederversammlung von DANTE e.V.


2.4 Literatur (*)


2.4.1 Bcherliste (*)

Es wird hier nur eine kleine Auswahl von hauptschlich deutschsprachigen
Bchern vorgestellt, die weder den Anspruch erhebt, vollstndig noch
objektiv zu sein.

* Detig, Christine: Der LaTeX Wegweiser.
  MITP-Verlag, 1997, ISBN 3-8266-0256-0, 29,80 DM
  Anm.: Leicht verstndliche Einfhrung in LaTeX mit den wichtigsten
  LaTeX-Erweiterungspaketen und Hilfswerkzeugen, fr Anfnger. _Die
  Auflage ist vergriffen, Restexemplare sind in modernen Antiquariaten
  noch erhltlich._
* Knappen, Jrg: Schnell ans Ziel mit LaTeX2e.
  Oldenbourg-Verlag, 1997, ISBN 3-486-24199-0, 48,-- DM
  Anm.: Enthlt Kapitel ber Feinheiten des Text- und Formelsatzes sowie
  einen Index vom Formelsymbol bis zu Befehlsnamen, fr Anfnger und
  Fortgeschrittene.
* Knuth, Donald E.: The TeXbook (englisch).
  Addison-Wesley, Reading, Massachusetts, 1996, ISBN 0-201-13447-0, ISBN
  0-201-13448-9 (Softcover)
  Anm.: _Das_ Standardwerk ber TeX, nicht fr LaTeX-Anfnger, da es TeX
  und dessen Programmierung sehr genau beschreibt.
* Lamport, Leslie: Das LaTeX-Handbuch.
  Addison-Wesley-Verlag, 1995, ISBN 3-89319-826-1, 69,90 DM
  Anm.: _Die_ LaTeX-Referenz, fr Anfnger.
* Goossens, Michel u.a.: Der LaTeX-Begleiter.
  Addison-Wesley-Verlag, Nachdruck 2000, ISBN 3-82731-689-8, 79,90 DM
  Anm.: Die Auflage des Jahres 2000 mit neuer ISBN entspricht der aus
  dem Jahre 1995. Tips, Tricks, viele LaTeX-Makropakete, fr
  Fortgeschrittene und fortgeschrittene Anfnger, aufgrund des
  Titelbildes das sog. `Bernhardiner-Buch'; Kapitel 8 der englischen
  Fassung ``Higher Mathematics'' liegt in einer berarbeiteten Fassung
  auf CTAN: info/companion-rev/ch8.ps bzw.
  CTAN: info/companion-rev/ch8.pdf vor.
* Goossens, Michel; Rahtz, Sebastian; Mittelbach, Frank: The LaTeX
  Graphics Companion (englisch).
  Addison-Wesley-Longman-Verlag, 1997, ISBN 0-201-85469-4
  Anm.: Ergnzt den LaTeX-Begleiter um alles, was mit Graphikeinbindung,
  Farbe und PostScript-Schriften zu tun hat.
* Goossens, Michel; Rahtz, Sebastian et al.: The LaTeX Web Companion:
  Integrating TeX, HTML und XML (englisch).
  Addison-Wesley-Longman-Verlag, 1999, ISBN 0-201-43311-7, ca. 68,-- DM
  Anm.: Enthlt eine Beschreibung von pdfTeX mit `hyperref', die
  Konverter LaTeX2HTML und TeX4ht, das Browser-Plugin techexplorer und
  eine grere Abhandlung ber die Markup-Sprachen HTML, SGML, XML und
  deren zugehrige Style-Sheet-Sprachen.
* Goossens, Michel; Rahtz, Sebastian: Mit LaTeX ins Web: Elektronisches
  Publizieren mit TeX, HTML und XML.
  Addison-Wesley-Longman-Verlag, 2000, ISBN 3-8273-1629-4, 89,90,-- DM
  Anm.: Deutsche bersetzung von ``The LaTeX Web Companion''.
* Klckl, Ingo: LaTeX2e, Tips und Tricks.
  dpunkt-Verlag, Heidelberg, 2000, ISBN 3-932588-37-1, 79,-- DM
  http://www.dpunkt.de/buecher/3-932588-37-1.html
  Anm.: Das Buch fllt die Lcke zwischen den existierenden
  LaTeX-Einfhrungen bzw. -Referenzen und `Der LaTeX-Begleiter', wenn
  man wissen will, wie man selbst Anpassungen durchfhrt. Ein Kapitel
  besteht aus der bersicht fast aller auf CTAN vorhandener Schriften.
* Gnther, Karsten: LaTeX Ge-Packt.
  MITP-Verlag, 2002, ISBN 3-8266-0785-6, 14,94 Euro
  Anm.: Umfangreiche Referenz fr LaTeX2e im Kompaktformat, vorwiegend
  fr Anwender mit Vorkenntnissen, enthlt auch Hinweise auf ntzliche
  TeX-Befehle und KOMA-Script.
* Dalheimer, Matthias Kalle: LaTeX kurz und gut.
  O'Reilly, Kln, 1. Auflage, 1998, ISBN 3-89721-204-8, 12,80 DM
  Anm.: Eine Kurzreferenz auf 64 Seiten, gut strukturiert mit allen
  hufig bentigten LaTeX-Anweisungen, als Ergnzung zu ausfhrlicherer
  Literatur gut geeignet.
* Abdelhamid, Rames: Das Vieweg LaTeX2e Buch.
  Vieweg-Verlag Wiesbaden, 1995, ISBN 3-528-25145-X, 52,-- DM
  Anm.: Fr Anfnger.
* Gnther, Karsten: Einfhrung in LaTeX2e - Lehrbuch und Referenz.
  dpunkt-Verlag, Heidelberg, 1996, ISBN 3-920993-36-5, 68,-- DM
* Katzenbeisser, Stefan: Von der Idee zum Dokument - Einfhrung in TeX
  und LaTeX.
  Oldenbourg-Verlag, 2. Auflage, 1997, ISBN 3-486-24182-6, 68,-- DM
* Maurer: Textverarbeitung mit LaTeX2e unter Unix.
  Carl Hanser Verlag, Mnchen, ISBN 3-446-18909-2, 49,80 DM
* Schwarz, Stefan; Potucek, Rudolf: Das TeXikon - Referenzhandbuch fr
  TeX, LaTeX und LaTeX2e.
  Addison-Wesley-Verlag, 1997, ISBN 3-89319-690-0, 69,90 DM
* Heilmann, Axel: LaTeX-Vademecum, Ein Kompaktfhrer fr Einsteiger und
  Fortgeschrittene.
  Springer-Verlag, ISBN 3-540-60522-3, 38,-- DM
  Anm.: Kleines und praktisches Nachschlagewerk, kann und will nicht den
  LaTeX-Begleiter ersetzen, ist aber eine gute Ergnzung.
* Sowa, Friedhelm: TeX/LaTeX und Graphik, ein berblick ber die
  Verfahren.
  Springer-Verlag, 1994, ISBN 3-540-56468-3, 39,-- DM
  Anm.: Der `Nothelfer', wenn es um TeX und Graphik geht.
* Schwarz, Norbert: Einfhrung in TeX incl. Version 3.0.
  Addison-Wesley-Verlag, 3. berarbeitete Auflage, Nachdruck 1993, ISBN
  3-89319-345-6, 69,-- DM
  Anm.: TeX und Plain-TeX, kein LaTeX(!), fr Fortgeschrittene.
* Kopka, Helmut: LaTeX, Band 1: Einfhrung.
  Addison-Wesley-Verlag, 2. Auflage, 2000, ISBN 3-8273-1557-3, 79,90 DM
  Anm.: Ab der 2. Auflage auch LaTeX2e, im Anhang gute Befehlsbersicht,
  fr Anfnger.
* Kopka, Helmut: LaTeX, Band 2: Ergnzungen.
  Addison-Wesley-Verlag, 2. berarbeitete Auflage, 1997, ISBN
  3-8273-1229-9, 69,90 DM
  Anm.: Name sagt alles, die 1. Auflage enthielt noch
  LaTeX2e-Einfhrung.
* Kopka, Helmut: LaTeX, Band 3: Erweiterungen.
  Addison-Wesley-Verlag, 1996, ISBN 3-89319-666-8, 69,90 DM
  Anm.: Interna von LaTeX2e und 2.09 sowie Low-Level-TeX-Befehle.
* Kopka, Helmut und Daly, Patrick W.: A Guide to LaTeX2e (englisch).
  Addison-Wesley-Verlag, 2. Aufl., 1995, ISBN 0-201-42777-X, ca. ??? DM
  Anm.: Englische bersetzung des ``Kopka'' mit vielen berarbeitungen
  und Anpassungen fr englischsprachige Benutzer.
* Grtzer, George: An Introduction to LaTeX and AmS-LaTeX (englisch).
  Birkhuser-Verlag, Boston, 1996, 2nd Printing, 1997, ISBN
  0-8176-3805-9, $58,50
  Anm.: Ausfhrliche Darstellung von AmS-LaTeX und AmS-Fonts, dadurch
  auch fr anspruchsvollen Formelsatz.

Hinweise: Als LaTeX-Anfnger sollte man sich ein ausfhrliches Lehrbuch
(z.B. `Detig', `Abdelhamid', `Knappen', `Lamport', `Kopka'/Band 1,
`Kopka/Daly') besorgen. Frei verfgbare Literatur, wie die
LaTeX2e-Kurzbeschreibung (siehe Frage 2.4.2), reicht Anfngern mit
Computer-Vorkenntnissen eventuell auch aus. Sobald man als
LaTeX-Anwender die ersten Schritte gemacht hat, sind der
`LaTeX-Begleiter' und der `LaTeX Graphics Companion' eine wahre
Fundgrube. Mu oder will man sein eigenes TeX-System selbst installieren
und verwalten, gibt der wenn auch mittlerweile veraltete `Walsh' eine
gute Erklrung und bersicht der einzelnen Teile des Textsatzsystems TeX
und darber hinaus viele Hinweise und eine Auswahl, was es sonst noch an
Umgebungen, Hilfsprogrammen, Schriften etc. gibt.
Das Standardwerk fr TeX-Anfnger und alle Makroautoren ist Knuths `The
TeXbook', das man sich auch zulegen sollte, wenn man zuerst mit Hilfe
des in Deutsch geschriebenen `Schwarz (N.)' einsteigen will.

2.4.2 Frei verfgbare Einfhrungen in (La)TeX, METAFONT und verwandte
Themen (*)

Diese Dokumente sind von den Autoren als (La)TeX-Eingabedateien auf CTAN
zur freien Verfgung gestellt worden. Sie finden diese und weitere
Dokumente meist im Verzeichnis CTAN: info/. Folgende Liste stellt eine
kleine Auswahl dar:

* Schmidt, Walter; Knappen, Jrg; Partl, Hubert et al.:
  LaTeX2e-Kurzbeschreibung
  CTAN: info/lshort/german/
  Anm.: Zum Einstieg in LaTeX vllig ausreichend, fr Anfnger.
* Oetiker, Tobias: The Not So Short Introduction to LaTeX2e
  CTAN: info/lshort/english/
  Anm.: Basierte auf der LaTeX-Kurzbeschreibung, etwas ausfhrlicher. In
  englischer Sprache, bersetzt in weitere Sprachen.
* Eijkhout, Victor: TeX by Topic, A TeXnician's reference.
  Electronic version 1.0, Dezember 2001
  http://www.cs.utk.edu/~eijkhout/texbytopic.pdf
  Anm.: Eine gegenber dem TeXbook andere Herangehensweise, wie man TeX,
  dessen primitiven Anweisungen und Parameter und die inneren Ablufe
  erklrt. Empfehlenswert.
* Schwarz, Norbert: Einfhrung in TeX.
  http://www.ruhr-uni-bochum.de/www-rz/schwanbs/TeX/
  Anm.: PDF-Version der gedruckten 3. Auflage von 1991.
* Abrahams, Paul W.,; Hargreaves, Kathryn A.; Berry, Karl: TeX for the
  impatient.
  Free (GFDL) edition version 1.0, 2001 (Original: Addison-Wesley, 1990)

  CTAN: info/impatient/
  Anm.: Buch ber TeX und Plain-TeX, nicht LaTeX.
* Walsh, Norman: Making TeX Work.
  Free version, 2002 (Original: O'Reilly&Associates Inc., 1994, ISBN
  1-56592-051-1)
  CTAN: info/makingtexwork/
  Anm.: Gute Einfhrung und bersicht; Fundgrube fr Tools, Makropakete,
  Schriften; teilweise mit genauerer Beschreibung.
* Greenberg, Harvey J.: A Simplified Introduction to LaTeX
  http://www.cudenver.edu/~hgreenbe/aboutme/pubrec.html
  CTAN: info/simplified-latex/simplified-intro.ps
  Anm.: Ausfhrliche Einfhrung in LaTeX zu Textsatz, Mathematiksatz,
  Grafikeinbindung, BibTeX und vielen anderen Themen. In englischer
  Sprache.
* Partl, Hubert; Kielhorn, Axel: Layout-nderungen mit LaTeX
  CTAN: macros/latex/contrib/refman/
  Anm.: Wie verndere ich X? Anhand von Beispielen aus `refman.sty'.
* Schrod, Joachim: The Components of TeX (englisch)
  CTAN: info/components-of-TeX/
  Anm.: bersicht ber die Teile und der von diesen Teilen angefaten
  Dateien eines TeX-Systems; fr LaTeX 2.09 geschrieben, aber immer noch
  fr LaTeX2e ntzlich.
* Warbrick, Jon: Essential LateX (englisch)
  CTAN: info/latex-essential/
  Anm.: LaTeX 2.09, ganz kurz gefat.
* Doob, Michael: A Gentle Introduction to TeX (englisch)
  CTAN: info/gentle/
  Anm.: Kurzbeschreibung von TeX, nicht LaTeX!
* Tobin, Geoffrey: METAFONT for Beginners (englisch)
  CTAN: info/metafont-for-beginners.tex
  Anm.: Enthlt das Wichtigste, um mit METAFONT aus vorhandenen
  mf-Sources Fonts zur Nutzung mit TeX zu generieren.
* Reckdahl, Keith: Using Imported Graphics in LaTeX2e (englisch)
  CTAN: info/epslatex.ps
  CTAN: info/epslatex.pdf
  Anm.: Was Sie schon immer ber die Einbindung von
  Encapsulated-PostScript-(EPS)-Bildern, BoundingBox, die Benutzung des
  `graphics'-Pakets und weiterer LaTeX-Umgebungen und -Pakete wie
  `PSfrag' wissen wollten.
* Jrgens, Manuela: LaTeX - eine Einfhrung und ein bichen mehr ...
  Fern-Uni Hagen, 2000
  ftp://ftp.fernuni-hagen.de/pub/pdf/urz-broschueren/broschueren/a0260003.pdf

  Anm.: Einstiegsbroschre in LaTeX.
* Jrgens, Manuela: LaTeX - Fortgeschrittene Anwendungen (oder: Neues
  von den Hobbits)
  Fern-Uni Hagen, 1995
  ftp://ftp.fernuni-hagen.de/pub/pdf/urz-broschueren/broschueren/a0279510.pdf

  Anm.: Ergnzungen zur Einstiegsbroschre.
* Jrgens, Manuela: Verschlungene Anwendungen. Das X-Team: Xtem XEmacs
  LaTeX2eAucTeX
  Fern-Uni Hagen, 1995
  ftp://ftp.fernuni-hagen.de/pub/pdf/urz-broschueren/broschueren/a0029502.pdf
* Banning, Ralf; Groeneveld, Heiko A.: Textsatz und Layout mit LaTeX.
  Eberhard-Karls-Universitt Tbingen, Zentrum fr Datenverarbeitung,
  1995
  http://www.uni-tuebingen.de/zdv/schriften/latex-kurs.html
  Anm.: Sehr ausfhrliche Hinweise zum Einstieg in LaTeX.
* Lamprecht, Heiner: LaTeX2e - Eine Einfhrung. 1999.
  http://agenda21.ggi.uni-tuebingen.de/heiner/latex/
* Text Processing using LaTeX (englisch)
  http://www-h.eng.cam.ac.uk/help/tpl/textprocessing/
  Anm.: Sehr ausfhrliche Beschreibungen und Verweise zu LaTeX und
  verwandten Themen.
* Computersatz mit LaTeX2e. Kurzeinfhrung.
  Katholische Universitt Eichsttt, 1996
  http://www.ku-eichstaett.de/urz/schriften/ltx2e.pdf
* Makeindex. Sachregister erstellen mit LaTeX2e.
  Katholische Universitt Eichsttt, 1998
  http://www.ku-eichstaett.de/urz/schriften/makeidx.pdf
* Banning, Ralf; Groeneveld, Heiko A.: Textsatz und Layout mit LaTeX.
  Eberhard-Karls-Universitt Tbingen, Zentrum fr Datenverarbeitung.
  http://www.uni-tuebingen.de/zdv/schriften/latex-kurs.html
* Gonzato, Guido: LaTeX for Word Processor Users. 2001.
  CTAN: info/latex4wp/latex4wp.pdf
* Flynn, Peter: Beginner's LaTeX. 2001.
  http://www.silmaril.ie/downloads/documents/beginlatex.pdf
* Vo, Herbert: Mathmode. 2003.
  http://www.perce.de/LaTeX/math/Mathmode-TeX.pdf
  Anm.: Eine Einfhrung in den Mathematiksatz unter Bercksichtigung von
  AmS-LaTeX.

Neben diesen Dokumenten, die noch zum Druck gedacht sind, gibt es
vermehrt auch nicht zum Druck gedachte `Online-Quellen':

* Hypertext Help with LaTeX

  o http://www.giss.nasa.gov/latex/
  o http://www-ti.informatik.uni-tuebingen.de/~frech/latex/

* LaTeX2e Help

  o CTAN: info/latex2e-help-texinfo/latex2e.html
  o http://xm1.net.free.fr/kile/latexhelp.html

* David Bausum: TeX Primitive Control Sequences

  o http://www.tug.org/utilities/plain/cseq.html

* Literaturverzeichnis zu TeX & Co.

  o http://www.loria.fr/services/tex/english/texbib.html

* Online tutorials on LaTeX (Indian TeX Users Group)

  o http://www.tug.org.in/tutorial/tutorials.html

* bersicht zu vielen TeX- und verwandten Themen (``Open Directory
  Project'').

  o http://dmoz.org/Computers/Software/Typesetting/

* Links2Go - TeX and LaTeX

  o http://www.links2go.com/topic/TeX_and_LaTeX

* WebRing: TeX word processor system users and friends

  o http://nav.webring.yahoo.com/hub?ring=texlatex&list

* Tim Love: LaTeX maths and graphics

  o http://www-h.eng.cam.ac.uk/help/tpl/textprocessing/latex_maths+pix/latex_maths+pix.html

* Tim Love: Advanced LaTeX

  o http://www-h.eng.cam.ac.uk/help/tpl/textprocessing/latex_advanced/latex_advanced.html

* Ado Haarer, Grit Segner: MakeIndex - ein Indexprozessor fr LaTeX

  o http://www.lrz-muenchen.de/services/software/textverarbeitung/makeindex/



2.4.3 Typographie


Bcher:


* Tschichold, Jan: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie: eine
  Fibel fr jedermann.
  Maro-Verlag, Augsburg, 2. Auflage 1992, ISBN 3-87512-403-0, 32,-- DM
  Anm.: allgemeiner berblick, Elementarkenntnisse.
* Tschichold, Jan: Ausgewhlte Aufstze ber Fragen der Gestalt des
  Buches und der Typographie.
  Birkhuser-Verlag, Basel, 2. Auflage 1987, ISBN 3-7643-1946-1,
  39,80 DM
  Anm.: Eines der wichtigsten Bcher ber typographische Prinzipien beim
  Buchsatz, Sammlung von Tschicholds `klassischen' Artikel.
* Tschichold, Jan: Die neue Typographie.
  Brinkmann und Bose, 3. Auflage 1995, ISBN 3-922660-23-1, 80,-- DM
* Aicher, Otl: Typographie.
  Ernst-Verlag, Ldenscheid, 1988, ISBN 3-433-03090-6
* Spiekermann, Erik: Ursache & Wirkung: ein typografischer Roman.
  Verlag H. Schmidt, Mainz, faksimilierter Nachdruck, 1994, ISBN
  3-87439-307-0, 38,-- DM
* Simoneit, Manfred: Typographisches Gestalten.
  Polygraph-Verlag, Frankfurt/M., 4. Auflage, 1993, ISBN 3-87641-253-6,
  256 S., 144,-- DM
* Luidl, Philipp: Typografie.
  Schltersche Verlagsanstalt, 6. Auflage, 1989, ISBN 3-87706-290-3, 146
  S., 79,-- DM
* Weidemann, Kurt: Wo der Buchstabe das Wort fhrt.
  Cantz-Verlag, Ostfildern, 2. Auflage, 1997, ISBN 3-89322-521-8,
  168,-- DM
  Anm.: _Sehr empfehlenswert_. Grundstzliches ber das Thema.
* Willberg, Hans Peter; Forssman, Friedrich: Erste Hilfe in Typographie:
  Ratgeber fr Gestaltung mit Schrift.
  Verlag H. Schmidt, Mainz, 1999, ISBN 3-87439-474-3, 24,80 DM
  Anm.: _Sehr empfehlenswert_ und preiswert ist dieses Buch und sollte
  daher als Erstausstattung nicht fehlen, da knapp und praktisch erste
  Hilfe in Typographie gegeben wird.
* Willberg, Hans Peter; Forssman, Friedrich: Lesetypographie.
  Verlag H. Schmidt, Mainz, 1997, ISBN 3-87439-375-5, 168,-- DM
  Anm.: Handbuch, das Anregungen geben will, Lsungsmglichkeiten fr
  typographische Probleme vergleichend vorstellt; eher fr jemand, der
  schon Grundkenntnisse hat.
* Gulbins, Jrgen; Kahrmann, Christine: Mut zur Typographie: Ein Kurs
  fr Desktop-Publishing.
  Springer-Verlag, 2. , erweiterte und berarbeitete Auflage, 2000, ISBN
  3-540-67541-8, 79,-- DM
  Anm.: Fr Anfnger sehr gut geeignet, auch als Nachschlagewerk.
* Bringhurst, Robert: The Elements of Typographic Style.
  Hartley & Marks, 2. Auflage, 1996, ISBN 0-88179-132-6, ??? DM
  Anm.: _Sehr empfehlenswert_, sagt kurz und knapp das Wesentliche und
  weist auf viele Fehler hin.
* Peter Rechenberg: Technisches Schreiben.
  Hanser Verlag, 1. Auflage, 2002, ISBN 3-446-21944-7, 19,90 DM


Sonstiges:


* Charles Poynton: Typography and Design.
  http://www.inforamp.net/~poynton/Poynton-typo-design.html
  Anm.: Verweise und Hinweise zu Fragen der Typografie (in englischer
  Sprache).
* Luc Devroye: General links on typography.
  http://cgm.cs.mcgill.ca/~luc/fonts.html
  Anm.: Eine Vielzahl von Verweisen zu Typografie und Schriften. (meist
  in englischer Sprache).
* Markus Kuhn: Metric Typographic Units.
  http://www.cl.cam.ac.uk/~mgk25/metric-typo.html
  Anm.: Erklrungen zu typographischen Maeinheiten (in englischer
  Sprache).
* Charles Hedrick, New Brunswick Computing Services, Rutgers, The State
  University of New Jersey.
  http://www.nbcs.rutgers.edu/~hedrick/typography/
  Anm.: 30-seitige (englische) Einfhrung in gute Typografie. PDF-Datei
  in den Schriften Aldus, Minion, Janson, Warnock, Documenta und bald
  auch Palatino, Adobe Garamond und ITC New Baskerville erhltlich. Auch
  ein Werkzeug zur Konvertierung von OpenType-Schriften in
  Expert-Type-1-Schriften ist dort fr Windows frei erhltlich.
* Axel Reichert: Typografie - Gestaltung einer Beispielklasse.
  CTAN: info/german/typografie/
  Anm.: Ausgehend von Grundlagen der Typografie wird an einer
  Beispielklasse deren Umsetzung gezeigt. Tutorium auf der Tagung
  DANTE'99.
* Axel Reichert: Satz von Tabellen.
  CTAN: info/german/tabsatz/
  Anm.: Anhand vieler Beispiele und der Verwendung von Zusatzpaketen
  werden viele Feinheiten beim Satz von Tabellen erlutert. Tutorium auf
  der Tagung DANTE'99.
* Psychologie, Uni Regensburg: Textsatz, eine Kurzanleitung.
  http://pc1521.psychologie.uni-regensburg.de/student2001/Textsatz.html
  Anm.: Ein paar grundstzliche Dinge und Warnungen.
* Marion Neubauer: Mikrotypographie-Regeln.
  http://www.dante.de/dante/DTK/dtk96_4/dtk96_4_neubauer_feinheiten.html
  http://www.dante.de/dante/DTK/dtk97_1/dtk97_1_neubauer_feinheiten.html
* Yannis Haralambous: Drucksatz in gebrochenen Schriften.
  http://genepi.louis-jean.com/omega/dante2000.pdf
* FAQ: Typografie & Co
  http://www.spic.de/webtypo/faq-typografie.html (nicht mehr erreichbar)
  Anm.: (Noch) mit Vorsicht zu genieen, enthlt aber einige brauchbare
  Dinge und Links.
* EUR-OP: Interinstitutionelle Regeln fr Verffentlichungen.
  Amt fr amtliche Verffentlichungen der Europischen Gemeinschaften,
  Luxembourg.
  http://eur-op.eu.int/code/de/de-000500.htm
  Anm.: Enthlt Richtlinien zum Schriftsatz und fr deutschsprachige
  Verffentlichungen in der EU.


2.4.4 Schriftenkataloge


* Sauthoff, Daniel u.a.: Schriften erkennen: eine Typologie der
  Satzschriften fr Studenten, Grafiker, Setzer, Kunsterzieher und alle
  PC-User.
  Verlag H. Schmidt, Mainz, Neuausgabe, 1996, ISBN 3-87439-373-9,
  24,80 DM
  Anm.: Grundlage, Geschichte und einfacher Einstieg in die
  Klassifikation von Schriften, fr Einsteiger.
* Dinkel, Christina: Fchen in Brunos Suppe: ``Schriften erkennen'' fr
  Kinder.
  Verlag H. Schmidt, Mainz, 1999. ISBN 3-87439-479-4, 24,80 DM
  Anm.: Eine spielerische, nicht nur fr Kinder geeignete Einfhrung in
  die Welt der Schriften anhand einer Geschichte.
* Kern, Michael; Koch, Sieghart (Hrsg.): berSicht.
  Verlag H. Schmidt, Mainz, 1991, ISBN 3-87439-230-9, 429 S., 148,-- DM
  Anm.: 3 Indizes: Blindtextprobe, Zeichenvorrat der Schriften,
  Buchstabenverzeichnis (alle ``M'' auf einen Blick).


2.4.5 Ich hab im Buch ``Der LaTeX-Begleiter'' bzw. ``The LaTeX
Companion'' ein interessantes Paket gefunden. Wo kann ich es auf CTAN
finden?

Die Datei ``companion.ctan'' zhlt alle im Buch erwhnten Pakete auf.

companion.ctan:  CTAN: info/companion.ctan
 


2.4.6 Mich interessiert, wie einige der Grafik-Beispiele im Buch ``The
LaTeX Graphics Companion'' erzeugt wurden. Wo kann ich deren Quelltext
herbekommen?

Die Mehrzahl der Beispiele sind auf CTAN im Verzeichnis CTAN: info/lgc
zu finden. Die Beispiele des Kapitels zu `PSTricks'sind auch Bestandteil
dessen Dokumentation.

lgc:       CTAN: info/lgc
PSTricks:  CTAN: graphics/pstricks/doc/test-pst.tex
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 2 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 3 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


3 Textsatzsystem TeX - bersicht


3.1 Grundlegendes


3.1.1 Was ist TeX?

TeX ist ein Textsatzsystem, das von Prof. Dr. Donald E. Knuth entwickelt
wurde.
Der Unterschied zu einer Textverarbeitung ist, da hier Text nicht nur
verarbeitet, sondern auch gesetzt wird. Dies wird beispielsweise durch
das tiefergestellte E in dem Logo von TeX symbolisiert. Diese
Mglichkeit wird in dem vorliegenden Text durch das
kleingeschriebene `e' angedeutet. Auerdem dient die Schreibweise TeX
zur Unterscheidung von TEX.
Aussprache: TeX wird nicht so ausgesprochen, wie es geschrieben wird!
Aufgrund der griechischen Wurzel `tau epsilon chi' spricht man das `X'
in TeX wie ein ch- oder k-Laut, niemals wie ein `x'. Man spricht: `tech'
wie in Technik.
Persnliche Informationen ber Donald E. Knuth, ber seine Plne und
wichtige Hinweise fr die Benutzer von TeX und Leser seiner Bcher kann
man auf Knuths WWW-Seite
               http://www-cs-faculty.stanford.edu/~knuth/
finden.

3.1.2 Was ist METAFONT?

METAFONT ist wie TeX von Prof. Dr. Donald E. Knuth entwickelt worden. Es
erlaubt die Beschreibung einer Schrift oder einer Schriftfamilie durch
ein Programm, den sogenannten Meta-Font. Aus diesem Meta-Font kann
METAFONT nach Wahl verschiedener Parameter Schriften generieren, die TeX
verwenden kann.
Um mit TeX zu arbeiten, ist METAFONT nicht zwingend erforderlich. Es ist
auch mglich, beispielsweise mit PostScript-Schriften zu arbeiten. TeX
bentigt von einer Schrift nur die Mae der einzelnen Zeichen und
weitere schriftabhngige Parameter, wie beispielsweise die Breite eines
Wortzwischenraumes. Diese Informationen entnimmt TeX einer
TeX-Font-Metric-(tfm)-Datei.
METAPOSTist ein aus METAFONT abgeleitetes Programm zum Erstellen von
PostScript-Zeichnungen (siehe Frage 9.1.4).

3.1.3 Worin besteht der Unterschied zwischen IniTeX und VirTeX bzw.
zwischen IniMF und VirMF? Was ist eine sogenannte Format-, was eine
Base-Datei?

IniTeX und VirTeX sind beides Varianten des Programmes TeX, wobei IniTeX
Code fr zustzliche Initialisierungsroutinen und erweiterte
Datenstrukturen enthlt, um beispielsweise Trennmusterdateien zu laden
und in kompakter Form wieder abzuspeichern oder eine Formatdatei zu
erzeugen. IniTeX wird dazu verwendet, die TeX-internen Datenstrukturen
zu initialisieren - daher der Name -, grere Makropakete wie LaTeX,
Schriftdateien und Trennmuster zu laden und in einer kompakten, schnell
wieder ladbaren Form, in der sogenannten Formatdatei, abzuspeichern.
Formatdateien haben die Dateinamensendung `.fmt' und den Vorgang, eine
Formatdatei mit IniTeX zu erzeugen, nennt man auch `ein Format dumpen'.
Die zustzlichen Routinen und Datenstrukturen sind beim normalen
Gebrauch von TeX nicht notwendig, so da diese in der VirTeX-Variante
nicht vorhanden sind. Dadurch kann man in VirTeX, dem `virgin' oder
jungfrulichem TeX, Speicherplatz sparen oder diesen fr andere Zwecke
einzusetzen. VirTeX wird in den meisten TeX-Implementierungen unter dem
Namen `tex' aufgerufen, IniTeX entweder als ``initex'' oder ber eine
spezielle Kommandozeilenoption wie ``tex -i'' oder ``tex -ini''.
Analog zu IniTeX und VirTeX gibt es auch von METAFONT zwei
Programmvarianten namens IniMF und VirMF. Statt Formatdatei heit die
von IniMF erzeugte Datei Basedatei und besitzt die Dateinamensendung
`.base' (oder `.bas').
Der Aufbau der Format- und Basedateien ist nicht standardisiert! Er ist
sowohl von der Implementierung, von der TeX- und MF-Version als auch fr
dieselbe TeX- und MF-Version von verschiedenen Compile-Zeit-Parametern
abhngig. Diese Dateien sollen von TeX bzw. MF mglichst schnell geladen
werden knnen, so da Implementierer hier betriebssystem- und
implementierungsabhngige Optimierungen vornehmen knnen.

3.1.4 Was ist eine dvi-Datei, was ist ein dvi-Treiber, was ist der
DVI-Treiberstandard?

TeX erzeugt als wichtigste Ausgabe eine dvi-Datei. Das Akronym `dvi'
steht fr `DeVice-Independent', d.h. der interpretierte Inhalt dieser
Datei kann auf fast jedem mglichen Ausgabegert ausgegeben werden. Ein
dvi-Treiber, ein spezielles Programm, liest eine dvi-Datei und wandelt
die in ihr enthaltenen Informationen in Steuerinformationen fr einen
speziellen Drucker (z.B. in PostScript oder in PCL) oder zur Anzeige am
Bildschirm fr ein spezielles Fenstersystem (wie X11) oder
Bildschirmtreiber.
Besonders hervorzuheben ist an TeX, da _jede_ TeX-Implementierung fr
dieselbe Eingabe (also Dokument, verwendete Makros, Schriften,
Trennmuster etc.) _unabhngig_ vom Ausgabegert und dessen Auflsung
_immer_ dieselbe dvi-Datei erzeugt. TeX whlt also immer denselben
Absatz- und Seitenumbruch und dieselbe Plazierung von Zeichen, Linien
usw. auf der Seite.
dvi-Dateien enthalten alle Informationen, die zum Ausdruck oder zur
Anzeige der erzeugten Seiten notwendig sind. Jedoch sind in einer
dvi-Datei nicht die tatschlichen Lettern der verwendeten Schriften und
das mit \special-Anweisungen eingebunde Material, wie Grafiken,
enthalten. Diese mssen vom dvi-Treiber aus anderen Quellen, wie z.B.
pk-Dateien bei Schriften, gelesen und an das Ausgabegert geschickt
werden. dvi-Dateien verwenden die TeX-interne Zeichenkodierung. So liegt
beispielsweise der Argumenttext einer \special-Anweisung in der
dvi-Datei als eine in ASCII kodierte Zeichenkette vor.
Die dokumentierte Source des Programms `dvitype' dient gleichzeitig als
Referenzbeschreibung des dvi-Formats. Eine bessere, weil mit den
Mindestanforderungen an einen dvi-Treiber versehene Referenz ist der
                      DVI-Treiberstandard, Level 0
den man in CTAN: dviware/driv-standard/level-0/ finden kann. In diesem
Standard findet man im Anhang neben einer Kopie der dvi-Beschreibung aus
`dvitype' noch die entsprechenden Beschreibungen des tfm-, gf- und
pk-Formates. Weitere Papiere, Berichte, Vorschlge etc. findet man in
CTAN: dviware/driv-standard/papers/.
Als ein Projekt der NTG-Future-Group (siehe Diskussionsliste 1.3.4)
laufen unter dem Titel ``DVI3 a new DVI standard'' Arbeiten zur
Vervollkommnung und Weiterentwicklung des DVI-Standards. Nhere
Informationen findet man unter http://dvi3.tiepmiep.dk/ und
http://userpage.fu-berlin.de/~burnus/dviview/.

3.1.5 Wozu dienen Dateien mit der Namensendung `.xyz'?

Die einzelnen Programme und TeX-Formate des Textsatzsystems TeX
verwenden sehr viele Dateien mit unterschiedlichen Namensendungen. Damit
auch ein Anfnger relativ schnell einen berblick erhlt, folgt hier
eine Auflistung der hufigsten bzw. wichtigsten Dateinamensendungen,
sortiert nach Programmen, TeX-Formaten und weitverbreiteten
Implementierungen.

  (Plain-)TeX:


        .tex
            Standarddateinamensendung fr alle Arten von
            TeX-Eingabedateien, einige Makropakete wie LaTeX verwenden
            andere Namensendungen, um zwischen Dokument- und den
            notwendigen Makrodefinitionsdateien zu unterscheiden

        .fmt
            TeX-Formatdatei (siehe Frage 3.1.3)

        .dvi
            TeX-Ausgabedatei, enthlt formatiertes Dokument (siehe Frage
            3.1.4)

        .pool, .poo
            `String-Pool'-Datei, wird von IniTeX oder IniMF bentigt.

        .log
            Protokolldatei eines TeX- oder MF-Laufs.

        .lis
            Protokolldatei eines TeX- oder MF-Laufs unter dem
            Betriebssystem OpenVMS.


  METAFONT, Fonts und Tools:


        .mf
            MF-Eingabedatei

        .base

        .bas
            MF-Formatdatei (siehe Frage 3.1.3)

        .tfm
            MF-Ausgabe: TeX Font Metric (siehe Frage 9.1.2)

        .*gf
            MF-Ausgabe: `generic font' (siehe Frage 9.1.2)

        .*pk
            `packed raster' (siehe Frage 9.1.2)

        .*pxl
            `pixel' (siehe Frage 9.1.2): veraltetes, durch
            `.*pk'-Dateien abgelstes Font-Bitmap-Format

        .pl
            `property list', lesbare Darstellung der in einer tfm-Datei
            enthaltenen Informationen

        .vf
            `virtual font' (siehe Frage 9.1.3)

        .vpl
            `virtual font property list' (siehe Frage 9.1.3)


  METAPOST:


        .mp
            METAPOST-Eingabedatei

        .mem
            METAPOST-Formatdatei (analog zu .fmt bzw. .base)

        .mps
            METAPOST-Ausgabedatei; eine eps-Datei, die aufgrund ihrer
            bekannten und einfachen Struktur mit Hilfe von TeX-Makros in
            das pdf-Format wandelbar ist.

        .mpx
            METAPOST-Eingabedatei, entstanden durch Aufruf von
            `DVItoMP'.


  Omega:


        .otp
            `Omega translation process', definiert Umkodierungsfilter

        .ocp
            `Omega compiled process', compilierte Version einer
            .otp-Datei

        .ofm
            `Omega TeX font metric', erweiterte Version des .tfm-Formats
            fr Omega

        .opl
            `Omega property list', lesbare Darstellung einer .ofm-Datei

        .ovf
            `Omega virtual font', erweiterte Version des .vf-Formats

        .ovp
            `Omega virtual font property list', lesbare Darstellung
            einer .ovf-Datei


  BibTeX:

        .bst
            BibTeX-Style, enthlt Anweisungen an BibTeX, wie die
            Literaturangaben aus der .bib-Datei in die .bbl-Datei
            geschrieben werden sollen

        .bib
            BibTeX-Datenbank

        .blg
            Protokolldatei eines BibTeX-Laufs

        .bbl
            BibTeX-Ausgabe, meist in einer Form, die von LaTeX
            eingelesen werden kann


  MakeIndex:


        .ist
            MakeIndex-Style, enthlt Anweisungen, wie aus den Eintrgen
            in der .idx/.glo-Datei die .ind/.gls-Datei generiert werden
            soll

        .idx
            Index-Datei, enthlt die unsortierten Indexeintrge

        .ind
            MakeIndex-Ausgabe: fertig erstellter Index

        .glo
            Glossar-Datei, enthlt analog zur .idx-Datei die
            unsortierten Glossareintrge

        .gls
            MakeIndex-Ausgabe: fertig erstelltes
            Wrterverzeichnis/Glossar

        .ilg
            Protokolldatei eines MakeIndex-Laufs


  Texinfo (TeX-Format):


        .texi

        .texinfo

        .txi
            GNU-Texinfo-Dokumentquelldatei


  docstrip-Archive (nicht nur fr LaTeX-Makropakete verwendbar):


        .dtx
            docstrip-Archivdatei (siehe Frage 5.1.3), kann mit dem in
            TeX geschriebenem Programm `docstrip' entpackt werden.
            (docstrip: CTAN: macros/latex/base/docstrip.dtx und
            CTAN: macros/latex/base/docstrip.ins)
            Historisch: Diese Archive hatten anfnglich die Namensendung
            .doc

        .ins
            Instruktionsdatei zum Entpacken eines docstrip-Archivs
            (siehe Frage 5.1.3); zum Entpacken reicht der Aufruf ``tex
            filename.ins'', manchmal auch ``latex filename.ins'';
            nheres bitte der mitgelieferten Dokumentation entnehmen!

        .drv
            `Treiber'-Datei, fr einige .dtx-Dateien zur Formatierung
            der Dokumentation mit LaTeX verwendet

        .fdd
            docstrip-Archiv der LaTeX-.fd-Dateien

        .mbs
            docstrip-Archiv der Master-Bibliography-BibTeX-Styles des
            Pakets `custom-bib' (siehe Frage 7.2.2)


  LaTeX (TeX-Format):


        .aux
            Hilfsdatei, enthlt Querverweise etc.

        .toc
            Inhaltsverzeichnis

        .lof
            Verzeichnis der Abbildungen

        .lot
            Verzeichnis der Tafeln

        .ltx
            Dokumentquelldatei, alternativ zur Namensendung .tex (auch
            fr LaTeX-Kernel-Dateien)

        .cls

        .clo
            TeX-Eingabedatei mit Definitionen fr die Dokumentenklasse
            und die entsprechenden Klassen-Optionen

        .sty
            TeX-Eingabedatei mit Definitionen eines LaTeX-Pakets; in
            LaTeX 2.09 wurde diese Namensendung sowohl fr Styles (in
            2e: Klassen) als auch Style-Options (in 2e: Pakete) benutzt

        .fd
            TeX-Eingabedatei mit Font-Definition, enthlt Tabellen, mit
            denen die LaTeX-Spezifikation einer Schrift mittels
            Encoding, Family, Series und Shape auf den Namen einer
            .tfm-Datei abgebildet wird. Der Name der .fd-Datei besteht
            aus Encoding und Family.

        .def
            Runtime-Module des LaTeX-Kernels, die bei Bedarf geladen
            werden (``latex209.def'' fr Kompatibilittsmodus,
            ``slides.def'' fr SliTeX), ebenso fr einige Pakete, wie
            beispielsweise fr `inputenc', `fontenc' und `graphics'.

        .cfg
            TeX-Eingabedatei mit Konfigurationsinformation

        .ldf
            TeX-Eingabedatei mit der Language-Definition fr eine
            Sprache mit ihren Dialekten des babel-Pakets. (Historisch:
            in lteren Babel-Versionen in .sty-Dateien)


  MusiXTeX, PMX, M-Tx:


        .mx1
            MusiXTeX-Ausgabe der 1. Phase als Eingabe fr das Programm
            MusiXFLX, das den Zeilenumbruch der Noten herstellt

        .mx2
            MusiXFLX-Ausgabe als Eingabe fr die 2. MusiXTeX-Phase

        .mxl
            MusiXFLX-Log-Datei

        .pmx
            PMX-Eingabedaten

        .mtx
            M-Tx-Eingabedaten


  PostScript-Schriften:


        .afm
            Adobe Font Metric, in lesbarer ASCII-Darstellung

        .pfm
            Printer Font Metric, in Windows-Darstellung

        .pfa
            PostScript-Type-1-Schriftschnittprogramm in ASCII-Format,
            enthlt das Type-1-Programm zum Zeichnen jeder Letter

        .pfb
            PostScript-Type-1-Schriftschnittprogramm in Binrformat


  TeX-Implementierungen und Gertetreiber:


        .tcp
            TeX-Code-Page-Definition (emTeX).

        .tcx
            TeX-Code-Page-Definition (web2c v7.0, noch im Teststadium!)

        .enc
            Encoding-Dateien fr PostScript-Schriften (dvips)

        .map
            Zuordnungstabellen fr Fontnamen


Eine zwangslufig unvollstndige Liste von Dateinamensendungen kann man
auch im Buch `Der LaTeX-Begleiter' bzw. `LaTeX Companion' und im Buch
`Making TeX Work' (siehe Frage 2.4.1) und in `The Components of TeX' von
Joachim Schrod (siehe Frage 2.4.2) finden.

3.1.6 Welche TeX-/METAFONT-/METAPOST-Versionen sind aktuell?

Derzeit sind die folgenden Versionen aktuell:

TeX:         3.14159   (seit Mrz 1995)
plain.tex:   3.1415926 (seit August 1998)
 
METAFONT:    2.7182    (seit August 1998)
plain.mf:    2.71      (seit Juni 1993)
 
METAPOST:    0.641     (seit Mrz 1998) (?)
dvitomp.web: 0.64      (seit Januar 1998)
plain.mp:    0.64      (seit Januar 1998)
 
CM-Fonts:    -         (wichtige nderungen 1992,
                       kleinere nderungen Mrz 1995,
                       kleinere nderungen August 1998)
 
tangle.web   4.4       (seit Februar 1993)
weave.web    4.4       (seit Januar 1992)
webmac.tex   4.1       (seit Mai 1990)

Neue Versionen von TeX und METAFONT werden von Donald E. Knuth nur noch
in immer grer werdenden zeitlichen Abstnden erstellt, so da man
ltere Versionen auf alle Flle durch die neueste Version ersetzen
sollte.
Leider hat Knuth fr die CM-Fonts keine Versionsnummer vergeben, so da
es schwieriger ist, die Versionen mit den meist nur geringen nderungen
auseinanderzuhalten. Da Knuth umfangreichere nderungen an den CM-Fonts
im Frhjahr 1992 durchgefhrt hat, sollte man alle lteren
CM-Font-Versionen auf die neue Version bringen. Erkennbar sind die alten
Versionen beispielweise am horizontalen Querstrich am Fu des groen
kalligraphischen T `$\mathcal{T}$' (bzw. `${\cal T}$'), der in der neuen
Version fehlt oder an der rundlicheren, s-frmigeren Form des kleinen
Deltas `$\delta$', da in neueren Versionen der obere Bogen nun etwas
winkliger ausgefhrt wurde. Die aktuelle Version der CM-Font-Dateien
erkennt man an folgenden Zeilen:

  % THIS IS THE OFFICIAL COMPUTER MODERN SOURCE FILE cmr10.mf BY D E
  KNUTH.
  % IT MUST NOT BE MODIFIED IN ANY WAY UNLESS THE FILE NAME IS CHANGED!

ACHTUNG: TeX-Pakete, wie emTeX, vergeben meist noch eine eigene
Versionsnummer fr TeX und MF. Man sollte die oben angegebene,
offizielle Versionsnummer nicht mit diesen verwechseln.

3.1.7 Was ist TDS, die `TeX Directory Structure'?

Hauptfunktion von TDS ist die Festlegung einer Grundstruktur fr ein
TeX-System. In dieser kann TeX samt Hilfswerkzeugen, Makropaketen, Fonts
etc. systematisch geordnet und damit fr _alle_ Installationen und
Systeme gleich und einheitlich untergebracht werden. Somit knnen
implementierungsunabhngige Teile beispielsweise auch ber NFS-Mounts
oder von CD-ROM fr alle Systeme zur Verfgung gestellt werden. Die von
TDS festgelegte Grundstruktur ist offen, kann also jederzeit fr weitere
Applikationen erweitert werden.
Der TDS-Standard richtet sich primr an TeX-Systemadministratoren und
Personen, die TeX-Distributionen zusammenstellen. Wenn Entwickler eines
TeX-Pakets von einer generell gltigen Verzeichnisstruktur ausgehen
knnen, kann auch die Installation eines Pakets leichter automatisiert
oder zumindest mit sehr przisen Anweisungen versehen werden. Fr
Endbenutzer ist eine solche wohldefinierte Systemstruktur ebenfalls von
Interesse, wenn sie sich mit der Ausstattung des Systems, das sie
benutzen, nher vertraut machen wollen.
Der aktuelle TDS-Vorschlag ist in verschiedenen Dateiformaten (DVI,
PostScript, HTML, Texinfo etc.) in CTAN: tds/ zu finden. Eine
exemplarische Implementierung des Standards stellt die CD-ROM ``TeX
Live'' dar.

TDS:  CTAN: tds/
 


3.2 Welche TeX-Formate gibt es? Was ist LaTeX?


3.2.1 Was ist ein (TeX-)Format?

Das Programm TeX besteht aus einem Teil, mit dem Text und mathematische
Formeln gesetzt, Abstze umbrochen und alles zu Seiten zusammenmontiert
wird, und aus einem Makroprozessor. Dieser Makroprozessor stellt eine
mchtige, wenn auch fr die meisten eine eher ungewohnte
Programmiermglichkeit dar, mit der man den sehr einfachen Befehlssatz
von TeX durch eigene benutzerfreundlichere Makros ergnzen kann. Einen
abgeschlossenen Satz von solchen Makros nennt man Format. Eine
Formatdatei ist eine mit IniTeX durch `Dumpen' erzeugte Datei, die diese
Makros enthlt (siehe Frage 3.1.3). Meist wird der Formatname auch fr
das Programm VirTeX verwendet, wenn man die zugehrige Formatdatei ldt,
so da man bei Verwendung des Formatnamens diese Mehrdeutigkeit bedenken
sollte.
Ohne vom Benutzer definierte Makros besitzt TeX nur ca. 300 primitive
`control sequences'. Davon sind ungefhr die Hlfte Anweisungen, die
andere Hlfte Parameter. Fr einen Autor sind diese Anweisungen alleine
zu einfach und drftig, so da es ratsam ist, als Autor mchtigere und
damit einfacher benutzbare Anweisungen in Form von Makros zu verwenden.

3.2.2 Was ist Plain-TeX?

Donald E. Knuth hat fr TeX ein Makropaket namens Plain-TeX erstellt und
diese Makros im Buch `The TeXbook' beschrieben. Dabei stellt Plain-TeX
einen minimalen Satz an Makros dar, um TeX sinnvoll verwenden zu knnen.
Zustzlich enthlt Plain-TeX einige Makros, wie `\beginsection' oder
`\proclaim', die man als Beispiel fr komplexere Anweisungen ansehen
kann.
Wenn jemand sagt, da er ``TeX programmiert'', so meint er
normalerweise, da er in TeX und den Plain-TeX-Makros programmiert.

3.2.3 Was ist LaTeX, LaTeX2e und LaTeX 2.09?

LaTeX ist ein in den Jahren 1982-1986 von Leslie Lamport geschriebenes
Makropaket fr TeX. Es erlaubt dem Autor eines Dokuments, die einzelnen
Teile gem ihrer logischen Bedeutung, wie z.B. `berschrift',
`Aufzhlung', `Aufzhlungspunkt' usw., zu markieren. Anhand dieser
Markierungen, dem sogenannten `Markup' oder der Text-Auszeichnung, kann
(La)TeX das Dokument unter Verwendung eines vorgefertigten Layouts in
Buchdruck-Qualitt setzen und mittels sogenannter Gerte-Treiber
ausdrucken.
Fast 10 Jahre war LaTeX in der Version 2.09 aktuell, wobei es zuletzt
immer mehr inkompatible Erweiterungen gab. Seit dem Juni 1994 ist
LaTeX2e die aktuelle Version. Diese wurde regelmig im Juni und
Dezember jeden Jahres auf den neuesten Stand gebracht. Ab Juni 2000 gibt
es nurmehr einmal jhrlich eine neue Version.
Wenn in dieser FAQ von LaTeX die Rede ist, so ist immer LaTeX2e und
nicht LaTeX 2.09 gemeint.

3.2.4 Welche (La)TeX-Makropakete gibt es?

Es gibt mehrere unterschiedlich umfangreiche und gewartete bersichten
ber (La)TeX-Makropakete, die im folgenden ohne Wertung aufgezhlt
werden:

* The LaTeX Catalogue
  CTAN: help/Catalogue/catalogue.html
* (La)TeX Navigator
  http://tex.loria.fr
* LaTeX-Paketliste von Harald Axel Sommerfeldt
  http://www.axel-sommerfeldt.de/latex/
* Liste von Kerstin Schiebel
  http://www.gsi.de/computing/TeX/latexsty.html
* Die Bcher ``Der LaTeX-Begleiter'', ``The LaTeX Companion'' und ``The
  LaTeX Graphics Companion'' stellen viele Pakete vor. Diese bersicht
  kann jedoch naturgem nicht aktuell und vollstndig sein.


3.2.5 Was ist AmS-TeX, AmS-LaTeX und LAMSTeX? Was sind die AmS-Fonts?

AmS-TeX ist ein in den Jahren 1983-1985 von Michael D. Spivak fr die
American Mathematical Society (AmS) geschriebenes Makropaket, das auf
Plain-TeX basiert. Es erweitert Plain-TeX um sehr viele fr den
mathematischen Formelsatz notwendige Konstrukte. Dieses Makropaket wird
im Buch `The Joy of TeX' von Michael Spivak (2. Auflage, AmS, 1990, ISBN
0-821-82997-1) beschrieben.
Mit der weiteren Verbreitung von LaTeX entwickelt die AmS seit 1990
mehrere auf LaTeX basierende Makropakete, die unter dem Namen AmS-LaTeX
zusammemgefat werden. Diese LaTeX-Pakete stellen einem Autor einen
Groteil der in AmS-TeX enthaltenen Konstrukte zur Verfgung.
LAMSTeX nennt sich Michael Spivaks Anpassung von AmS-TeX an LaTeX, die
jedoch nur einen sehr kleinen Nutzerkreis hat und nicht weit verbreitet
ist.
Fr den mathematischen Formelsatz fehlen den von Donald E. Knuth
erstellten Schriften weitere dringend notwendige Zeichen. Diese werden
durch die AmS-Fonts zur Verfgung gestellt, die u.a. weitere
CM-Schriften, Euler-, `msam'-, `msbm'- und kyrillische Schriften
enthalten.

3.2.6 Was ist Texinfo?

Texinfo ist ein Dokumentationssystem, das zur Dokumentation der
GNU-Sofware verwendet wird. Die Dokumentation wird dabei in einer
Quelldatei mit der Dateinamensendung `.texi' (oder `.txi' bzw.
`.texinfo') abgelegt, aus der einerseits sogenannte `info'-Dateien,
einem on-line mit dem GNU-Emacsoder dem Programm `info' lesbarer
Hypertext, erzeugt werden knnen. Andererseits stellt die Quelldatei
eine TeX-Datei dar, zu deren Formatierung mit Plain-TeX zu Beginn das
Texinfo-Makropaket ``texinfo.tex'' automatisch hinzugeladen wird. Mit
den Programmen `makeinfo' (aus dem Paket Texinfo seit Version 4.0) und
`texi2html' ist die Konvertierung nach HTML mglich. Texinfo basiert auf
Plain-TeX.

Texinfo:  http://www.texinfo.org
          CTAN: macros/texinfo
 


3.2.7 Was ist ConTeXt?

ConTeXt ist ein von Hans Hagen geschriebenes Makropaket fr TeX. Es
erlaubt, hnlich wie LaTeX, das Erstellen von Texten mit Hilfe von
Strukturmakros (berschrift u..). Bei der Erstellung wurde auf eine
leichte Benutzbarkeit und Flexibilitt geachtet, zudem wird die
Erstellung interaktiver Texte untersttzt. Eine Besonderheit ist die
multilinguale Schnittstelle, die z.B. niederlndisch, englisch und
deutsch untersttzt, sowie das Setzen von multilingualen Unterschriften
(`Tabelle' statt `Table' u..).

ConTeXt:        http://www.pragma-ade.nl/
                http://www.ntg.nl/context/
                CTAN: macros/context/
Berend de Boer:
LaTeX in proper http://www.xs4all.nl/~nederwar/tex/LaTeX2ConTeXt.pdf
ConTeXt:: 
 


3.3 Welche TeX-Weiterentwicklungen gibt es?


3.3.1 Was ist TeX-XeT bzw. TeX--XeT?

Donald E. Knuth und Pierre MacKay entwickelten eine TeX-Erweiterung
namens TeX-XeT, die es erlaubt, Texte, die von links nach rechts
geschrieben werden, mit Texten, die von rechts nach links (Bsp:
arabisch, hebrisch) geschrieben werden, beliebig zu mischen. TeX-XeT
erzeugt jedoch sogenannte ivd-Dateien, d.h. dvi-Dateien mit zustzlichen
dvi-Codes, die von blichen dvi-Treibern nicht verstanden werden und
damit zu Fehlern oder zum Abbruch des dvi-Treibers fhren. Diese
ivd-Dateien bentigen daher spezielle dvi-Treiber oder sie knnen mit
dem Programm `ivd2dvi' in gewhnliche dvi-Dateien konvertiert werden.
Die TeX-nderungen fr TeX-XeT wurden in einem Artikel in TUGboat 8,
1987 (S. 14-15) verffentlicht.
TeX--XeT ist eine TeX-XeT-Reimplementierung von Peter Breitenlohner. Im
Unterschied zu TeX-XeT erzeugt TeX--XeT gewhnliche dvi-Dateien, die
somit von jedem dvi-Treiber gelesen werden knnen. Die neueste
verbesserte Version von TeX--XeT ist seit Version 1 Bestandteil von
e-TeX (siehe Frage 3.3.4).

TeX--XeT:  CTAN: systems/knuth/tex--xet/
ivd2dvi:   CTAN: dviware/ivd2dvi/
 


3.3.2 Was ist MLTeX?

MLTeX ist eine TeX-Erweiterung von Michael J. Ferguson, die es
ermglicht, da auch mit den blichen CM-Schriften Trennmuster mit
akzentuierten Zeichen verwendet und damit Wrter mit akzentuierten
Zeichen getrennt werden knnen. In Standard-TeX ist dies nicht mglich,
da es notwendig ist, da die verwendete Schriften diese akzentuierten
Zeichen enthalten (siehe Frage 5.3.2). In MLTeX wird vorgegaukelt, da
die akzentuierten Zeichen in den Schriften existieren, diese aber dann
durch sogenannte `character substitutions', die mit dem neuen Primitiv
\charsubdef definiert werden, durch tatschlich in der Schrift
vorhandene Zeichen zusammengebaut. Bei Verwendung von T1-kodierten
Schriften, wie z.B. die EC-Schriften, ist MLTeX nicht mehr notwendig.
MLTeX hat sich aus verschiedenen Grnden hauptschlich im
franzsischsprachigen Raum verbreitet. Aktuell ist Version 2.2 vom
Dezember 1995 von Bernd Raichle, der die weitere Pflege von MLTeX
bernommen hat. ltere Versionen haben verschiedene Programmfehler, die
u.a. zu Problemen fhren, falls MLTeX mit nichtlateinischen Schriften
(z.B. mit ArabTeX) verwendet wird. Mit ``mltextst.tex'' gibt es eine
Testdatei, um eine MLTeX-Implementierung auf die bekannten Fehler zu
testen.
Zur einfachen Nutzung der Fhigkeiten von MLTeX unter LaTeX gibt es seit
Dezember 1998 das LaTeX-Paket `mltex'.

MLTeX:         CTAN: systems/generic/mltex/
mltextst.tex:  CTAN: systems/generic/mltex/mltextst.tex
mltex:         CTAN: macros/latex/contrib/mltex
 


3.3.3 Was ist NTS?

TeX, METAFONT und die anderen Programme von Prof. Knuth wurden von ihm
in ihrem jetzigen Zustand eingefroren. Es werden nur noch Fehler
entfernt, jedoch wird es keine grundlegenden nderungen und
Weiterentwicklungen dieser Programme geben. Momentan gibt es mehrere
Projekte, die die Weiterentwicklung des Textsatzsystems TeX zum Ziel
haben.
`NTS' (oder das `New Typesetting System') wird von der NTS-Gruppe unter
Leitung von Phil Taylor geplant. NTS ist eine radikale Neuentwicklung
eines Textsatzsystems, das jedoch weiterhin einen
TeX-Kompatibilittsmodus haben wird. Die Realisierung von NTS ist
langfristig ber mehrere Jahre angelegt, da hierzu grere Ressourcen
notwendig sind und erst beschafft werden mssen.
Momentan wird eine erste Version von NTS in der Programmiersprache Java
implementiert. Diese Version wird vollstndig TeX-kompatibel sein und
noch keine Erweiterungen besitzen, jedoch durch die modularere
Programmierung leichter erweiterbar sein. Dieser erste Prototyp soll bis
Mitte 2000 fertiggestellt sein, im Frhjahr 2000 liefen bereits alle
Teile auer denjenigen, die den Tabellensatz bewerkstelligen. Die
endgltige Version wurde im Mai 2001 an die TeX-Welt verteilt.
Weitergehendes existiert momentan nur als Konzept und in Form einer
Liste von Anforderungen und Erweiterungswnschen.

NTS:  http://nts.tug.org/
 


3.3.4 Was ist e-TeX? Was ist Eetex?

Unter dem Namen `e-TeX' (extended/enhanced TeX) wird unter der Leitung
von Peter Breitenlohner TeX um dringend bentigte Erweiterungen ergnzt.
Ein wichtiges Ziel von e-TeX ist dabei, weiterhin 100% kompatibel zu TeX
zu bleiben, solange die Erweiterungen nicht benutzt werden. Die
Entwicklung basiert auf dem aktuellen TeX-Quellcode in einem durch
WEB-Konstrukte erweiterten Standard-Pascal, so da dies und die genannte
Zielsetzung gewisse Beschrnkungen, wie der Verzicht auf eine dynamische
Speicherverwaltung, auferlegt, was grundlegende Neuerungen in e-TeX
anbelangt. Die erste Version von e-TeX wurde im Oktober 1996 auf der
Mitgliederversammlung von DANTE e.V. in Hamburg verffentlicht. Fertig
benutzbare Implementierungen sind u.a. fr VMS, MS-DOS (PublicTeX),
Windows 95/NT (Win32-Web2c), Amiga (AmiWeb2C) und Unix (Web2c v7.x mit
Patches zur Integration von e-TeX) verfgbar.
Eetex ist die ``Spielwiese'' der NTG-Future-Group (siehe
Diskussionsliste 1.3.4). Diese TeX-Erweiterung basiert auf e-TeX,
erweitert dieses jedoch um weitere vorgeschlagene Primitive. Das
Programm ist jedoch weder stabil noch fehlerfrei, sondern dient dazu,
Erweiterungsvorschlge in einem Prototypen auszutesten. Die erste
Version enthlt Primitive zur leichteren und schnelleren Verarbeitung
von Listen und einen speziellen SGML-Lesemodus. Das Programm wird
momentan nur fertig fr MS-DOS, Windows 95 und Linux verteilt.

e-TeX:  CTAN: systems/e-tex/
Eetex:  http://www.elvenkind.com/~taco/eetex/
 


3.3.5 Was ist Omega?

Omega ist neben NTS/e-TeX das zweite Projekt, das sich mit der
Weiterentwicklung von TeX beschftigt.
`Omega' wird von John Plaice und Yannis Haralambous entwickelt und ist
Anfang Dezember 1995 in einer zweiten Version verffentlicht worden. Als
Basis von Omega dient der Quellcode von TeX und METAFONT, wobei beide
Programme um die Mglichkeit erweitert wurden, intern Zeichen in UNICODE
zu reprsentieren (pro Zeichen 16 bit statt 8 bit). Durch die Verwendung
von UNICODE und von sogenannten Ein- und Ausgabe-Filtern wird eine
Anpassung an verschiedene Sprachen sehr einfach. So kann beispielsweise
durch Wahl von entsprechenden Filtern ein Dokument sehr einfach in
arabischer Schrift gesetzt werden, in der ein einzelnes Zeichen abhngig
vom Kontext in bis zu vier mglichen Darstellungen gesetzt wird.

Omega:  http://omega.cse.unsw.edu.au/
        CTAN: systems/omega/
 


3.3.6 Was ist pdfTeX?

`pdfTeX', das vormals TeX2PDF hie, ist eine TeX-Variante, mit der man
sowohl die blichen DVI-Dateien als auch direkt Dateien in Adobes
Portable-Document-Format, kurz PDF, erzeugen kann. Um die zustzlichen
Mglichkeiten, wie Hyperlinks, Anmerkungen etc., die PDF bietet, auch
nutzen zu knnen, wurden weitere PDF-Primitive dem Makroprogrammierer
zur Verfgung gestellt. Das Makropaket `hyperref' untersttzt pdfTeX,
wobei die Benutzung von pdfTeX automatisch erkannt wird, aber auch durch
die Option `pdftex' angegeben werden kann.
pdfTeX wurde von Hn Th Thnh entwickelt und Ende Februar 1997 in
ersten Testversionen verffentlicht. Seitdem weist pdfTeX eine gute
Stabilitt auf. Es wurden jedoch seitdem Funktionen hinzugefgt, die
dazu fhrten, da sich Details auf Makroebene nderten. Dies fhrt dazu,
da ltere Versionen von Makropaketen fr pdfTeX nicht mehr fehlerfrei
mit neueren pdfTeX-Versionen laufen.

pdfTeX:      http://www.tug.org/applications/pdftex/
pdfTeX:      http://freshmeat.net/projects/pdftex/
             CTAN: systems/pdftex/
             (Source fr Web2c v7.x, Binaries fr einige Systeme)
hyperref:    CTAN: macros/latex/contrib/hyperref
hyperref     http://www.tug.org/applications/hyperref/
(aktuell): 
thumbpdf:    CTAN: support/thumbpdf/
TeX and      Solving Font Problems
PDF: 
             http://web.mit.edu/etheses/www/tex/texpdf.html
AcroTeX:     Hinweise zu LaTeX und PDF
             http://www.math.uakron.edu/~dpstory/acrotex.html
Einfhrung   ftp://ftp.fernuni-hagen.de/pub/pdf/urz-broschueren/unplugged/pdftex.dante01.pdf
in pdfTeX: 
Timothy van
Zandt's      http://zandtwerk.insead.fr/tex2pdf.html
notes: 
Creating
quality
Adobe PDF    http://www.adobe.com/support/techdocs/543e.htm
files from
TeX with
DVIPS: 
PDF
Reference
Manual,      http://partners.adobe.com/asn/developer/PDFS/TN/PDFSPEC.PDF
Version
1.3: 
Thomas
Feuerstack:
Acrobat/PDF  ftp://ftp.fernuni-hagen.de/pub/pdf/urz-broschueren/unplugged/AcS01.pdf
...eine
Einfhrung: 
Udo
Schuermann:
Linux        http://ringlord.com/publications/latex-pdf-howto/
LaTeX-PDF
HOW-TO: 
 


3.3.7 Was ist `ant'?

`ant', geschrieben von Achim Blumensath, ist ein Scheme-basierter Ersatz
fr TeX, der nicht mit dem Ziel vollstndiger Kompatibilitt, sondern
dem eines flexiblen und sauberen Designs entwickelt wurde.
Bei der aktuellen Version handelt es sich um einen pre-alpha Prototyp,
der als Diskussionsgrundlage und als Testumgebung fr neue
Satzalgorithmen dienen soll.

ant:  http://www-mgi.informatik.rwth-aachen.de/~blume/Download.html
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 3 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 4 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


4 Textsatzsystem TeX - Bezugsquellen


4.1 Wie bekomme ich ein TeX-System?

Es gibt verschiedene Wege, wie Sie ein TeX-System beziehen knnen. Falls
Sie die notwendige Untersttzung (durch Hotline, Schulungen, Updates
u..) sicherstellen wollen oder mssen, sollten Sie sich an einen
kommerziellen Anbieter wenden.
Beachten Sie bei den nachfolgenden Angeboten bitte, da Sie bei frei
verfgbaren TeX-Versionen, Programmen und Schriften, die `Shareware'
sind, geringe Lizenzgebhren an die Autoren zu entrichten haben.
Auerdem drfen einige Programme, Makrodateien, Schriften etc. nicht
oder nur nach Lizenzierung oder einer individuellen Freigabe durch den
Autor zu kommerziellen Zwecken eingesetzt oder vertrieben werden.
An frei verfgbare TeX-Implementierungen knnen Sie per

  1. ftp oder WWW (Internet),
  2. E-Mail,
  3. Modem/Telefon,
  4. CD-ROM oder
  5. als Bestandteil eines anderen Software-Paketes

kommen. Als Mitglied bei DANTE e.V. stehen Ihnen noch weitere und evtl.
gnstigere Angebote zur Auswahl (siehe Frage 4.1.7).

4.1.1 Wie bekomme ich ein TeX-System ber ftp/Internet und E-Mail?

CTAN, das `Comprehensive TeX Archive Network', und dessen `Spiegel'
knnen ber ftp oder durch den ftp-Mailer auch ber E-Mail erreicht
werden (siehe Abschnitt 1.2).

4.1.2 Wie bekomme ich ein TeX-System ber Modem/Telefon?

Teile des CTAN-Inhalts knnen Sie in vielen Mailbox-Netzen auf einigen
`Knoten' erhalten, die ein TeX-Archiv anbieten. Informieren Sie sich
bitte bei anderen Benutzern des entsprechenden Mailbox-Netzes oder einer
Ansprechperson fr dieses Netz.

4.1.3 Wie bekomme ich ein TeX-System auf CD-ROM?

Mittlerweile sind verschiedene CD-ROM-Angebote mit TeX-Software ber
CD-ROM-Versender und in immer mehr Buchhandlungen zu finden. Bei
TeX-CD-ROMs kann man grob zwei Typen unterscheiden:

* CD-ROMs, die einen kompletten Abzug oder Teile des CTAN-Inhalts
  enthalten (einzelne oder mehrere CD-ROMs; meist komprimiert und
  gepackt, damit auf eine CD-ROM mehr pat und weil Datei- und
  Verzeichnisnamen auf ISO-9660-CD-ROM nicht beliebig lang sein und nur
  eine beschrnkte Menge von Zeichen enthalten drfen),
* CD-ROMs, die eine Ready-to-Run-Installation eines mehr oder weniger
  kompletten TeX-Systems enthalten, das sogar ohne Installation von der
  CD-ROM selbst lauffhig ist.

Weiter sollte man auf die Aktualitt des Inhalts achten und auf die
mitgelieferte teils knappe, teils sehr ausfhrliche Dokumentation.
Besonders bei Ready-To-Run-Installationen ist letztere sehr wichtig!
  Achtung: teilweise werden noch alte Auflagen von CD-ROMs (ohne einen
krftigen Preisnachla) verkauft. CD-ROMs mit CTAN-Kopien, deren Inhalt
            lter als ein Jahr ist, sollte man liegenlassen!
Die bersichten in Frage 4.1.4 und Frage 4.1.5 sind aus den gesammelten
Postings entstanden und erheben weder den Anspruch auf Korrektheit,
Vollstndigkeit, noch auf Aktualitt. `Stand' gibt bei CTAN-Abzgen
nicht das Erscheinungsdatum, sondern, soweit mglich, das Datum des
Abzuges an. Neue CD-ROM-Angebote, Korrekturen der kurzen
Inhaltsbeschreibungen, Preise u.. bitte an `detexfaq@dante.de'!

4.1.4 Wie bekomme ich ein TeX-System auf CD-ROM, das leicht
installierbar oder sogar direkt von CD-ROM lauffhig ist?

Folgende CD-ROMs bieten ein aktuelles, leicht installierbares TeX-System
fr bestimmte Betriebssysteme an:

* CD `TeX Live' 
  5. Auflage, Einzel-CD mit Dokumentation

  Stand: Juni 2000 (fr Version 5c)
  ISBN:  ISBN 3-931253-63-5
  Preis: fr Mitglieder von DANTE e.V. ist ein Exemplar frei,
         sonst 29,90 DM fr alle bei Lehmanns Fachbuchhandlung
  URL:   http://www.tug.org/texlive.html,
         http://www.dante.de/software/cdrom/, http://www.lob.de?flag=dan

  Diese CD wird fr Mitglieder der TUG, UK TUG und DANTE e.V. zusammen
  mit der Mitgliedszeitschrift als Bonus ausgeliefert. Mitglieder von
  DANTE e.V. erhielten ein Exemplar mit Ausgabe 2/2000 der
  Mitgliedszeitschrift.
  Enthlt von CD-ROM lauffhiges TeX-System fr viele Unix-Plattformen
  (Linux, Solaris 2.7, IBM RS 6000 AIX 4.2, HP9000 HPUX 10.20 u.v.m.),
  fr Windows 95, 98, 2000 und NT und mit Binaries fr METAPOST, e-TeX,
  PDFTeX und Omega, basierend auf dem teTeX-Paket 1.0 und web2c 7.3.1,
  mit sehr vielen Makro-/Schrift-Paketen einschlielich Dokumentation.
  Zustzlich ist die Original-Verteilung von emTeX bzw. emTeXTDS (OS/2,
  MS-DOS) neben vielen weiteren Programmquellen auf der CD-ROM. Als
  Standard des CD-ROM-Dateisystems wurde ISO 9660 mit den Rock-Ridge-
  und Joliet-Erweiterungen benutzt, so da der nach dem
  TeX-Directory-Standard (TDS) geordnete TeX-Baum durch die langen
  Dateinamen in gemischter Gro-Klein-Schreibung einfacher verwendet
  werden kann - auch fr andere Plattformen!
* 4allTeX - The ultimate TeX resource
  5. Auflage, Doppel-CD und ausfhrliches englisches Handbuch

  Stand:              Mitte 1999
  Preis ber die NTG: 5 Euro fr die Doppel-CD
                      25 Euro fr das Handbuch
  URL:                http://4tex.ntg.nl/

  Enthlt von CD-ROM lauffhiges fpTeX, dem Web2c fr Win32, eine groe
  Anzahl von TeX-Forma- und Font-Dateien, Ghostscript und viele weitere
  Zusatzprogramme, sowie Dokumentationen in den Formaten HTML, PS und
  PDF. Die CD-ROM ist durch die 4allTeX-Workbench, einer integrierter
  Benutzungsoberflche, sehr einfach zu installieren und zu bedienen.
  Mitglieder von DANTE e.V. knnen die 5. Auflage der 4allTeX-CD zum
  Preis von 3,-- DM ber den Verein anfordern.


4.1.5 Wie bekomme ich zu TeX-Software auf CD-ROM, die mglichst alles
rund um TeX enthlt?

Folgende CD-ROMs enthalten einen aktuellen Abzug von CTAN (siehe
Abschnitt 1.2). Auf CTAN und damit auch auf diesen CD-ROMs findet man
fr die meisten Betriebssysteme auch installierbare TeX-Systeme (siehe
Frage 4.2.1). Im Unterschied zu den CD-ROMs mit leicht installierbaren
TeX-Systeme wird man bei den CD-ROMs mit CTAN-Abzug nicht zu den
Installationsprogrammen geleitet.

* TeX-Software, Comprehensive TeX Archive Network (CTAN)  
  Dreier-CD

  Stand: September 2000
  ISBN:  ISBN 3-931253-66-X
  Preis: 39,90 DM fr alle bei Lehmanns Fachbuchhandlung
  URL:   http://www.dante.de/software/cdrom/, http://www.lob.de?flag=dan

  Enthlt fast kompletten CTAN-Abzug unkomprimiert auf drei CDs. Fr
  Mitglieder von DANTE e.V. lag ein Exemplar der Ausgabe 3/2000 der
  Mitgliedszeitschrift kostenlos bei.
  Die 4. Auflage des CTAN-Abzugs auf drei CDs vom Mai 1999 ging jedem
  Mitglied von DANTE e.V. mit Ausgabe 3/1999 der Mitgliedszeitschrift im
  Rahmen der Mitgliedschaft zu. Mit Ausgabe 4/1997 gab es die 3. Auflage
  vom 25. Januar 1998 unter dem Namen ``TeX/LaTeX - CTAN-CD von DANTE
  e.V.'' als Dreier-CD-Satz, mit Ausgabe 3/1996 und 2/1997 gab es die
  2. Auflage des CTAN-Abzugs vom 14. Dezember 1996 als Doppel-CD und
  eine Update-CD mit den nderungen des CTAN-Inhalts zwischen Dezember
  1996 und dem 12. Mai 1997.


4.1.6 Wie bekomme ich ein TeX-System ... aus anderen Software-Paketen?

Teilweise enthalten verschiedene Software-Pakete bereits eine lauffhige
TeX-Implementierung. So ist z.B. bei jedem Linux ein komplettes
TeX-System enthalten.

4.1.7 Wie bekomme ich ein TeX-System als Mitglied von DANTE e.V.?

Als Mitglied bei DANTE e.V. stehen Ihnen folgende weitere Angebote zur
Auswahl (siehe Frage 2.1.4, wenn Sie wissen wollen, wie Sie Mitglied
werden knnen):

* CTAN:

  o Falls Sie Zugriff auf das Internet haben, so knnen Sie direkt auf
    CTAN zugreifen (siehe Abschnitt 1.2).

* CD-ROM:

  o CTAN-CD von DANTE e.V.: Die 5. Auflage der Dreier-CD mit dem
    CTAN-Abzug von September 2000 erhielt jedes Mitglied von DANTE e.V.
    mit Ausgabe 3/2000, die vorherige 4. Auflage vom Mai 1999 mit
    Ausgabe 3/1999 der Mitgliederzeitschrift.
    Diese CD ist auerdem ber Lehmanns Fachbuchhandlung
    (http://www.lob.de?flag=dan) fr 39,90 DM zu erhalten.
  o CD `TeX Live': Mitglieder von DANTE e.V. erhielten ein Exemplar der
    5. Auflage (Version 5c, Juni 2000) mit Ausgabe 2/2000, ein Exemplar
    der 4. Auflage (April 1999) mit Ausgabe 2/1999 der
    Mitgliedszeitschrift.
    Diese CD ist auerdem ber Lehmanns Fachbuchhandlung
    (http://www.lob.de?flag=dan) fr 29,90 DM zu erhalten.
  o 4allTeX - The ultimate TeX resource: Mitglieder von DANTE e.V.
    erhielten ein Exemplar der 4. Auflage (Dezember 1997) dieser CD-ROM
    mit Ausgabe 1/1998 der Mitgliedszeitschrift. Exemplare der
    5. Auflage (Sommer 1999) knnen Mitglieder fr 3,-- DM beim Verein
    anfordern.
  o CTAN/3 - Das TeX-/LaTeX-Archiv von DANTE e.V.: ... ist veraltet
    (November 1995) und wird nicht mehr angeboten.

* Disketten und andere Medien per Post:

  o Fr Mitglieder ohne Internet-Anschluss bietet DANTE e.V. den Service
    an, TeX-Software per Disketten oder auf anderen Medien zu verteilen.


Auerdem hat DANTE e.V. fr einige Shareware-Angebote Sonderregelungen
fr seine Mitglieder vereinbart. So wurde beispielsweise fr das
TeX-Paket `OzTeX' fr MacOS-Rechner die Shareware-Gebhren pauschal fr
alle Mitglieder bezahlt.

4.2 TeX-Implementierungen (*)


4.2.1 Ich suche fr das Betriebssystem XYZ ein mglichst komplettes,
leicht installierbares TeX-System. (*)

Auf CTAN findet man TeX-Systeme teils fertig installierbar, teils nur
als Sources in den Verzeichnissen unter ``systems/''. Einige Systeme
kann man auch auf CD-ROMs finden (siehe Frage 4.1), davon sind einige
sehr einfach installierbar und dokumentiert, also fr Anfnger ideal. Da
es der Platz hier nicht zult, auf alle Systeme genauer einzugehen,
folgt in den Abschnitten 4.2.4ff eine unvollstndige Aufzhlung fr
verschiedene Betriebssysteme mit einer sehr knappen Beschreibung.

4.2.2 Unix (einschlielich Linux) (*)


  web2c:
      CTAN: systems/web2c/
      unvollstndiges System, enthlt `nur' den Quellcode der
      wichtigsten Programme eines TeX-Systems ((ML)TeX, METAFONT,
      METAPOST, TeX+MF+WEB-Tools, BibTeX, dvicopy u.v.a.); TeX-System
      ist mit Hilfe von `web2c' relativ einfach auf alle Systeme mit
      C-Compiler und Unix-hnlicher C-Library portierbar, wobei die
      aktuelle Version 7.2 schon Amiga-, OS/2- und Windows
      NT-Untersttzung enthlt.

  teTeX:
      CTAN: systems/unix/teTeX/2.0/
      vollstndiges System, ber Skripte automatisch und sehr einfach
      compilier- und installierbar, fr viele weitverbreitete
      Unix-Systeme demnchst auch fertige Binaries verfgbar, teTeX v2.0
      basiert auf der `web2c' Version 7.4.5.
      Ab der 4. Auflage der CD-ROM `TeX Live' findet man eine Variante
      von teTeX, die auf web2c v7.3 basiert, in einer von der CD-ROM
      lauffhigen Version fr viele Unix-Versionen!
      Eine bequeme Mglichkeit, teTeX mittels WWW-Browser fr diverse
      Unix-Versionen zu laden, bietet die Seite
      http://theory.uwinnipeg.ca/search/tetex.html

  NTeX:
      CTAN: systems/unix/ntex
      http://www.langbein.org/software/ntex/
      vollstndiges System, enthlt viele landessprachliche Anpassungen,
      auch fr weniger verbreitete Sprachen, in neueren Versionen werden
      neben Linux auch andere Plattformen untersttzt. NTeX v1.x enthlt
      unrechtmig vernderte, inkompatible CM-Schriften, daher
      mglichst sofort auf v2.3.2 umsteigen! Das System wurde seit
      August 1998 nicht mehr gendert.

  VTeX/Lnx:
      http://www.micropress-inc.com/linux/
      CTAN: systems/vtex/
      Ein TeX-System, das unmittelbar PDF- oder PostScript-Ausgabe
      erzeugt; es ist kostenlos erhltlich und enthlt ein komplettes
      LaTeX. VTeX/Lnx luft nur unter Linux (x86), nicht unter anderen
      Unix-Varianten.


4.2.3 Windows 3.x/95/98/NT/2000 (*)


  fpTeX (Win32-Web2c, auch ``teTeX fr Windows'' genannt):
      CTAN: systems/win32/fptex/, http://www.fptex.org
      Basiert auf Web2c Version 7.x. In der aktuellen Version, die auch
      ab der 6. Auflage der CD-ROM ``TeX Live'' enthalten ist, luft die
      Installation sehr komfortabel entweder ber eine
      Standard-Installation oder ber ein ausfhrliches Paketauswahlmen
      ab. Auf Wunsch werden auch der PostScript-Interpreter
      Ghostscript/GSView, die Editoren Emacs oder WinEdt sowie weitere
      ntzliche Software wie die Grafikbibliothek ImageMagick
      installiert. Weitere Informationen finden sich in der Datei
      CTAN: systems/win32/fptex/docs/fptex.pdf oder ber die oben
      angegebene fpTeX-Homepage.

  MikTeX:
      CTAN: systems/win32/miktex/
      Fr Windows 95 und NT (auch Versionen fr Power-PC), genaueres
      unter http://www.miktex.org/ und
      http://www.esat.kuleuven.ac.be/~minten/NTTeXing/NTTeXing.html
      sowie im Dokument ``LaTeX, Emacs etc. for your PC''
      http://www.math.auc.dk/~dethlef/Tips/introduction.html.
      Eine Installationsbeschreibung eines TeX-Gesamtsystems aus MikTeX,
      Ghostview und WinEdt fr Einsteiger findet man unter
      http://www.dante.de/help/documentation/miktex/ und
      CTAN: info/german/MiKTeX-WinEdt-TrueType-Anleitung/latex.htm Zu
      MikTeX, Ghostview und Emacs u.a. findet man hier Informationen:
      http://www.math.auc.dk/~dethlef/Tips/introduction.html
      LaTeX - ein komplettes Setup unter Windows:
      http://www.joachimschlosser.de/Informatik/Tips/latexsystem.html

  WinEmTeX (ehemals: tex4win; emTeX fr Windows):
      http://ipe.et.uni-magdeburg.de/~werner/winemtex.htm
      Komplette TeX-Distribution fr Windows mit allen notwendigen
      Teilen des emTeX-Paketes zusammen mit Ghostscript und dem Editor
      WinEdit von Wilson Windowware, durch Installations-Skript sofort
      funktionsfhig installierbar; durch Skriptsprache des Editors sind
      alle TeX-Funktionen (bersetzen, Vorschau usw.) per Menu oder
      Tastaturkrzel aufrufbar, Syntax-Hervorhebung durch Farbe;
      integrierte BibTeX-Oberflche, kontextsensitive LaTeX-Hilfe,
      automatische Fontgenerierung; momentan nur Dokumentation in
      deutsch. (Die unregistrierte Shareware-Version des Editors ist auf
      Textlngen von 1000 Zeilen beschrnkt!)

  emTeX:
      siehe OS/2, MS-DOS

  web2c 7.0 (DJGPP-Port):
      siehe OS/2, MS-DOS

  BaKoMa TeX:
      CTAN: nonfree/systems/win32/bakoma/
      Shareware; vollstndiges TeX-System mit integrierter Umgebung,
      untersttzt skalierbare Schriften (OpenType, TrueType, PostScript
      Type-1 und Type-3 inkl. Multiple-Master-Fonts), enthlt
      erweiterten BaKoMa-Schriftensatz.

  TrueTeX:
      http://idt.net/~truetex/
      Kommerzielles TeX-System

  Y&Y TeX:
      http://www.YandY.com/
      Kommerzielles TeX-System

  VTeX:
      http://www.micropress-inc.com/
      Kommerzielles TeX-System

  Scientific Word/Scientific WorkPlace:
      Kommerzielles TeX-System fr Windows, Pseudo-WYSIWYG.


4.2.4 OS/2, MS-DOS


  emTeX:
      CTAN: systems/msdos/emtex/
      CTAN: obsolete/systems/msdos/4alltex.zip
      Vollstndiges System mit vielen Tools, leicht installierbar, viele
      Erweiterungen (z.B. GUI) von fremden Autoren verfgbar; findet man
      auf der CD-ROM `4allTeX' in einer von der CD-ROM lauffhigen
      Version!

  emTeX/TDS:
      CTAN: systems/os2/emtex-contrib/emtexTDS/
      Auf emTeX basierende TeX-Distribution fr OS/2, aufgebaut gem
      dem TDS-Standard. Ein Installationsskript richtet ein
      betriebsfhiges (La)TeX mit zustzlichen Paketen, Schriften,
      Anpassung an zahlreiche Sprachen und Untersttzung fr PostScript
      ein. Die Installation bentigt zustzlich Teile des emTeX-Pakets.
      Dokumentation in Deutsch und Englisch.

  PubliC (e-)TeX/MF/MP:
      CTAN: systems/msdos/dostp22/
      Minimal-Ausstattung an Programmen, Makros und Fonts, dafr voll
      TDS-kompatibel, enthlt e-TeX, leicht installierbar.

  SbTeX:
      CTAN: systems/msdos/sbtex/

  web2c-OS/2:
      CTAN: systems/os2/web2c-6.1/
      Portierung des `web2c-6.1'-Pakets (siehe Frage 4.2.2, Unix) fr
      OS/2 (ab Version 2.0), unvollstndiges System, enthlt `nur' den
      Kern eines TeX-Systems.

  web2c:
      http://archiv.leo.org/pub/comp/os/dos/gnu/djgpp/v2apps/tex/
      Portierung von web2c 7.0 fr MS-DOS, basiert auf gcc-Portierung
      von D.J. Delorie, bentigt Teile des DJGPP-Runtime-Pakets, das
      auch auf OS/2 und Windows 95/NT luft.

  OS/2 TeX:
      http://www.tu-darmstadt.de/~kleinboe/g_os2tex.html
      Shareware (Registrierungsgebhr 70,-- DM), einfach zu
      installierendes System mit eigenem Installationsprogramm,
      TeX-Shell mit einfachem Syntax-Highlighting, PM DVI-Previewer,
      Schriftarten-Server, untersttzt jeden installierten
      OS/2-Druckertreiber.

  4allTeX Workbench:
      siehe Frage 4.3.4

  VTeX/2:
      http://www.micropress-inc.com/os2/
      CTAN: systems/vtex/
      Ein TeX-System, das unmittelbar PDF- oder PostScript-Ausgabe
      erzeugt; es ist kostenlos erhltlich und enthlt ein komplettes
      LaTeX. VTeX/2 luft nur unter OS/2, nicht unter MS-DOS und ist
      nicht identisch mit VTeX fr Windows.


4.2.5 OpenVMS


  DECUS-TeX:
      CTAN: systems/OpenVMS/
      Dieses Verzeichnis enthlt Zip-Archive der Quellen sowie der
      vorkompilierten Images fr OpenVMS (Alpha und VAX). Makrodateien,
      Schriften etc. sind aus den anderen Teilen (macros/, fonts/,
      languages/) des CTAN-Archivs zu besorgen.
      DECUS-TeX ist eine vollstndige, Ready-to-Run-Verteilung fr
      OpenVMS (Alpha und VAX). Die Images sind dieselben, wie sie auch
      von CTAN erhltlich sind. Daneben enthlt die Verteilung die
      gngigen Formate (Plain, LaTeX, AmS-TeX), sowie XDVI, DVIPS,
      TEXINDEX und einige andere Programme. Weiterhin sind alle
      Standard-Schriften (CM, LaTeX, AmS-TeX, EC) enthalten. Der gesamte
      Umfang betrgt ca. 200MB (inkl. Quellen). DECUS-TeX kann von DECUS
      Mnchen e.V., Freischtzstr. 91, 81927 Mnchen gegen einen
      Unkostenbeitrag auf folgenden Medien bezogen werden: Magnetband
      6250Bpi, TK50, DAT.
      DECUS Mnchen e.V. hat die Distribution an DECUS U.S. zur Aufnahme
      in die DECUS-Library weitergegeben, die seit einiger Zeit zweimal
      jhrlich auf CD erscheint. Darberhinaus hat DECUS U.S. die
      Distribution an Compaq (vormals DEC) als Beitrag fr die
      Freeware-CD weitergeben. Die Freeware-Version unterscheidet siuch
      nur in dem `Packaging' von der DECUS-Version; auf der Freeware-CD
      ist _ein_ ZIP-Archiv (VMS-Version von Unzip ist notwendig)
      vorhanden, whrend DECUS vier Save-Sets verteilt.
      Die aktuelle Freeware-CD (4.0, Stand Dezember 2000) wird an Kunden
      zusammen mit der `Consolidated Binary Distribution' ausgeliefert.
      Daneben ist der Inhalt der Freeware-CD im Internet auf dem
      WWW-Server von Compaq verfgbar. Einstiegspunkt ist beispielsweise
      http://www.openvms.compaq.com/.


4.2.6 Apple MacOS

Eine gute bersicht ber alle Implementierungen von TeX-Systemen und
Teilen davon (BibTeX etc.) sowie von Editoren und weiteren Tools fr
MacOS findet man unter http://www.esm.psu.edu/mac-tex/

  OzTeX:
      CTAN: systems/mac/oztex/
      CTAN: nonfree/systems/mac/oztex-german/
      OzTeX-Homepage: http://www.trevorrow.com/oztex/
      Teils Shareware, bitte mitgelieferte README-Dateien beachten!
      (OzTeX-Shareware-Gebhr wurde fr Mitglieder von DANTE e.V.
      bereits pauschal bezahlt.)

  CMacTeX:
      CTAN: nonfree/systems/mac/cmactex/
      CMacTeX-Homepage: http://www.kiffe.com/cmactex.html
      Shareware. Beruht auf Web2c-7.x. Enthlt u.a. e-TeX, Omega,
      pdfTeX, 8Bit-BibTeX, untersttzt PS-Schriften wahlweise im pfb-,
      pfa- oder Mac-Format.

  DirectTeX:
      CTAN: nonfree/systems/mac/directtex/
      Teils Shareware, bitte mitgelieferte README-Dateien beachten!

  Textures:
      Kommerzielles TeX-System, Pseudo-WYSIWYG


4.2.7 MacOS X (Unix)


  teTeX fr MacOS X:
      http://www.rna.nl/tex.html,
      ftp://ftp.nluug.nl/pub/comp/maxosx/tex-gs/,
      http://darkwing.uoregon.edu/~koch/texshop/tetex.tar.gz
      vollstndiges teTeX-System (siehe Beschreibung unter Unix/Linux)
      mit Installationsanleitung und graphischem Frontend TeXShop.
      TeXShop: http://darkwing.uoregon.edu/~koch/texshop/texshop.html


4.2.8 BeOS (Intel/PowerPC):


Ausfhrbare Programme - TeX (Web2C http://www.bebits.com/app/1130
7.2): 
DVI Viewer:                        http://www.bebits.com/app/1129
Be-PDF:                            http://www.bebits.com/app/159
                                   http://www.frbug.org/pdf/
Ghostscript:                       http://www.bebits.com/app/797
                                   http://anobject.com/jehamby/Code/
 


4.2.9 Plan 9


  TeX fr Plan 9 from Bell Labs:
      http://plan9.bell-labs.com/plan9dist/TeX.html
      TeX-System fr Plan 9. Dieses System enthlt die Quellen,
      ausfhrbare Programme fr x86, Schriften und alle Anpassungen.


4.2.10 Amiga


  AmiWeb2C:
      CTAN: systems/amiga/amiweb2c/
      beruht auf Web2c-7.2, enthlt METAPOST 0.641, e-TeX v2.0,
      Omega 1.5 und pdfTeX 0.12; das System wird mangels Zeit vom Autor
      nicht mehr weiterentwickelt.

  PasTeX:
      CTAN: systems/amiga/pastex/
      vollstndiges TeX-System; wegen Zeitmangel des Autors nicht mehr
      weiterentwickelt.

  AmigaTeX:
      http://www.radicaleye.com
      kommerzielles TeX-System; ist laut Auskunft auf der angegebenen
      WWW-Seite nicht mehr verfgbar.


4.2.11 Atari ST


  Lindner-TeX/Birkhahn-MF:
      CTAN: systems/atari/lindner-tex/

  CS-TeX:
      CTAN: systems/atari/cs-tex/
      veraltetes TeX-System von 1992, neuere Version als MultiTeX
      kommerziell vertrieben (jedoch mittlerweile auch veraltet)


4.2.12 NeXT:


  TeX for NEXTSTEP/OpenStep:
      http://www.mathi.uni-heidelberg.de/~flight/stepTeX/


4.2.13 AtheOS:


  teTeX:
      http://www.atheos.cx/download/list.php3?full_desc
      ftp://atheos.sourceforge.net/pub/atheos/packages/
      TeX-System fr AtheOS (Binr-Distribution).


4.3 Editoren, Frontend-/GUI-Programme (*)


4.3.1 Welche Editoren soll ich verwenden? Gibt es graphische
Benutzungsoberflchen, die den Aufruf der einzelnen Programme
vereinfachen oder automatisieren?

Grundstzlich sollte man den Editor verwenden, mit dem man am besten
arbeiten kann. Denn: Man verbringt die meiste Zeit im Editor, nicht nur
zum Erstellen von (La)TeX-Dokumenten, sondern beim Erstellen jedes
Textes.
Die Listen in den folgenden Abschnitten stellen eine unvollstndige
Auswahl von verfgbaren Bedienumgebungen und Editoren mit
(La)TeX-Untersttzung dar. Fr die nicht explizit genannten Systeme (wie
Atari ST) gibt es ebenso an diese Systeme angepate Bedienumgebungen.

4.3.2 Unix (einschlielich Linux) (*)


  `Emacs' mit AUCTeX-Mode:
      Unter X11 und GNU-Emacs 19.* oder 20.* (bzw. XEmacs) hat man
      Mens, Klammerungstest, sehr mchtige Eingabe-Shortcuts, mit
      `font-lock' Hervorhebung durch Farbe, Syntax-Check, Aufruf von
      TeX, Previewer und weiterer Tools etc.

  `xtem':
      Eine in Tcl/Tk geschriebene, unter X11 laufende Bedienoberflche,
      von der aus die wichtigsten Programme eines TeX-Systems integriert
      werden knnen; leicht konfigurierbar und wegen Verwendung von Tcl
      auch selbst relativ einfach erweiterbar.

  `FTE' - Editor fr Windows 95/98/NT, OS/2, DOS, Linux:
      Nhere Beschreibung siehe unter `Windows 3.*/95/98/NT'.

  `NEdit':
      X-Window/MOTIF-basierter Editor mit Syntax-Hervorhebung fr
      zahlreiche Programmiersprachen darunter auch LaTeX, BibTeX und
      LyX. Weniger mchtig als Emacs, aber z.B. fr Windows-Umsteiger
      leichter zu bedienen. Zustzlich zur standardmigen
      LaTeX-Untersttzung bietet das Paket `NEdit-LaTeX-Extensions'
      weitere ntzliche Hilfen (AUCTeX-hnlich).

  `Glimmer':
      An den Gnome-Desktop angepater Editor mit Syntax-Hervorhebung fr
      zahlreiche Programmiersprachen, darunter auch LaTeX.

  `Kile':
      Bedienoberflche/Editor mit Syntax-Hervorhebung,
      Strukturdarstellung, integriertem DVI-Betrachter u.v.a.. Angepat
      an die KDE-Oberflche (X-Window).

  `Ktexmaker2':
      Wird jetzt unter dem Namen `Kile' weiterentwickelt.

  `Tk LaTeX Editor':
      Ein auf Tk basierender Editor mit Syntax-Hervorhebung und vielen
      anderen Hilfsmittel. Ist vermutlich auf verschiedenen
      Rechnerplattformen nutzbar.


AUCTeX:                       CTAN: support/auctex/
S. Kamphausen: XEmacs - Die   http://www.skamphausen.de/xemacs/
Deutschsprachige Einleitung: 
xtem:                         CTAN: support/xtem_texmenu/
NEdit:                        http://nedit.org/
                              CTAN: support/NEdit-LaTeX-Extensions/
                              ftp://humbolt.geo.uu.nl/pub/mirror/NEdit/
Glimmer:                      http://glimmer.sourceforge.net/
Ktexmaker2:                   http://xm1.net.free.fr/linux/
Kile:                         http://xm1.net.free.fr/kile/
Tk LaTeX Editor:              http://conero.lrn.ru/index.php?module=soft
 


4.3.3 Windows 3.*/95/98/NT


  `NTemacs' - GNU-Emacs mit AUCTeX-Mode fr Win32:

        http://www.gnu.org/software/emacs/windows/ntemacs.html
        http://www.esat.kuleuven.ac.be/~minten/NTTeXing/NTTeXing.html
       

      enthlt eine FAQ zum GNU-Emacs unter Win32 und Hinweise zur
      Installation eines vollstndigen TeX-Systems einschlielich eines
      an TeX angepaten GNU-Emacs unter Win32.

  `WinEdt' - Editor fr Windows 3.11/95/98/NT:
      Shareware, hat Syntax-Highlighting, stellt Templates etc. fr
      LaTeX bereit; ist sehr gut auf Nutzerbedrfnisse anzupassen,
      Support durch den Autor.

  `TeX for Windows' - LaTeX-Editor fr Windows 95/98/NT:
      Freeware, Formel-Editor, untersttzt LaTeX und BibTeX, Aufruf von
      LaTeX, dviwin, dvips, ghostview, ...

  `FTE' - Editor fr Windows 95/98/NT, OS/2, DOS, Linux:
      Frei verfgbar, Syntax-Highlighting; untersttzt neben LaTeX
      etliche weitere Programmiersprachen. Vielseitig konfigurierbar.

  `WinTeX 2000' - TeX Editor fr Windows 95/98/NT:
      Hat Office 98 Look-and-Feel, Syntax-Highlighting,
      Auto-Spell-Check, Thesaurus, BibTeX-Editor, Code-Templates.

  `TeXnicCenter' - Editor und Oberflche fr Windows 95/98/NT:
      Frei verfgbar (GPL), bietet vielfltige Mglichkeiten, u.a.
      Syntax-Highlighting, Strukturansicht, Templates, ber Mens
      vollstndig konfigurierbar.

  `Tcltexed' - Editor und Oberflche:
      Frei verfgbar (GPL), programmiert unter Verwendung von Tcl/Tk und
      damit unabhngig vom verwendeten Betriebssytem. Bietet
      Syntax-Highlighting und gestattet es, externe Programme
      einzubinden.

  `WinShell':
      Programm frei verfgbar, Quellen nicht. Untersttzt mehrere
      Sprachen (englisch, deutsch, franzsisch), Projekte, mehrere
      Dokumente, Start mit Kommandozeilenargumente, Syntax-Highlighting,
      Einbindung externer Programme, Lesen von Unix-Dateien u.a.


WinEdt:        CTAN: nonfree/systems/win32/winedt/
TeX for        http://maitai.wsi.tu-muenchen.de/wheller/
Windows: 
               (nicht mehr erreichbar)
FTE:           http://fte.sourceforge.net/
WinTeX 2000:   CTAN: nonfree/systems/win32/wintex2000/
               http://www.tex-tools.de/main.html
TeXnicCenter:  CTAN: systems/win32/TeXnicCenter/
               http://www.ToolsCenter.org/products/texniccenter/
Tcltexed:      CTAN: support/tcltexed/
               http://studweb.studserv.uni-stuttgart.de/studweb/users/phy/phy10932/tcltexed.htm
WinShell:      http://www.winshell.de
 

Unter http://home.nexgo.de/itsfd/texwin.htm ist eine bersicht von Free-
und Shareware-Programmen zum Bearbeiten von TeX-, LaTeX- und
BibTeX-Dateien zu finden.

4.3.4 MS-DOS


  `GNU-Emacs' mit AUCTeX-Mode:
      einen vollwertigen GNU Emacs 19.34 mit Pull-Down-Mens,
      Mausuntersttzung und Faces gibt es auch fr MS-DOS; nhere
      Beschreibung siehe `Unix' (Frage 4.3.2).

  `4allTeX Workbench':
      Bietet eine einfache, ausreichende Umgebung, in die man sehr
      einfach den eigenen Editor und andere Programme einbinden kann
      (nur bis 4. Auflage auch fr MS-DOS; auf der CD-ROM bzw. im Paket
      `4allTeX').

  `Eddi4TeX':
      Ist ein spezieller Editor mit Klammerungstest, Syntax-Checks,
      Online-Hilfe, Hervorhebung durch Farbe etc., der durch eine
      umfangreiche Makrosprache angepat und erweitert werden kann.

  `TeXshell':
      Ist eine einfache, einfach anpabare Umgebung, in die der eigene
      Editor eingebunden werden kann.

  `FTE':
      Ein Editor fr Windows 95/98/NT, OS/2, DOS, Linux. Nhere
      Beschreibung siehe unter `Windows 3.*/95/98/NT'.


4allTeX:   CTAN: obsolete/systems/msdos/4alltex.zip
           (oder auf CD-ROM)
Eddi4TeX:  CTAN: systems/msdos/e4t/
TeXshell:  CTAN: systems/msdos/texshell/
 


4.3.5 OS/2


  `GNU-Emacs' mit AUCTeX-Mode:
      Einen vollwertigen GNU Emacs 19.33 mit Pull-Down-Mens,
      Mausuntersttzung und Faces gibt es auch fr OS/2; nhere
      Beschreibung siehe unter `Unix'.

  `EPM' (`Erweiterter Editor', ist bei OS/2 dabei):
      PM-Anwendung, z.T. schon an TeX angepat (z.B.
      Syntax-Highlighting). Zustzliche Pakete erweitern den Editor zu
      einer integrierten TeX-Umgebung und sind fr emTeX vorbereitet:

      * epmTeX: Menuntersttzung fr TeX, DVI-Treiber usw.,
        LaTeX-Syntaxassistent, vielfltige Optionen.
      * EPM TeX Front End: weiterentwickelte, neuere Variante von
        epmTeX, untersttzt PostScript, einfache Installation und
        Handhabung, deutschsprachige Anleitung.


  `FSS TeXeditor':
      WPS/PM-Programm, fr die Verwendung von emTeX (optional zusammen
      mit dvips/Ghostscript) vorkonfiguriert, verwaltet mehrere
      TeX-Konfigurationen, mehrere Dateifenster, TeX-Befehle ber Mens
      verfgbar, Textbausteine, eigene Makros erstellbar etc. (Freeware)

  `FTE' - Editor fr Windows 95/98/NT, OS/2, DOS, Linux:
      Nhere Beschreibung siehe unter `Windows 3.*/95/98/NT'.


epmTeX:             CTAN: systems/os2/epmtex/
EPM TeX Front End:  CTAN: systems/os2/epmtfe/
FSS TeXeditor:      CTAN: systems/os2/texed/
 


4.3.6 Apple MacOS:

Eine gute bersicht ber alle Implementierungen von TeX-Systemen, Teilen
davon (BibTeX etc.) sowie von Editoren und weiteren Tools fr MacOS
findet man unter http://www.esm.psu.edu/mac-tex/

  `Alpha':
      Ist ein Texteditor mit sehr guter Untersttzung fr LaTeX.

  `iTeXMac':
      Ist Texteditor und Bedienoberflche zu TeX (teTeX-basierend). Es
      ist frei verfgbar (GPL).


Alpha:    CTAN: nonfree/systems/mac/support/alpha/
          (im Unterverzeichnis ``contrib/'' findet man viele
          ntzliche Dinge und Anpassungen fr Alpha)
iTeXMac:  http://www.u-bourgogne.fr/monge/j.laurens/iTeXMac/
 


4.3.7 BeOS (Intel/PowerPC):


  `TexEdit':
      TeX-syntax-coloring text editor.


TexEdit:  http://www.beatjapan.org/mirror/www.be.com/beware/Productivity/TexEdit.html
 


4.3.8 Amiga:


  `MEmacs':
      Ist eine abgespeckte Amiga-Version des GNU-Emacs, die im OS-Paket
      enthalten ist.

  `GoldED' v6.x:
      Editor, der TeX- bzw. LaTeX-Befehle entsprechend erkennt und viele
      Hilfestellungen und Arbeitserleichterungen liefert, ber eine
      leistungsfhige ARexx-Schnittstelle kann TeX bzw. LaTeX,
      DVI-Previewer und Druckertreiber per Mausklick angesteuert werden.


GoldED:  http://www.members.tripod.com/golded
 


4.3.9 Gibt es ein WYSIWYG-Frontend fr TeX? Ist damit ein interaktives
Gestalten mglich?

Schon seit Jahren gibt es `Textures'auf MacOS-Rechner. Mit `Scientific
Word/Workplace' kam vor einiger Zeit ein quivalent fr Windows (PC) auf
den Markt. Beide Systeme haben gemein, da sie kommerziell vertrieben
werden und da Dokumente, Fonts u.. mit wenigen Einschrnkungen mit
anderen TeX-Systemen ausgetauscht werden knnen.

  Lyx:
      `Lyx' verwendet und legt Dokumente in normalen Textdateien ab. Es
      verwendet einen eigenen Markup-Stil mit eigenen
      Markup-Anweisungen, die als LaTeX-Paket in der Datei ``lyx.sty''
      mitgeliefert werden. Lyx-Dokumente knnen deshalb auch mit (La)TeX
      bersetzt und Teile daraus in eigene Dokumente eingebunden werden.
      Vorhandene TeX-Dateien knnen durch einen Import-Filter eingelesen
      werden. Ebenso knnen Lyx-Dateien nach TeX, PDF, PostScript und
      ASCII exportiert werden. Lyx gibt es fr Unix/linux, Win32, OS/2
      und MacOS X. Mehr Informationen, Source bzw. Binaries fr `Lyx'
      und der bentigten Bibliothek `XForms' ber

        http://www.lyx.org/
        ftp://ftp.lyx.org/pub/lyx/
       

      Seit April 1998 gibt es eine an den KDE Desktop (Unix) angepate
      Variante unter dem Namen `KLyx', die mit KDE ausgeliefert wird,
      jedoch nicht mit Lyx identisch ist.

  TeXmacs:
      `TeXmacs' ist ein Texteditor mit WYSIWYG-hnlicher Darstellung
      unter Beibehaltung logischer Strukturen. Einige der Funktionen
      sind denen des Editors Emacs nachempfunden, wobei die Bedienung
      erheblich einfacher ist. `TeXmacs' ist auf Systemen mit X-Window
      lauffhig und fertige Binaries fr Linux und Solaris sind
      verfgbar. Zur Darstellung werden direkt TeX-Fonts verwendet.
      Auerdem existiert eine Schnittstelle zu dem
      Computer-Algebrasystem pari.

        http://www.math.u-psud.fr/~anh/TeXmacs/TeXmacs.html
        CTAN: systems/unix/TeXmacs
       


  e:doc:
      `e:doc' ist ein Wordprocessor, der eine WYSIWYG-hnliche
      Darstellung bei Beibehaltung logischer Strukturen bietet. Er ist
      unter Verwendung von `Perl' und `Tk' geschrieben und somit auf den
      meisten Betriebssystemen lauffhig. Derzeit ist das Projekt in
      einer frhen Phase.

        http://members.magnet.at/hfbuch/edoc/
       


  THOT:
      `THOT' ist ein Editor, der es gestattet, ein Dokument anhand
      seiner Struktur einzugeben bzw. zu modifizieren. Numerierung,
      Referenzen, Index, Rechtschreibkorrektur u.a. werden untersttzt.
      Ausgabeformate sind PostScript, LaTeX or HTML. Das Programm ist
      frei verfgbar und kann unter Betriebssystemen mit
      X-Window-Oberflche genutzt werden.

        http://www.inrialpes.fr/opera/Thot.en.html
       


  Cicero:
      `Cicero' ist ein Wordprocessor, der in C++ in Verbindung mit
      TCL/TK geschrieben ist und unter X-Window luft, Ausgabe kann in
      LaTeX und mit SGML-Tools aka Linuxdoc-SGML erfolgen. Luft unter
      Linux, evtl. auch auf anderen Unix-Systemen. Cicero ist momentan
      noch im Entwicklungsstadium. Mehr Informationen auf der WWW-Seite

        http://zeus.informatik.uni-frankfurt.de/~weis/cicero.html
       


  SciTeXt:
      `SciTeXt' ist ein Wordprocessor, der zu Anfang der Entwicklung
      unter X/Motif lief. Zur Zeit wird das Programm nach Java portiert
      und soll somit auf den meisten Rechnersystem lauffhig sein.
      Aufgrund des sehr frhen Entwicklungsstadiums ist noch keine
      verwendbare Version verfgbar. Mehr Informationen auf der
      WWW-Seite

        http://www.uni-paderborn.de/~SciTeXt/
      (Seit 1997 unverndert.)
       



4.3.10 Gibt es bequeme Editoren fr
BibTeX-Literaturdatenbankdateien? (*)

Die folgende Liste mit einigen Editoren und Frontend-Programme, zur
Eingabe und Manipulation von BibTeX-Literaturdatenbanken, ist noch sehr
unvollstndig:

  `GNU-Emacs'/`XEmacs' mit BibTeX-Mode:
      Der Editor Emacs ist fr Unix, MS-DOS, OS/2, Win32, Amiga und
      MacOS verfgbar. Quellenangaben in Abschnitt 4.3.

  `BibGene':
      Eine BibTeX-kompatible Literaturverwaltung fr MacOS. Importiert
      Dateien im BibTeX-Format, exportiert BibTeX-, LaTeX-, RTF- und
      HTML-Dateien.

  `bibview':
      Fr Linux und andere Unix-Versionen.

  `Pybliographer':
      Python/PyGTK-basiert, daher fr Linux, andere Unix-Versionen und
      sonstige Betriebssysteme, auf denen Python und PyGTK verfgbar
      ist. Liest und schreibt auch die Formate Ovid, Refer und hat eine
      direkte Schnittstelle zu Medline. Deutsche Sprachanpassung,
      aufgrund interner bersetzung ohne LaTeX-Kenntnisse nutzbar.

  `SIXPACK':
      Zum Editieren, Konvertieren (BibTeX-Format, refer, endnote, tib,
      medline, html u.v.a.) und Verwalten von Literaturreferenzen. Fr
      Linux und andere Unix-Versionen.

  `gBib':
      Literaturverwaltung angepat an den Gnome-Desktop und LyX (siehe
      Abschnitt 4.3.9). Fr Linux und andere Unix-Versionen.

  `tkbibtex':
      Auf Tcl/Tk basierender Editor und Browser fr BibTeX-Dateien.
      Verwendbar unter jedem Betriebssystem mit installiertem Tcl/Tk.

  `BibDB':
      BibDB ist ein Programm zum Erzeugen und Verwalten von
      Literaturreferenzen. BibDB verwendet das BibTeX-Format. Es
      existieren Versionen fr DOS und Windows.

  `Barracuda':
      Barracuda ist ein Verwaltungsprogramm fr BibTeX-Dateien. Es
      bentigt die Qt-Bibliotheken, die unter Linux verfgbar sind.

  `scatman':
      Mit dem Programm `scatman' lassen sich Literaturdatenbanken
      erstellen und in das BibTeX-Format exportieren. Auch der
      umgekehrte Weg ist mglich. Das Programm ist Shareware und luft
      unter Win32.

  `synapsen':
      Das Tool `synapsen' ist ein in Java geschriebener, hypertextueller
      Zettelkasten mit einer umfassenden BibTeX-Schnittstelle.

  `JBibtexManager':
      Ein ebenfalls in Java geschriebenes und damit
      plattformunabhngiges frei verfgbares Programm.


Ralph Sontag:
BibTeX-Frontends http://archiv.tu-chemnitz.de/pub/2001/0013/data/
unter Unix: 
bibview:         CTAN: biblio/bibtex/utils/bibview-2.0/
BibGene:         http://www.ics.uci.edu/~eppstein/bibs/bibgene
Pybliographer:   http://www.gnome.org/pybliographer/
                 ftp://ftp.gnome.org:21/pub/GNOME/stable/sources/pyblio/
SIXPACK:         http://www.santafe.edu/~dirk/sixpack/
gBib:            http://gbib.seul.org/
tkbibtex:        http://www.cat.csiro.au/cmst/staff/pic/tkbibtex.html
BibDB:           http://www.mackichan.com/BibDB/default.htm
                 CTAN: support/bibdb/
Barracuda:       http://barracuda.sourceforge.net/
scatman:         http://www.ifs.tuwien.ac.at/~aschatt/
synapsen:        http://www.verzetteln.de/synapsen/
JBibtexManager:  http://csb.stanford.edu/nbatada/JBibtexManager/
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 4 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 5 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


5 TeX, LaTeX, Makros etc. (I)


5.1 LaTeX - Grundlegendes


5.1.1 Was bentige ich, wenn ich von LaTeX 2.09 auf LaTeX2e umsteigen
bzw. eine neuere LaTeX-Version installieren will?

Grundstzlich sollte man sich beim Umstieg von 2.09 oder beim Update
einer lteren 2e-Version immer die komplette LaTeX-Distribution im
Verzeichnis ``base'' besorgen und installieren, nie einzelne Dateien
oder nur einzelne Class-Dateien. Nach dem Entpacken der Distribution und
Installation der einzelnen Dateien ist ein neues Format zu generieren.
Die Anleitung ``install.txt'' enthlt genauere Informationen und
wichtige Hinweise - bitte durchlesen!

  Notwendig:


      * alle Dateien im Verzeichnis ``base''.
      * alle Zusatzpakete wie `graphics' und damit alle Dateien in den
        Verzeichnissen unter dem Verzeichnis ``required''.
      * die zustzlichen CM-Schriften `cmmib' und `cmbsy' in den
        Designgren 5, 6, 7, 8 und 9 Punkt.


  Optional, da schon in ``base'' enthalten:


      * Will man sich, insbesondere auf langsameren Rechnern, das
        Entpacken der dtx-Dateien in ``base'' sparen, bentigt man noch
        zustzlich die Dateien im Verzeichnis ``unpacked''.
      * Ebenso befindet sich im Verzeichnis ``doc'' die schon
        formatierte Dokumentation, also die Dateien
        ``base/???guide.tex''.



base:               CTAN: macros/latex/base/
                    CTAN: macros/latex/required/
line/lcircle/lasy:  CTAN: fonts/latex/mf/
                    CTAN: fonts/latex/tfm/
cmmib/cmbsy:        CTAN: fonts/amsfonts/sources/extracm/
                    CTAN: fonts/amsfonts/tfm/
                    oder
                    CTAN: fonts/cm/sauter/
optional:           CTAN: macros/latex/unpacked/
                    CTAN: macros/latex/doc/
 


5.1.2 Ich habe gehrt, da es fr meine LaTeX-Versionen Patches gibt.
Welche Dateien bentige ich, was mu ich tun?

Fr jeden LaTeX-Patch bentigt man immer zumindest die Datei
``patches.txt''
. Sie beschreibt genau, welche weitere Dateien man noch zu einem
_kompletten_ Patch bentigt. In vielen Fllen gibt es neben der Datei
``ltpatch.ltx''
, die LaTeX-Kernel-Patches enthlt, noch neue Versionen weiterer
Dateien! Nheres in
``patches.txt''
.
Nachdem man die Dateien geholt und installiert hat, mu ein neues Format
erstellt und installiert werden, damit die Patches in ``ltpatch.ltx''
aktiv werden. Zur Kontrolle: Danach sollte beim Formatieren eines
Dokuments nach der Meldung `LaTeX2e <1999/06/01>' noch der Zusatz `patch
level X' erscheinen, wobei `X' mit dem installierten Patch
bereinstimmen mu.

patches.txt:  CTAN: macros/latex/base/patches.txt
 


5.1.3 Was kann ich mit einer Datei mit Endung `.dtx' anfangen? Bentige
ich dazu auf alle Flle LaTeX?

Dateien mit `.dtx' sind sogenannte `docstrip archive files', also ein
Archiv, aus dem man mit dem Programm `docstrip' verschiedene Dateien
entpacken kann. Zum Entpacken bentigen Sie nur die Datei
``docstrip.tex''
 oder
``docstrip.dtx''
 und das Programm TeX. ``docstrip.tex'' knnen Sie mit LaTeX 2.09,
LaTeX2e und auch mit Plain-TeX verwenden.
Wie Sie eine `.dtx'-Datei entpacken mssen, sollten Sie aus einer
Beschreibung zu Beginn der `.dtx'-Datei oder einer separaten
README-Datei entnehmen knnen. Existiert eine gleichnamige Datei mit
Endung `.ins', so knnen Sie in den meisten Fllen das `.dtx'-Archiv
``file.dtx'' mit ``tex file.ins'' entpacken. In der Regel erzeugt dieser
Aufruf eine oder mehrere `.sty'-Dateien sowie weitere Hilfs- und
Beispieldateien. Nheres entnehmen Sie bitte der Beschreibung des
Archivs.
Die Dokumentation eines Pakets und der Makros sind ebenso in einem
`.dtx'-Archiv enthalten. Zum Formatieren dieser Dokumentation bentigen
Sie jedoch ein installiertes LaTeX2e - fr einige ltere Archive reicht
auch noch das alte LaTeX 2.09. blicherweise kann die Dokumentation
(`.dvi'-Datei) durch ``latex file.dtx'' oder ``latex file.drv'' erzeugt
werden.
Ein Befehlsindex eines Paketes kann i.d.R. durch

  makeindex -s gind.ist file

und einen anschlieenden erneuten LaTeX-Lauf erzeugt werden.
Bei der Erzeugung der Dokumentation wird der dokumentierte Quellcode
meist nicht aufgenommen; um ihn einzuschlieen, kann vor dem LaTeX-Lauf
im aktuellen Verzeichnis eine Datei ``ltxdoc.cfg'' angelegt werden, die
die folgende Zeile enthlt:

  \AtBeginDocument{\AlsoImplementation}

Nheres ist, falls vorhanden, der mitgelieferten Beschreibung des
Archivs zu entnehmen.
Hinweis: Mit LaTeX ab Dezember 1995 wurde eine Version des Tool
``docstrip.dtx'' verteilt, das gleichzeitig mehrere Dateien aus einem
Archiv entpacken kann und damit um einiges schneller ist. Deshalb lohnt
es sich, wenn Sie eine ltere Version benutzen, diese durch die neue
Version zu ersetzen.

docstrip:  CTAN: macros/latex/base/docstrip.dtx
           CTAN: macros/latex/base/docstrip.ins
           (Bestandteil von LaTeX, kann aber auch mit Plain-TeX
           verwendet
           werden!)


5.1.4 Wie installiert man am besten ein neues Paket, eine neue Klasse
oder eine neue Schrift in einem bestehenden TeX-System?

Aktuelle TeX-Systeme legen alle Dateien in einer hierarchischen Struktur
gem dem TeX-Directory-Structure-Standard (TDS, siehe Frage 3.1.7) an.
Das Wurzelverzeichnis eines solchen Baumes lautet meist ``texmf''. Unter
teTeX, fpTeX und anderen TeX-Systemen werden die Suchpfade in der Datei
``texmf.cnf'' angegeben, deren Ort man mit ``kpsewhich texmf.cnf''
herausfinden kann.
Fr nachtrglich installierte Pakete empfiehlt es sich, diese in einer
eigenen lokalen Verzeichnishierarchie zu installieren (beispielsweise
unter dem Verzeichnis ``texmf.local'', siehe Variable TEXMFLOCAL in
``texmf.cnf'').
Besteht ein LaTeX-Paket nach dem eventuell notwendigen Entpacken der
dtx-Dateien aus einer Einzeldatei, so wird diese in der TDS-Hierarchie
in ``texmf.local/tex/latex/misc/'' abgelegt. Gehren zu dem Paket
mehrere sty-, cls-, fd- oder hnliche Dateien, so werden diese in ein
neu erzeugtes Verzeichnis unter ``texmf.local/tex/latex/_Paketname_''
verschoben.
Schriften, Dokumentation, BibTeX-Dateien, dvips-Konfigurationsdateien
u.. werden analog gem TDS in entsprechende Unterverzeichnisse unter
``texmf.local'' verschoben. Nheres sollte in der README-Datei des
Pakets erlutert sein.
Zum Abschluss darf man nicht vergessen, die sogenannte
_Filename-Database_ auf den aktuellen Stand zu bringen, da sonst die neu
installierten Dateien nicht gefunden werden. Nheres finden Sie in der
Dokumentation Ihres TeX-Systems und unter Frage 8.5.10.
Einige TeX-Systeme bieten ein Konfigurations-Werkzeug, um zustzliche
Pakete nachtrglich zu installieren oder vorhandene Pakete zu
aktualisieren. Unter fpTeX geht dies ber das Setup-Men, unter MikTeX
verwendet man das Options-Tool. Beide sorgen nach der nderung
automatisch fr die Aktualisierung der Dateinamens-Datenbank.

Managing a one-person TeX http://www.ctan.org/installationadvice/
system: 
 


5.1.5 Wie gehe ich am besten vor, wenn ich eine bestehende LaTeX-Klasse
ndern bzw. an meine eigenen Vorgaben anpassen will?

Statt von einer bestehenden Klasse wie ``article.cls'' eine Kopie unter
eigenem Namen, hier als Beispiel ``detexfaq.cls'', anzulegen, empfiehlt
es sich, eine schon bestehende Klasse zu laden und anschlieend alle
notwendigen nderungen durchzufhren. Hierzu bietet LaTeX eine Reihe von
Mglichkeiten, die in der Dokumentation fr Klassen-Autoren
``clsguide.tex'' beschrieben sind. Als einfaches Beispiel htte damit
die neue Klasse ``detexfaq.cls'', in der als Standard-Optionen
`11pt,a4paper' verwendet werden und die beiden Pakete `german' und
`remreset' bereits implizit geladen werden, folgendes Aussehen:

  %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% CUT HERE
  %% detexfaq.cls -- DE-TeX-FAQ's modified ``article.cls''
  \NeedsTeXFormat{LaTeX2e}\relax
  \ProvidesClass{detexfaq}[2000/05/11 Article Class from DE-TeX-FAQ]
  %% Lade nun ``article.cls'', wobei als Default-Optionen ``11pt'' und
  %% A4-Papierformat als Default gesetzt werden (fuer diese muss
  explizit
  %% eine Deklaration hier vorhanden sein) und alle weiteren vom Autor
  %% gegebenen Optionen einfach `durchgereicht' werden:
  \DeclareOption{a4paper}{\PassOptionsToClass{\CurrentOption}{article}}
  \DeclareOption{11pt}{\PassOptionsToClass{\CurrentOption}{article}}
  \DeclareOption*{\PassOptionsToClass{\CurrentOption}{article}}
  \ExecuteOptions{a4paper,11pt}
  \ProcessOptions\relax
  \LoadClass{article}
  %% Ab hier kann man Aenderungen an den Makros der geladenen Klasse
  %% durchfuehren (bitte mit \renewenvironment oder \renewcommand!),
  %% Pakete hinzuladen und/oder eigene Anweisungen und Umgebungen
  %% definieren:
  \RequirePackage{german}
  \RequirePackage{remreset}
  %% Schliesslich wird die Klassendatei `sauber' beendet':
  \endinput
  %% End of ``detexfaq.cls''
  %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%% CUT HERE

Diese Vorgehensweise hat einige Vorteile. So bleibt die eigene
Klassendatei relativ klein und enthlt nur die notwendigen nderungen
und Ergnzungen. ndert sich an der verwendeten Klasse etwas, z.B.
werden Fehler korrigiert, so sind in den meisten Fllen keinerlei
nderung an der eigenen Klassendatei zum Nachvollziehen dieser
nderungen notwendig. Daneben dokumentiert man explizit, von welcher
Klasse und Versionsnummer man als Basis ausgegangen ist, zumal diese
Klasse und alle geladenen Pakete mit ihren Versionsnummern bei einem im
Dokumentkopf eingefgten \listfiles auftauchen.

clsguide.tex:  CTAN: macros/latex/base/
 


5.1.6 Wie kann ich unter LaTeX eine Anweisung mit optionalem Parameter
definieren?

In LaTeX kann man mit den Anweisungen \newcommand, \renewcommand,
\newenvironment und \renewenvironment eigene Anweisungen und Umgebungen
definieren, die einen optionalen Parameter als erstes Argument besitzen.
Nhere Informationen finden sich in der Dokumentation fr Autoren
``usrguide.tex''.

usrguide.tex:  CTAN: macros/latex/base/
 


5.1.7 Wie erkenne ich bei einer Anweisung mit optionalem Parameter, ob
dieser vom Autor angegeben wurde?

Mit Hilfe des im Paket `ifthen' definierten Vergleichs \equal kann man
das optionale Argument mit dem voreingestellten Wert vergleichen. Das
folgende Beispiel geht davon aus, da der voreingestellte Wert leer sein
soll:

  \usepackage{ifthen}
  \newcommand{\meineanweisung}[2][]{% #1 = optional, #2 = notwendig
    \ifthenelse{\equal{#1}{}}{%
       % Autor hat kein oder leeres optionales Argument angegeben
    }{%
       % Autor hat optionales Argument angegeben
    }}


ifthen:  CTAN: macros/latex/base/
 


5.1.8 Wie kann ich in LaTeX eine Anweisung mit mehr als einem optionalen
Parameter definieren?

Mit \newcommand kann man nur ein Makro mit einem einzigen optionalen
Parameter definieren. Will man ein Makro mit mehr als einem optionalen
Parameter definieren, so mu man hierzu mehrere Makros mit jeweils einem
optionalen Parameter definieren, die den Wert des Parameters
zwischenspeichern und das nchste Makro aufrufen.
Hier ist ein Beispiel fr ein Makro \cubic[a][b][c]{d} mit drei
optionalen Argumenten:

  \newcommand{\erstesargument}{}
  \newcommand{\zweitesargument}{}

  \newcommand{\cubic}[1][a]{% erstes optionales Argument
    \begingroup  % Definitionen von \...argument lokal halten
      \renewcommand{\erstesargument}{#1}% opt. Argument speichern
      \cubicZwei}
  \newcommand{\cubicZwei}[1][b]{% zweites optionales Argument
      \renewcommand{\zweitesargument}{#1}% opt. Argument speichern
      \cubicDrei}
  \newcommand{\cubicDrei}[2][c]{% drittes opt. + notwendiges Argument
      \({\erstesargument}x^3+{\zweitesargument}x^2+#1x+#2\)%
    \endgroup}

Eine weitere Mglichkeit bietet das Paket `twoopt':

  \newcommandtwoopt{\Cmd}[3][DefaultA][DefaultB]{Args: #1, #2, #3}

In Anlehnung an die Standard-LaTeX-Definitionen existieren auch die
Anweisungen \renewcommandtwoopt und \providecommandtwoopt.

twoopt:  CTAN: macros/latex/contrib/oberdiek/
 


5.1.9 Wie kann ich innerhalb des optionalen Arguments einer Anweisung
zustzliche eckige Klammern, beispielsweise die eines optionalen
Arguments einer anderen Anweisung, verwenden?

Im Unterschied zu den geschwungenen Klammern {...}, die immer paarweise
und korrekt geschachtelt werden mssen, sucht LaTeX bei eckigen Klammern
einfach nach der nchsten schlieenden eckigen Klammer ], ohne auf
korrekte Schachtelung dieser Klammern zu achten. Um dies zu verhindern,
mu man einfach innerhalb der eckigen Klammern [...] ein geschweiftes
Klammerpaar einfgen, wie dies hier als Beispiel fr \twocolumn gezeigt
wird:

  \twocolumn[{  ... \sqrt[3]{x^2} ...  }]


5.2 LaTeX - Probleme beim Umstieg von LaTeX 2.09


5.2.1 Anweisungen wie \tenrm, \twlrm, \fivrm etc., die von einigen
Paketen wie PiCTeX verwendet werden, sind nicht mehr definiert. Was mu
ich da ndern?

Diese Namen fr Schriften wurden nie dokumentiert und sollten im alten
LaTeX 2.09 nur LaTeX-intern verwendet werden. Da das Fontauswahlschema
namens NFSS2 in LaTeX2e komplett neu geschrieben wurde, sind diese
ehemals internen Namen nicht mehr vorhanden. Es ist daher am besten,
diese alten Pakete so umzuschreiben, da diese internen Schriftnamen
nicht mehr verwendet werden. In der Zwischenzeit kann man mit Hilfe des
Paketes `rawfonts' diese Namen nachdefinieren, wie z.B. mit

  \usepackage[only,fivrm]{rawfonts}

fr PiCTeX.

rawfonts.sty:  CTAN: macros/latex/required/
 


5.2.2 Beim Umstieg von LaTeX 2.09 mit NFSS (Version 1) auf LaTeX2e
ndert sich auch das Verhalten der Anweisungen \rm, \bf, \it etc. auf
das Verhalten des Original-LaTeX 2.09. Wie bekomme ich das alte
inkompatible Verhalten von NFSS Version 1?

Mit dem Paket `newlfont' erhlt man das Verhalten von NFSS v1, ohne da
man in den meisten Fllen das Dokument ndern mu:

  \usepackage{newlfont}

Fr neue Dokumente sollte man jedoch besser gleich die neuen Anweisungen
\textrm{...}, \textbf{...}, \textit{...} etc. verwenden. Diese
Anweisungen haben darber hinaus den Vorteil, da eine eventuell
notwendige `italic correction' automatisch eingefgt wird.

newlfont.sty:  CTAN: macros/latex/required/
 


5.2.3 Einige mathematische Symbole (\Box, \lhd, \leadsto, \Join, \mho,
\sqsubset etc.) sind nicht mehr definiert - wieso?

Die LaTeX-Symbolschriften `lasy10' und `lasyb10' enthalten nur sehr
wenige relativ selten benutzte Symbole. Daher werden diese Schriften in
LaTeX2e nicht mehr standardmig geladen, sondern mssen vom Benutzer
durch Laden von `latexsym' aktiviert werden:

  \usepackage{latexsym}


5.2.4 Kann es sein, da es in LaTeX2e den Parameter \footheight und die
internen Parameter \@maxsep und \@dblmaxsep nicht mehr gibt? Gibt es
einen Ersatz?

Der Parameter \footheight und die internen Parameter \@maxsep und
\@dblmaxsep wurden in LaTeX 2.09 nie ausgewertet. Deshalb wurden sie in
LaTeX2e entfernt, um die dadurch gesparten Lngenregister fr andere
Zwecke einsetzen zu knnen. Zur Anpassung von alten Dokumentstilen an
LaTeX2e kann man daher eine Zuweisung an diese Parameter einfach
ersatzlos streichen.

5.2.5 Mit lteren Dokumentklassen bekomme ich den Fehler `! Undefined
control sequence.' oder `! LaTeX Error: \mit undefined.' fr die
Schriften \mit und \cal. Wieso?

Bis LaTeX2e <1994/12/01> wurden \cal und \mit im Kernel definiert. Weil
diese Definitionen aber in jeder Standard-Dokumentklasse durch robustere
Varianten ersetzt werden, hat das LaTeX-Team beschlossen, \cal und \mit
nicht mehr im Kernel vorzudefinieren. Damit ist es aber erforderlich,
da alle Dokumentklassen, die \cal und \mit nicht definieren oder mit
\renewcommand umdefinieren, angepat werden mssen. Bei den
Standard-Dokumentklassen hat das niemand bemerkt, da die notwendigen
Anpassungen dieser Dateien automatisch mit einer neuen LaTeX-Version
mitinstalliert werden.

5.3 (Silben-)Trennung, Absatz-, Seitenumbruch


5.3.1 Wie kann ich LaTeX an die neue deutsche Rechtschreibung anpassen?
Gibt es Trennmuster fr die neuen Trennregeln?

Die ``alten'' Trennmuster wurden von Hand so angepat, da die neuen
Trennregeln beachtet werden, wobei die Trennung weiterhin eher nach
Wortherkunft und nicht nach strikter Silbentrennung, die ebenfalls
erlaubt ist, erfolgt. Diese Trennmuster sind in der Datei
``dehyphn.tex'' (vormals ``gnhyph01.tex'') verfgbar. Um diese
Trennmuster nutzen zu knnen, bentigt man ``german.sty'' ab
Version 2.5e.

dehyphn:     CTAN: language/hyphenation/dehyphn.tex
german.sty:  CTAN: language/german/
 


5.3.2 Warum trennt (La)TeX Worte mit Umlauten nicht oder nicht korrekt?

Wie TeX Worte mit Umlauten trennt, hngt davon ab, ob die verwendete
Schrift Umlaute als eigene Lettern enthlt und ob man auf diese Lettern
durch entsprechende Paket-Deklarationen beim Setzen eines Textes auch
zugreift.
Bei den alten CM-Schriften mu TeX Umlaute aus einem Buchstaben und
einem Akzent zusammenbasteln, da diese keine Lettern fr Umlaute
enthalten. Diese Akzent-Konstruktion irritiert TeXs Trennalgorithmus,
und so trennt TeX nur den Wortteil bis zum ersten Umlaut. Im Paket
`german' und _einigen_ Babel-Versionen wird durch einen aus dem TeXbook
(Anhang D, S. 394, \allowhyphens) entnommenen Trick erreicht, da alle
Wortteile zwischen den Umlauten einzeln getrennt werden. Bei dieser
Vorgehensweise werden nicht alle Trennstellen gefunden oder es treten
teilweise falsche Trennungen (Bsp.: "ubert-ragen statt "uber-tra-gen)
auf.
Abhilfe schaffen nur Schriften, die die Umlaute und andere akzentuierte
Zeichen als einzelne Lettern enthalten. Ein Beispiel hierfr sind alle
T1-kodierten Schriften, darunter die EC-Schriftfamilie (siehe Frage
10.1.3) und die T1-kodierten PostScript-Schriften. Unter neueren
Versionen von LaTeX und `german.sty' bzw. Babel lassen sich T1-kodierte
Schriften recht einfach durch die Deklaration

  \usepackage[T1]{fontenc}

in der Prambel des Dokuments verwenden.

5.3.3 Wie kann ich Trennungsausnahmen mit Umlauten in \hyphenation
verwenden?

Auch hier gilt, da man in \hyphenation in den Trennungsausnahmen nur
Zeichen verwenden kann, fr die auch Lettern in der momentan benutzten
Schrift existieren (siehe Frage 5.3.2). Da mit CM-Schriften die Umlaute
aus zwei Lettern zusammengesetzt werden mssen, kann man fr Wrter mit
Umlauten keine Trennungsausnahmen angeben. Erst bei Verwendung von
T1-kodierten Schriften, wie der EC-Schriftfamilie, oder auch von
Schriften in einer entsprechenden anderen Kodierung, die eigene Lettern
fr Umlaute enthalten, kann man Trennungsausnahmen angeben.
Hier ist ein einfaches Beispiel (`german.sty' ist hier nur zum
Umschalten auf die deutschen Trennmuster ``dehypht.tex'' notwendig):

  \documentclass{article}
    \usepackage{german}
    \usepackage[T1]{fontenc}
    \hyphenation{Ver-st\"ar-ker-aus-gang}
  \begin{document}
  \showhyphens{Verst\"arkerausgang}
  % ohne Trennausnahme:  Ver-st^^e4r-ke-r-aus-gang
  % mit Trennausnahme:   Ver-st^^e4r-ker-aus-gang
  \end{document}


5.3.4 Wie kann ich `Hurenkinder' (engl. widows), also einzelne Zeilen
eines Absatzes am Kopf von Buchseiten, bzw.
`Schusterjungen/Waisenkinder' (engl. clubs), einzelne Absatzzeilen auf
der Seite unten, verhindern?

TeX kennt die Parameter \widowpenalty und \clubpenalty, mit denen man
die `Strafpunkte' festlegen kann, falls ein Hurenkind bzw. ein
Schusterjunge beim Seitenumbruch entstehen sollte. Auerdem gibt es noch
den Parameter \displaywidowpenalty fr Hurenkinder nach einer
abgesetzten mathematischen Formel. Da TeX den Wert 10000 als unendlich
groe Strafe interpretiert, kann man mit den Zeilen

  \clubpenalty = 10000
  \widowpenalty = 10000 \displaywidowpenalty = 10000

Hurenkinder und Schusterjungen komplett unterdrcken. (Das Paket
`schuster' enthlt genau diese Zeilen.)
Man sollte jedoch bedenken, da man bei einem Satzspiegel mit fester
Hhe (\flushbottom) und registerhaltigem Satz Hurenkinder und
Schusterjungen nur schwerlich verhindern kann - insbesondere wenn man
dies bei zweiseitigem Druck fr jede Doppelseite beachten mu. Hier ist
es oft besser, die einzelne Zeile zuzulassen oder zu versuchen, einen
Absatz durch geringfgige Umformulierung eine Zeile lnger oder krzer
zu machen.
Weiterhin gibt es die Mglichkeit, Abstze, die schon sehr voll sind,
mit \looseness=1 um eine Zeile zu dehnen oder Abstze, die recht leer
sind, mit \looseness=-1 um eine Zeile zu krzen. Manchmal fhrt dies
jedoch zu merklichen nderungen des Grauwerts des Absatzes. (Achtung:
Der Wert von \looseness gilt auerhalb von Listen-Umgebungen nur fr den
aktuellen Absatz. Innerhalb einer Listen-Umgebung mu die Zuweisung
zusammen mit \par durch eine Gruppe lokal gehalten werden {\looseness=1
\par}, wenn die nderung nur fr einen Absatz gelten soll.)

5.3.5 Wie mu in LaTeX die Datei ``hyphen.cfg'' aussehen, um die
deutschen Trennmuster ``dehypht.tex'' (vormals ``ghyph31.tex'') in das
LaTeX-Format einzubinden?

Eine Anleitung zur Installation der deutschen Trennmuster enthlt
``gerdoc'', die Kurzbeschreibung des German-Styles vom Mai 1997. Diese
Anleitung beschreibt auch die Installation der Trennmuster in Plain-TeX
und LaTeX 2.09. Beispiel von ``hyphen.cfg'' fr LaTeX:

  %% Konfigurationsdatei -- Trennmuster: `hyphen.cfg'
  \message{== Loading hyphenation patterns:}

  \chardef\l@USenglish=\language
  \chardef\l@english=\l@USenglish %% british english als `Dialekt'
  \input hyphen

  \newlanguage\l@german \language=\l@german
  \chardef\l@austrian=\l@german
  \input dehypht

  \newlanguage\l@ngerman \language=\l@ngerman
  \input dehyphn

  %% weitere Sprachen nach folgendem Schema:
  % \newlanguage\l@SPRACHE \language=\l@SPRACHE
  % \chardef\l@DIALEKT=\l@SPRACHE
  % \input SPRACHhyphen

  %% Default-Trennmuster: USenglish
  \language=\l@USenglish \lefthyphenmin=2 \righthyphenmin=3
  \endinput

_Hinweis:_ Einige Distributionen benutzen stillschweigend die Datei
``hyphen.cfg'' aus dem Babel-Paket. Auerdem wurde meist ``hyphen.tex''
in ``ushyph1.tex'' umbenannt, um unter dem Namen ``hyphen.tex'' die
Datei ``hyphen.cfg'' aus Babel auch fr Plain-TeX einbinden zu knnen.
In diesem Fall fhrt ein ``\input hyphen'', wie im obigen Beispiel
beschrieben, zu einer Endlosschleife!

gerdoc:  CTAN: language/german/gerdoc.tex
 


5.3.6 Wieso werden Texte in `typewriter'-Schriften nicht getrennt? Gibt
es eine Mglichkeit, da doch getrennt werden kann?

TeX trennt nur, wenn die aktuell verwendete Schrift einen Divis
(Trennungsstrich) besitzt. Dazu ist jeder Schrift ein Divis durch den
Parameter \hyphenchar<font> zugeordnet, der bei den meisten Schriften
auf den Wert `\-, also auf das Zeichen ``-'', gesetzt ist. Bei den
`typewriter'-Schriften ist dieser Wert aber auf -1 gesetzt, d.h. auf ein
nicht vorhandenes Zeichen. Damit ist die Trennung fr diese Schriften
unterdrckt, was in den meisten Fllen auch sinnvoll ist.
Will man dennoch, da TeX einen in `typewriter' gesetzten Textteil
automatisch trennt, so mu man den \hyphenchar fr diese Schriften auf
`\- setzen. Dies geht in LaTeX am einfachsten, wenn man die Anweisung
\ttfamily umdefiniert:

  \newcommand{\origttfamily}{}% sollte noch nicht definiert sein!
  \let\origttfamily=\ttfamily % alte Definition von \ttfamily sichern
  \renewcommand{\ttfamily}{\origttfamily \hyphenchar\font=`\-}

Man knnte alternativ dazu auch die Dateien ``*cmtt*.fd'' ndern und die
Anweisung \hyphenchar\font\m@ne in \DeclareFontFamily entfernen. Dies
ist jedoch nicht ratsam, wenn man Texte an andere weitergeben will, da
man dann nicht vergessen darf, die so genderten `*.fd'-Dateien
mitzugeben.
Fr LaTeX 2.09 (oder analog auch fr Plain-TeX) mu das Makro \tt
umdefiniert werden:

  \newcommand{\origtt}{}
  \let\origtt=\tt
  \renewcommand{\tt}{\origtt \hyphenchar\font=`\-}

Wichtiger Hinweis: TeX kann eine Schrift unter unterschiedlichen Namen
laden, wobei TeX alle diese Schriften nur ein einziges Mal ldt und fr
die anderen Schriften nur `Aliases' anlegt. Daher gibt es
\hyphenchar<font> nur einmal pro `echten' Font und \hyphenchar<font> ist
wie auch \fontdimen<font> ein besonderer Parameter: Alle Zuweisungen an
\hyphenchar<font> werden _immer_ global ausgefhrt. Auerdem sieht sich
TeX diesen Parameter erst am Absatzende beim Umbruch dieses Absatzes an,
so da mit obiger nderung nicht mglich ist, die Trennung fr einen in
`typewriter' gesetzten Textteil zu ermglichen, fr einen anderen im
selben Absatz zu verbieten.
Eine weitere Methode, Trennungen fr `typewriter'-Schriften zu erlauben,
bietet das Paket `hyphenat':

  \usepackage[htt]{hyphenat}

Darber hinaus kann es auch benutzt werden, um Trennung selektiv zu
erlauben oder zu verbieten.

hyphenat:  CTAN: macros/latex/contrib/hyphenat/
 


5.3.7 Warum trennt LaTeX Wrter mit Bindestrich nicht bzw. nur am
Bindestrich, auch wenn die Trennausnahmeliste diese enthlt?

TeX fgt nach dem aktuellen Trennzeichen implizit (fast) immer einen
sogenannten \discretionary ein, der wie \- eine explizite Trennstelle
angibt. Da sowohl \- als auch \discretionary dazu fhren, da die
Trennung in den brigen Wortteilen unterdrckt wird, werden solche
Wrter auer am Trennstrich nicht mehr getrennt. Dieses eigenwillige
Verhalten von TeX ist fr Sprachen, in denen wenige Bindestriche
verwendet werden, gnstig und sinnvoll, da zustzliche Trennungen in
solchen Wrtern meist die Lesbarkeit erschweren.
Um Wrter mit Bindestrichen dennoch zu trennen, existieren zwei
Mglichkeiten: Man gibt im Dokumenttext bei diesen Wrtern, insbesondere
wo schlecht getrennt werden kann, mit \- oder "- weitere mgliche
Trennstellen vor oder man verwendet "= anstelle des Bindestrichs.
Nheres ist hierzu der Dokumentation des Paketes `german' zu entnehmen.
Die andere Mglichkeit, die bislang nur von Experten umgesetzt werden
kann, besteht bei Schriften, die eine zweite Letter fr einen
Bindestrich besitzen. Fr diese Schriften kann man diese zweite Letter
als Trennstrich deklarieren. Zusammen mit den zustzlichen Trennmustern
in ``hypht1.tex'' ist damit eine automatische Trennung von Wrtern mit
Bindestrichen und deren Aufnahme in die Trennausnahmeliste mglich.

german.sty:  CTAN: language/german/
hypht1.tex:  CTAN: language/hyphenation/hypht1.tex
 


5.4 Seitenlayout, Layout allgemein, Kopf- und Fuzeilen (*)


5.4.1 Gibt es neben den Standard-LaTeX-Klassen auch Klassen mit einem
`europischeren' Design?

Die NTG hat verschiedene Klassenentwickelt, die im Vergleich zum Layout
der Standard-LaTeX-Klassen kleinere berschriften und eine
einheitlichere Einrckung der Abstze und Listen definieren.
Das KOMA-Script-Paket enthlt ebenfalls Klassen (`scrartcl', `scrreprt',
`scrbook' und `scrlettr'), die die Standardklassen ersetzen. Es wurden
dort eine Vielzahl von nderungen eingefhrt, die ein gnstigeres
Aussehen bewirken. So wird z.B. der Satzspiegel besser an das
Papierformat angeglichen. Nhere Einzelheiten enthlt die ausfhrliche
Beschreibung in der beigefgten Datei ``scrguide.dvi''.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
NTG-Klassen:  CTAN: macros/latex/contrib/ntgclass/
 


5.4.2 Ich suche eine Klasse fr Briefe, die weitgehend die verschiedenen
DIN-Normen und deutschen Gepflogenheiten bercksichtigt.

Unter LaTeX 2.09 ist `dinbrief' weit verbreitet, der von anderen Autoren
auch fr LaTeX2e verfgbar gemacht wurde. Darber hinaus findet man im
KOMA-Script-Paket die Klasse `scrlettr' und es gibt mit `g-brief' und
`akletter' noch weitere Beispiele fr angepate Klassen.

dinbrief:     CTAN: macros/latex/contrib/dinbrief/
KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
g-brief:      CTAN: macros/latex/contrib/g-brief/
akletter:     CTAN: macros/latex/contrib/akletter/
              (Anm.: `akletter' hie in frheren Version `myletter', ein
              schlechter,
              weil hufig gewhlter Name.)


5.4.3 Gibt es eine bequemere Mglichkeit, ein Seitenlayout anzugeben,
als dadurch, Parameter, wie \textheight, einzeln zu verndern?

Mit dem Paket `typearea' aus dem KOMA-Script-Paket kann man den Anteil
des Textbereichs an der Gesamtseite abhngig von der Schriftgre nach
Tschicholds (siehe Frage 2.4.2) n-Teilungder Seite berechnen lassen

  \documentclass[a4paper,11pt]{...}   % Ausgangspapiergroesse
  % BCOR1cm: zusaetzlich 1cm Rand fuer die Bindung.
  % DIV10: fuer 11pt-Schrift wird 10-Teilung verwendet, bei `oneside'
  %        nimmt der Text 7/10 der Restseite ein.
  \usepackage[BCOR1cm]{typearea}

Die Verteilung der Rnder erfolgt dabei automatisch nach typographischen
Gesichtspunkten. Diverse Papiergren sowie Hoch- und Querformat werden
untersttzt, zustzliche Formate knnen definiert werden, und auch die
Option `twoside' wird korrekt behandelt. Ausfhrliche Informationen dazu
findet man in der beigefgten Datei ``scrguide.dvi''.
Mit diesem Paket, das einem die Berechnung eines wohldefinierten
Satzspiegels abnehmen kann, kann man auch die LaTeX-Parameter fr den
Textbereich durch eine einfache Schnittstelle setzen:

  \documentclass[a4paper]{...} % Ausgangspapiergroesse
  \usepackage{typearea}
  \areaset[1cm]%               % Zusaetzlicher Rand fuer die Bindung
          {18cm}{25cm}         % Textbreite und Hoehe

Neben `typearea' gibt es mit `vmargin' und `geometry' drei weitere
Pakete, mit denen man die LaTeX-Parameter leichter setzen kann. Bei
`vmargin' haben die Makroaufrufe eine festgelegte Parameterreihenfolge,
`geometry' dagegen benutzt das Paket `keyval', mit dem die Parameter in
beliebiger Reihenfolge angegeben werden knnen:

  \usepackage{geometry}
  \geometry{left=1.5cm,textwidth=18cm,top=1.5cm,textheight=25cm}


  \usepackage{vmargin}
  \setpapersize{A4}
  \setmargins{1.5cm}{1.5cm}% % linker & oberer Rand
             {18cm}{25cm}%   % Textbreite und -hoehe
             {12pt}{25pt}%   % Kopfzeilenhoehe und -abstand
             {0pt}{30pt}%    % \footheight (egal) und Fusszeilenabstand

Eine gute Mglichkeit der visuellen Kontrolle des Ergebnisses bietet das
Paket `layouts'.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
script:       CTAN: macros/latex209/contrib/script/
geometry:     CTAN: macros/latex/contrib/geometry/
vmargin:      CTAN: macros/latex/contrib/vmargin/
layouts:      CTAN: macros/latex/contrib/layouts
 


5.4.4 Wieso ist mit der Klasse `book' oder mit der Klassenoption
`twoside' der innere Rand kleiner als der uere?

Bei doppelseitiger Formatierung werden die Seitenrnder so gewhlt, da
sie nicht fr eine einzelne Seite sondern fr eine aufgeschlagene
Doppelseite passen. Bei dieser bilden die Rnder der beiden Seiten drei
vertikale weie Streifen (links auen, mittig, rechts auen), die gleich
breit sein sollen. Da der mittlere Streifen aus den Rndern zweier
Seiten gebildet wird, sind diese auch nur halb so breit. Aus diesem
Grund legt man unter LaTeX die Werte fr \evensidemargin und
\oddsidemargin, also fr den linken Rand der geraden (linken) und den
der ungeraden (rechten) Seite, entsprechend fest. Nheres findet sich
u.a. in der Dokumentation der KOMA-Script-Klassen.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
 


5.4.5 Gibt es einen einfachen Weg, die Seitennummer als `Seite 1 von 16'
anzugeben?

Mit dem Paket `lastpage' erhlt man durch ``\pageref{LastPage}'' eine
Referenz auf die Seitennummer der letzten Seite. Das Paket `count1to'
bietet mit ``\pageref{TotalPages}'' eine Referenz auf die Gesamtzahl der
Seiten. Selbiges leistet das Paket `totpages', wobei man mit
``\ref{TotPages}'' die Gesamtzahl aller Seiten, mit
``\pageref{TotPages}'' die Seitennummer der letzten Seite erhalten kann.
Diese `pageref'-Anweisungen knnen unter Zuhilfenahme des Paketes
`fancyhdr' oder des Paketes `scrpage' aus dem KOMA-Script-Paket in der
Form `\thepage{} von \pageref{LastPage}' in die Kopf- oder Fuzeilen
eingefgt werden.

lastpage:          CTAN: macros/latex/contrib/lastpage/
count1to:          CTAN: macros/latex/contrib/ms/
totpages:          CTAN: macros/latex/contrib/totpages/
fancyhdr:          CTAN: macros/latex/contrib/fancyhdr/
Kurzbeschreibung:  CTAN: info/german/fancyhdr/
KOMA-Script:       CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
 


5.4.6 Wie kann ich den Kolumnentitel, die Kopfzeile der Seite, oder die
Fuzeile nach meinen Wnschen gestalten, z.B. mit einem Strich versehen?

Mit dem Paket `scrpage' und den Klassen aus dem KOMA-Script-Paket oder
mit dem Paket `fancyhdr' kann man die Kopf- und Fuzeile einer Seite
fast beliebig festlegen. Beide Pakete enthalten eine ausfhrliche
Dokumentation, die auch auf andere Probleme eingeht und dafr Lsungen
und Tips hat.

KOMA-Script:       CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
fancyhdr:          CTAN: macros/latex/contrib/fancyhdr/
Kurzbeschreibung:  CTAN: info/german/fancyhdr/
 


5.4.7 Wie kann ich einem zweispaltig gesetzten Text (Klassenoption
`twocolumn') eine beide Spalten bergreifende berschrift und
Zusammenfassung voransetzen?

Will man nur mit \maketitle eine berschrift mit den Autorenangaben
einspaltig in voller Breite ber beide Spalten setzen, so verwendet man
die Klassenoption `twocolumn' und ndert sonst nichts, da dies bei den
Standard-Klassen und den meisten anderen Klassen automatisch vorgesehen
ist.
Soll jedoch zustzlich zur berschrift noch weiterer Text wie eine
Zusammenfassung einspaltig gesetzt werden, mu man auf die Klassenoption
`twocolumn' verzichten und stattdessen die Anweisung \twocolumn
verwenden. Diese hat ein optionales Argument, in der man diejenigen
Textteile angibt, die einspaltig ber die gesamte Breite gesetzt werden
sollen. Da die Anweisung \maketitle und die Umgebung `abstract' jedoch
nicht einfach im optionalen Argument von \twocolumn verwendet werden
kann, mu man zu einem kleinen, leider nicht ganz sauberen Trick mit
\csname@twocolumnfalse\endcsname greifen.

  \documentclass[...]{article}
  ...
  \begin{document}
  \twocolumn[{\csname @twocolumnfalse\endcsname
    \maketitle
    \begin{abstract}
      ...
    \end{abstract}
  }]
  ...
  \end{document}

Innerhalb des optionalen Arguments von \twocolumn funktionieren leider
keine Funoten und damit tauchen auch fr die Anweisung \thanks in der
Autorenliste keine Funoten auf. Werden diese bentigt, mu man sie von
Hand mit \footnotetext nach dem optionalen Argument setzen.

5.4.8 Wie kann ich verhindern, da der Beginn eines Absatzes eingezogen
wird? Ich will Abstze stattdessen mit zustzlichem Durchschu
markieren. (*)

Meist kommt auf diese Frage
    \setlength{\parskip}{\baselineskip} \setlength{\parindent}{0pt}
als Antwort, jedoch fgt LaTeX \parskip auch an verschiedenen anderen
Pltzen ein, u.a. auch zu Beginn und am Ende einer Liste und zwischen
den Listenelementen. Dies kann man mit dem Paket `parskip' von Hubert
Partl zum Teil verhindern, wenn auch nicht komplett.
Weitergehende Lsungen finden sich in den KOMA-Script- und NTG-Klassen.
Die KOMA-Script-Klassen kennen die Klassenoption `parskip' und
verschiedene Varianten davon. Zu den NTG-Klassen gehren `artikel3',
`rapport3' und `boek3', die ebenfalls ein Layout ohne Absatzeinzug und
mit zustzlichen Durchschu bieten.
Ob man nun den Beginn eines neuen Absatzes mit einem Einzug oder mit
einem zustzlichen Durchschu markiert, ist immer wieder Anla zu mehr
oder weniger ausgiebigen Diskussionen. Um einen weitverbreiteten Irrtum
auszurumen: Der einzuglose Satz hat im ``deutschen Buchsatz'' keine
Tradition. Einzugloser Satz, ob nun mit oder ohne zustzlichen
Durchschu, ist im Zeitungs- und Zeitschriftensatz weit verbreitet, so
da er manchen vertrauter erscheint als der traditionelle Buchsatz mit
Einzug. Letztendlich sollte man bei der Wahl, ob mit oder ohne Einzug,
an den Leser denken; wie einfach dieser einen neuen Absatz, den Beginn
eines neuen Teils der niedergeschriebenen Gedankenfolge, immer klar und
deutlich erkennen kann.

parskip.sty:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/parskip.sty
KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
NTG-Klassen:  CTAN: macros/latex/contrib/ntgclass/
 


5.4.9 Wie kann ich den Durchschu meines Dokuments vergrern, wenn ich
beispielsweise ein Dokument mit 1,5- oder 2-fachem Zeilenabstand
abliefern soll?

Abgesehen davon, da man eine solch starke Vergrerung des
Zeilenabstand vermeiden sollte, hilft das Paket `setspace':

  \usepackage{setspace}
  \doublespacing    % doppelzeilig oder
  %\onehalfspacing  % anderthalbzeilig


setspace:  CTAN: macros/latex/contrib/setspace/
 


5.4.10 Wieso bekomme ich mit \pagestyle{empty} dennoch eine Seitennummer
auf der ersten Seite mit dem Artikeltitel?

Fast alle LaTeX-Klassen definieren die Anweisung \maketitle so, da fr
diese Seite mit \thispagestyle auf den Seitenstil `plain' umgeschalten
wird. \thispagestyle berschreibt damit den gewhlten Seitenstil fr
diese eine Seite. Um dies zu verhindern, mu man entweder eine besser
geeignete Klasse whlen, die Definition in der Klasse ndern oder
folgenden Trick anwenden: _Direkt_ nach der Anweisung \maketitle wird
\thispagestyle{empty} eingefgt. Alternativ kann das Paket `nopageno'
verwendet werden.

nopageno:  CTAN: macros/latex/contrib/carlisle/nopageno.sty
 


5.4.11 Wie kann ich mein gesamtes LaTeX-Dokument im Querformat setzen?

Zu diesem Zweck ist bei der Dokumentenklasse die Klassen-Option
`landscape' anzugeben. Zustzlich mu dem verwendeten dvi-Treiber die
nun vom Standard abweichende Seitengre mitgeteilt werden. Im Falle von
`dvips' kann man dies statt per Kommandozeilenoption mit Hilfe des
Pakets `geometry' erreichen.

  \usepackage[dvips]{geometry}


geometry:  CTAN: macros/latex/contrib/geometry/
 


5.4.12 Wie kann ich Teile meines Dokumentes im Querformat setzen?

Dokumentteile knnen nur gedreht werden, wenn dies auch vom verwendeten
dvi-Gertetreiber untersttzt wird. In den meisten Fllen bedeutet dies,
da die dvi-Datei nach PostScript zu konvertieren ist. Zum Betrachten
und Ausdrucken ist ein PostScript-Viewer wie beispielsweise `gv' oder
`gsview' unter Verwendung von `Ghostscript' geeignet.
Das LaTeX-Bundle `graphics' enthlt das Paket `lscape', das eine
`landscape'-Umgebung zur Verfgung stellt. Der Inhalt dieser Umgebung
wird um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht und auf eine eigene
Seite plaziert. Zu Beginn und am Ende der Umgebung wird ein \clearpage
ausgefhrt:

  \usepackage{lscape}
  % etc.
  \begin{landscape}
    \begin{figure}
      gedrehte Abbildung
      \caption{gedrehte Unterschrift}
    \end{figure}
    % evtl. noch weitere Abbildungen/normaler Text/etc.
  \end{landscape}
  % etc.

Wird ein Dokument mit solcherart gedrehten Seiten per pdfLaTeX zu einer
pdf-Datei kompiliert, wre es wnschenswert, wenn die gedrehten Seiten
bei Betrachtung mit `Acrobat Reader' in aufrechter Schrift, also um
90 Grad gedreht, dargestellt wrden. In diesem Fall ist das Paket
`pdflscape' zu verwenden, das wiederum das Paket `lscape' ldt und um
entsprechende PDF-Anweisungen ergnzt:

  \usepackage{pdflscape}
  % ...

Will man nicht ganze Seiten drehen oder stren die implizit ausgefhrten
\clearpage-Anweisungen, so kann man auch nur die Anweisung \rotatebox
aus dem Paket `graphics' verwenden:

  \usepackage{graphics} % oder `graphicx'
  % etc.
  \begin{figure}
    \rotatebox{90}{%
      \begin{minipage}{.6\textheight}
      gedrehte Abbildung
      \caption{gedrehte Unterschrift}
      \end{minipage}%
    }
  \end{figure}

Das Paket `rotating' bietet statt der einfachen \rotatebox-Anweisung mit
all ihren Nachteilen (Stichwort: `verbatim'!) die Umgebungen `rotate',
`turn' und `sideways', innerhalb der man (fast) beliebigen Text
plazieren kann. Fr den Spezialfall, da eine Abbildung bzw. Tafel wie
mit der Umgebung `landscape' eine komplette Seite fllt und um 90 Grad
gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden soll, gibt es die den `figure'-
und `table'- entsprechenden `sidewaysfigure'- und
`sidewaystable'-Umgebungen. Auerdem ist eine ltere Version dieses
Pakets auch fr LaTeX 2.09 verfgbar.
Mehr ber diese Pakete findet man in der Dokumentation ``grfguide.tex''
des `graphics'-Bundle, der mit `rotating' mitgelieferten Dokumentation
und dem Buch `Der LaTeX-Begleiter' (siehe Frage 2.4.1) sowie in Keith
Reckdahls Artikel `Using Imported Graphics in LaTeX2e' (siehe Frage
2.4.2).

lscape:     CTAN: macros/latex/required/graphics/
pdflscape:  CTAN: macros/latex/contrib/oberdiek/
rotating:   CTAN: macros/latex/contrib/rotating
epslatex:   CTAN: info/epslatex.ps
            CTAN: info/epslatex.pdf
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 5 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 6 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


6 TeX, LaTeX, Makros etc. (II)


6.1 Abbildungen und Tafeln


6.1.1 Wieso werden die meisten meiner Abbildungen an das Ende des
Kapitels oder Dokuments verschoben?

Das optionale Argument der `figure'- oder `table'-Umgebung _schrnkt_
die Plazierungsmglichkeiten auf die angegebenen Orte ein. Mit dem
optionalen Argument gibt man also _nicht_, wie oft flschlich geglaubt
und weiterverbreitet wird, die Plazierung fr weitere Orte an. Deshalb
nie Plazierungsangaben nur auf [h] einschrnken, sondern mindestens
einen weiteren Ort mit angeben! Grund: Kann die Abbildung nicht `h'ier
plaziert werden, darf sie nirgendwo anders gesetzt werden und wird nach
hinten an das Ende des Kapitels bzw. des Dokuments geschoben. Da LaTeX
die Reihenfolge der Abbildungen bzw. der Tafeln nicht verndert, werden
alle nachfolgenden Abbildungen bzw. Tafeln mit dieser nicht plazierbaren
Abbildung oder Tafel nach hinten verschoben. Genau dasselbe kann
passieren, wenn die Plazierungsbeschrnkung mit [p] angegeben wird, das
Bild kleiner als \floatpagefraction ist und das nchste Bild nicht
zusammen mit diesem auf eine Seite pat. Ebenso bei einer Beschrnkung
auf [t] und einem Bild, das grer als \topfraction ist, dto. fr [b]
und \bottomfraction.
Tip: Lassen Sie zu Beginn das optionale Argument der `figure'- oder
`table'-Umgebung weg - es ist nicht ohne Grund ein _optionales_ Argument
dieser Umgebungen! Fgen Sie spter fr eine Endfassung Ihres Dokuments
nur an den Stellen ein optionales Argument mit
Plazierungseinschrnkungen ein, wenn z.B. eine bestimmte Abbildung oder
Tafel auf einer eigenen Seite oder auf einer Seite oben erscheinen
sollte.
Weitere Hinweise finden Sie in

* Axel Reichert: ``Gleitobjekte - die richtige Schmierung''
  CTAN: info/german/gleitobjekte/
* Axel Reichert: ``Satz von Tabellen''
  CTAN: info/german/tabsatz/
* Piet van Oostrum: ``Floats in LaTeX''
  http://www.cs.ruu.nl/~piet/floats/


6.1.2 Wie kann ich die Default-Plazierungseinschrnkungen ndern? Ich
mchte meine Abbildungen auch `h'ier plazieren, ohne jedesmal das
optionale Argument angeben zu mssen.

In LaTeX werden diese Angaben, die sogenannten `float placement
specifier' fr die `figure'- und `table'-Umgebungen, in den Makros
\fps@figure und \fps@table abgelegt. Durch die Redefinitionen

  \renewcommand{\fps@figure}{htbp}
  \renewcommand{\fps@table}{htbp}

(diese Zeilen mit \makeatletter ... \makeatother klammern oder in eine
sty-Datei schreiben, siehe auch Frage 8.5.1) fgt man noch die
`h'ier-Plazierung hinzu.
Die Standard-LaTeX-Klassen setzen die Default-Plazierungen auf `tbp',
untersagen also die `h'ier-Plazierung einer Abbildung bzw. Tafel. Dies
ist in den meisten Fllen auch sinnvoll, da Abbildungen und Tafeln nur
dazu dienen, die Aussagen im Text durch beispielsweise eine
anschaulichere Darstellung oder kompakte bersicht zu untersttzen. Die
Abbildung oder Tafel ist damit _nicht_ integraler Bestandteil des
Textes, sondern ein dem Text noch zustzlich zugeordneter Bestandteil
des Dokuments. Daher sollten diese den Text nicht unterbrechen, was eine
`h'ier-Plazierung zweifellos tun wrde. Somit ist der Default `tbp' in
den meisten Fllen sinnvoll.

6.1.3 Wie mu ich die `float'-Parameter ndern, so da die Abbildungen
und Tafeln gnstiger innerhalb eines Abschnitts verteilt werden?

Der Plazierungsalgorithmus von LaTeX erledigt diese Aufgabe eigentlich
sehr gut, wenn man einmal selbst durchzuspielen versucht, wohin man
selbst unter den gegebenen Bedingungen und Wechselwirkungen eine
Abbildung oder eine Tafel hinsetzen bzw. schieben wrde. Ist man mit dem
Ergebnis dennoch nicht ganz zufrieden, kann man einmal folgendes
probieren:
Zuerst sollte man die Plazierungsbeschrnkungen an allen `figure'- und
`table'-Umgebungen entfernen. Anschlieend kann man die Parameter des
Plazierungsalgorithmus ndern:
Eine oder mehrere Abbildungen kommen erst auf eine eigene Seite, eine
sogenannte `float page', wenn diese mindestens 60% der Seite einnehmen.
Damit gibt es weniger `float pages', die nur halbvoll sind.
Empfehlenswert ist ein Wert zwischen 50% und 80%, je nachdem wie viele
Abbildungen existieren, wie gro und wie unterschiedlich gro diese
Abbildungen sind.

  \renewcommand{\floatpagefraction}{.6}% vorher: .5

Von einer Seite mu neben den Abbildungen, die `h'ere, `t'op und
`b'ottom plaziert werden, noch mindestens 15% Text erscheinen. Diesen
Wert sollte man nicht zu klein whlen, um nicht nur Seiten zu erzeugen,
bei denen man den Text suchen mu. Bei vielen Bildern lieber den Wert
von \floatpagefraction kleiner whlen. Empfehlenswert ist ein Wert
zwischen 10% und 30%.

  \renewcommand{\textfraction}{.15} % vorher: .2

Maximaler Anteil der Seite, die fr Abbildungen, die `t'op bzw. `b'ottom
plaziert werden, verwendet werden darf. Diese Werte sollte man nicht zu
gro whlen, bei vielen Abbildungen lieber den Wert von
\floatpagefraction kleiner whlen. Insbesondere \bottomfraction sollte
man klein halten, da Abbildungen gewhnlich auf einer Seite oben
vermutet werden. Empfehlenswert sind Werte zwischen 50% und 85% fr
\topfraction und 20% bis 50% fr \bottomfraction. Einer dieser beiden
Werte sollte stets grer als \floatpagefraction sein! (\topfraction
sollte nie auf 1.0, \textfraction nie auf 0.0 gesetzt werden!)

  \renewcommand{\topfraction}{.8}     % vorher: .7
  \renewcommand{\bottomfraction}{.5}  % vorher: .3

Maximale Anzahl der Abbildungen und Tafeln, die auf einer Seite `t'op
bzw. `b'ottom bzw. insgesamt auf der Seite plaziert werden. Hat man
viele kleine Abbildungen sollte man diese Werte erhhen. Will man
Abbildungen mglichst auf eine `float page' setzen, sollte man
`topnumber' und `bottomnumber' auf 0 setzen und \floatpagefraction bis
auf 0.01 erniedrigen.

  \setcounter{topnumber}{3} % vorher: 2
  \setcounter{bottomnumber}{1} % vorher: 1
  \setcounter{totalnumber}{5} % vorher: 3

Im zweispaltigen Textsatz knnen Abbildungen und Tafeln nur oben auf der
Seite plaziert werden, so da es hierfr nur zwei weitere Parameter
gibt, die den Parametern \floatpagefraction und \topfraction fr
einspaltigen Satz entsprechen. Werden Abbildungen oben plaziert, so
knnen Abbildungen und Tafeln ber beide Spalten maximal \dbltopfraction
Platz einnehmen. Schlielich gibt \dblfloatpagefraction eine Untergrenze
an, ab der erst eine eigene `float page' probiert wird.

  \renewcommand{\dbltopfraction}{.8} % vorher: .7
  \renewcommand{\dblfloatpagefraction}{.6}% vorher: .5

Nachdem man mit den genderten Plazierungsparametern ein
zufriedenstellendes Ergebnis erzielt hat, kann man durch gezielten
Einsatz des optionalen Arguments der `figure'- bzw. `table'-Umgebung
einzelne ungnstig plazierte Abbildungen und Tafeln entsprechend
verschieben. Hierbei sollte man nur die nicht erwnschte Plazierung
entfernen, also z.B. [bp] angeben, falls eine `t'op-Plazierung ungnstig
ist.
Die Bedeutung dieser Parameter wird anschaulich in bildlicher Form in
dem Artikel `The layouts package: User manual' (`layman') von Peter R.
Wilson beschrieben. Die fr die verwendete Dokumentenklasse geltenden
Werte knnen mit dem zugehrigen LaTeX-Paket `layouts' angezeigt und
einfach testweise gendert werden. `layouts' zeigt darberhinaus auch
viele weitere fr das Layout eines Dokumentes wichtigen Parameter an.

layouts:  CTAN: macros/latex/contrib/layouts
layman:   CTAN: macros/latex/contrib/layouts/layman.tex
 


6.1.4 Wie kann ich die Fehlermeldung `! LaTeX Error: Too many
unprocessed floats.' vermeiden?

LaTeX reserviert fr alle `floats', also die Flieumgebungen `figure'-
und `table'-Umgebungen, eines Dokuments 18 sogenannte
Insertion-Registertupel. Wenn eine Flieumgebung nicht sofort auf eine
Seite plaziert werden kann, wird es in eines dieser Register
zwischengespeichert. Mssen mehr als 18 Flieumgebungen
zwischengespeichert werde, erhlt man diese Fehlermeldung. Es gibt vier
Mglichkeiten, wieso dies geschieht:

  1. Meist stehen die optionalen Argumente der `figure'- oder
     `table'-Umgebung im Widerspruch zu den Plazierungsparametern oder
     letztere sind zu restriktiv eingestellt. Beispielsweise kann eine
     `figure', die hher als der Parameter \topfraction ist und aufgrund
     des optionalen Arguments [t] nur oben plaziert werden darf, nicht
     auf eine Seite gesetzt werden. Aus diesem Grund sollte man den
     optionalen Parameter _nicht_ setzen und wenn, dann _alle_ auer den
     nicht gewnschten Plazierungsorte angeben.
  2. Werden die Parameter \...fraction ungnstig gesetzt, so kann es
     ebenfalls sein, dass einige Flieumgebungen nicht auf eine Seite
     gesetzt werden knnen. Nheres findet sich in Frage 6.1.1 und in
     Keith Reckdahls Artikel `Using Imported Graphics in LaTeX2e'
     (epslatex).
  3. In einigen wenigen Fllen, wo sehr viele Flieumgebungen und viele
     mit \marginpar eingefgte Marginalen, die die gleichen Register
     teilen, verwendet werden, sind mehr als 18 Register notwendig. Hier
     kann das Paket `morefloats' weiterhelfen, dass deren Zahl auf 36
     erhht. Leider hat man dadurch 18 Savebox-, Zhler-, Lngen- und
     Glue-Register weniger, so da man jetzt evtl. auf den Fehler `No
     room for a new ...' stt.
  4. Bestehen Textteile nur aus Flieumgebungen ohne oder mit nur wenig
     Text, versagt LaTeX Plazierungsalgorithmus, da hier nichts ist, in
     denen sie ``flieen'' knnen. In diesen Fllen gibt es folgende
     Abhilfen:

       1. Schreiben Sie mehr erluternden Text oder verteilen Sie die
          Flieumgebungen besser im existierenden Text.
       2. Fgen Sie die Anweisung \clearpage zwischen einige
          Flieumgebungen, um LaTeX zu zwingen, alle gespeicherten
          Flieumgebungen auf eigene Seiten zu setzen. Diese Lsung ist
          mit Arbeit verbunden, da meist mehrere Versuche notwendig
          sind, um nur wenig gefllte Seiten zu vermeiden und diese bei
          nderungen wiederholt werden mssen. \afterpage{\clearpage}
          ist etwas besser, aber auch hier mu man manuell nacharbeiten,
          um nur teilgefllte Seiten zu vermeiden.
       3. Wenn kein Text vorhanden ist, in der die Flieumgebungen
          flieen knnen, so sollte man besser nicht-flieende
          Umgebungen verwenden.



epslatex:    CTAN: info/epslatex.ps
             CTAN: info/epslatex.pdf
morefloats:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/morefloats.sty
 


6.1.5 Wie kann ich es erreichen, da zwei Abbildungen nicht auf
verschiedenen Seiten, sondern mglichst direkt untereinander plaziert
werden?

In eine einzige `figure'- bzw. `table'-Umgebung knnen auch mehrere
Abbildungen oder Tafeln gesetzt und mit eigenen Unterschriften versehen
werden:

  \begin{figure}
    erstes Bild
  \caption{erstes Bild}
  \vspace{\floatsep}    % zusaetzlicher Abstand zwischen zwei `floats'
    zweites Bild
  \caption{zweites Bild}
  \end{figure}

Alle Abbildungen oder Tafeln einer Umgebung werden dann nicht mehr
getrennt. Aus diesem Grund sollte man auch darauf achten, da eine
`figure'- oder `table'-Umgebung durch zu viele Abbildungen und Tafeln
nicht zu hoch wird.

6.1.6 Wie kann ich in einer Abbildung zwei Bilder nebeneinander setzen?

Man kann zum Beispiel zwei `minipage'-Umgebungen verwenden, wobei man
dann auch mit deren optionalem Argument die Ausrichtung der beiden
Bilder angeben kann:

  \begin{figure}
  \begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
    Bild links
    \caption{Bildunterschrift links}
  \end{minipage}
  \hspace{.1\linewidth}% Abstand zwischen Bilder
  \begin{minipage}[b]{.4\linewidth} % [b] => Ausrichtung an \caption
    Bild rechts
    \caption{Bildunterschrift rechts}
  \end{minipage}
  \end{figure}

Ein sehr viel bequemerer Weg, um mehrere zusammengehrende Abbildungen
oder Tafeln in einer Float-Umgebung zu setzen, bietet das Paket
`subfigure'. Hierzu stellt das Paket die Anweisungen \subfigure und
\subtable zur Verfgung. Die Formatierung der Einzelabbildungen lt
sich sehr leicht anpassen.

subfigure:  CTAN: macros/latex/contrib/subfigure/
 


6.1.7 Wie kann ich eine Abbildung (`figure') und eine Tafel (`table')
nebeneinander setzen?

Verwendet man statt der Anweisung \caption die im Paket `capt-of'
definierte Anweisung \captionof, so ist es mglich, eine eigentlich zu
einer anderen Flieumgebung gehrige Beschriftung zu erreichen. Wie hier
gezeigt

  \usepackage{capt-of}
  ...
  \begin{figure}
    \begin{minipage}{.5\linewidth}
      Abbildung
     \caption{Abbildung}
    \end{minipage}%
    \begin{minipage}{.5\linewidth}
      Tafel
      \captionof{table}{Tafel}
      % auch: \captionof{table}[Eintrag im Verzeichnis]{Tafel}
    \end{minipage}
  \end{figure}

kann man eine Abbildung und eine Tafel nebeneinander setzen, wobei die
Unterschriften auch in das jeweilige Verzeichnis gelangen. Die Anweisung
\captionof ist auch geeignet, um nichtgleitende Abbildungen mit einer
Bildunterschrift zu versehen.

capt-of:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/capt-of.sty
 


6.1.8 Wie kann ich mehrere zusammengehrige Abbildungen bzw. Tafeln
entsprechend mit 1a, 1b etc. numerieren?

Das Paket `subfigure' bietet die Anweisungen \subfigure und \subtable
an, mit der man dies innerhalb der gewohnten `figure'- oder
`table'-Umgebung erreichen kann.

subfigure:  CTAN: macros/latex/contrib/subfigure/
 


6.1.9 Gibt es bei der Option `twocolumn' die Mglichkeit, Abbildungen
(`figure') und Tafeln (`table') ber beide Spalten, also die gesamte
Textbreite einer Seite zu setzen?

Statt `figure'- die `figure*'-, statt `table'- die `table*'-Umgebung
verwenden.

6.1.10 Wieso bekomme ich Fehlermeldungen, wenn ich eine
`figure'-Umgebung in andere Umgebungen oder Anweisungen einfge?

Eine `figure'- oder `table'-Umgebung ist ein sogenannter `float', d.h.
der Inhalt ``fliet'' an eine andere Stelle. Deshalb darf diese Umgebung
nicht innerhalb einer anderen, wie `minipage', \parbox o.. verwendet
werden. Die Eingabe

  \begin{minipage}{5cm}   %% FALSCH!
  \begin{figure}
    Bild
    \caption{text}
  \end{figure}
  \end{minipage}

ist daher falsch und erzeugt den in der Frage genannten Fehler. Korrekt
und auch logisch einsichtiger ist es, wenn man den Inhalt der
`figure'-Umgebung in eine `minipage' packt, also diese _in_ die
`figure'-Umgebung setzt:

  \begin{figure}
    \begin{minipage}{5cm}   %% KORREKT!
      Bild
      \caption{text}
    \end{minipage}
  \end{figure}


6.1.11 Wie kann ich das Layout der Bildunterschriften (\caption)
verndern?

LaTeX verwendet die interne Anweisung \@makecaption{Bild Nr}{Text}, um
die Bildunterschrift inkl. Bildnummer zu setzen. Indem man diese
Anweisung verndert, die in der Dokumentklasse definiert wird, kann man
das Layout ndern. Will man nur die Bildnummer (z.B. ``Abbildung 1'')
ndern, so reicht es oftmals aus, die interne Anweisung \fnum@figure
bzw. fr Tafeln \fnum@table entsprechend umzudefinieren.
Zur Vereinfachung gibt es einige leicht zu verwendende Pakete: `caption'
bzw. `caption2' haben viele Optionen; diese Pakete ermglichen die
Variation der Schriftart und -gre und des Layouts (zentriert,
berhngend, Absatz mit Einrckung usw.). Beispiel:

  \usepackage[bf]{caption2}
  \renewcommand{\captionfont}{\small\itshape}

fr einen etwas kleineren und kursiv gesetzten Unterschriftentext, wobei
die Bildnummer weiterhin fett gesetzt wird.
Um die Benennung zu ndern, wenn man also statt ``Abbildung''
beispielsweise ``Abb.'' verwenden mchte, erreicht man dies durch

  \renewcommand{\figurename}{Abb.}

Im Falle einer Tafel mu analog dazu \tablename umdefiniert werden.
(Achtung: Bitte weitere Hinweise in Frage Frage 8.5.9 beachten!)
Wollen Sie die Zhlweise der Abbildungs- bzw. Tabellennumerierung
ndern, so beachten Sie auch Frage Frage 8.5.2.
Speziellere Lsungen existieren natrlich auch oder sind teilweise in
einigen Dokumentklassen enthalten. So enthalten die NTG-und
KOMA-Script-Klassen beispielsweise Anweisungen, um alle Fonts (Sections,
Captions, Running Heads) zu verndern.

epslatex:          CTAN: info/epslatex.ps
                   CTAN: info/epslatex.pdf
caption/caption2:  CTAN: macros/latex/contrib/caption
NTG-Klassen:       CTAN: macros/latex/contrib/ntgclass
KOMA-Script:       CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
hangcaption:       CTAN: macros/latex209/contrib/misc/hangcaption.sty
isucaption:        CTAN: macros/latex209/contrib/misc/isucaption.sty
 


6.1.12 Wie kann ich die Unterschriften (\caption) neben eine Abbildung
oder eine Tafel setzen?

Zu diesem Zweck ist das Paket `sidecap' gedacht.

sidecap:  CTAN: macros/latex/contrib/sidecap
 


6.1.13 Wie kann ich Abbildungen oder Tafeln, die nicht innerhalb einer
`figure'- oder `table'-Umgebung stehen, dennoch mit einer
Bildunterschrift (Legende) versehen?

Keith Reckdahls Artikel `Using Imported Graphics in LaTeX2e' (epslatex)
enthlt die Beschreibung eines entsprechenden Tricks. Das Paket
`capt-of' (siehe auch Frage 6.1.7) implementiert diesen und stellt eine
entsprechende Anweisungen zum Satz von Legenden fr nicht-gleitende
Abbildungen zur Verfgung.

capt-of:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/capt-of.sty
 


6.1.14 Wie kann man neue Typen von Gleitumgebungen (`floats') z.B. fr
weitere Arten von Tafeln oder Programm-Code erzeugen?

Prinzipiell mu man fr einen neuen Typ von Gleitumgebung einige Makros
definieren. Beispielsweise sind fr die zu definierenden Umgebungen
`faqtable' und `faqtable*' die folgenden Anweisungen (in eine .sty-Datei
schreiben, da interne Anweisungen!) notwendig,

  \newcounter{faqtable}[section]
  %\renewcommand{\thefaqtable}{\thesection.\arabic{table}}
  %% \thefaqtable wird bereits durch \newcounter definiert
  \renewcommand{\fps@faqtable}{tp}  % nicht `h' bzw. `b'
  \renewcommand{\ftype@faqtable}{4} % type is a power of two!
  \renewcommand{\ext@faqtable}{lot} % Endung der Hilfsdatei
  \renewcommand{\fnum@faqtable}{FAQ-Tabelle~\thefaqtable}
  \newenvironment{faqtable}{\@float{faqtable}}{\end@float}
  \newenvironment{faqtable*}{\@dblfloat{faqtable}}{\end@dblfloat}

wobei damit noch keine Anpassungen des Inhaltsverzeichnisses, ein
eigenes Inhaltsverzeichnis oder sonstige Anpassungen des Layouts
durchgefhrt sind. Mehr Informationen dazu findet man im Buch `Der
LaTeX-Begleiter' (siehe Frage 2.4.1).
Sehr viel einfacher geht dies mit dem Paket `float', mit dem z.B. obiges
auch der normale LaTeX-Benutzer mit der simplen Anweisung
                 \newfloat{faqtable}{tp}{lot}[section]
definieren kann. Daneben sind auch schon einige `float'-Layouts
vordefiniert und knnen ebenso einfach verwendet werden.

float:  CTAN: macros/latex/contrib/float
 


6.1.15 Abbildungen und Tafeln sollen _immer_ nach dem ersten Verweis auf
sie gesetzt werden. Wie? Es ist mglich, da LaTeX sie vor der
Abschnittsberschrift plaziert. Wie unterbinde ich das?

Mit dem LaTeX-Paket `flafter', das Bestandteil jeder LaTeX-Verteilung
ist, werden Abbildungen und Tafeln nie vor dem Text plaziert, in dem sie
im Dokument angegeben werden. Damit LaTeX sie also nie vor dem ersten
Verweis plaziert, schiebt man die entsprechende `figure'- bzw.
`table'-Umgebung einfach hinter die erste \ref- bzw. \pageref-Anweisung.

flafter:  CTAN: macros/latex/base/
          CTAN: macros/latex/unpacked/
 


6.1.16 Gibt es eine einfache Mglichkeit, eine Abbildung oder Tafel
innerhalb des normalen Textes zu setzen, sie also mit dem normalen Text
umflieen zu lassen?

Hierfr gibt es mittlerweile eine groe Anzahl von Paketen mit
unterschiedlichen Beschrnkungen und Vor- und Nachteilen, die Piet van
Oostrum in einer Liste, die er unregelmig nach `comp.text.tex' postet,
aufzhlt:
  `flow', `floatflt' (fr LaTeX2e, Vorgnger `floatfig' ist fr LaTeX
      2.09), `picinpar' (veraltet), `picins', `window', `wrapfig'.
Empfohlen werden: `picins' (funktioniert auch in Listen-Umgebungen),
`floatflt' und `wrapfig' (untersttzen neben `figure'- auch
`table'-Umgebungen), da diese am meisten knnen und die wenigsten Fehler
aufweisen.

picins:    CTAN: macros/latex209/contrib/picins
floatflt:  CTAN: macros/latex/contrib/floatflt
wrapfig:   CTAN: macros/latex/contrib/wrapfig/
 


6.1.17 Wieso erhalte ich bei einigen Abbildungen falsche Querverweise,
obwohl ich doch die \label-Anweisung innerhalb der `figure'-Umgebung
verwendet habe?

Die \label-Anweisung mu _nach_ der Anweisung folgen, die fr die
Numerierung und damit auch fr die `Verankerung' des Verweises sorgt.
Solche Verankerungsanweisungen sind z.B. \section oder \caption, die
`figure'-Umgebung dagegen ist keine. Daher mu das \label _nach_ der
entsprechenden \caption folgen:

  \begin{figure}
    ... Abbildung ...
    \caption{Dies ist eine Abbildung}
    \label{fig:beispielabbildung}
  \end{figure}


6.1.18 Wie kann ich erreichen, da Abbildungen oder Tafeln, die alleine
auf einer sonst leeren Seite plaziert werden, bndig mit der
Seitenoberkante statt vertikal zentriert erscheinen?

Fr die Zentrierung von Float-Objekten sind die internen Lngenparameter
\@fptop, \@fpsep und \@fpbot verantwortlich. Um die vertikale
Zentrierung aufzuheben, ist daher \@fptop im Dokumentkopf oder in einer
eigenen Paketdatei auf eine unflexible Lnge zu setzen:

  \setlength{\@fptop}{0pt}

(Bitte beachten, da \@fptop ein interner Parameter ist und auerhalb
einer Paketdatei mit \makeatletter/\makeatother geklammert werden mu.)
Diese nderung gilt dann fr _alle_ Float-Objekte, also sowohl
Abbildungen als auch Tafeln.

6.2 Tabellen


6.2.1 Wie kann ich erreichen, da sich eine Tabelle ber mehrere Seiten
erstreckt?

Zu diesem Zweck gibt es die beiden Pakete `longtable' und `supertabular'
sowie `ltxtable', welches die Mglichkeiten von `longtable' und
`tabularx' in sich vereinigt.
`longtable' benutzt auf jeder Seite die gleiche Spaltenbreite, whrend
`supertabular' auf jeder Seite die Spaltenbreite neu berechnet.
`supertabular' funktioniert im Gegensatz zu `longtable' auch mit der
Klassenoption `twocolumn'. `tabularx' ist nicht direkt fr mehrseitige
Tabellen gedacht, sondern zum Austreiben einer Tabelle auf eine
bestimmte Breite. Eine mehrseitige Tabelle kann mit `ltxtable' auf eine
bestimme Breite ausgetrieben werden, wofr auch die Pakete `longtable'
und `tabularx' erforderlich sind.

longtable:     CTAN: macros/latex/required/tools/
tabularx:      CTAN: macros/latex/required/tools/
supertabular:  CTAN: macros/latex/contrib/supertabular
ltxtable:      CTAN: macros/latex/contrib/carlisle
 


6.2.2 Wie kann ich einzelne Felder oder grere Bereiche einer Tabelle
farbig oder grau hinterlegen?

Zu diesem Zweck gibt es die beiden Pakete `colortbl' und `colortab'.
Nhere Hinweise sind den beiliegenden Dokumentationen oder dem Buch
``The LaTeX Graphics Companion'' (siehe Frage 2.4.1) zu entnehmen.

colortbl:  CTAN: macros/latex/contrib/carlisle
colortab:  CTAN: macros/generic/colortab/
 


6.2.3 Wie kann ich erreichen, da sich eine Tabelle ber die gesamte
Spalten- bzw. Textbreite (oder ber eine andere vorgegebene Breite)
erstreckt?

Zu diesem Zweck gibt es das Paket `tabularx' sowie `ltxtable', welches
die Mglichkeiten von `longtable' und `tabularx' in sich vereinigt.
`tabularx' ermglicht das Austreiben einer Tabelle auf eine bestimmte
Breite. Hierzu wird ein neuer Spaltentyp `X' definiert, der sich wie
eine `p'-Spalte verhlt, ohne da man jedoch die Breite explizit angeben
mu. Stattdessen wird von `tabularx' die fr alle `X'-Spalten zur
Verfgung stehende Gesamtbreite berechnet und jeder `X'-Spalte ein
entsprechender Bruchteil davon zugewiesen. Eine mehrseitige Tabelle kann
mit `ltxtable' auf eine bestimme Breite ausgetrieben werden, wofr auch
die Pakete `longtable' und `tabularx' erforderlich sind.

tabularx:  CTAN: macros/latex/required/tools/
ltxtable:  CTAN: macros/latex/contrib/carlisle
 


6.2.4 Wie kann ich erreichen, da Zahlen in einer Tabelle am
Dezimaltrennzeichen ausgerichtet werden?

Die LaTeX-Pakete `dcolumn' und `rccol' (erfordert `fltpoint') sind dazu
geeignet. Letzteres gestattet auch das Runden der Zahlen.

dcolumn:  CTAN: macros/latex/required/tools/
rccol:    CTAN: macros/latex/contrib/rccol/
 


6.2.5 Wie kann ich in einer tabular-Umgebung eine Spalte speziell
setzen, ohne dies in jedem Eintrag zu wiederholen?

Das Paket `array' erweitert die Umgebungen `array' und `tabular' um
weitere Deklarationen, wie >, <, !, m oder p, in der Tabellenprambel.
So wird bei ``>{text}'' der Teil ``text'' direkt vor die folgende Spalte
eingefgt, so da beispielsweise nach

  \begin{tabular}{c>{\scshape}cc}

die zweite der drei Spalten in Kapitlchen gesetzt wird.

array:  CTAN: macros/latex/required/
 


6.2.6 Wieso kann ich in einer tabular-Umgebung die letzte Spalte nicht
mit \raggedright linksbndig setzen?

\raggedright definiert die Anweisung \\ um, die in den Umgebungen
`tabular' und `array' zur Markierung des Zeilenendes benutzt wird. In
LaTeX2e und den Paketen `array' und `longtable' existiert daher seit
Dezember 1994 die neue Anweisung \tabularnewline, die man fr diesen
Zweck anstelle von \\ verwenden kann.
Fr andere Pakete und ltere Versionen kann man auch folgenden Trick aus
dem Buch `Der LaTeX-Begleiter' (siehe Abschnitt 2.4.1) anwenden:

  \newcommand{\PreserveBackslash}[1]{%
    \let\temp=\\#1\let\\=\temp}

Statt einem einfachen \raggedright verwendet man in einer Tabelle dann
\PreserveBackslash{\raggedright}.
Ebenfalls ntzlich ist in diesem Zusammenhang die folgende Zeile

  \usepackage[NewCommands]{ragged2e}

zu Beginn des Dokuments. Damit wird eine bessere Trennung innerhalb
eines mittels \raggedright linksbndig mit rechtem Flatterrand gesetzten
Absatzes bewirkt.

ragged2e:  CTAN: macros/latex/contrib/ms/
 


6.2.7 Wie erreiche ich, da mit `tabular' erstellte Tabellen bndig mit
dem linken Rand gesetzt werden?

Zwischen den Spalten einer `tabular', aber auch links von der ersten und
rechts von der letzten Spalte, wird blicherweise ein Zwischenraum der
Breite \tabcolsep eingefgt. Um diesen zu unterdrcken, mu man in die
Tabellenprambel die Anweisung ``@{}'' einfgen, also beispielsweise

  \begin{tabular}{@{}ll@{}}
  ...           % ^^^  ^^^
  \end{tabular}

Die Anweisung ``@{text}'' sorgt dafr, da ``text'' _statt_ eines
Spaltenzwischenraums eingefgt wird. ``@{}'' unterdrckt also, da
zwischen zwei Spalten Zwischenraum eingefgt wird. Daran sollte man auch
bei \multicolumn-Anweisungen denken, die sich ber die erste bzw. letzte
Spalte etwa einer dreispaltigen Tabelle erstrecken:

  \multicolumn{2}{@{}l}{Spalten 1 und 2} & bla \\

bzw.

  bla & \multicolumn{2}{l@{}}{Spalten 2 und 3} \\


6.3 Funoten, Endnoten etc. (*)


6.3.1 Die Funoten sollen gesammelt am Ende des Kapitels erscheinen.


endnotes:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/endnotes.sty
 


6.3.2 Ich mchte meine Funoten auf jeder Seite neu beginnend
durchzhlen, d.h. auf jeder Seite soll mit `1' begonnen werden.


footnpag:  CTAN: macros/latex/contrib/footnpag
 


6.3.3 Ich mchte den maximal von den Funoten eingenommenen Platz auf 10
Zeilen beschrnken. Wie?

Das Lngenregister \dimen\footins gibt die maximale Hhe der Box mit den
Funoten fr eine Seite an. Nach

  \setlength{\dimen\footins}{10\baselineskip}

wird dieser Platz von normalerweise 8 Inch (ca. 20,5 cm) auf ca. 10
Zeilen beschrnkt.

6.3.4 Wie erreiche ich eine andere Formatierung der Funoten?

Mit dem Paket `footmisc' von Robin Fairbairns (hatte bis Januar 1998
noch den Namen `footnote') kann man sehr einfach einige andere
Formatierungen auswhlen. Ansonsten findet man im Buch `Der
LaTeX-Begleiter' nhere Informationen.

footmisc:  CTAN: macros/latex/contrib/footmisc/
 


6.3.5 Wie erhalte ich eine Funote innerhalb einer `figure' oder
`table'? Es erscheint zwar eine Markierung, aber kein Funotentext. (*)

In Gleitumgebungen funktionieren keine Funoten, da diese mitgleiten
mten, was ohne sehr viel Aufwand nicht mglich ist. Abhilfe kann man
dadurch schaffen, da man Funoten innerhalb einer \caption vermeidet
und den Funotentext in die Unterschrift mit einbindet. Ansonsten kann
man die Abbildung oder Tafel in eine `minipage'-Umgebung einklammern, so
da der Funotentext mit in die Gleitumgebung gesetzt wird und somit
mitgleiten kann. Die dann meist strende Abgrenzungslinie kann man mit
\renewcommand{\footnoterule}{} innerhalb der `minipage'-Umgebung
vermeiden.

  \begin{figure}
  \begin{minipage}{\linewidth}
    \renewcommand{\footnoterule}{}
    ... Abbildung mit \footnote{...} ...
  \end{minipage}
  \caption{ ... }
  \end{figure}

Eine weitere Mglichkeit bietet das Paket `threeparttable':

  \begin{figure}
    \begin{threeparttable}
      Abbildung oder Tabelle mit Fu"snote\tnote{1}
      \medskip
      \begin{tablenotes}\footnotesize
      \item[1] Wichtiger Fu"snotentext...
      \end{tablenotes}
    \end{threeparttable}
    \caption{ ... }
  \end{figure}


threeparttable:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/threeparttable.sty
 


6.3.6 Wie kann ich Funoten in mehreren Gruppen getrennt voneinander auf
einer Seite erscheinen lassen?

Das Paket `manyfoot' erlaubt die Deklaration zustzlicher
Funotenebenen, die zudem noch auf zwei Arten gesetzt werden knnen.

manyfoot:  CTAN: macros/latex/contrib/ncctools/
 


6.3.7 Wie erreiche ich, da meine Funoten nicht am Text ``hngen''
sondern unten auf der Seite gesetzt werden?

Das Paket `footmisc' bietet mit der Option `bottom' einen Weg, wenn
durch die Deklaration \raggedbottom die Seitenhhe flattert. In diesem
Fall setzt LaTeX die Funote mit etwas vertikalen Abstand
(\skip\footins) an den Text, so da die Funoten ebenso mitflattern.
Funoten werden normalerweise am Fue des Flietextes und nicht der
Seite gesetzt, also _oberhalb_ einer eventuell vorhandenen unten
plazierten Flieumgebung. Mit dem Paket `stfloats' werden die Funoten
an die Unterkante des Satzspiegels verschoben.

footmisc:  CTAN: macros/latex/contrib/footmisc/
stfloats:  CTAN: macros/latex/contrib/sttools/
 


6.3.8 Wie kann ich eine Funote in einer Kapitel- oder
Abschnittsberschrift setzen?

Wie in Frage 7.4.2 erlutert, mssen zerbrechliche Anweisungen wie
\footnote in einem `moving argument' mit \protect geschtzt werden, also
beispielsweise

  \section{Titel des Abschnitts\protect\footnote{Fasse dich kurz!}}

Bei Funoten ist dies jedoch nicht sinnvoll, da diese dann auch im
Inhaltsverzeichnis und im lebenden Kolumnentitel auftauchen wrde. Hier
ist es besser, das optionale Argument der berschriftsanweisungen zu
verwenden:

  \section[Titel des Abschnitts]%
          {Titel des Abschnitts\footnote{Fasse dich kurz!}}


6.4 Grafiken, Bilder, Farbe und andere Effekte (*)


6.4.1 Wie kann ich Grafiken in mein (La)TeX-Dokument einfgen? (*)

Die LaTeX-Pakete `graphics' bzw. `graphicx' definieren die Anweisung
\includegraphics, welche einen einfachen Weg darstellt, die Einbindung
von Grafiken in ein LaTeX-Dokument in einer weitgehend
systemunabhngigen Syntax vorzunehmen. Die frher fr denselben Zweck
verwendeten Anweisungen \psfig, \epsfig, \epsfbox usw. (enthalten in den
Paketen `psfig', `epsf' und `epsfig') sollten nicht mehr verwendet
werden, da sie teilweise fehlerhaft sind, nur fr ausgewhlte Treiber
funktionieren und auch nicht weiterentwickelt werden.
Neben \includegraphics werden weitere ntzliche Befehle zum Skalieren
und Rotieren definiert. Die Gre der Grafik, die von LaTeX bentigt
wird, um entsprechend Platz fr die Grafik zu lassen, wird bei
Encapsulated-PostScript-(EPS-)Dateien direkt aus dem
`BoundingBox'-Kommentar in der EPS-Datei gelesen. Bei anderen,
insbesondere bei binr vorliegenden Grafikformaten wie `gif' oder `pcx'
kann die Gre in einer begleitenden Textdatei bzw. im optionalen
Argument der Anweisung \includegraphics angegeben werden. Mit dem
Paketparameter `draft' des Paketes `graphics' kann man LaTeX
veranlassen, in die dvi-Datei nur einen Rahmen in der Gre der Grafik
statt des Verweises auf die Grafikdatei einzufgen, was das Betrachten
beschleunigt und zum Korrekturlesen manchmal hilfreich ist.
Die Grafikinformation kann bei EPS-Dateien sowohl als Vektoren als auch
in Form von Angaben zur Position der einzelnen Grapkikpunkte
(Pixelgrafik) enthalten sein. Wenn mglich, sollte man immer
Vektorgrafiken bevorzugen, da sie ohne Qualittsverluste skaliert werden
knnen. Ist man, wie bei gescannten Bildern, auf Pixelgrafiken
angewiesen, so sollte man zur Vermeidung von Qualittsverlusten darauf
achten, da die Auflsung der Grafik derjenigen des Druckers entspricht.
Man bedenke auch, da Grautne nur mit besser auflsenden Ausgabegerten
(mind. 600dpi, besser mehr) gut wiedergegeben werden.
Um vorhandene Pixelgrafiken nach EPS zu wandeln, kann man die
Exportfunktion etlicher Grafikprogramme nutzen. Es gibt darberhinaus
die beiden Programme `jpeg2ps' und `tiff2ps', die sehr kompakte
EPS-Dateien erzeugen. Sie erfordern Ausgabegerte, die `PostScript
Level 2' beherrschen, wie beispielsweise alle modernen PS-Drucker und
neue Ghostscript-Versionen. Alternativ kann man zur Konvertierung von
JPEG nach EPS auch `imgtops2' verwenden, das in der EPS-Ausgabe
DCT-Kompression nutzt und so sehr kompakte EPS-Dateien erzeugt. Zur
Konvertierung von Pixelgrafiken, die im Format PNG, aber auch TIFF, JPEG
und Netpbm vorliegen, in EPS fr Gerte mit PostScript Level 1, 2
oder 3, gibt es das Programm `bmeps', fr TIFF auch `tif2eps', das
Ghostscript voraussetzt. Ein weiteres Programm, welches eine Vielzahl
von Grafikformaten konvertieren kann, ist `convert', das Bestandteil der
Programmsammlung `ImageMagick' ist. Es steht ebenfalls fr viele
Betriebssysteme zur Verfgung. Da die meisten dvi-Preview-Programme
enthaltene EPS-Grafiken nicht darstellen knnen, empfiehlt es sich, die
dvi-Datei nach PostScript zu wandeln und dann ein
PostScript-Preview-Programm (`gv', `gsview', `ghostview', `Ghostscript'
etc.) zu verwenden.
Sehr ausfhrliche und gut verstndliche Hinweise zu diesem Thema enthlt
Keith Reckdahls Artikel `Using Imported Graphics in LaTeX2e' (epslatex)
und das Buch `The LaTeX Graphics Companion' von Michel Goossens u.a.
sowie `TeX/LaTeX und Graphik, ein berblick ber die Verfahren' von
Friedhelm Sowa (siehe Abschnitte 2.4.1 und 2.4.2).

graphics/graphicx:  CTAN: macros/latex/required/graphics/
graphicx            CTAN: macros/plain/graphics/
(Plain-TeX): 
epslatex (Keith     CTAN: info/epslatex.ps
Reckdahl): 
                    CTAN: info/epslatex.pdf
Graphics and Colour
with LaTeX (Patrick http://www.linmpi.mpg.de/~daly/latex/grf.htm
W. Daly): 
LaTeX2e und Grafik
(Sebastian          http://www.loh-fi.de/howto/latex.htm
Lohmeier): 
jpeg2ps:            http://www.pdflib.com/jpeg2ps/
                    CTAN: nonfree/support/jpeg2ps/
imgtops2:           http://www.cs.washington.edu/homes/dougz/postscript/imgtops2/
tiff2ps:            CTAN: graphics/tiff/
tif2eps:            CTAN: support/pstools/tif2eps/
bmeps:              CTAN: support/bmeps/
gif2eps:            http://www.zib.de/Visual/software/
ImageMagick:        http://www.imagemagick.org/
 


6.4.2 Wie kann ich erreichen, da anstelle der Grafiken nur leerer Platz
in der Gre der Grafiken im LaTeX-Dokument erscheint?

Mit der Option `draft' der Pakete `graphics' bzw. `graphicx'

  \usepackage[draft]{graphicx}

erreicht man, da statt der Grafiken nur ein Rahmen in Gre der Grafik
gezeichnet wird. Zustzlich wird der Name der einzufgenden Datei in
diesen Rahmen geschrieben.
Tip: Verwendet man die Option `draft' in der Klassendeklaration, so gilt
diese auch fr das Paket `graphicx'. Diese globale Option kann jedoch
mit der Paketoption `final' wieder berschrieben werden.
Will man weder Rahmen noch Dateinamen erhalten, so kann man das Paket
`crop' in der folgenden Weise nutzen:

  \usepackage[nographics]{crop}[2001/10/07]

Den gegenteiligen Effekt erreicht man mit der Paketoption `notext'.

crop:  CTAN: macros/latex/contrib/crop/
 


6.4.3 Wie kann ich mit TeX farbigen Text setzen?

Das LaTeX-Bundle `graphics' enthlt das Paket `color', das Befehle zur
Verfgung stellt, mit denen man Textteile einfrben, eine Box oder den
Hintergrund einer Seite farbig hinterlegen kann. Dies funktioniert
natrlich nur, wenn das Ausgabegert (Drucker, Bildschirm) dazu in der
Lage ist und der dvi-Treiber die dazu notwendige Funktionalitt hat,
entsprechende \special-Anweisungen mit den Farbbefehlen auszuwerten.
Um das Paket `color' an verschiedene Ausgabegerte und dvi-Treiber
anzupassen, mu eine entsprechende Definitionsdatei fr den jeweiligen
Treiber vorhanden sein bzw. noch erstellt werden. Auf jedem System
sollte in der Datei ``color.cfg'' eine dvi-Treiber-Definition als
Default angegeben sein. Das Paket `color' lt sich dann wie folgt
verwenden:

  \usepackage{color}

Will man in einem Dokument einen vom Standard abweichenden dvi-Treiber
verwenden, so kann man den Namen der dvi-Treiber-Definition als
Paket-Option angeben:


  \usepackage[dvips]{color}

erzeugt eine dvi-Datei mit Farb-\special-Anweisungen fr den
dvi-PostScript-Treiber `dvips'. Danach kann man die entstehende
dvi-Datei auch mit anderen dvi-Treibern bersetzen bzw. ausdrucken,
jedoch werden in den meisten Fllen die Farb-\special-Anweisungen nicht
erkannt und mit einer Warnung ignoriert.
Eine genauere Beschreibung der einzelnen Anweisungen und der vorhandenen
Definitionsdateien findet man in der Anleitung `grfguide' im Paket
`graphics'.

graphics/color:  CTAN: macros/latex/required/graphics/
 


6.4.4 Bei mit `XFig' erstellten und exportierten Zeichnungen erhalte ich
bei der Einbindung in LaTeX den Fehler, da \SetFigFont nicht definiert
ist. Was ist falsch?

Das Programm `fig2dev', das XFig zum Wandeln und Exportieren von
Fig-Bildern aufruft, hat in den Versionen vor Version 3.1pl1 einen
Fehler, der dazu fhrt, da das Makro \SetFigFont nicht immer definiert
ist. Nach einem Update des Paketes `Transfig', welches `fig2dev'
enthlt, verschwindet der Fehler. Kann man auf den Update nicht warten,
bietet sich auch als Einfachstlsung die Definition
\newcommand{\SetFigFont}[3]{} in der Dokumentprambel an.

transfig/fig2dev:  CTAN: graphics/transfig/
 


6.4.5 Bei Verwendung von PiCTeX erhalte ich die Meldung `No room for a
new \dimen'. Wie kann ich das vermeiden?

PiCTeX verwendet sehr viele von TeXs Zhler- und Lngenregistern und
wenn noch weitere Pakete hinzugeladen werden, die ebenso Register
bentigen, gehen die jeweils 256 vorhandenen, von denen LaTeX bereits
nicht wenige bentigt, aus. Die erste Lsung besteht in der Verwendung
des ConTeXt-Moduls `m-pictex' von Hans Hagen, das beim Laden von PiCTeX
dafr sorgt, da statt Lngen- an einigen Stellen Glue-Register
verwendet werden. Eine alternative Lsung besteht in der Verwendung des
Paketes `pictexwd', eines von Andreas Schrell vernderten PiCTeX, das
weniger Lngenregister benutzt.
Eine weitere Lsungsmglichkeit besteht darin, die grere Anzahl an
Registern zu nutzen, die e-TeX zur Verfgung stellt. Verwendet man LaTeX
(Aufruf: elatex), mu das Paket `etex' vor PiCTeX geladen werden, um von
e-TeX zu profitieren.

m-pictex.tex, m-pictex.sty:  CTAN: macros/context/cont-tmf.zip
pictexwd:                    CTAN: graphics/pictex/addon/
etex.sty ist momentan nur in teTeX und fpTeX enthalten.
 


6.4.6 Was kann ich tun, wenn eine Grafik im EPS-Format beim Einfgen in
ein LaTeX-Dokument Probleme bereitet?

Nicht selten erzeugen Grafikprogramme beim Speichern der Ergebnisse im
PostScript-Code keine oder eine fehlerhafte Boundingbox-Kommentarzeile.
Diese Angabe ist jedoch beim Einfgen der Grafik in ein LaTeX-Dokument
unbedingt erforderlich, da sonst der bentigte Platz nicht korrekt
berechnet werden kann. Der im folgenden testweise eingefgte Rahmen
zeigt die Gre der Boundingbox in Relation zur Grafik:

  \usepackage{graphicx}
  % ...
  \begin{figure}
    \setlength{\fboxsep}{-\fboxrule}\fbox{\includegraphics{dateiname}}
  \end{figure}

Ist die Boundingbox-Zeile fehlerhaft, kann folgendermaen vorgegangen
werden:

  Manuelle Korrektur:

      Man lade die EPS-Datei in einen PostScript-Viewer und notiere sich
      die Koordinaten der linken unteren (ll,lr) und der rechten oberen
      (ul,ur) Ecke des interessierenden Teils der Grafik, wobei die
      Maeinheit bp (big points) verwendet werden mu. Diese Werte fge
      man mit Hilfe eines ASCII-Editors im Anschlu an die Zeile
      ``%!PS-Adobe ...'' am Anfang der EPS-Datei hinzu bzw. korrigiere
      die vorhandene Angabe entsprechend:

        %%BoundingBox: ll lr ul ur

      Statt des Eintrags in die EPS-Datei knnen die Werte auch als
      optionale Parameter der `\includegraphics'-Anweisung angegeben
      werden:

        \includegraphics[bb= ll lr ul ur]{dateiname}


  Automatische Korrektur:

      Man verwende das Programm `epstool' in der folgenden Weise:

        epstool -b -c -oausgabedatei.eps eingabedatei.eps

      In der Datei ``eingabedatei.eps'' befinde sich die fehlerhafte
      Grafik, danach enthlt ``ausgabedatei.eps'' die korrigierte
      Grafik. `epstool' erfordert die vorherige Installation des
      PostScript-Interpreters `Ghostscript'.
      Alternativ dazu kann versucht werden, das Problem unter Verwendung
      des Programms `epstopdf' zu lsen:

        epstopdf --nogs --outfile=ausgabedatei.eps eingabedatei.eps

      Liegt die Grafik in Form einer einseitigen PostScript-Datei vor,
      kann man mit Hilfe des Programms `ps2eps' versuchen, diese in eine
      EPS-Datei mit korrekter BoundingBox-Angabe umzuwandeln:

        ps2eps eingabedatei.ps

      `ps2eps' erfordert ebenfalls das Programm `Ghostscript' sowie
      `perl'.

Sollte trotz korrekter Angabe der BoundingBox ein ungnstiges Ergebnis
entstehen, kann es daran liegen, da die EPS-Datei flschlicherweise
PostScript-Anweisungen enthlt, die auch den Bereich auerhalb der
BoundingBox verndern. Mit der Option [clip] der Anweisung
`\includegraphics' wird die Ausgabe auf den Bereich der BoundingBox
beschrnkt.

epstool/gsview:      ftp://support/ghostscript/ghostgum/
epstopdf:            http://www.tug.org/applications/pdftex/
ps2eps:              CTAN: support/ps2eps/
Ghostscript (GPL):   CTAN: support/ghostscript/gnu/
Ghostscript (AFPL):  CTAN: nonfree/support/ghostscript/aladdin/
 


6.4.7 Warum werden Pixelgrafiken in pdf-Dateien, die ich mit pdfTeX
erzeugt habe, verzerrt oder mit falschen Farben dargestellt?

Vermutlich ist die Ursache die veraltete fehlerhafte
pdfTeX-Version 0.13d. Abhilfe schafft die Verwendung einer aktuellen
Version (z.B. 0.14f oder neuer). Bei dieser Gelegenheit empfiehlt es
sich, die im Zusammenhang mit dem LaTeX-Paket `graphicx' wichtige Datei
``pdftex.def'' und das LaTeX-Paket `hyperref' ebenfalls zu erneuern.

pdftex.def:  http://www.tug.org/applications/pdftex/
~:           CTAN: macros/latex/required/graphics
hyperref:    CTAN: macros/latex/contrib/hyperref/
~:           http://www.tug.org/applications/hyperref/
 


6.4.8 Wie kann ich unter Windows Bilder, Grafiken etc. mit LaTeX
verwenden?

Um Bilder u.. aus Windows-Programmen in LaTeX einzubinden, sollte man
diese im EPS-Format in eine Datei drucken. Da es mit den EPS-Dateien,
die die Standard-EPS-Druckertreiber unter Windows erzeugen, immer wieder
zu Problemen kommt, sollte man stattdessen die PostScript-Druckertreiber
von Adobe installieren (siehe Frage 11.3.6).
Damit die EPS-Datei nun problemlos und korrekt unter LaTeX mit der
Anweisung \includegraphics eingebunden werden kann, ist die
Bounding-Box-Angabe in der Datei zu bestimmen und eventuell zu
korrigieren (siehe Frage 6.4.6).

6.4.9 Woher kann ich eine Dokumentation zum (La)TeX-Paket `pictex'
bekommen?

Leider ist die Originaldokumentation nur kuflich von der Firma
``Personal TeX, Inc.'' zu erhalten. Ersatzweise kann man die frei
verfgbare Dokumentation zu dem Programm `mathspic' verwenden.
`mathspic' ist ein unter DOS/Windows verwendbares Filterprogramm zum
vereinfachten Erstellen von PiCTeX-Grafiken.

Personal TeX, Inc.:  http://www.pctex.com
mathspic:            CTAN: graphics/pictex/mathspic/mpicm21.pdf
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 6 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 7 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


7 TeX, LaTeX, Makros etc. (III)


7.1 Gliederung, Inhalts-, Abbildungs- und andere Verzeichnisse


7.1.1 Beim Formatieren von \tableofcontents erhalte ich sehr viele
Meldungen mit ``overfull \hbox''. Woran liegt das?

Die Seitennummer wird in eine Box der Breite \@pnumwidth gesetzt. Der in
den Standardklassen hierfr verwendete Wert von 1.55em kann in manchen
Situationen (Seitennummer>=1000, breiterer Font) zu klein sein. Abhilfe:

  \renewcommand{\@pnumwidth}{2em}% statt `2em' evtl. groesserer Wert

Eventuell mu man dann auch den Wert im Makro \@tocrmarg anpassen. Da
man ein internes Makro ndert, ist diese Anweisung in eine .sty-Datei
oder mit \makeatletter ... \makeatother geklammert in die
Dokumentprambel zu schreiben.
Lngere Abschnittsnummern knnen eine andere Ursache dieses Fehlers
sein. Hier mu man in den Definitionen der Makros \l@<type>, wie z.B.
\l@section, im Aufruf des Makros \@dottedtocline das dritte Argument
entsprechend vergrern. Nheres hierzu im Buch ``Der LaTeX-Begleiter''
(siehe Frage 2.4.1).

7.1.2 Bei einem Artikel mit sehr vielen Abschnitten und Unterabschnitten
``klebt'' die berschrift im `toc' direkt hinter der Abschnittsnummer.
Kann man den Platz verbreitern?

In der Datei der verwendeten Klasse wird das Aussehen einer Zeile in den
Verzeichnissen durch ein Makro namens `\l@<typ>' festgelegt. Fr eine
\subsection ist dies das Makro \l@subsection, das z.B. in
``article.cls'' durch

  \newcommand{\l@subsection}{\@dottedtocline{2}{1.5em}{2.3em}}

definiert ist. Die Lnge 1.5em gibt an, wie breit der Einschub vom
linken Rand ist, die Lnge 2.3em, wie breit der Platz fr die
Abschnittsnummer sein soll. Will man diese vergrern, kann man dies
beispielsweise mit

  \renewcommand{\l@subsection}{\@dottedtocline{2}{1.5em}{3.3em}}

in einer .sty-Datei oder mit \makeatletter ... \makeatother geklammert
in der Dokumentprambel. Mehr dazu findet man im Buch ``Der
LaTeX-Begleiter'' (siehe Frage 2.4.1).
Sehr viel einfacher geht dies mit dem Paket `tocloft', das einem die
volle Kontrolle ber die Formatierung der einzelnen Verzeichnisse
erlaubt. Es bentigt noch das Paket `stdclsdv'.

tocloft:   CTAN: macros/latex/contrib/tocloft
stdclsdv:  CTAN: macros/latex/contrib/stdclsdv
 


7.1.3 Warum werden die durch \subsubsection angegebenen Abschnitte nicht
mehr numeriert?

Jeder Gliederungsebene ist in LaTeX eine Nummer zugeordnet:

-1 part    1 section    3 subsubsection 5 subparagraph
 0 chapter 2 subsection 4 paragraph

Bei der Klasse `article' existiert der Befehl \chapter nicht, und \part
erhlt die Nummer 0 zugeordnet.
Die Gliederungsebene, bis zu der numeriert wird, legt der Zhler
`secnumdepth' fest. Die Standardklassen setzen diesen Zhler auf den
Wert 2, also bis \subsection. Um auch fr tieferliegende Ebenen eine
Numerierung zu erhalten, mu der Zhler entsprechend erhht werden. Mit
\setcounter{secnumdepth}{4} werden die berschriften der Ebenen bis
\paragraph mit einer Nummer versehen, auch wenn dies nur in den
allerwenigsten Fllen sinnvoll ist.
Um die Numerierung von berschriften im Dokument vollstndig zu
verhindern, mu man den Zhler `secnumdepth' auf den Wert -2 gesetzt
werden. Ein Inhaltsverzeichnis wird dennoch erzeugt, da dies durch den
Zhler `tocdepth' gesteuert wird.

7.1.4 Wie erreiche ich, da Abschnittsberschriften ein anderes Aussehen
bekommen?

Die LaTeX-Anweisungen \section, \subsection etc. werden in den
Klassendateien wie z.B. ``article.cls'' definiert. (In LaTeX 2.09 wurden
sie dagegen in den Hilfsdateien wie z.B. ``art10.sty'' definiert.) Die
Definitionen verwenden dabei die allgemeinere Anweisung \@startsection,
in deren sechstem Argument man Formatieranweisungen angeben kann. Zur
nderung kopiert man sich die Definition aus ``article.cls'' bzw. die
entsprechende Klassendatei in eine .sty-Datei, ndert \newcommand (bzw.
\def) zu \renewcommand und fgt die Anweisung \centering zu den
bestehenden Formatieranweisungen hinzu:

  \renewcommand{\section}{%
    \@startsection {section}{1}{\z@}%
                   {-3.5ex plus -1ex minus -.2ex}%
                   {2.3ex plus.2ex}%
                   {\normalfont\Large\bfseries \centering}}

Man vergesse nicht, diese Definition mit \makeatletter ... \makeatother
zu klammern oder in eine .sty-Datei zu schreiben!
Mit dem Paket `titlesec' knnen Abschnittsberschriften noch einfacher
angepat werden. Beispielsweise erhlt man mit

  \usepackage{titlesec}
  \titleformat{\section}%
    {\normalfont\Large\bfseries \filcenter}%
    {\thesection}%
    {1em}%
    {}%

eine Zentrierung der \section-berschriften. Hierbei wurde \filcenter,
eine spezielle Anweisung des Pakets verwendet, jedoch kann auch
\centering verwendet werden. Die Anweisung \titleformat hat ein
optionales Argument, mit dem man beispielsweise wie bei \paragraph
eingebettete oder in den Rand ragende berschriften erhalten kann.
Abstnde zwischen berschrift und Text werden mit der Anweisung
\titlespacing vorgegeben.
Ebenso erleichtert das Paket `sectsty' die nderung der
Abschnittsberschriften in den LaTeX-Standardklassen.
Bei Verwendung einer aktuellen Version der -Klassen lassen sich
beispielweise die Schriftart, die Ausrichtung sowie weiteres ebenfalls
leicht anpassen.

titlesec:     CTAN: macros/latex/contrib/titlesec
sectsty:      CTAN: macros/latex/contrib/sectsty
KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
 


7.1.5 Warum werden die durch \subsubsection angegebenen Abschnitte nicht
mehr ins Inhaltsverzeichnis aufgenommen?

Ebenso wie der Zhler `secnumdepth' die Gliederungsebene festlegt, bis
zu der Abschnitte numeriert werden, legt der Zhler `tocdepth' die
Gliederungsebene fest, bis zu der Abschnitte in das Inhaltsverzeichnis
aufgenommen werden. Beispielsweise werden nach der Anweisung
\setcounter{tocdepth}{4} alle Abschnitte einschlielich der
\paragraph-Ebene in das Inhaltsverzeichnis aufgenommen (siehe dazu Frage
7.1.3). Diese Anweisung mu in der Prambel, auf jeden Fall vor
\tableofcontents verwendet werden.

7.1.6 Wie kann ich verhindern, da z.B. \subsection usw. im Anhang in
das Inhaltsverzeichnis aufgenommen werden?

Der Zhler `tocdepth' wird nur beim \tableofcontents ausgewertet, also
nur beim Satz und nicht bei der Erstellung der .toc-Datei. Daher hat
eine nderung von `tocdepth' nach dem Befehl \appendix keine Wirkung.
Stattdessen mu man dafr sorgen, da die nderung von `tocdepth' mit
\addtocontents in die .toc-Datei gelangt:

  \documentclass{article}
  %
  \newcommand{\settocdepth}[1]{%
    \addtocontents{toc}{\protect\setcounter{tocdepth}{#1}}}
  %
  \begin{document}
  \tableofcontents
  \section{Abschnitt}
  \subsection{Unterabschnitt}
  blabla
  %
  \appendix
  \settocdepth{1}
  %
  \section{Abschnitt}
  \subsection{Unterabschnitt}
  \subsubsection{Unterunterabschnitt}
  blabla
  \end{document}


7.1.7 Wie kann ich erreichen, da Literatur-, Abbildungs-, Tabellen- und
sonstige Verzeichnisse in das Inhaltsverzeichnis mit aufgenommen werden?

Diese Verzeichnisse werden normalerweise nicht in das Inhaltsverzeichnis
aufgenommen. Wenn dies dennoch notwendig ist oder erwnscht wird, kann
man es am einfachsten mit den Dokumentklassen des KOMA-Script-Paketes
erreichen, da diese Klassen die hierfr gedachten Optionen `liststotoc',
`bibtotoc' bzw. `bibtotocnumbered' und `idxtotoc' kennen.
Bei Verwendung anderer Klassen kann eventuell das Paket `tocbibind'
weiterhelfen. Ansonsten knnte man als letzte Lsung unmittelbar vor die
Anweisungen \bibliography, \listoftables, \listoffigures und \printindex
die Anweisungen

  \clearpage
  \addcontentsline{toc}{section}{\refname}

schreiben. Statt \refname ist evtl. \bibname bzw. \listtablename,
\listfigurename oder \indexname einzusetzen; `section' kann bei
Verwendung der Dokumentklassen `report' und `book' durch `chapter'
ersetzt werden. Auerdem mu bei Verwendung der Klassenoption `twoside',
die bei `book' voreingestellt ist, \clearpage durch \cleardoublepage
ersetzt werden.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
tocbibind:    CTAN: macros/latex/contrib/tocbibind/
 


7.1.8 Wie kann ich die Formatierung der automatisch erzeugten Inhalts-,
Abbildungs- und Tabellenverzeichnisse ndern?

Mit dem Paket `titletoc', das zusammen mit dem Paket `titlesec' verteilt
und dokumentiert wird, kann man sehr frei die Formatierung der
Inhaltsverzeichniseintrge ndern. Daneben gibt es noch das Paket
`tocloft', mit dem man ebenso die Formatierung des Inhalts-, Abbildungs-
und Tabellenverzeichnisses anpassen kann.

titletoc/titlesec:  CTAN: macros/latex/contrib/titlesec/
tocloft:            CTAN: macros/latex/contrib/tocloft/
 


7.1.9 Wie kann ich mit \ref nicht nur die Abschnittsnummer, sondern auch
den Text einer Abschnittsberschrift erhalten?

Das Paket `titleref' stellt hierzu die Anweisung \titleref, der analog
zu \ref und \pageref den Text einer Abschnittsberschrift oder
Abbildungsunterschrift liefert. Hierzu mu die Anweisung \label _nach_
den Abschnittsanweisungen und \caption erfolgen und darf _nicht_ im
Argument angegeben werden.
Im `hyperref'-Bndel existiert mit `nameref' ein weiteres Paket, das
diese Funktionalitt anbietet.Dieses definiert die Anweisung \nameref.
Insbesondere im Zusammenhang mit der Erzeugung von pdf-Dateien sollte
diese Lsung bevorzugt werden.

titleref:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/titleref.sty
nameref:   CTAN: macros/latex/contrib/hyperref/
 


7.1.10 Wie kann ich in einem Stichwortverzeichnis oder einem
Literaturverzeichnis noch Text zwischen die berschrift und die
Verzeichnisliste bekommen?

Hierfr mu man die Umgebung `thebibliography' bzw. `theindex'
umdefinieren. Man kopiert sich dazu die Definition dieser Umgebungen aus
der Klassendatei in eine eigene Paketdatei, ersetzt die Anweisung
\newenvironment durch \renewenvironment. Anschlieend fgt man zwischen
der berschrift, die mit \section oder \chapter erzeugt wird und der
Listen-Umgebung die Anweisungen

  \renewenvironment{\thebibliography}[1]{%
    \section*{\refname
      \@mkboth{\MakeUppercase\refname}{\MakeUppercase\refname}}%
    % vvvv--- neu
    \thebibliographyhook
    \renewcommand{\thebibliographyhook}{}%  Hook ruecksetzen
    % ^^^^--- neu
    \list{\@biblabel{\arabic{enumiv}}}%
   ...

wie hier fr `thebibliography' gezeigt, ein.
Fr das Stichwortverzeichnis werden diese Zeilen, diesmal mit
\theindexhook, in die entsprechend zu ndernde Definition der Umgebung
`theindex' eingefgt. Bei dieser mu man darauf achten, die beiden
Zeilen _in_ das optionale Argument der Anweisung \twocolumn einzufgen,
wenn der Text ber beide Spalten gehen soll.
Schlielich werden diese ``Haken'' mit der neuen Definition

  \newcommand{\thebibliographyhook}{} % Standard-Wert: kein Text
  \newcommand{\theindexhook}{} % Standard-Wert: kein Text

auf einen Wert gesetzt, der das bisherige Verhalten nicht verndert.
Will man nun zustzlichen Text einfgen, so wird der jeweilige Hook
direkt vor dem entsprechenden Verzeichnis per \renewcommand auf den
gewnschten Text gesetzt.
Von Version 2.6c an bieten die Dokumentklassen des KOMA-Script-Paketes
einen noch einfacheren Weg mit den Anweisungen `\setbibpreamble' und
`\setindexpreamble'.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
 


7.1.11 Wie kann ich mehrere Verzeichnisse in der Art des
Stichwortverzeichnisses, z.B. ein zustzliches Autorenverzeichnis,
anlegen?

Zu diesem Zweck geeignet sind die LaTeX-Pakete `camel' und `multind'.

camel:    CTAN: macros/latex/contrib/camel/
multind:  CTAN: macros/latex209/contrib/misc/multind.sty
 


7.1.12 In meinem LaTeX-Dokument fehlen die Eintrge im Inhalts-,
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis, obwohl die Dateien .toc, .lot bzw.
.lof vorhanden sind. Ich benutze das Paket `fancybox'.

Diese Besonderheit verschwindet mit einer aktuelleren Version des
Paketes `fanycbox', mindestens Version 1.3. Um sicherzustellen, da man
eine einigermaen aktuelle Version bentzt, kann man beim Laden des
Pakets das Datum angeben:

  \usepackage{fancybox}[2000/09/19]


fancybox:  CTAN: macros/latex/contrib/fancybox/
 


7.1.13 Wie mache ich alle Labels von Querverweisen sichtbar und wie
erhalte ich eine Liste dieser Labels?

Mit dem Paket `showkeys' aus dem `tools'-Bndel werden alle Querverweise
im Dokument als Marginalien gesetzt.
Eine Liste der Labels eines Dokuments erhlt man mit Hilfsdokument
``lablst.tex'', das zu Beginn den Namen des Dokuments, die
Dokumentklasse als auch die durch Kommata getrennte Liste aller
verwendeten Pakete erfrgt. Dieses Hilfsdokument liegt jeder
LaTeX-Verteilung bei.

lablst.tex:  CTAN: macros/latex/base/
showkeys:    CTAN: macros/latex/required/tools/
 


7.1.14 Wie kann ich erreichen, dass Referenzen in einem LaTeX-Dokument,
das ich nach PDF umwandle, als _Hyperlinks_ angezeigt werden, und kann
man auch _Bookmarks_ (Lesezeichen) automatisch entsprechend dem
Inhaltsverzeichnis erstellen lassen?

All dies und vieles mehr wird automatisch von dem Paket `hyperref'
erledigt. Neben der automatischen Erzeugung von _Hyperlinks_ und
_Bookmarks_ stellt das Paket zustzliche Befehle zur Verfgung, mit
denen Benutzer ihren Dokumenten weitere Hypertext-Elemente hinzufgen
knnen. Auch das Setzen bestimmter PDF-Dokumenteigenschaften
(Autorinformationen, Seitenbergnge) und die ``Steuerung'' des
`acroread' aus einem Dokument heraus sind mit dem Paket mglich.

hyperref:                 CTAN: macros/latex/contrib/hyperref/
hyperref (beta-Version):  http://www.tug.org/applications/hyperref/
 


7.1.15 Um PDF zu erzeugen, binde ich das Paket `hyperref' ein, aber beim
Betrachten mit `acroread' werden keine _Hyperlinks_ und auch keine
_Bookmarks_ angezeigt. Seltsamerweise zeigen `xdvi' bzw. `yap' bei
Betrachten der dvi-Datei korrekte _Hyperlinks_ an.

Da es sehr viele Methoden gibt, LaTeX-Dokumente in PDF zu wandeln, wobei
die dafr verwendeten Programme jeweils eine andere Notation verwenden,
wie Links angegeben werden, ist `hyperref' auf die Verwendung von
`Treibern' angeweisen, die fr jede Methode der PDF-Erstellung
festlegen, wie Links spezifiziert werden.
Wird kein Treiber explizit angegeben (als Paketoption; die Dokumentation
erklrt, wie das geht), so muss `hyperref' raten, welcher Treiber zu
verwenden ist. Wird pdfTeX zur bersetzung verwendet, so wird
automatisch der passende Treiber verwendet; bei Benutzung von LaTeX ist
der Standardtreiber jedoch fast immer `hypertex', was beispielsweise von
`xdvi' und `yap' verstanden wird, jedoch zur Umwandlung in PDF
ungeeignet ist.
Wenn dieser (falsche) Treiber verwendet wird, so ist in der
Protokolldatei die Zeile


  *hyperref using default driver hypertex*

zu finden.
In diesem Fall mu entweder ein Treiber explizit als Paketoption
angegeben werden (Vorsicht, dies kann dazu fhren, da nun die
bersetzung mit pdfTeX nicht mehr funktioniert!), oder es mu ein
passender Standardtreiber eingestellt werden.
Hierfr eignet sich die Datei ``hyperref.cfg'', die von `hyperref'
automatisch nachgeladen wird, wenn sie (an passender Stelle) existiert.
Ob eine solche Datei existiert und geladen wird, ist aus der
Protokolldatei ersichtlich.
Wenn man PDF mit LaTeX, `dvips' und Acrobat Distiller erstellt, ist der
korrekte Treiber `dvips'. Diesen legt man als Standardtreiber fest,
indem man der Datei ``hyperref.cfg'' die folgenden Zeilen hinzufgt
(bzw. eine Datei mit diesem Inhalt neu erstellt):

  \@ifundefined{pdfoutput}{%
    \let\pdfoutput=\@undefined
    \ExecuteOptions{dvips}%
  }{}%


7.1.16 Wieso werden, wenn ich unter Verwendung des Pakets `hyperref' auf
dem Umweg ber PostScript pdf-Dateien erzeuge (mit `ps2pdf' oder `Adobe
Acrobat Distiller'), pltzlich alle Texte, die als Links dienen,
insbesondere die Abschnittsberschriften im Inhaltsverzeichnis nicht
mehr umbrochen?

Das Paket `hyperref' kennt die Option `breaklinks', die festlegt, ob
Links umbrochen werden drfen. Diese Option ist bei Verwendung von
pdfLaTeX automatisch aktiv, bei `dvips' oder `ps2pdf' aber nicht, da der
im letzteren Fall verwendete pdfmark-Mechanismus einen Umbruch von Links
nicht zult. Es ist in diesem Fall also auf keinen Fall mglich, den
Umbruch von Links ``verlustfrei'' zuzulassen. Eine saubere Lsung dieses
Dilemmas besteht zur Zeit ausschlielich in der Verwendung eines
Systems, das den Linkumbruch erlaubt, wie etwa pdfTeX oder VTeX.
Man knnte die Paketoption `breaklinks' bei `hyperref' auch direkt
angeben, mu dann aber damit leben, da die im Umbruchfall erstellten
Links nicht oder nur eingeschrnkt funktionieren.
Ein total kaputtes Inhaltsverzeichnis kann man weiterhin durch Angabe
der Option `linktocpage' vermeiden, die bewirkt, da die Links im
Inhaltsverzeichnis den Seitenangaben statt den Abschnittstiteln
unterlegt werden.

7.1.17 Wie erstelle ich ein Glossar?

Um ein Wortverzeichnis mit Erklrungen oder im weiteren Sinne ein
Verzeichnis von benutzten Begriffen mit Erklrungen, wie beispielsweise
von Formelzeichen oder von Abkrzungen, zu erstellen, bietet LaTeX mit
den Anweisungen \makeglossary und \glossary die Mglichkeit, Eintrge
vorzunehmen. Jedoch verbleibt es beim Autor, diese Eintrge zu sortieren
und zu formatieren.
Um die Eintrge zu sortieren wird meist `makeindex', `xindy' oder
BibTeX, eventuell ergnzt um ein Zusatzprogramm, verwendet. Zur
Formatierung und zur leichteren oder differenzierteren Eingabe verwendet
man ein entsprechendes LaTeX-Paket.
Das Paket `nomencl' ist entstanden, um Verzeichnisse von Formelzeichen
anzulegen, kann aber darberhinaus noch mehr. Datenbanken mit
Abkrzungen etc. verwaltet das Paket `gloss' mit Hilfe von BibTeX. Das
Tool `glosstex' erstellt automatisch ein Glossar, ein
Abkrzungsverzeichnis oder ganz allgemein sortierte Listen. Es
kombiniert die Funktionalitt von `acronym', `nomencl' und `glotex' und
kann ebenfalls Datenbanken verwalten. Mit dem Paket `makeglos' kann in
ein Dokument ein Glossar eingebunden werden, das beispielsweise mit
`makeindex' oder `xindy' erstellt wurde. Dieses Paket ist weniger
umfangreich als `glosstex'.

nomencl:   CTAN: macros/latex/contrib/nomencl
gloss:     CTAN: macros/latex/contrib/gloss
glosstex:  CTAN: support/glosstex/
acronym:   CTAN: macros/latex/contrib/acronym
glotex:    CTAN: indexing/glo+idxtex/
makeglos:  CTAN: macros/latex/contrib/makeglos
 


7.2 Literaturzitate, Literaturverzeichnis, BibTeX (*)


7.2.1 Wie kann ich im Text mit dem Autor/Jahreszahl o.. zitieren?

Hierfr gibt es eine grere Anzahl von Paketen, wie `natbib', `theapa'
oder `cite', die dies erlauben.

natbib:  CTAN: macros/latex/contrib/natbib/
theapa:  CTAN: macros/latex209/contrib/theapa/
cite:    CTAN: macros/latex/contrib/cite/
 


7.2.2 Wie kann ich das BibTeX-Stylefile xyz.bst so abndern, da an
Stelle X ein/kein Komma/Punkt erscheint, da der Eintrag Y anders
formatiert wird etc.?

Die Programmiersprache von BibTeX, in der die .bst-Dateien geschrieben
sind, ist in der Datei ``btxhak.tex'' beschrieben, die jedem
BibTeX-Paket beiliegen sollte. Bevor man diese fr die meisten
ungewohnte Sprache lernt, sollte man zuerst berprfen, ob die eigenen
Wnsche schon durch das Paket `custom-bib' abgedeckt werden knnen.
Dieses Paket enthlt ein mengesteuertes, in TeX selbst geschriebenes
Erzeugungsprogramm, das aus einer Master-bst-Datei eine bst-Datei mit
den ausgewhlten Eigenschaften erzeugt.

custom-bib:     CTAN: macros/latex/contrib/custom-bib/
btxdoc/btxhak:  CTAN: biblio/bibtex/distribs/doc/
 


7.2.3 Gibt es ans Deutsche angepate .bst-Dateien? (*)

Ja, zum Beispiel kann man mit dem in Frage 7.2.2 genannten Paket
`custom-bib' .bst-Dateien fr verschiedene Sprachen, darunter auch
Deutsch, generieren.
Unter http://www.fh-hamburg.de/pers/Lorenzen/bibtex/ findet man in den
Dateien ``abbrvdin.zip'', ``alphadin.zip'', ``plaindin.zip'',
``unsrtdin.zip'' und ``natdin.zip'' an DIN angepate
BibTeX-Style-Dateien. ``natdin.bst'' ermglicht
Verfasser-Jahr-Zitierweisen zusammen mit DIN-Zitierstandard. Der
BibTeX-Style ``dinat.bst'' ist eine verbesserte Versionen von
``natdin.bst''.

Online-Tutorial:  http://www.din1505.informationskompetenz.net/
dinat:            CTAN: biblio/bibtex/contrib/german/dinat/
 

Auerdem gibt es folgende angepate .bst-Dateien und -Pakete (ohne
Gewhr, unvollstndig, Reihenfolge ist _keine_ Wertung):

abstyles:  CTAN: biblio/bibtex/contrib/abstyles/
germbib:   CTAN: biblio/bibtex/contrib/germbib/
geralpha:  CTAN: obsolete/biblio/bibtex/contrib/geralpha/
 


7.2.4 Wie kann ich statt der eckigen Klammern [1] im Text bzw. im
Literaturverzeichnis hochgestellte Ziffern, runde Klammern (1) oder
Schrgstriche /1/ verwenden?

Fr die Form der Labels im Text ist die interne Anweisung \@cite, fr
die Form im Literaturverzeichnis die interne Anweisung \@biblabel
anzupassen. Deren Standarddefinitionen lauten:

  \newcommand{\@cite}[2]{[{#1\if@tempswa , #2\fi}]}
  \newcommand{\@biblabel}[1]{[#1]}

Will man statt der eckigen Klammern Schrgstriche, so lauten die
Redefinitionen

  \renewcommand{\@cite}[2]{/{#1\if@tempswa , #2\fi}/}
  \renewcommand{\@biblabel}[1]{/#1/}

Nicht vergessen: Redefinitionen von internen Anweisungen (= enthalten
ein `@' im Namen) mssen entweder in ein .sty-File geschrieben oder in
der Prambel des Dokuments durch \makeatletter ... \makeatother
geklammert werden!
Die Pakete `cite' und `overcite' definieren Befehle, wie \citeleft und
\citeright, die die Klammern erzeugen und die der Benutzer mit
\renewcommand sehr einfach umdefinieren kann. Nach

  \usepackage{cite}
  \renewcommand{\citeleft}{(}
  \renewcommand{\citeright}{)}

bekommt man statt eckiger Klammern [1] runde Klammern (1).
Das Paket `overcite' erlaubt es auerdem, Zitatstellen im Text mit
hochgestellten Ziffern zu markieren.

cite, overcite:  CTAN: macros/latex/contrib/cite/
 


7.2.5 Wie erreiche ich, da innerhalb eines \cite im Dokumenttext
umbrochen werden darf?

Das Paket `cite' definiert die Zitieranweisung von LaTeX so um, da ein
Zeilenumbruch mglich ist.

cite:  CTAN: macros/latex/contrib/cite/
 


7.2.6 Wie kann ich verhindern, da die Wrter im Titel eines
.bib-Eintrages kleingeschrieben werden?

Entweder den Titel komplett oder alle gro zu schreibenden Wrter
einzeln noch einmal klammern, also in der .bib-Datei statt

  title = {Fragen und Antworten}

einfach

  title = {{Fragen und Antworten}}

oder

  title = {{Fragen} und {Antworten}}

eingeben.
Eine alternative Lsung (oder besser: Ergnzung der Klammerung) ist die
nderung oder Verwendung einer entsprechend genderten bst-Datei, in der
bei der Formatierung des Titels und anderer Teile eines Eintrages die
BibTeX-Anweisung `change.case$' _nicht_ ausgefhrt wird. Dies sollte bei
den an das Deutsche angepaten bst-Dateien (siehe Frage 7.2.3) bereits
der Fall sein, im Paket `custom-bib' (siehe Frage 7.2.2) kann die
Umwandlung ber einen Menpunkt ausgewhlt werden.

7.2.7 Bei Labels wie [Rai95], die aus Teilen des Autorennamens gebildet
werden, treten Fehler bei Autorennamen mit Umlauten auf; wie kann ich
das verhindern?

Damit BibTeX die Konstruktion `\"a' fr Umlaute als ein einzelnes
Zeichen korrekt erkennen kann, mu der Umlaut mit einer zustzlichen
Klammerung im Eintrag in der .bib-Datei eingegeben werden, also als
`{\"a}' oder `{\ss}'. Tip: BibTeX-Dokumentation in ``btxdoc'' lesen!

btxdoc:  CTAN: biblio/bibtex/distribs/doc/
 


7.2.8 Kann ich Umlaute direkt in einer .bib-Datei verwenden?

Jein. Einige neuere BibTeX-Implementierungen erlauben die Ein- und
Ausgabe von Umlauten und anderen akzentuierten Zeichen. Will man diese
Dateien jedoch an Personen mit anderen Rechnersystemen und anderen
BibTeX-Implementierungen weitergeben, sollte man sich auf die
Standard-Kodierung mit `{\"a}' etc. beschrnken.
Im Schlssel eines Verweises, also dem Argument von \cite, ebenso wie im
Schlssel eines .bib-Eintrages, also dem ersten Wort des Eintrags, darf
man _keine Umlaute_ verwenden. Hier sollte man sich auf die 26 Klein-
und 26 Grobuchstaben, die 10 Ziffern und die Satzzeichen beschrnken.
Der Grund liegt darin, da dieser Schlssel von (La)TeX an BibTeX
bergeben werden mu und ein Schlssel mit Umlauten auf diesem Wege
eventuell zu einer anderen Zeichenkette expandiert werden kann, die im
BibTeX-Lauf mit keinem Schlssel in der .bib-Datei bereinstimmt.
Dadurch kann dann der Eintrag von BibTeX bzw. von (La)TeX nicht gefunden
werden.

8-Bit-BibTeX:  CTAN: biblio/bibtex/8-bit/
 


7.2.9 Wie kann ich erreichen, da mehrere Zitate [5,3,1,7,6] zu
[1,3,5-7] sortiert und zusammengefat werden?

Je nach Art der bevorzugten Darstellung der Zitate im Text erreicht man
dies mit den Paketen `cite' oder `overcite' sowie `natbib' (Optionen:
``numbers,sort&compress''). Sollen im endgltigen Dokument die Zitate
unter Verwendung des Pakets `hyperref' anklickbar werden, ist die
letztgenannte Lsung zu bevorzugen. Ergnzend kann das Paket `hypernat'
benutzt werden, um auch die Wirkung der `hyperref'-Optionen `backref'
und `pagebackref' in diesem Fall sicherzustellen.

cite, overcite:  CTAN: macros/latex/contrib/cite/
natbib:          CTAN: macros/latex/contrib/natbib/
hypernat:        CTAN: macros/latex/contrib/misc/
 


7.2.10 Wie kann man in einem Dokument verschiedene Abschnitte mit
eigenen Literaturverzeichnissen versehen?

Die Pakete `chapterbib' und `bibunits' erlauben es, mehrere
Literaturverzeichnisse in einem Dokument zu verwenden, solange diese in
eigenen Abschnitten stehen. Bei `chapterbib' mu jeder der Abschnitte in
einer getrennt mit \include{...} einzubindenden Datei stehen. Beide
Pakete (`bibunits' ab Version 2.1) arbeiten problemlos mit anderen
Paketen wie `natbib' zusammenarbeitet.

chapterbib:  CTAN: macros/latex/contrib/cite/
bibunits:    CTAN: macros/latex/contrib/bibunits/
 


7.2.11 Wie kann man ein thematisch untergliedertes Literaturverzeichnis
erstellen?

Das Paket `bibtopic', vormals `bibtopics', ermglicht die
Untergliederung eines Literaturverzeichnisses, wobei allerdings die
.bib-Datenbankdatei entsprechend der Gliederung in mehrere Dateien
aufgeteilt werden mu. Ein alternatives Paket ist `multibib', bei dem
die Aufteilung der .bib-Datenbankdatei nicht ntig ist.

bibtopic:  CTAN: macros/latex/contrib/bibtopic/
multibib:  CTAN: macros/latex/contrib/multibib/
 


7.2.12 Wie kann ich in einer BibTeX-Datenbank WWW- oder ftp-Quellen, die
als URL vorliegen, zitieren?

Die Quellen knnen mit den blichen BibTeX-Styles auf unterschiedliche
Art und Weise zitiert werden. Eine Variante ist

  @manual{KEITH,
    author = "Keith Reckdahl",
    title  = "Using Imported Graphics in \LaTeXe\ Documents",
    year   = "1997",
    month  = dec,
    note   = "CTAN: \url{tex-archive/info/epslatex.ps}"}

und eine weitere

  @misc{GRANT,
    author = "Michael C. Grant and David Carlisle",
    title  = "The PSFrag system, version~3",
    year   = "1996",
    month  = nov,
    howpublished = "CTAN: \url{tex-archive/macros/latex/contrib/%
            supported/psfrag/pfgguide.tex}"}

In beiden Fllen wird das LaTeX-Paket `url' verwendet, um den Umbruch
der Adressen zu erreichen (siehe Frage 7.3.10). Auf dieses Paket kann
verzichtet werden, wenn bereits das Paket `hyperref', mindestens
Version 6.70s (2000-08-31) oder aktueller, benutzt wird.
Wird das `hyperref' _nicht_ verwendet, so solle man das Prozentzeichen
am Zeilenende entfernen, da dann das Paket `url' dieses dann mit
ausgeben wrde.
Wird das Paket `jurabib' verwendet, so kann man auch einfach wie folgt
zitieren:

  @manual{KEITH,
    author = "Keith Reckdahl",
    title  = "Using Imported Graphics in \LaTeXe\ Documents",
    year   = "1997",
    month  = dec,
    url    = "ftp://ftp.dante.de/tex-archive/info/epslatex.ps"}


url:       CTAN: macros/latex/contrib/misc/url.sty
hyperref:  CTAN: macros/latex/contrib/hyperref/
jurabib:   http://www.jurabib.org/
 


7.2.13 Gibt es einen Weg, da \cite gleich die komplette Literaturstelle
liefert?

Dies geht zwar nicht direkt mit der Anweisung \cite, aber im Paket
`bibentry', das `natbib' beiliegt, gibt es die Anweisung \bibentry, die
die vollstndige Literaturangabe liefert. Nheres ist der mitgelieferten
Dokumentation zu entnehmen. Eine Alternative bietet das Paket
`inlinebib', das man allerdings nur mit dem beigefgten
``inlinebib.bst'' verwenden kann. Auch das Paket `jurabib' ist in der
Lage, z.B. mittels \fullcite oder der Option ``citefull=all'' bzw.
``citefull=first'' eine vollstndige Literaturstelle zu liefern. Es kann
jedoch nur mit den `jurabib'-eigenen BibTeX-Stil ``jurabib'' verwendet
werden.

bibentry:   CTAN: macros/latex/contrib/natbib/
inlinebib:  CTAN: biblio/bibtex/contrib/inlinebib/
jurabib:    http://www.jurabib.org/
~:          CTAN: macros/latex/contrib/jurabib/
 


7.2.14 Wie kann ich mit Kurzformen von Autor und Titel zitieren oder
zwischen Kurz- und Langformen wechseln?

Das Paket `jurabib' bietet dazu die Eintragsfelder juraauthor und
juratitle an, in die man die zu verwendende Kurzform des Autors bzw. des
Titels eintrgt. Es bietet auch die Option ``citefull=first'', mit dem
bei Erstnennung eines Werkes eine vollstndige Literaturstelle
erscheint, bei den weiteren Zitaten erscheinen jedoch nur noch die
angegebenen Kurzformen. Werden keine Kurzformen angegeben, werden sie
(grtenteils) von `jurabib' generiert. Auch `inlinebib' bietet Felder
fr Kurzformen an.

inlinebib:  CTAN: biblio/bibtex/contrib/inlinebib/
jurabib:    CTAN: macros/latex/contrib/jurabib/
 


7.2.15 Wie kann ich die Eintrge in @phdthesis mit ``Diplomarbeit'' oder
hnlicher Klassifikation auszeichnen?

Im einfachsten Fall kann man die Art der These durch die Eigenschaft
type eberschreiben, also mit type="Dissertation". Soll als
Standard-Wert etwas anderes verwendet werden, so mu man die .bst-Datei
anpassen.

7.3 \verb-Anweisung, verbatim- und Kommentar-Umgebungen (+)


7.3.1 Wieso kann ich \verb nicht im Argument einer anderen Anweisung wie
\footnote, \parbox u.. verwenden? Wieso geht dies mit LaTeX2e nicht
mehr, obwohl es mit LaTeX 2.09 ging?

Dies ging in LaTeX 2.09 auch nur, solange innerhalb des Arguments von
\verb keine Zeichen mit besonderer Bedeutung verwendet wurden. Fr diese
Flle htte ein einfaches {\tt ...} auch ausgereicht. Die Eingabe
``\footnote{\verb+\cite+}'' liefert auch mit LaTeX 2.09 Fehler mit einer
sehr kryptischen Fehlermeldung, deshalb wird diese falsche Benutzung in
LaTeX2e mit der aussagekrftigeren Fehlermeldung `! LaTeX Error: \verb
illegal in command argument.' verhindert.
Benutzt man das Paket `fancyvrb' und verwendet man in der Prambel des
Dokuments die von diesem Paket definierte Anweisung \VerbatimFootnotes,
so knnen, anders als in Standard-LaTeX, innerhalb von Funoten
\verb-Anweisungen verwendet werden.

fancyvrb:  CTAN: macros/latex/contrib/fancyvrb
 


7.3.2 Wieso bekomme ich die Fehlermeldung `! LaTeX Error: \verb ended by
end of line.', wenn ich im Argument von \verb in der Eingabe ein
Zeilenende habe?

LaTeX 2.09 war bei \verb sehr viel toleranter und hat den Zeilenwechsel
innerhalb des Arguments von \verb erlaubt, obwohl dies keinen Sinn
macht, da \verb nur fr kurze Textstcke gedacht ist und im formatierten
Ergebnis kein Zeilenumbruch sichtbar wurde.
Aus diesen Grnden wird nun in LaTeX2e ein eventuell vorhandenes
Zeilenende im Argument von \verb als Fehler gemeldet. Dies hat den
Vorteil, da ein versehentlich vergessenes Argumentendezeichen sehr frh
erkannt und mit einer sinnvoller Fehlermeldung angezeigt werden kann.
Als Seiteneffekt kann hierdurch auch die Verwendung von \verb im
Argument einer anderen Anweisung erkannt und angezeigt werden.
Eine Abhilfe ist sehr einfach mglich, indem man in der Eingabe einen
Zeilenwechsel im Argument von \verb vermeidet.

7.3.3 Wie kann ich eine eigene `verbatim'-Umgebung definieren?

Die intuitive Definition
                     \newenvironment{myverbatim}{%
                            \begin{verbatim}%
                                  }{%
                             \end{verbatim}%
                                   }
einer solchen Umgebung ist nicht mglich, da `verbatim' `festverdrahtet'
nach der Zeichenkette `\end{verbatim}' sucht, so da die neue Umgebung
das `\end{myverbatim}' nicht als Ende erkennen kann.
Um dennoch `verbatim'-hnliche Umgebungen definieren zu knnen, gibt es
mehrere Pakete:

* `alltt' belt die drei Zeichen \, { und } in ihrer besonderen
  Bedeutung, ist daher keine vollstndige verbatim-Umgebung.
* `verbatim' (von Rainer Schpf et al.) erlaubt die Definition eigener
  `verbatim'-Umgebungen, wie z.B.
                      \newenvironment{myverbatim}{%
                  \verbatim % <== nicht \begin{verbatim} !
                                   }{%
                 \endverbatim % <== nicht \end{verbatim} !
                                    }
* `moreverb' und `fancyvrb' enthalten weitere Umgebungen, die
  unterschiedliche `verbatim'-hnliche Umgebungen vordefiniert enthalten
  oder mit denen man solche definieren kann.


alltt:     CTAN: macros/latex/base/
           CTAN: macros/latex/unpacked/
           CTAN: macros/latex209/contrib/misc/alltt.sty
verbatim:  CTAN: macros/latex/required/tools/
moreverb:  CTAN: macros/latex/contrib/moreverb
fancyvrb:  CTAN: macros/latex/contrib/fancyvrb
 


7.3.4 Wie kann ich Programm-Code in mein LaTeX-Dokument einbinden?

Neben der Mglichkeit, kurze Abschnitte `verbatim' einzubinden, gibt es
verschiedene Tools, die automatisch LaTeX-Code mit den entsprechenden
Syntaxhervorhebungen erzeugen:

* `listings'
  Reine LaTeX-Lsung; untersttzt viele Programmiersprachen; in neueren
  Versionen kann `listings' zustzlich einige der Mglichkeiten des
  Pakets `fancyvrb' nutzen.
* `lgrind'
  C-Programm und LaTeX-Style, fr LaTeX2e; untersttzt sehr viele
  Programmiersprachen.
* `tiny_c2l'
  lex-Programm und LaTeX-Style; untersttzt neben C auch C++ und Java;
  kann berlange Zeilen umbrechen.


listings:  CTAN: macros/latex/contrib/listings/
lgrind:    CTAN: nonfree/support/lgrind/
tiny_C2l:  CTAN: support/tiny_c2l/
 


7.3.5 Wie kann ich den Inhalt einer Datei innerhalb einer
`verbatim'-Umgebung darstellen?

`verbatim' (von Rainer Schpf et al.) stellt fr diese Zwecke die
Anweisung \verbatiminput{Dateiname} zur Verfgung. Die Pakete `moreverb'
und `fancyvrb' stellen weitere Anweisungen und Umgebungen zur Verfgung.

verbatim:  CTAN: macros/latex/required/tools/
moreverb:  CTAN: macros/latex/contrib/moreverb
fancyvrb:  CTAN: macros/latex/contrib/fancyvrb
 


7.3.6 Wie erreiche ich, dass innerhalb einer `verbatim'-Umgebung Umlaute
und andere Sonderzeichen zu sehen sind? (+)

Zu diesem Zweck ist es ntig, die Art der Kodierung dieser Zeichen
anzugeben. Siehe dazu Frage 8.5.3.

7.3.7 Wie kann ich Zeilennummern zu meinem Text hinzufgen?

Zu diesem Zweck gibt es die beiden LaTeX-Pakete `lineno' und `numline'.
Handelt es sich um Programmcode, der numeriert werden soll, sind jedoch
die in Frage 7.3.4 genannten Lsungen zu bevorzugen.

lineno:   CTAN: macros/latex/contrib/lineno
numline:  CTAN: macros/latex/contrib/numline
 


7.3.8 Gibt es eine Kommentarumgebung, mit der ich grere Textteile
auskommentieren kann?

Um Teile eines Textes auszukommentieren, kann man entweder zwei sehr
einfache TeX-Konstrukte verwenden, oder man bedient sich spezieller
Pakete, die unterschiedlich mchtige Kommentar-Umgebungen anbieten.
Zu den einfachen Konstrukten, die TeX selbst anbietet, zhlt zum einen
die Einklammerung des zu ignorierenden Textes mit den TeX-Primitiven
\iffalse ... \fi:

  \iffalse
      Kommentartext, wird sehr schnell ueberlesen
  \fi

Hier sollten im Kommentartext keine \if...-, \else- und \fi-Tokens (bzw.
diese mssen korrekt geschachtelt sein), keine `outer'-Makros oder
unerlaubte Zeichen auftauchen, da diese zu einem Fehler oder vielleicht
zu doch nicht auskommentierten Textteilen fhren knnen.
Ein anderes, einfaches Verfahren ist die Verwendung eines Makros, wobei
der auszukommentierende Text in dessen Argument geschrieben wird:

  \newcommand{\kommentar}[1]{}
  % ...
  \kommentar{%
    Kommentartext, wird als Argument gelesen und ignoriert
  }%

Auch hier sollten die oben genannten Tokens nicht im Kommentartext
auftauchen, auerdem darf der Kommentartext nicht zu lang sein, da sonst
TeXs `main memory' berlaufen knnte.
Spezielle Kommentarumgebungen beseitigen diese Einschrnkungen - und
haben meist selbst eigene Einschrnkungen. `verbatim' aus dem
`tools'-Bndel definiert eine sehr einfache Umgebung namens `comment',
die man jedoch nicht schachteln kann. Weiterhin gibt es noch `xcomment'
(von Timothy van Zandt), eine speziell an die Erfordernisse des Paketes
`seminar' angepate und abgespeckte Version des `verbatim'. Mit
`comment' (von Victor Eijkhout) kann man neue Kommentarumgebungen
definieren, die mit \includecomment- und \excludecomment-Deklarationen
aus- und eingeblendet werden knnen.

verbatim:  CTAN: macros/latex/required/tools/
xcomment:  CTAN: macros/latex/contrib/seminar/inputs/xcomment.sty
comment:   CTAN: macros/latex/contrib/comment/
 


7.3.9 Wie kann ich mehrere Versionen eines Textes erstellen oder
bedingte Textteile verwenden?

Auf der einen Seite kann man die in Frage 7.3.8 beschriebenen
Kommentarumgebungen entsprechend verwenden. Daneben gibt es mit den
Paketen `version', `optional' und dem bereits erwhnten `comment'
Erweiterungen, mit denen man ber Flags im Dokumentkopf Textteile
bedingt ein- oder ausblenden kann.

version:   CTAN: macros/latex/contrib/misc/version.sty
optional:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/optional.sty
comment:   CTAN: macros/latex/contrib/comment/
 


7.3.10 Ich will \verb z.B. fr Dateinamen, E-Mail-Adressen und URL
verwenden. Wie schaffe ich es, da innerhalb von \verb an geeigneten
Stellen getrennt wird?

Fr einige Anwendungen, wo man evtl. \verb benutzen knnte, gibt es auch
spezielle Lsungen, die fr den Anwendungszweck besser geeignet sind. So
gibt es beispielsweise die Pakete `url' und `path' fr Dateinamen,
E-Mail- und WWW-Adressen, bei denen nur an bestimmten Stellen umbrochen
werden darf, dies aber bereits automatisch geschieht.

url:   CTAN: macros/latex/contrib/misc/url.sty
path:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/path.sty
 


7.4 Zerbrechliche Anweisungen in `moving arguments'


7.4.1 Was sind `fragile commands'/zerbrechliche Anweisungen, was sind
`moving arguments'?

Der Text, den ein Autor im Argument von Anweisungen wie \caption,
\section etc. angibt, kann an mehreren Stellen in einem Dokument gesetzt
werden. Der Argumenttext von \section wird z.B. als Kapitelberschrift
gesetzt und taucht evtl. nochmals im Inhaltsverzeichnis oder im
Seitenkopf bzw. -fu auf. Diese Argumente nennt man `moving arguments',
da sie vom Platz, wo ein Autor sie angibt, auch zu anderen Stellen
verschoben werden.
Die korrekte Ausfhrung von `zerbrechlichen Anweisungen' hngt intern
von Zuweisungen ab. Innerhalb eines `moving argument' werden diese
Zuweisungen jedoch nicht durchgefhrt, so da solche Anweisungen
`zerbrechen'. Zu den zerbrechlichen Anweisungen zhlen unter anderem
\cite, \ref, \pageref fr Literatur- und Querverweise, \footnote,
\footnotemark, die Anweisungen \small, \large etc. zur Wahl der
Schriftgre, mathematische Formelzeichen wie \sqrt, \notin, \overbrace
und viele mehr (siehe Frage 7.4.2, Bemerkung am Ende).

7.4.2 Wie kann ich innerhalb des Arguments von \caption, \section etc.
Anweisungen wie \cite, \ref, \pageref oder \footnote verwenden, ohne
Fehler wie `! Argument of \@sect has an extra }.' oder `! Use of
\@chapter doesn't match its definition.' zu erhalten?

Zerbrechliche Befehle wie \cite mssen im `moving argument' der
Anweisung \caption mit \protect geschtzt werden, d.h. statt

  \caption{Bildunterschrift~\cite{PartlKnappen95}}

ist ein \protect direkt und _ohne_ geschweifte Klammern vor die zu
schtzende Anweisung zu setzen:

  \caption{Bildunterschrift~\protect\cite{PartlKnappen95}}

Anweisungen wie \caption, \section etc. haben auerdem noch die
Mglichkeit, in einem optionalen Argument den zu `verschiebenden
Argumenttext' anzugeben. Das heit, obiges knnte auch in

  \caption[Bildunterschrift]%
          {Bildunterschrift~\cite{PartlKnappen95}}

umformuliert werden. Jetzt ist das optionale Argument in []-Klammern das
`moving argument', in dem Sie zerbrechliche Anweisungen mit \protect
schtzen mssen!
Beginnend mit LaTeX von Dezember 1995 sind Anweisungen wie \cite und
Anweisungen mit optionalem Argument, wie \sqrt, nicht mehr zerbrechlich
und bentigen damit kein \protect mehr. Dennoch sollten Sie diese
Anweisungen weiterhin mit \protect schtzen, wenn Sie Ihre Dokumente
anderen zukommen lassen wollen.

--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 7 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 8 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


8 TeX, LaTeX, Makros etc. (IV)


8.1 Verschiedene Zeichen


8.1.1 Wie bekomme ich ein Gradzeichen?

Das Gradzeichen erhlt man am einfachsten mit LaTeX mittels

  \newcommand{\grad}{\ensuremath{^\circ}}

Da die Anweisung \ensuremath in LaTeX 2.09 nicht existiert, mu man hier
den konventionellen Weg whlen (der auch in LaTeX2e funktioniert):

  \newcommand{\grad}{\mbox{\(\mathsurround=0pt{}^\circ\)}}

Hat man schon die `Text-Companion'-Schrift der EC-Schriftfamilie
installiert, kann man mit dem Paket `textcomp', das seit Dezember 1997
Bestandteil von LaTeX ist, auf ein Gradzeichen mit \textdegree und auf
ein fertig zusammengesetztes Grad-Celsius-Zeichen mit \textcelsius
zugreifen. In der mittlerweile veralteten Testversion von `textcomp'
mute statt \textcelsius noch \textcentigrade verwendet werden.

ec/tc-fonts:  CTAN: fonts/ec/
 


8.1.2 Wo finde ich ein Promillezeichen? Ich mchte endlich 1,1Promille
statt 0,11\% eingeben knnen.

Die beste Lsung bietet die in den Text-Companion-(tc)-Schriften der
EC-Schriftfamilie vorhandene Letter fr ein Promillezeichen, da sie auch
von der Form zum blichen Prozentzeichen der Schrift passt:

  \usepackage{textcomp}
  \textperthousand

Falls man die Text-Companion-Schriften nicht verwenden will, kann man
alternativ die Schrift `wasy' verwenden, in der ebenso eine Letter fr
ein Promillezeichen existiert:

  \usepackage{wasysym}
  \permil

Sind beide Schriften nicht verfgbar, kann man folgende, in ``Die
TeXnische Komdie'' vom Dezember 1993 erschienene Lsung verwenden, die
auf der TeXbook-Lsung zu bung 11.6, S. 67 und 311, basiert (an LaTeX2e
angepat [br]):

  \newcommand{\promille}{%
    \relax\ifmmode\promillezeichen
          \else\leavevmode\(\mathsurround=0pt\promillezeichen\)\fi}
  \newcommand{\promillezeichen}{%
    \kern-.05em%
    \raise.5ex\hbox{\the\scriptfont0 0}%
    \kern-.15em/\kern-.15em%
    \lower.25ex\hbox{\the\scriptfont0 00}}

Die zustzliche \(..\)-Umgebung im Makro \promille ist fr LaTeX2e
zwingend notwendig, da sonst in einigen Fllen Zeichen fehlen knnten.
(Man knnte auch die Anweisung \ensuremath aus LaTeX2e verwenden.)
Leider pat das erzeugte Promillezeichen von der Form her nicht zum
Prozentzeichen.

textcomp:     CTAN: macros/latex/base/
ec/tc-fonts:  CTAN: fonts/ec/
wasysym:      CTAN: macros/latex/contrib/wasysym/
wasy:         CTAN: fonts/wasy2/
              CTAN: fonts/wasy2/ps-type1/hoekwater/
 


8.1.3 Ich bentige einen liegenden bzw. gedrehten `dagger' oder ein
hnliches liegendes Zeichen. Wie?

Entweder sucht man nach einem fertigen Font mit einem solchen Symbol
oder ndert die Quelle eines Fonts, falls dieser beispielweise als
METAFONT-Datei vorliegt, und fgt in die Quelle eine Operation zum
Drehen eines Zeichens ein.
Falls der dvi-Gertetreiber in der Lage ist, Teile der Ausgabe zu drehen
(wie die meisten PostScript-Treiber), kann man unter LaTeX die Anweisung
\rotatebox aus dem `graphicx'-Package verwenden:

  \rotatebox[origin=c]{90}{\(\dagger\)}


graphicx:  CTAN: macros/latex/required/graphics/
 


8.1.4 Wie erzeuge ich ein Zeichen fr `trademark' (TM), `registered
trademark' (R) oder `copyright' (C)?

Diese Zeichen durch Box-Konstruktionen zusammenzubauen, ergibt in den
meisten Fllen sehr unbefriedigende Ergebnisse. Unter LaTeX hat man mit
der Anweisung \textcircled{<Zeichen>} eine sehr einfache Mglichkeit
dafr, jedoch erhlt man nur fr einzelne Zeichen, wie fr das `c' im
Copyright-Zeichen \copyright, ein einigermaen gutes Ergebnis. Eine
erste Nherung fr das Trademark-Zeichen (TM) ist
\DeclareRobustCommand{\trademark}{\ensuremath{^{\mathrm{TM}}}}.
Sehr viel einfacher und besser sind die fertigen Zeichen, wie
\texttrademark, aus den `Text-Companion'-Fonts `tc...' aus dem
`EC'-Schrift-Paket. Unter LaTeX gibt es zur einfachen Einbindung das
`textcomp'-Package.
Beginnend mit LaTeX von Dezember 1995 gibt es standardmig neben der
Definition fr das Copyright-Zeichen auch Definitionen fr die Zeichen
`trademark' und `registered trademark' (\texttrademark,
\textregistered). Seit LaTeX vom Dezember 1997 ist das Paket `textcomp'
in der LaTeX-Verteilung enthalten.

tc-Fonts:            CTAN: fonts/ec/
Liste der tc-Fonts:  CTAN: info/symbols/text/
 


8.1.5 Wie kann man ein nicht kursives griechisches mu erzeugen?

In den Text-Companion-Fonts befindet sich ein aufrechtes mu, das man
beispielsweise fr Mengenangaben bentigt.

  \usepackage{textcomp} % seit 1997/12/01 in der Standardverteilung
  \textmu


8.1.6 Wie bekomme ich das Whrungssymbol fr den Euro?

Die `Text-Companion'-Fonts enthalten das Euro-Symbol, wobei dieses nicht
der offiziell festgelegten Version entspricht.

  \usepackage{textcomp}
  \texteuro
  {\sffamily\texteuro}

Ebenso kann man sich notfalls ein eigenes, ebenso nicht konformes
Euro-Symbol zusammensetzen:

  \newcommand\euro{{\sffamily C%
    \makebox[0pt][l]{\kern-.70em\mbox{--}}%
    \makebox[0pt][l]{\kern-.68em\raisebox{.25ex}{--}}}}

Mit dem Paket `eurosym' gibt es einen Satz an Fonts mit dem Euro-Symbol,
das der offiziell festgelegten Form des Symbols entspricht. Mitgeliefert
wird ein LaTeX-Paket zur Einbindung, so da man mit \euro ein
offizielles zur Schriftgre passendes Euro-Symbol erhlt. Abweichend
von der offiziellen Vorgabe wird es, um ein besseres Schriftbild zu
erreichen, auch fett und schrg gesetzt.
Dieselbe Anweisung \euro untersttzt auch das Paket `europs'. Es
erfordert die bei Adobe verfgbaren PostScript-Fonts mit dem
Euro-Symbol. Daneben existiert mit dem Paket `eurosans' eine weitere
LaTeX-Einbindung, das das Euro-Symbol aus der von Adobe erstellten
PostScript-Font-Familie `EuroSans' verwendet.
Daneben enthlt auch die im PostScript-Type-1-Format vorliegende Schrift
`Martin Vogels Symbole (marvosym)' ein Euro-Symbol. In dieser Schrift
ist auerdem jeweils ein Euro-Symbol, das zu den Schriften Times,
Helvetica und Courier pat, enthalten.

  \usepackage{marvosym} % bei der Schrift enthalten
  \EUR
  \EURtm \EURhv \EURcr

Und auch das Paket `China2e', mit dem chinesische Kalendersymbole
erzeugt werden knnen, enthlt Fonts mit dem Euro-Symbol, das man mit
der Anweisung \Euro bekommt.
Desweiteren kann im Zusammenhang mit der Verwendung von Euro-Symbolen
das Paket `euro' sehr hilfreich sein. Es bietet vielfltige
Mglichkeiten der Umrechnung von Euro in andere Whrungen und umgekehrt.
Verwendet man das Paket `mathpazo' bekommt man ein Eurozeichen, welches
auf die Grundschrift `Palatino' abgestimmt ist.

  \usepackage{mathpazo}
  \ppleuro


eurosym:                    CTAN: fonts/eurosym/
europs:                     CTAN: fonts/euro/latex/europs/
                            http://www.adobe.com/
eurosans:                   CTAN: fonts/euro/latex/eurosans/
marvosym:                   CTAN: fonts/psfonts/marvosym/
china2e:                    CTAN: macros/latex/contrib/china2e/
euro:                       CTAN: macros/latex/contrib/euro/
mathpazo:                   CTAN: fonts/mathpazo/
Walter Schmidt: Wie bekomme http://home.vr-web.de/was/x/latexeuro.pdf
ich...: 
 


8.1.7 Wie bekomme ich ein Entspricht-Symbol?

Ein Entspricht-Symbol kann man sich entweder mit

  \newcommand{\entspricht}{\mathrel{\widehat{=}}}

oder mit

  \newcommand{\entspricht}{\stackrel{\scriptscriptstyle\wedge}{=}}

definieren. Die Anweisung \mathrel{}, die in \stackrel implizit bereits
enthalten ist, sorgt dafr, da korrekte Abstnde vor und nach einem so
definierten Symbol verwendet werden.

8.1.8 Wie bekomme ich das Symbol fr Durchmesser?

Die einfachste Lsung ist \O{}. Empfehlenswerter ist jedoch ein Symbol
aus den AmS-Schriften:

  \usepackage{amssymb}
  \(\varnothing\)


AmS-Fonts:  CTAN: fonts/amsfonts/
amssymb:    CTAN: fonts/amsfonts/latex/
 


8.1.9 Wie kann ich ``\'', ``<'', ``>'' und weitere Sonderzeichen im Text
benutzen?

Die Zeichen, die in LaTeX eine besondere Bedeutung haben, und andere
Sonderzeichen muten frher mehr oder weniger kompliziert erzeugt werden
oder man mute auf den Formelsatz ausweichen. Unter LaTeX2e gibt es nun
einfachere Anweisungen, wobei man eine LaTeX-Version vom Dezember 1995
oder neuer verwenden sollte. Unter anderem sind folgende Symbole
definiert:

Text-Anweisung      Formelsatz Symbol oder Symbol-Beschreibung
\textbackslash      \backslash \
\textbar            \mid       |
\textless           <          <
\textgreater        >          >
\textasciicircum    \hat       ^
\textasciitilde     \tilde     ~
\textbullet         \bullet    gefllter Kreis auf halber Hhe
\textperiodcentered \cdot      
\textvisiblespace   (n.v.)     sichtbares Leerzeichen

Nheres findet man in der Datei ``usrguide.tex'' (``LaTeX2e for
authors'').

usrguide:  CTAN: macros/latex/base/usrguide.tex
 


8.1.10 Wie bekomme ich die Symbole fr Laplace-, Fourier- und
Z-Transformation?

Das LaTeX-Paket `trfsigns' bietet diese Symbole.

trfsigns:  CTAN: macros/latex/contrib/trfsigns
 


8.1.11 Wie kann ich einen _Smiley_ und einen _Frownie_ setzen?

Eine einfache Version erhlt man mit

  \newcommand{\frownie}{\texttt{:-(}}
  \newcommand{\smiley}{\texttt{;-)}}

und mit dem Paket `wasysym' kann man die Symbole aus den Schriften
`wasy' mit den Anweisungen \smiley und \frownie bekommen.

wasysym:  CTAN: macros/latex/contrib/wasysym/
wasy:     CTAN: fonts/wasy2/
          CTAN: fonts/wasy2/ps-type1/hoekwater/
 


8.1.12 Das Zeichen := sieht schlecht aus, wie kann ich erreichen, da
der Doppelpunkt in seiner Hhe zum Gleichheitszeichen pat?

Mit der Konstruktion \mathrel{\mathop{:}} lt sich der Doppelpunkt auf
der mathematischen Achse zentrieren, die auch die Mitte des
Gleichheitszeichens bestimmt.
Mit dem folgenden Makro von Donald Arseneau wird der Doppelpunkt im
mathematischen Modus generell umgestellt:

  \mathchardef\ordinarycolon\mathcode`\:
  \mathcode`\:=\string"8000
  \begingroup \catcode`\:=\active
    \gdef:{\mathrel{\mathop\ordinarycolon}}
  \endgroup


8.2 Mathematischer Formelsatz (*)


8.2.1 Fr Zahlenbereiche mchte ich die Symbole fr N, Z, Q, R, C mit
Doppelstrich verwenden. Wie bekomme ich diese Zeichen?

Ursprnglich wurden diese Symbole mit fetten Buchstaben geschrieben. Da
dies mit Kreide auf einer Tafel (`blackboard') sehr umstndlich wre,
hat man die Schreibweise mit den Doppelstrichen erfunden. Die einfachste
Mglichkeit ist daher, die Symbole einfach fett zu drucken, also
\mathbf{N} (bzw. {\bf N} in Plain-TeX und LaTeX 2.09).
Bevorzugt man die Darstellung mit Doppelstrichen, dann ist man in der
Regel mit den Mengenzeichen aus den AmS-Symbolschriften gut bedient:
Nach Laden des Pakets `amssymb' steht mit der Anweisung \mathbb ein
mathematisches Alphabet fr Mengenzeichen zur Verfgung, beispielsweise
\mathbb{N} fr die Menge der natrlichen Zahlen. Man beachte, dass nur
die Grobuchstaben verfgbar sind, sowie ein k mit Doppelstrich durch
die Anweisung \Bbbk. AmS-Symbole stehen teilweise auch fr andere als
die voreingestellten CM-Mathematikschriften zur Verfgung; man beachte
die Dokumentation zur jeweiligen Schriftfamilie.
Es gibt aber auch folgende Schriften, die Buchstaben mehr oder weniger
so wie `an der Tafel geschrieben' enthalten:

* `bbold' (von Alain Jeffrey)
  ohne Serifen, zwei dnne Striche, vollstndiger Zeichensatz.
* `mathbbol' (von Jrg Knappen)
  definiert AmS-(La)TeXs \mathbb-Anweisung so um, da statt der
  Original-AmS- die `bbold'-Schriften verwendet werden.
* `doublestroke' (von Olaf Kummer)
  mit Serifen (ein dicker und ein dnner Strich) und in neuer Version
  ohne Serifen (gleichmige Dicke), nur Grobuchstaben und 1, k, h.
* `bbm' (von Gilles F. Robert)
  sollte allen Wnschen gerecht werden, alle Varianten, wie fett, mit
  oder ohne Serifen etc.
* `mathpazo'
  enthlt die Symbole I, C, N, Q, R und Z, abgestimmt auf die Schrift
  `Palatino' (Beispiel in CTAN: fonts/mathpazo/pazotest.pdf.

Die Auswahl einer dieser Schriften ist reine Geschmackssache. Eine Hilfe
dazu bietet die bersicht in der PostScript-Datei ``blackboard.ps''. Man
beachte, dass nur die eingangs genannten AmS-Symbole sowie die Schrift
`mathpazo' im Type-1-Format verfgbar sind; alle anderen gibt es bisher
nur im METAFONT-Format.

amssymb:        CTAN: fonts/amsfonts/latex/
bbold:          CTAN: fonts/bbold/
mathbbol:       CTAN: macros/latex/contrib/jknappen/
doublestroke:   CTAN: fonts/doublestroke/
bbm:            CTAN: fonts/cm/bbm/
                CTAN: fonts/cm/sauter/holin/bbm/
                CTAN: macros/latex/contrib/bbm
blackboard.ps:  CTAN: info/symbols/blackboard/blackboard.ps
mathpazo:       CTAN: fonts/mathpazo
 


8.2.2 Fr Lagrange-Dichten htte ich gern ein geschwungenes L;
\mathcal{L} ist nicht das, was ich wnsche!

Schreibschriftbuchstaben fr den Mathematiksatz (nur Grobuchstaben)
sind in den `rsfs'-Schriften (Ralph Smith Formal Script) enthalten. Sie
knnen mit dem Paket `mathrsfs' und dem Befehl \mathscr{L} eingebunden
werden. Das Paket `calrsfs' ergibt Schreibschriftbuchstaben anstelle der
kalligraphischen Buchstaben mit dem Befehl \mathcal{L}.

rsfs:      CTAN: fonts/rsfs/
           CTAN: fonts/cm/sauter/holin/rsfs/b-rsfs.mf
mathrsfs:  CTAN: macros/latex/contrib/jknappen/
calrsfs:   CTAN: macros/latex/contrib/calrsfs/
 


8.2.3 Ich suche das Zeichen ... fr den Formelsatz, und kann es nicht in
den Standard-Fonts finden?

Zeichen, die in den CM-Fonts fehlen, sind mit wirklich sehr groer
Wahrscheinlichkeit in den AmS-Fonts `msam' oder `msbm' vorhanden. Die
Einbindung in LaTeX erfolgt mit dem Paket `amsfonts', die Einbindung in
Plain-TeX mit ``\input amssym.tex''. Nhers dazu siehe auch
``amsfndoc.tex''.
Eine umfassende bersicht von Symbolen mit Angabe der Bezugsquellen
enthlt ``The Comprehensive LaTeX Symbol List'' von Scott Pakin.

amsfonts:       CTAN: fonts/amsfonts/
amssym:         CTAN: fonts/amsfonts/plaintex/amssym.tex
amsfndoc.tex:   CTAN: fonts/amsfonts/doc/amsfndoc.tex
symbols:        CTAN: info/symbols/
comprehensive:  CTAN: info/symbols/comprehensive/
 


8.2.4 Warum fgt TeX in einer mathematischen Formel hinter einem
Dezimalkomma einen kleinen Zwischenraum ein?

Die meisten TeX-Makropakete und -Formate gehen davon aus, da man einen
Dezimalpunkt statt eines -kommas verwendet. Fr den Dezimalpunkt, der in
einer mathematischen Formel die Bedeutung eines `Ordinary'-Symbols hat,
wird daher zwischen Ziffern kein zustzlicher Zwischenraum eingefgt.
Das Komma hat in Formeln die Bedeutung eines `Punctuation'-Symbols, man
kann es daher als Trennzeichen in einer Aufzhlung verwenden, da TeX mit
einem kleinen Zwischenraum dafr sorgt, da Formeln wie `f(x, y)' gut
aussehen.
Das Problem des falschen Abstandes fr ein Dezimalkomma kann man auf
verschiedene Arten beheben. Fr einzelne Flle mag es reichen, das Komma
einfach mit {...} zu klammern, da geklammerte Formelteile diesselben
Abstnde wie ein `Ordinary'-Symbol bekommen:

  $\pi = 3{,}1415\ldots$

Eine andere Methode erklrt das Komma zu einem `Ordinary'-Symbol statt
eines Trennzeichens:

  %%%% alte Definition:
  %% \mathcode`\,="613B
  %%%% neue Definition:
  \mathcode`\,="013B

und wenn man statt der \mathcode-Zuweisung die Anweisung
\DeclareMathSymbol in LaTeX verwendet:

  %%%% alte Definition:
  %% \DeclareMathSymbol{,}{\mathpunct}{letters}{"3B}
  %%%% neue Definition:
  \DeclareMathSymbol{,}{\mathord}{letters}{"3B}

Der Preis hierfr ist natrlich, da in `f(x,y)' der zustzliche
Zwischenraum fehlt. Aber auch das lt sich in den Griff bekommen:
Das Paket `icomma' ndert die Definition des Kommazeichen so, da es im
mathematischen Modus zwischen `3,1415' und `f(x, y)' unterscheiden kann:
Steht hinter dem Komma ein Leerzeichen, ist das Trennzeichen mit etwas
Abstand gemeint, ansonsten das Dezimalkomma. Im Unterschied zu hnlichen
Lsungen funktioniert diese Paket mit beliebigen Mathematik-Fonts.
Mit dem Paket `ziffer' ist das Leerzeichen nach dem Komma, um Mengen
oder Argumente zu kennzeichnen, bis auf einige Ausnahmen nicht
notwendig, so dass bestehende Texte nicht verndert werden mssen.

icomma:  CTAN: macros/latex/contrib/was/
ziffer:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/ziffer.sty
 


8.2.5 AmS-LaTeX: Was ist der Unterschied zwischen dem Paket `amstex' und
`amsmath'?

Dies wird in der Datei ``diffs-m.txt'' des AmS-LaTeX-Packages erlutert:
In AmS-LaTeX Version 1.0 und 1.1, beide nur fr LaTeX 2.09, war `amstex'
das Hauptpaket, das mehr oder weniger direkt aus Michael Spivaks
AmS-TeX-Makros entstanden ist. AmS-LaTeX Version 1.2 fr LaTeX2e enthlt
nun neben `amstex' ein neues Paket namens `amsmath', das nun unabhngig
von `amstex' weiterentwickelt werden kann. `amstex' kann dadurch
eingefroren werden, so da alte Dokumente weiterhin unverndert
formatiert werden knnen. Fr neue Dokumente sollte man `amsmath'
verwenden, da nur noch dieses Paket untersttzt und weiterentwickelt
wird. Die Unterschiede zwischen `amsmath' und `amstex' sind der
Dokumentation in der Datei ``diffs-m.txt'' zu entnehmen.

amslatex:     CTAN: macros/latex/required/amslatex/
AmS-LaTeX:    http://www.ams.org/tex/amslatex.html
The amsmath   http://www.ams.org/tex/amsmath.html
package: 
diffs-m.txt:  CTAN: macros/latex/required/amslatex/math/diffs-m.txt
 


8.2.6 Wieso bekomme ich mit AmS-LaTeX, wenn ich eigene Umgebungen, die
`equation', `gather' `align', `alignat', `flalignat' oder `split'
verwenden, Fehlermeldungen?

Mit AmS-LaTeX funktionieren Definitionen wie

  \newenvironment{myalign}{\begin{align}}{\end{align}}
  \newcommand{\ba}{\begin{align}}
  \newcommand{\ea}{\end{align}}

nicht mehr, weil diese Umgebungen zuerst die komplette Formel einlesen
mssen, da die Satzalgorithmen so geschrieben sind, da diese Formel
mehrmals durchlaufen werden mu.
Damit man dennoch eigene Umgebungen definieren kann, ist statt
\begin{align} die Anweisung \align, statt \end{align} die Anweisung
\endalign in der Definition zu verwenden:

  \newenvironment{myalign}{\align}{\endalign}

Die Definition von Abkrzungsmakros fr diese Umgebungen, wie oben
gezeigt, ist zwar mit einem Trick mglich. Jedoch sollten Umgebungen
grundstzlich auch als solche im Dokument erkennbar sein, so da von
solchen Abkrzungsmakros abgeraten und der Trick nicht verraten wird.
Nheres findet man in der Datei ``technote.tex'', das Teil der
Dokumentation von AmS-LaTeX ist.

technote.tex:  CTAN: macros/latex/required/amslatex/math/technote.tex
 


8.2.7 AmS-Fonts: Ein altes Dokument benutzt die Fonts `msxm' und `msym'.
Wo kann ich diese finden?

Die Fonts `msxm' und `msym' sind veraltet und wurden vor einigen Jahren
durch die Fonts namens `msam' und `msbm' ersetzt. Beide Fonts sind im
AmS-Font-Paket enthalten.
Selbst wenn man die Quellprogramme fr die beiden veralteten Fonts
`msxm' und `msym' htte, knnte man aus diesen keine gf- oder pk-Dateien
erzeugen, da die Fonts `msxm' und `msym' mit dem Vorgnger des aktuellen
METAFONT-Programmes namens `MF79' in der Sprache `SAIL' geschrieben
waren. Aus diesem Grund wurden die beiden Fonts auch nur als pxl- oder
pk-Dateien verteilt.
Als Ersatz gibt es mit `msx2mas' einen Satz virtueller Fonts fr `msxm'
und `msym', die die Symbole der vorhandenen Schriften `msam' und `msbm'
verfgbar machen.

msxm/msym:  CTAN: fonts/vf-files/msx2msa/
 


8.2.8 Das Integral- und Summationszeichen ist fr Dokumente, die in 11pt
oder gar 12pt gesetzt sind, zu klein.

Den Math-Extension-Font `cmex10', aus dem die `groen' Symbole stammen,
sollte man nicht einfach vergrern, da einige Parameter dieses
besonderen Fonts den mathematischen Formelsatz in TeX bestimmen. Da es
bisher fr 11pt und 12pt keine speziellen Math-Extension-Fonts gibt,
verwendet LaTeX fr alle Schriftgren den 10pt-Font `cmex10'.
Mit dem Paket `exscale' verwendet LaTeXs skalierte `cmex10'-Fonts und
pat die Anweisungen \big, \bigg etc. entsprechend an.

exscale:  CTAN: macros/latex/base/
 


8.2.9 Wie vermeide ich den Fehler `! Double superscript.', den ich fr
$a^b^c$ erhalte?

Der Term a hoch b hoch c ist nicht eindeutig, da er entweder als (a^b)^c
oder als a^(b^c) interpretiert werden kann. Anstatt nun eine
mglicherweise falsche Interpretation des Terms anzunehmen, meldet TeX
obigen Fehler. Diesen mu man durch explizite Klammerung ${a^b}^c$ bzw.
$a^{b^c}$ auflsen, was dann zu Unterschieden in den Schriftgren
fhrt.
Das gleiche Problem stellt sich auch bei mehrfacher Indizierung $a_b_c$,
wo man die Mehrdeutigkeit ebenso durch Klammerung auflsen mu.

8.2.10 Wie setzt man physikalische Einheiten, etwa Lngenangaben? (*)

Es gelten einigen Grundregeln, von denen die meisten das Paket `units'
automatisch korrekt erledigt:

* In wissenschaftlichen Werken werden Einheiten aufrecht und vor allem
  bei lngeren Ausdrcken, etwa $F = 400\,\mathrm{kN}$, im Mathe-Modus
  gesetzt.
* Falls die Integration etwa in einen halbfetten Textteil wichtiger als
  die physikalische Korrektheit ist, sollte Textmodus, etwa \textbf{...
  3\,m ...}, verwendet werden. Hinweis: Der Unterschied zwischen Text-
  und Mathemodus wird deutlicher, wenn man mittels
  \renewcommand{\familydefault}{cmss} eine Serifenlose verwendet.
* Zwischen Zahl und Dimension findet kein Zeilenumbruch statt.
* Als Abstand zwischen Zahl und Dimension whlt man \,. Dagegen sehen
  die Richtlinien des Springer-Verlags ~ als Abstand vor.
* Einheiten werden _nicht_ in eckige Klammern, wie etwa [N], gesetzt.
  Die richtige Schreibweise ist $[F] = \mathrm{N}$.
* In Tabellen stehen Einheiten in runden Klammern in einer eigenen Zeile
  im Tabellenkopf, nicht etwa in jeder Zelle:

    =========================
    Erhoehte Reduktion  Druck
    bei Rolle 44
    (mm)                (MPa)
    -------------------------
    5                   8
    ...


Mehr Formatierungsoptionen, beispielsweise fr den Abstand zwischen
Mazahl und Einheit, und sehr viele Makros fr Einheiten (z.B. Ohm,
Hertz) bietet das Paket `SIunits'. Darin ist auerdem eine ausfhrliche
Errterung der SI-Einheiten enthalten. Zahlen und Einheiten werden von
diesem Paket jedoch in der meist serifenbehafteten Mathematikschrift
gesetzt, auch wenn eine serifenlose Brotschrift verwendet wird. Dieses
Problem lst das Paket `fancyunits', das das Paket `SIunits' fast ohne
nderung eines bestehenden Dokuments ersetzen kann.

units:       CTAN: macros/latex/contrib/units
SIunits:     CTAN: macros/latex/contrib/SIunits
fancyunits:  http://tina.nat.uni-magdeburg.de/heiko/LaTeX/Tips_und_Tricks/fancyunits
 


8.2.11 Wie erhalte ich kursive groe griechische Buchstaben?

Whrend im mathematischen Modus fr kleine griechische Buchstaben kursiv
als richtige Schreibweise gewhlt wird, erscheinen groe griechische
Buchstaben senkrecht. Das Paket `fixmath' ndert dies bei den
blicherweise verwendeten CM-Schriften. Die Pakete zur Benutzung anderer
mathematischer Schriften haben teilweise eine Option, die dazu fhrt,
da groe griechische Buchstaben ebenfalls kursiv gesetzt werden. Hierzu
bitte die Dokumentation der jeweiligen Pakete durchlesen.

fixmath:  CTAN: macros/latex/contrib/was/
 


8.3 Chemischer Struktur- und Formelsatz


8.3.1 Wie kann ich chemische Strukturformeln mit LaTeX setzen?

Die folgenden Pakete sind eine unvollstndige Auswahl (Freiwillige?!).
Ob sie unter LaTeX2e, LaTeX 2.09 oder Plain-TeX verwendbar sind, mu,
falls dies nicht vermerkt ist, selbst getestet werden.

* PPCHTeX: Typesetting Chemical Formulas in TeX, von Hans Hagen und A.F.
  Otten
  Auf PiCTeX oder PSTricks basierendes Paket, mittlerweile das
  flexibelste und umfangreichste Paket. PPCHTeX ist fr das TeX-Format
  ConTeXt entwickelt worden, kann aber auch mit Plain-TeX und LaTeX (2e
  und 2.09) eingesetzt werden. Eine ltere Version ist in den
  Proceedings of the 9th European TeX Conference EuroTeX'95, Arnhem,
  S. 197-222 und TUGboat 17(1), Mrz 1996, S. 54-66 beschrieben. Fr
  PPCHTeX gibt es eine mail-basierte Diskussionsliste (siehe Frage
  1.3.4).
* XymTeX: A Macro Package for Typsetting Chemical Structural Formulas,
  von Shinsaku Fujita
  Dieses System ist nach PPCHTeX das umfangreichste. Es verwendet
  vorgefertigte Moleklklassen, in denen die Atompositionen vom Anwender
  belegt werden knnen. Durch die `Kondensation' solcher Klassen lassen
  sich so ziemlich alle denkbaren Molekle zaubern. Ohne Handbuch, das
  127 Seiten besitzt, und Zeit aber eher unbrauchbar, weil sehr
  kompliziert. Eine Beschreibung findet sich auch in der TUGboat 16(1),
  S. 81-88.
* Chemstruct: Chemische Strukturformeln mit TeX, von Michael Ramek
  Hier gibt man im wesentlichen von einem Bezugsatom ausgehend die Art
  und die Himmelsrichtung der Bindung an und gelangt so recht schnell zu
  brauchbaren Ergebnissen. So hangelt man sich von Atom zu Atom...
  (Handbuch mit 18 Seiten).
* ChemTeX: Typesetting Chemical Equations using LaTeX
  Scheint auch mit Moleklklassen zu arbeiten, wenn auch lngst nicht so
  komplex wie XymTeX, damit anwendungsfreundlicher, aber auch nur fr
  einen begrenzten Satz an Strukturen geeignet... (Handbuch mit
  42 Seiten).
* Chemsym: Chemical Symbols, von Mats Dahlgren
  Vereinfacht die Eingabe und den Satz von chemischen Summenformeln und
  Reaktionsgleichungen, indem Anweisungen fr den Satz der Elemente
  inklusive Hoch- und Tiefstellung und eine groe Menge von chemischen
  Symbolen vordefiniert werden. Fr LaTeX2e, mit Dokumentation.
* streeTeX: One more Macro Package for typesetting Structural Formulae
  with LaTeX
  streeTeX, ein Kunstwort aus `structure' und `tree', verwendet
  emTeX-Specials zum Zeichnen der Molekle. Moleklbindungen werden
  dabei von einem Atom ausgehend in 12 verschiedene Richtungen
  gezeichnet. Auerdem knnen NMR-Massenspektren gezeichnet werden.
  (Handbuch mit 20 Seiten, englisch oder russisch)
* OCHEM
  OCHEM ist ein Paket fr den Satz chemischer Strukturformeln und
  Reaktionsschemata. Es besteht aus einem Perl-Script, das in einer
  speziellen Sprache formulierte Reaktionen in LaTeX- oder
  PostScript-Graphiken konvertiert, die automatisch in ein Dokument
  eingebunden werden knnen. Elemente eines Schemas sind Formeln, die
  lineare, verzweigte oder konvergente Reaktionsketten bilden und
  automatisch angeordnet werden. Elemente einer Formel sind Bindungen
  (Richtung/Lnge), Textsymbole und Ringe bzw. allgemeine Strukturen.
  Die Beschreibung erfolgt teilweise nach geometrischen Gesichtspunkten,
  teilweise durch abstrakte Befehle. (Handbuch mit vielen Seiten und
  Beispielen)

Daneben gibt es noch Programme wie ChemDraw, ChemWindow o.., bei denen
man die erstellte Strukturformel als PS-Datei ausgeben und dann in
(La)TeX einbinden kann.

PPCHTeX:            http://www.pragma-ade.nl/ppchtex.htm
                    CTAN: macros/context/cont-ppc.zip
PPCHTeX-Datenbank:  http://www.walram.de/ppchtex/
XymTeX:             CTAN: macros/latex/contrib/xymtex/
chemstruct:         CTAN: macros/latex209/contrib/chemstruct/
chemtex:            CTAN: macros/latex209/contrib/chemtex/
chemsym:            CTAN: macros/latex/contrib/chemsym/
streeTeX:           CTAN: macros/latex/contrib/streetex/
OCHEM:              CTAN: support/ochem/
 


8.3.2 Bei der Verwendung des Paketes `chemtex' mit LaTeX2e erhalte ich
bei der Zuweisung \textfont1=\tenrm einen Fehler. Abhilfen?

\tenrm ist ein alter, nur intern in LaTeX 2.09 zu verwendender Name
eines Font (siehe auch Frage 5.2 ``LaTeX2e - Probleme beim Umstieg'').
Mit dem Paket `rawfonts' kann man diese Namen (nach-)definieren:

  \usepackage[only,tenrm]{rawfonts}


rawfonts:  CTAN: macros/latex/required/
 


8.3.3 Das Makro \chemical, das u.a. auch in Helmut Kopka, ``LaTeX - eine
Einfhrung'' beschrieben wird, funktioniert nicht. Was mu man ndern?

Der im Makro (das aus dem TeXbook stammt!) verwendete Name \tensy des
Math-Symbol-Font ist nur in Plain-TeX und LaTeX 2.09 definiert. LaTeX2e
ldt darber hinaus die fr den mathematischen Formelsatz notwendigen
Fonts erst zu Beginn der ersten zu setzenden Formel, so da man auch
durch Nachdefinition mit Hilfe des Paketes `rawfonts' in bestimmten
Situationen einen Fehler bekommen kann.
Hier ist eine fr LaTeX2e verwendbare Definition von \chemical (die man
in eine .sty-Datei schreiben oder mit \makeatletter ... \makeatother
klammern mu):

  %% Anpassung an LaTeX(2e) von Bernd Raichle
  \DeclareRobustCommand{\chemical}[1]{%
    {\(\m@th
     \edef\resetfontdimens{\noexpand\)%
         \fontdimen16\textfont2=\the\fontdimen16\textfont2
         \fontdimen17\textfont2=\the\fontdimen17\textfont2\relax}%
     \fontdimen16\textfont2=2.7pt \fontdimen17\textfont2=2.7pt
     \mathrm{#1}%
     \resetfontdimens}}


8.4 Notensatz (*)


8.4.1 Wie kann ich mit TeX Noten setzen? (*)

Notensatz mit TeX begann vor vielen Jahren mit dem Paket MuTeX, mit dem
einstimmiger Notensatz mglich war. Auf dessen Basis entwickelte Daniel
Taupin MusicTeX, das durch Ergnzungen insbesondere von Ross Mitchell
und Andreas Egler zu MusiXTeX wurde. Von Egler gibt es auch noch eine
Testversion namens OpusTeX. Die MuTeX-Entwicklung wurde schon vor der
endgltigen Fertigstellung eingestellt. MusicTeX wird gewartet, MusiXTeX
wird gewartet und weiterentwickelt.
MuTeX, MusicTeX und MusiXTeX sind auf CTAN verfgbar. Neue Benutzer
sollten ausschlielich MusiXTeX verwenden und mglichst auch einen der
Prprozessoren wie beispielsweise `PMX' oder speziell fr Chor- und
Liedsatz `M-Tx'. Zu diesen drei Paketen gibt es in LaTeX geschriebene
Dokumentation: MusiXTeX 116 Seiten, PMX 18 Seiten, M-Tx 34 Seiten.
Ein weiteres Projekt, welches sich mit dem Notensatz befat, ist
`LilyPond'.

MusicTeX:   CTAN: macros/musictex/
MusiXTeX:   CTAN: macros/musixtex
MuTeX,
MusicTeX    http://icking-music-archive.sunsite.dk/
und
MusiXTeX: 
~:          http://icking-music-archive.sunsite.dk/software/indexmt6.html
LilyPond:   http://www.cs.uu.nl/~hanwen/lilypond/
GuitarTeX:  http://guitartex.sourceforge.net
 


8.4.2 Wer kann mir bei Fragen zu Notensatz mit TeX helfen?

Hilfe findet man oft in der MuTeX-Mailing-Liste (siehe Frage 1.3.4).

8.5 Verschiedenes (+)


8.5.1 Ich erhalte die Fehlermeldung `! You can't use \spacefactor in
vertical mode.' oder `Command \@ already defined.'. Mache ich etwas
falsch?

In den meisten Fllen liegt die Schuld an der Verwendung oder
Neudefinition eines Makros beginnend mit \@, also einem At-Zeichen `@'
am Anfang des Namens, in einem Dokument. Das At-Zeichen `@' ist aber
nicht als Bestandteil eines Makronamens innerhalb des Dokuments erlaubt.
Beispielsweise tritt der Fehler bei der Definition

  \renewcommand{section}{%
    \@startsection {section}{1}{\z@}{-3.5ex plus-1ex minus-.2ex}%
                   {2.3ex plus.2ex}{\normalfont\Large\bfseries}}

in der Dokumentprambel auf.
Vermeiden kann man diesen Fehler, indem man die Definition in eine
.sty-Datei verschiebt oder in der Prambel mit \makeatletter ...
\makeatother klammert, wie beispielsweise

  \makeatletter
  \@removefromreset{footnote}{chapter}
  \makeatother


8.5.2 Wie kann ich erreichen, da ein Zhler bei Erhhung eines anderen
Zhlers zurckgesetzt bzw. nicht zurckgesetzt wird?

Mit der Deklaration \@addtoreset{equation}{section} kann man erreichen,
da der Gleichungszhler immer dann auf Null zurckgesetzt wird, wenn
der Abschnittszhler erhht wird. Diese Deklaration wird implizit
aufgerufen, wenn man in der Deklaration des Gleichungszhlers das
optionale Argument verwendet, also \newcounter{equation}[section]. Soll
das Gegenteil erreicht werden, so wird das Paket `remreset' bentigt,
das die Deklaration \@removefromreset implementiert, mit der man durch
\@removefromreset{equation}{section} obiges nachtrglich wieder
rckgngig machen kann.
Einfacher geht es mit den Anweisungen \counterwithin und
\counterwithout, die das Paket `chngcntr' definiert. Beispiel:

    \counterwithin{equation}{section}

Nheres ist der Beschreibung am Ende der Datei ``chngcntr.sty'' zu
entnehmen.

remreset:  CTAN: macros/latex/contrib/carlisle/remreset.sty
chngcntr:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/chngcntr.sty
 


8.5.3 Kann ich auch auf meinem System Umlaute und andere Sonderzeichen
direkt mit der Tastatur in mein LaTeX-Dokument eingeben?

Ja. Zu diesem Zweck dient das Standard-LaTeX-Paket `inputenc'. Es setzt
die leider nicht standardisierten Zeichen mit einem Code>127 in eine
einheitliche fr TeX verstndliche Kodierung um. Damit dies so wie
gewnscht erfolgt, mu als Paketoption die zutreffende Kodierung des
jeweiligen Betriebssystems angegeben werden:
                    \usepackage[Kodierung]{inputenc}
Die folgenden Angaben und weitere sind fr `Kodierung' mglich:

latin1                             - Die meisten Unix-Systeme und VMS.
ansinew                            - Windows 3.x, 9x, NT. Unwesentliche
                                     Abweichungen zu `latin1'.
cp437de                            - MSDOS.
cp850                              - OS/2, auch mit MSDOS, falls
                                     explizit
die Codepage IBM-850 benutzt wird.
applemac                           - Apple-Macintosh.

Dokumente, die unter Verwendung von `inputenc' geschrieben sind, knnen
trotz unterschiedlicher Zeichenkodierung in den meisten Fllen auch auf
fremden Systemen bersetzt werden. Eine Mischung unterschiedlicher
Kodierungen ist allerdings nicht mglich. Siehe dazu auch

8.5.4 Wie kann ich Umlaute in Texinfo-Dokumenten verwenden? Gibt es eine
deutsche/internationalisierte Version von Texinfo?

Mit der aktuellen Version 4.0 knnen Umlaute mit dem Makro @" (Bsp:
@"A), Akzente mit @' (Bsp: @'e) usw. eingegeben werden. Darberhinaus
existieren auch die Lettern wie @ss{}, die Ligaturen @AE{}, @ae{}, @OE{}
und @oe{}, die Lettern mit Ring @AA{} und @aa{}, die durchgestrichenen
Lettern @O{} und @o{} und einige mehr.
Die Untersttzung auch der deutschen Sprache ist in neueren Versionen
bereits enthalten.

  http://texinfo.org
 


8.5.5 Wie kann ich die Fehlermeldung `Text line contains an invalid
character' abstellen, die ich unter emTeX bekomme, sobald ich Umlaute
verwende?

Um Umlaute verwenden zu knnen, mu man unter emTeX eine Formatdatei
``8-bit clean'' erzeugen, da sonst alle Zeichen mit Code>127 auf das
Zeichen 127 (= ^^?) abgebildet werden, das in TeX normalerweise als
`invalid' deklariert ist. ``8-bit clean'' werden Formatdateien mit

  makefmt 8bit ...

(bzw. `tex -i -8 ...') erstellt.

8.5.6 Wie kann man mit LaTeX Serienbriefe erstellen?

Die Klasse `scrlettr' des KOMA-Script-Paketes und die Klasse `akletter',
beide zur Erstellung von Briefen gedacht, untersttzen die Erstellung
von Serienbriefen. Neben diesen gibt es mit den LaTeX-Paketen `mailing',
`textmerg', `finder', `formletter' und `tk_Brief' noch weitere Pakete
fr Serienbriefe.
Fr eine kleinere Anzahl von Serienbriefen kann man den Text des Briefes
auch in einem Makro mit \newcommand definieren, wobei man die fr jeden
Empfnger unterschiedlichen Textteile diesem Makro als Parameter
bergibt. Anschlieend wird dieses Makro dann mehrmals mit jeweiliger
Anrede, Name, Strae, Ort usw. aufgerufen.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
akletter:     CTAN: macros/latex/contrib/akletter/
mailing:      CTAN: macros/latex/contrib/mailing/
textmerg:     CTAN: macros/latex/contrib/textmerg/
finder:       CTAN: macros/latex209/contrib/letters/finder/
formletter:   CTAN: macros/generic/formlett/
tk_Brief:     http://www.deres-mueller.de/tk_Brief/
 


8.5.7 Wie kann ich in LaTeX mehrere `enumerate'-Umgebungen verwenden,
ohne da der Zhler immer wieder zurckgesetzt wird?

Mit dem im Paket `mdwlist' enthaltenen Anweisungen \suspend{enumerate}
und \resume{enumerate} kann der Zhler fr die Aufzhlungspunkte
entsprechend gesetzt werden.
Das `expdlist' bietet mit der Anweisung \listpart die Mglichkeit, in
Listen Einschbe einzuflechten. Bentigt man mehrere zusammengehrige
Aufzhlungslisten nur wegen dieser Einschbe, so ist dieses Paket die
bessere Lsung.

mdwlist:   CTAN: macros/latex/contrib/mdwtools/
expdlist:  CTAN: macros/latex/contrib/expdlist/
 


8.5.8 Wie kann ich den Dateinamen meines LaTeX-Dokuments innerhalb des
Dokuments ausgeben?

Man verwende

  \jobname.tex

fr diesen Zweck. Eine portable Lsung, um auch das Verzeichnis, in dem
sich die Datei befindet, zu erhalten, existiert nicht.

8.5.9 Meine Versuche, \figurename, \tablename o.. bei Verwendung des
Pakets `babel' umzudefinieren, milingen. Was kann ich tun?

Die naheliegende Lsung

  \renewcommand{\figurename}{Abb.}
  \renewcommand{\tablename}{Tab.}

funktioniert so mit dem Paket `german', wenn danach die Sprache nicht
gewechselt wird.
Das Paket `babel' schaltet jedoch erst zu Beginn des Dokuments auf die
gewhlte Sprache um. In diesem Fall werden dann \figurename und
\tablename auf die in `babel' definierten Standardwerte `Abbildung' bzw.
`Tabelle' gesetzt. Mit folgender Definition kann das Problem gelst
werden:

  \usepackage[german]{babel}

  \addto\captionsgerman{%
    \renewcommand{\figurename}{Abb.}%
    \renewcommand{\tablename}{Tab.}%
  }

Bei Verwendung der neuen deutschen Rechtschreibung ist entsprechend

  \usepackage[ngerman]{babel}

  \addto\captionsngerman{%
    \renewcommand{\figurename}{Abb.}%
    \renewcommand{\tablename}{Tab.}%
  }

einzufgen.

8.5.10 Ich habe neue Dateien zu dem TeX-Baum hinzugefgt, wieso werden
sie von TeX bzw. LaTeX nicht gefunden?

Um die Suche nach Dateien zu beschleunigen, verwenden einige TeX-Systeme
eine Datenbank mit den Dateinamen im TeX-Baum. Werden neue Dateien
hinzugefgt oder Dateien entfernt, so mu man bei diesen Systemen die
Datenbank auf den aktuellen Stand bringen.
Unter teTeX oder fpTeX geht das durch Aufruf von ``mktexlsr'' oder
``texconfig rehash''; in lteren Versionen mu man ``texhash''
verwenden.
Unter MikTeX sollte man fehlende Komponenten ber das
MikTeX-Options-Tool installieren, das automatisch die Datenbank der
Dateinamen auf den aktuellen Stand bringt. Um diese Datenbank fr den
TeXMF- und den lokalen Verzeichnisbaum in allen sonstigen Fllen zu
aktualisieren, klickt man auf `Start', `Programme', `MikTeX', `MikTeX
Options' und dort auf der Registerkarte `Roots' auf `Refresh FNDB' oder
man ruft in der MS-DOS-Eingabeaufforderung ``initexmf -u'' auf.

8.5.11 Wenn ich versuche, mit der Anweisung \tracingall Fehler in meinem
LaTeX-Dokument zu finden, erhalte ich viele unntze Informationen. Kann
man das ndern?

Bei Verwendung des LaTeX-Pakets `trace' werden viele dieser oft unntzen
Informationen unterdrckt. Mit den enthaltenen Anweisungen \traceon und
\traceoff lassen sich die zu untersuchenden Bereiche weiter
einschrnken. Besonders gnstige Ergebnisse werden mit eLaTeX erzielt
(siehe Frage 3.3.4). Nheres ist in der Paketbeschreibung nachzulesen.

trace:  http://www.latex-project.org/code/experimental/trace/
 


8.5.12 Wieso bekomme ich bei einem Acute-Akzentzeichen oder einem
Anfhrungszeichen eine Fehlermeldung statt des gewnschten Zeichens?

Bei der Eingabe eines Apostrophzeichens fr \'e, "' oder '' kommt es bei
Benutzung einer entsprechenden Tastaturbelegung immer wieder vor, da
man statt des Apostrophs (Code 29 in ASCII) auf der Tastatur das hnlich
aussehende Akzentzeichen (Code 180 in ISO Latin-1) verwendet.

8.5.13 Wie kann ich den blichen Absatzeinzug auch innerhalb von
`minipage' bzw. `\parbox' erhalten?

Die blichen Einstellungen von LaTeX sind derart, da innerhalb einer
`minipage' oder einer `\parbox' Abstze ohne Einzug und mit vertikalem
Abstand gesetzt werden. Will man dies ndern, so kann man fr
Einzelflle die entsprechenden Lngenregister anpassen:

  \begin{minipage}{...}
    \setlength{\parindent}{1em}
    \setlength{\parskip}{0pt}
    ...
  \end{minipage}

Soll diese nderung fr alle Umgebungen einheitlich erfolgen, so ist
eine der beiden internen Anweisungen `\@minipagerestore' oder
`\@parboxrestore' zu ndern. `\@minipagerestore' wirkt nur auf
`minipage'-Umgebungen, whrend `\@parboxrestore' neben `minipage' auch
auf `\parbox' als auch auf andere Umgebungen und Anweisungen (wie
Flieumgebungen, `\caption', `\marginpar', Funoten) wirkt. Folgendes
Beispiel zeigt die nderung von `\@minipagerestore', wobei man diese
Zeilen in eine .sty-Datei oder mit \makeatletter ... \makeatother
geklammert in die Dokumentprambel schreiben mu:

  \newcommand{\orig@minipagerestore}{}
  \let\orig@minipagerestore=\@minipagerestore
  \renewcommand{\@minipagerestore}{%
    \orig@minipagerestore
    \setlength{\parindent}{1em}%
    \setlength{\parskip}{0pt}%
  }


8.5.14 Wie kann ich die Schriftgre relativ zur aktuell verwendeten
eine Stufe kleiner oder grer whlen?

Mit dem Paket `relsize' kann man die Schriftgre um einige Stufen
kleiner oder grer als die aktuell verwendete whlen. Hierzu dienen die
Anweisungen \smaller, \larger oder \relsize{n} bzw. \textsmaller{text},
\textlarger{text} und \mathsmaller{formel}, \mathlarger{formel}.
Will man die Schriftgre aller Funoten, Bildunterschriften oder
berschriften um eine Stufe kleiner oder grer whlen, so ist es besser
die Makros fr Funoten, Unterschriften bzw. berschriften entsprechend
abzundern. Dies kann sehr einfach mit Paketen wie `footmisc',
`caption2', `titlesec' oder `sectsty', die an anderer Stelle erwhnt
werden, erfolgen.

relsize:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/relsize.sty
 


8.5.15 Wie verwende ich (La)TeX zusammen mit METAPOST?

Der Artikel ``Some Experiences in Running METAFONT and METAPOST'' von
Peter Wilson beschreibt die Verwendung von METAPOST in LaTeX.

Peter Wilson:
Some             CTAN: info/metafp.pdf
Experiences...: 
~:               CTAN: info/metafp.ps
Vincent
Zoonekynd:       http://www.math.jussieu.fr/~zoonek/LaTeX/Metapost/metapost.html
Mtapost
exemples: 
~:               CTAN: info/metapost/examples/
 


8.5.16 Wie kann ich ein LaTeX-Makro umdefinieren und dabei auf dessen
bisherige Bedeutung zugreifen?

Die einfache Vorgehensweise eine vorhandene Anweisung \foo durch
beispielsweise

  \renewcommand{\foo}[1]{%
    ... tue was ... \foo{#1} ... nochmal was ...}

funktioniert nicht, da sich \foo immer wieder selbst (rekursiv) aufrufen
wrde, man also eine Endlosschleife htte. Um diese zu vermeiden, mu
man zuerst die Bedeutung des Makro \foo unter einem anderen Makronamen
retten und diesen dann in der neuen Definition verwenden:

  % Die Originaldefinition des Makros unter einem neuen Namen retten.
  % Sicherstellen, dass der neue Name bislang undefiniert ist:
  \newcommand{\origfoo}{}
  % Originaldefinition unter neuem Namen merken:
  \let\origfoo=\foo
  %
  % Makro nun neu definieren:
  \renewcommand{\foo}[1]{%
    ... tue was ...
    \origfoo{#1}%
    ... nochmal was ...}


8.5.17 Wie kann ich ein Zeichen hoch- oder tiefstellen, ohne den
Mathematikmodus zu benutzen?

Fr das Hochstellen von Zeichen ohne Einschaltung des Mathematikmodus
bietet LaTeX die Anweisung \textsuperscript an.
Mit den folgenden Definitionen, die analog der Definiton von
\textsuperscript sind, erhlt man eine entsprechende Anweisung
\textsubscript zum Tiefstellen von Zeichen:

  \DeclareRobustCommand*\textsubscript[1]{%
    \@textsubscript{\selectfont#1}}
  \newcommand{\@textsubscript}[1]{%
    {\m@th\ensuremath{_{\mbox{\fontsize\sf@size\z@#1}}}}}

Da diese Definitionen LaTeX-interne Anweisungen verwenden, mssen sie in
eine Paketdatei oder in \makeatletter ... \makeatother geklammert
werden.
Die Pakete `subscript' und `lhelp' sowie die aktuelle Version der
KOMA-Script-Klassen enthalten bereits diese Definition und ist daher
einer eigenen Definition vorzuziehen.

subscript:  CTAN: macros/latex/contrib/fragments/subscript.sty
lhelp:      CTAN: macros/latex/contrib/lhelp
 


8.5.18 Wie kann ich das aktuelle Datum oder die aktuelle Uhrzeit in mein
Dokument einbauen?

Die Anweisung \today liefert die sprachabhngig formatierte Darstellung
des aktuellen Datums, beispielsweise ,,September 19, 2003''.
Das Paket `scrtime' des KOMA-Script-Paketes stellt die Anweisung
\thistime zur Verfgung, mit der die aktuelle Uhrzeit in der Form hh:mm
ausgegeben wird.
Im Buch ,,Der LaTeX-Begleiter'' bei der Beschreibung des Paket `calc'
findet man als Anwendungsbeispiel eine von KOMA-Script unabhngige
Lsung, die wie \thistime das TeX-Register \time auswertet.
Eine komfortable Lsung zur unterschiedlichen Datumsdarstellung bietet
das Paket `isodate'. Hier werden neben der ``alten'' und ``neuen''
deutschen Darstellung auch sterreichische, US-englische, franzsische,
dnische und norwegische Formate untersttzt.
Fr Uhrzeiten und Uhrzeitbereichen in unterschiedlicher Darstellung
dient das Paket `uhrzeit'.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
isodate:      CTAN: macros/latex/contrib/isodate/
uhrzeit:      CTAN: macros/latex/contrib/uhrzeit/
 


8.5.19 Wie kann ich das Aussehen von Listenumgebungen, speziell deren
vertikale Abstnde, auf einfache Weise verndern?

Die Pakete `mdwlist', `paralist' und `expdlist' bieten verschiedene
Mglichkeiten, das Aussehen von Listen zu beeinflussen. Dabei knnen
sowohl die Einrckungstiefen und vertikale Abstnde als auch das
Aussehen der Marken bei `description'-artige Listen angepat werden.
Auerdem stehen vordefinierte kompakte Listen, bei `paralist' auch
innerhalb des flieenden Textes, zur Verfgung.

mdwlist:   CTAN: macros/latex/contrib/mdwtools/
paralist:  CTAN: macros/latex/contrib/paralist/
expdlist:  CTAN: macros/latex/contrib/expdlist/
 


8.5.20 Wie kann ich den Wert eines Lngenregister im Text oder in der
Protokollausgabe anzeigen lassen?

Leider bietet LaTeX hier keine Anweisungen an, aber man kann sich
dennoch einfacher TeX-Mittel bedienen. Der Wert eines Lngenregister
\laenge wird in der Protokollausgabe mit \showthe\laenge ausgegeben; zur
Ausgabe wird der Formatierlauf unterbrochen und kann mit _Return_
fortgesetzt werden. Fr die Anzeige im Text ist die Anweisung
\the\laenge hilfreich, die zum Wert des Lngenregisters expandiert.
Beide Anweisungen geben den Wert in Punkten an, fr andere Einheiten mu
selbst umgerechnet werden. Zum Umrechnen eignet sich das Paket
`printlen'.

printlen:  CTAN: macros/latex/contrib/misc/printlen.sty
 


8.5.21 Wie kann ich mit LaTeX Bildschirmprsentationen erzeugen?

Es gibt etliche meist auf dem PDF-Format basierende Lsungen. Einen
guten berblick bietet die folgende Adresse.

Michael Wiedmann:
Screen            http://www.miwie.org/presentations/presentations.html
Presentation
Tools: 
 


8.5.22 Welche veralteten oder ungnstigen LaTeX-Pakete und
LaTeX-Anweisungen sollte ich meiden? (+)

Die in der folgenden unvollstndige Aufstellung unter ``zu ersetzen
durch'' gemachten Angaben sollten, auch wenn sie hier nicht nher
begrndet werden knnen, befolgt werden. Es handelt sich _nicht_
vorrangig um formale Grnde, die diesen Empfehlungen zugrunde liegen. Im
Zweifelsfall ziehe man geeignete Dokumentationen zu Rate.

veraltetes/ungnstiges Paket zu ersetzen durch
a4, a4wide                   Klassenoption a4paper
caption                      caption2
doublespace                  setspace
epsfig, epsf                 graphicx
fancyheadings                fancyhdr
floatfig, picinpar           picins, floatflt, wrapfig
umlaut                       inputenc
\usepackage{isolatin1}       \usepackage[latin1]{inputenc}
natdin                       dinat
scrlettr                     scrlettr2
scrpage                      scrpage2
\usepackage{t1enc}           \usepackage[T1]{fontenc}
times oder pslatex           mathptmx, helvet, courier
palatino                     mathpazo, helvet, courier
\usepackage[ngerman]{babel}  Nur eines der beiden Pakete ist sinnvoll.
\usepackage{ngerman}          
 


veraltete/ungnstige Anweisung zu ersetzen durch
\it, \rm, \bf                  \itshape, \rmfamily, \bfseries
                               \textit{...}, \textrm{...}, \textbf{...}
Texthervorhebung mit:          \emph{...} (_oft so gemeint_)
\textit{...}                    
\parindent0pt                  \setlength{\parindent}{0pt}
center-Umgebung innerhalb      \centering
von figure-Umgebungen           
\\, um im Flietext einen      Leerzeile oder \par
Absatz zu beginnen              
\usepackage[treiber]           \usepackage{graphicx}
{graphicx}                     (_meistens mglich_)
\includegraphics               \includegraphics{dateiname}
{dateiname.endung}             (_meistens mglich_)
$$...$$                        \begin{displaymath}...\end{displaymath}


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 8 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 9 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


9 METAFONT und Schriften


9.1 METAFONT und METAFONT-Hilfsprogramme


9.1.1 Was ist ein Meta-Font?

Um die einzelnen Zeichen einer Schrift, eines Font, auf Papier zu
bringen, mu man wissen, an welchen Stellen das Papier mit Druckerfarbe
geschwrzt werden soll und an welchen nicht. Diese Information kann auf
verschiedene Arten reprsentiert werden: Die einfachste Form ist die
`Bitmap' bzw. `Pixelmap', d.h. jedes Zeichen wird gerastert und fr
jeden einzelnen Punkt im Raster (= Pixel) wird abgespeichert, ob diese
Stelle geschwrzt werden soll. Eine Bitmap-Reprsentation hat jedoch den
Nachteil, da man diese nicht ohne weiteres vergrern, verkleinern oder
die Rasterung an eine andere Auflsung eines Ausgabegerts anpassen
kann, da man in den meisten Fllen unerwnschte Seiteneffekte bekommt
(Stufen, Moir-Effekte, dnnere Linien verschwinden bei Verkleinerung,
als regelmige oder unregelmige Muster sichtbare Rasterung u..).
Man verwendet zur Beschreibung der Ausmae und der Form eines Zeichens
daher besser eine rasterungs-, also auflsungsunabhngige
Reprsentation. Dazu gibt es nun mehrere Verfahren:
In METAFONT legt man Linienzge durch Punkte und durch diese Punkte
festgelegte Spline-Kurven fest und zieht diese mit einem vorher
definierten `Pinsel' nach. Durch die Form und die Lage des verwendeten
Pinsels knnen mit denselben Kurven sehr unterschiedliche Zeichenformen
erzeugt werden. Nachdem das Zeichen aus einzelnen Kurvenzgen definiert
und mit unterschiedlichen Pinseln gezeichnet wurde, rastert METAFONT die
dadurch eingefrbten Flchenteile und erzeugt daraus einen Font in Form
einer Bitmap. Da METAFONT zur Programmierung einer solchen
Font-Beschreibung eine Programmiersprache definiert, kann ein
Font-Designer einer Font-Beschreibung beliebig viele Parameter mitgeben,
die die Form und Ausmae der einzelnen Zeichen der erzeugten Schrift in
unterschiedlichen Richtungen verndern. Wegen dieser Mglichkeit, aus
einer einzigen Beschreibung durch Wahl verschiedener Parameter viele
verschiedene Schriften erzeugen zu knnen, nennt man diese
Font-Beschreibungen auch `Meta-Font'. Man kann also durch Wahl der in
einem Meta-Font definierten Parameter unterschiedliche Fonts in
verschiedenen Gren erzeugen. Durch Angabe der gewnschten Auflsung
und weiterer Parameter des Ausgabegerts kann wiederum fr einen solchen
Font eine optimal an das jeweilige Ausgabegert angepate
Bitmap-Wiedergabe dieses Fonts erzeugt werden.
Neben dieser von METAFONT verwendeten Beschreibung eines Fonts in Form
von mit Pinseln gezeichneten Spline-Kurven kann man die Form eines
Zeichens auch durch die Angabe des Umrisses der zu schwrzenden Flche
beschreiben. Auch hier werden wiederum Spline-Kurven zur Beschreibung
der Umrisse eines Zeichens verwendet. Diese Beschreibung in Form eines
sogenannten `Outline' wird beispielsweise in PostScript-Schriften
verwendet.

9.1.2 Was sind tfm-, pl-, gf-, pk-, pxl-Dateien?

Neben dem Aussehen der einzelnen Zeichen in einem Font werden noch
weitere Informationen ber jedes einzelne Zeichen und ber
schrift-globale Parameter bentigt: Von jedem Zeichen mu TeX die
Ausmae in Form von Breite, Hhe und Tiefe in Bezug zur Grundlinie
wissen. Zu bildende Ligaturen (z.B. f+f => ff), das Kerning zwischen
zwei Zeichen (z.B. Unterschneidung bei `Ta') und beispielsweise der zu
verwendende Wortabstand sind weitere Informationen, die ber einen Font
abgelegt sein mssen, da sie von TeX bentigt werden.
Diese Informationen liest TeX aus der `TeX Font Metric' oder kurz
tfm-Datei. Die Programme `pltotf' und `tftopl' wandeln die Informationen
in einer tfm-Datei in eine lesbare Form, die `Property List' oder kurz
pl-Datei um.
In den gf- (Generic Font), pxl- (Pixel) und pk- (Packed Pixel) Dateien
sind die Bitmap-Reprsentationen jedes Zeichens einer Schrift abgelegt.
Da pk- und pxl-Dateien genau dieselben Informationen enthalten, die
pxl-Dateien jedoch mehr Platz bentigen, werden diese heutzutage nicht
mehr verwendet und untersttzt. Mit den Programmen `gftopk' und `pktogf'
knnen die Bitmap-Reprsentationen ineinander umgewandelt werden. Da
gf-Dateien in der Lage sind, in einer Bitmap neben den einzelnen Pixeln
noch weitere Informationen zu enthalten (z.B. `special'-Anweisungen),
knnen bei dieser Umwandlung Informationen verloren gehen. Da jedoch nur
sehr wenige Programme und Gertetreiber diese zustzlichen Informationen
verwenden und die pk-Darstellung viel kompakter ist, sind gf-Dateien
normalerweise nur fr METAFONT wichtig.
METAFONT erzeugt aus einer mf-Source eine tfm-Datei mit der
auflsungs_un_abhngigen `TeX Font Metric' und eine auflsungsabhngige
gf-Datei. Aus der gf-Datei wird blicherweise mit `gftopk' eine pk-Datei
erzeugt.
TeX verwendet nur die Informationen in der tfm-Datei, die Bitmap in der
gf- bzw. der pk-Datei wird von TeX _nicht_ gelesen. Ein Gertetreiber,
der eine dvi-Datei druckt oder darstellt, verwendet die pk-Dateien und
in einigen Fllen auch die tfm-Datei.

9.1.3 Was sind virtuelle Fonts, was vpl-, vf-Dateien?

Ein virtueller Font ist, wie der Name schon sagt, eine Schrift, die
keine real (in Form einer Bitmap) existierenden Zeichen enthlt.
Stattdessen wird in einem virtuellen Font auf andere Schriften und die
dort enthaltene Zeichen verwiesen. Durch diesen `Trick' kann man
beispielsweise die Kodierung der Zeichen in einer Schrift umdefinieren
oder eine Schrift aus Zeichen mehrerer Schriften zusammensetzen, um so
z.B. einzelne Zeichen durch andere zu ersetzen. Darber hinaus kann man
in virtuellen Fonts auch einzelne Zeichen aus mehreren Zeichen
zusammensetzen, indem man beispielsweise fertig akzentuierte Zeichen aus
dem entsprechenden Akzent- und Basiszeichen bildet. Eine weitere
Anwendung fr virtuelle Fonts ist die Verwendung einer Ersatzschrift fr
eine nicht verfgbare Schrift, die dieser mglichst nahekommt und
dieselben TeX-Font-Metric-Informationen besitzt.
Eine vf-Datei enthlt die Definition eines solchen virtuellen Fonts in
binrer, sehr kompakter Form. Dieser vf-Datei mu eine tfm-Datei
zugeordnet sein, in der TeX die `TeX Font Metric' fr diese Schrift
finden kann. Eine vpl-Datei ist eine fr den Menschen lesbare
Darstellung der vf- und tfm-Datei in Form von `Property Lists'. Mit dem
Programm `vptovf' kann aus einer vpl-Datei eine vf- und die zugehrige
tfm-Datei erzeugt werden, mit `vftovp' bekommt man aus diesen beiden
Dateien wieder die vpl-Datei.
TeX `wei' nichts von virtuellen Fonts. TeX liest keine vf-Dateien,
sondern bentigt nur die zugehrige tfm-Datei, aus der nicht ersichtlich
ist, ob dies ein `realer' oder ein virtueller Font ist. vf-Dateien
werden nur von den Gertetreibern verwendet. Fr Treiber, die (noch)
keine virtuellen Fonts untersttzen, kann das Programm `dvicopy'
verwendet werden, um eine dvi-Datei in eine dvi-Datei umzuwandeln, in
der alle virtuellen Fonts `aufgelst' worden sind, also nur noch `reale'
Fonts verwendet werden. Achtung: Die meisten verfgbaren virtuellen
Fonts sind unabhngig vom Ausgabegert, sie knnen jedoch auch abhngig
vom Ausgabegert sein!

9.1.4 Was ist METAPOST?

METAPOST ist ein aus METAFONT abgeleitetes Programm zum Erstellen von
PostScript-Zeichnungen, das von John Hobby, einem ehemaligen Mitarbeiter
von Donald E. Knuth, entwickelt wurde. Die METAPOST-Sprache ist sehr eng
verwandt mit METAFONT, untersttzt aber einige zustzliche Features, wie
beispielsweise das Beschriften von Abbildungen in TeX ber einen
Prprozessor (dies setzt den dvi-Treiber `dvips' voraus).
Um eine Zeichnung zu erstellen, muss man ein METAPOST-Programm schreiben
und compilieren. Diese Arbeitsweise hnelt METAFONT, ist somit eben ganz
anders als die sonst gewohnten Grafik-/Malprogramme. METAPOST ist dafr
aber gut fr berechnete Zeichnungen geeignet oder zum Plotten von
Funktionen oder Datenwerten. Knuth benutzt es selbst fr Zeichnungen in
seinen Bchern. Das Programm ist erst seit Anfang 1995 frei erhltlich,
vorher nur nach Abschlu eines `non-disclosure agreement'.
Implementierungen von METAPOST existieren mittlerweile fr sehr viele
Plattformen:

* Web2c: CTAN: systems/web2c/
  Web2c enthlt ab Version 7.0 METAPOST-Sources, wobei Web2c
  mittlerweile neben Unix auch Amiga, OS/2 und Windows 95/98/NT und BeOS
  untersttzt.
* teTeX: CTAN: systems/unix/teTeX/
  Ab teTeX Version 0.4 ist METAPOST enthalten.
* Amiga: CTAN: systems/amiga/amiweb2c/ (Andreas Scherer)
  Siehe auch Web2c.
* OS2: Siehe Web2c.
* Windows 95/NT: Siehe Web2c.
* DOS: CTAN: systems/msdos/metapost/ (Piet van Oostrum)
  pat zu emTeX
  CTAN: systems/msdos/dostp22/ (Peter Breitenlohner)
  integriert in PubliC-(e-)TeX/MF/MP, TDS-kompatibel
* MacOS: CTAN: nonfree/systems/mac/cmactex/ (Tom Kiffe)

Seit Mrz 2000 ist fr METAPOST auch der graphische Editor `Metagraf'
ffentlich verfgbar, der gerade entwickelt wird. Er ist in Java
geschrieben und somit auf vielen Betriebssystem lauffhig.

METAPOST:        http://cm.bell-labs.com/who/hobby/MetaPost.html
                 CTAN: graphics/metapost/
Peter Wilson:
Some             CTAN: info/metafp.pdf
Experiences...: 
                 CTAN: info/metafp.ps
Hans Hagen:      http://www.pragma-ade.com/pragma-ade/general/manuals/beta/metafun-p.pdf
metafun: 
Denis Roegel:
The metaobj
tutorial and     http://www.loria.fr/~roegel/TeX/momanual.pdf
reference
manual: 
METAOBJ:         CTAN: graphics/metapost/contrib/macros/metaobj/
Metagraf:        http://w3.mecanica.upm.es/metapost/metagraf.html
 


9.1.5 Was ist MFT?

`mft' ist ein Programm, das aus METAFONT-Quellcode eine TeX-Datei
erzeugt, mit der dieser Quellcode schn formatiert erscheint. Damit es
wirklich schn aussieht, sind zustzliche Kommentare im Quellcode
notwendig. Nur sehr wenige Autoren von METAFONT verwenden `mft'.

9.1.6 Beim bersetzen einer mf-Datei erhalte ich immer eine gf-Datei mit
Endung `.2602gf' (bzw. `.260' bei Filesystemen, die nur drei Zeichen als
Datei-Extension zulassen). Wieso?

Zur Erzeugung einer Schrift fr ein bestimmtes Ausgabegert bentigt
METAFONT eine Beschreibung in Form einer `Mode Definition' (kurz:
`mode_def'), in der u.a. die Auflsung des Ausgabegerts festgelegt
wird. METAFONT wird meist mit

  mf \mode:=<Mode-Name>; mag:=<Magnification>; input <Font-Filename>

aufgerufen (unter Unix Quote-Zeichen ' um die Argumente im
METAFONT-Aufruf nicht vergessen!), wobei mit <Mode-Name> der Namen einer
solchen `mode_def' anzugeben ist. Wird kein `mode' angegeben oder ist
<Mode-Name> unbekannt, verwendet METAFONT den Proof-Mode, der einen
Korrekturabzug der Schrift erstellt. Damit die Zeichen in diesem
Korrekturabzug gro genug sind, verwendet METAFONT dazu die Auflsung
2602dpi (= `dots per inch'). Falls dies nicht erwnscht war, sollte man
berprfen, ob der `mode' korrekt gesetzt wurde, ob <Mode-Name>
beispielsweise korrekt angegeben wurde (Schreibfehler!) und ob
<Mode-Name> bei der Erstellung der base-Datei (`Dumpen' der Datei
``plain.mf'') mit `mode_def' definiert wurde.

9.1.7 Wozu bentige ich fr jeden Druckertyp eine andere Anpassung in
Form einer `mode_def'? Wo finde ich fr den Drucker XYZ eine solche
Anpassung?

Jedes Ausgabegert hat unterschiedliche Charakteristiken. Zum einen
unterscheiden sie sich in der Auflsung, zum anderen beispielsweise auch
in der Gre eines gezeichneten Pixels. So wird bei einem
Tintenstrahldrucker im Vergleich zu einem Laserdrucker in den meisten
Fllen ein einzelner Punkt etwas grer ausfallen. Sehr groe
Unterschiede treten prinzipbedingt beim Vergleich von sogenannten
`schwarz'- und `wei'-schreibenden Laserdruckern auf. Auch wird beim
Schnitt zweier Kurven (z.B. in der Mitte des Zeichens `X') die
geschwrzte Flche etwas grer ausfallen, da die Druckerfarbe abhngig
vom Druckprinzip und vom Druckwerk mehr oder weniger ineinander
verlaufen kann. Damit METAFONT all diese und weitere Eigenschaften eines
Ausgabegerts bei der Erzeugung der Bitmap-Rasterung eines Zeichens in
Betracht ziehen kann, werden die einzelnen Parameterwerte fr ein
Ausgabegert in einer `Mode Definition' mit der Anweisung `mode_def'
abgelegt.
Da die Erstellung einer neuen `Mode Definition' fr ein Ausgabegert
einiges an Arbeit (Testdruck, berprfen, anpassen, Testdruck usw.)
bedeutet, wurden von Karl Berry alle bisher fr verschiedene
Ausgabegerte gefundenen `Mode Definitions' in der Datei ``modes.mf''
gesammelt. Da ``modes.mf'' neben den `Mode Definitions' noch dafr
sorgt, da man verschiedene Informationen (z.B. `coding scheme') ber
einen Font setzen kann und diese korrekt abgelegt werden, ist diese
Datei jedem empfohlen.

modes.mf:  CTAN: fonts/modes/modes-3.5.mf
(Hinweis: Seit Februar 2002 gibt es die Version 3.5 mit
Voreinstellungen fr neuere Drucker)
 


9.1.8 Kann ich aus einer vorhandenen tfm-Datei die mf-Source erzeugen?
Gibt es dafr ein Programm?

Nein. tfm-Dateien enthalten keine Bitmap- oder hnliche Information ber
das Aussehen der Zeichen in einer Schrift. Daher kann aus einem tfm-File
weder eine pk-Datei noch die mf-Source restauriert werden.
Es ist jedoch mglich, aus einer pk- und der tfm-Datei einer Schrift
eine mf-Source zu erstellen. Dabei ist das entstehende Resultat jedoch
kein _Meta_-Font mehr, sondern `nur' noch ein mf-Programm fr genau
diese Schrift. Das Ergebnis ist je nach Aufwand mehr oder weniger gut
und verlangt in den meisten Fllen noch einiges an Handarbeit, so da
sich der Aufwand nur in seltenen Fllen lohnt.

9.1.9 Wie kann ich nur die tfm-Dateien einer Schrift erzeugen?

In der Datei ``modes.mf'' ist dafr die Mode-Definition `nullmode'
gedacht, in der neben der tfm- zwar auch eine gf-Datei erzeugt wird,
jedoch in einer Auflsung von 101dpi, so da dies schneller als mit
300dpi oder 600dpi geschieht.

9.2 Schriften - allgemein (*)


9.2.1 Gibt es eine Schrift XYZ? Wo finde ich diese?

Als erste Informationsquelle sollte man die Liste ``metafont-list'' der
verfgbaren METAFONT-Schriften nach der gesuchten Schrift durchsehen.
Diese Liste enthlt eine kurze Beschreibung und Klassifikation der
meisten Schriften, die man auf CTAN im Verzeichnis ``CTAN: fonts/''
finden kann.
Beschrnkt man sich nicht nur auf in METAFONT-Quellen vorhandene
Schriften, kann man auch Schriften in PostScript-Type-1- oder
Type-3-Form, PCL-Schriften u.a. auf verschiedenen ftp-Servern finden.
Existieren fr diese Schriften Font-Metriken, die man in eine tfm-Datei
umwandeln kann, sind sie sehr einfach unter (La)TeX verwendbar (evtl.
nach Umkodierung mittels virtueller Fonts). Verschiedene Programme dafr
findet man auf CTAN im Verzeichnis ``CTAN: fonts/utilities/'', fertige
Anpassungen findet man fr weitverbreitete Schriften ebenso unter
``CTAN: fonts/''.

metafont-list:    CTAN: info/metafont-list
Liste de fontes
au format MF sur  http://www.math.jussieu.fr/~zoonek/LaTeX/MF/liste.html
les archives
CTAN: 
Zeichenstze und  http://www.loria.fr/services/tex/german/fontes.html
Symbole: 
dpunkt-Verlag:    http://www.dpunkt.de/produkte/latex/fonts/
Adobe Type        http://www.adobe.com/type/
Library: 
symbols:          CTAN: info/symbols/
comprehensive:    CTAN: info/symbols/comprehensive/
Luc Devroye: Font http://cgm.cs.mcgill.ca/~luc/fonts.html
Pages: 
 


9.2.2 Wie installiere ich mit `dvips' eine neue PostScript-Schrift, so
da ich diese unter (La)TeX verwenden kann?

Schritt 0 - Dokumentation lesen:
Zuerst sollte man sich die Dokumentation zum `dvips' durchlesen. Diese
beschreibt die wichtigsten Schritte, auch wenn die dort beschriebenen
Dateinamen und die Kodierungen fr die PS-Schriften veraltet sind (gilt
zumindest fr die Dokumentation bis `dvips' Version 5.58). Auerdem
sollte man `Filenames for TeX fonts' von Karl Berry in der Version 2.0
(oder neuer) durchlesen, in dem ein fr alle TeX-Systeme verwendbares,
einheitliches Namensschema beschrieben wird.
Schritt 1 - TeX-Anpassungen besorgen oder selbst generieren:
Gibt es auf CTAN im `psfonts'-Verzeichnis bereits fertige Anpassungen?
Wenn ja, sollte man diese verwenden. Wenn nein, sollte man sich das Tool
`fontinst' besorgen, mit dem man relativ einfach aus der mit dem
PostScript-Font mitgelieferten afm-Datei die notwendigen virtuellen
Fonts (vf-Dateien) mit den entsprechenden Fontkodierungen und
Font-Definitions-(fd)-Dateien fr LaTeX erzeugen lassen kann. Fr
Textschriften sollten zumindest vf-Dateien fr OT1-Kodierung, besser
auch noch fr T1-Kodierung erzeugt werden.
Schritt 2 - PS- und TeX-Font-Dateien installieren:
Nach Schritt 1 sollten beispielsweise fr die Schrift `URW Antiqua
Regular Roman Condensed' bzw. nach Berrys Namenschema `uaqr...c...'
folgende Dateien vorhanden sein:

* PS-Schrift und zugehrige Font-Metrik: uaqr8ac.{pfb,afm}
* virtueller Font, zugehrige TeX-Font-Metriken und PS-Reencoding:
  uaqr8rc.{vpl,vf,tfm} TeX Base-1 Encoding (unkodiert,
  Adobe-Std.-Encoding)
  uaqr7tc.{vpl,vf,tfm} TeX-Text-/OT1-/CM-Encoding (`7-bit')
  uaqr8tc.{vpl,vf,tfm} Cork-TeX-Text-/T1-/EC-Encoding (`8-bit')
  8r.enc PS-Reencoding, in `fontname' enthalten
* LaTeX-Font-Definition-Files:
  ot1uaq.fd (vormals: OT1uaq.fd)
  t1uaq.fd (vormals: T1uaq.fd)
  ts1uaq.fd
  antiqua.sty

und noch einige weitere Dateien fr die `slanted'- und `small
caps'-Varianten, die man mit `fontinst' erzeugen kann.
Diese Dateien werden nun in folgende Verzeichnisse gelegt:
                    *.fd, *.sty => TEXINPUTS (TeX)
           *.tfm => TEXFONTS bzw. `T'-Eintrag (TeX + dvips)
               *.vf => `V'-Eintrag oder VFFONTS (dvips)
           *.pfb/pfa => `H'-Eintrag oder DVIPSHEADERS (dvips)
Schritt 3 - Map-Datei des PS-Fonts fr `dvips' erzeugen:
Map-Datei fr `dvips' erzeugen, in der die Zuordnung des Font-Namens in
TeX zu dem in PS verwendeten festgelegt wird und evtl. die zu ladenden
pfb-/pfa- und PS-Reencoding-Dateien angegeben werden. In unserem
Beispiel enthlt die Map-Datei `uaq.map' die Zeile

  uaqr8rc URWAntiquaT-RegularCondensed "TeXBase1Encoding ReEncodeFont"
          <8r.enc <uaqr8ac.pfb

(dies mu eine einzige Zeile sein, sie wurde hier nur umbrochen, um eine
zu lange Zeile zu vermeiden!) und evtl. noch Zeilen fr weitere
Schriften und Varianten.
Diese Map-Datei in ein Verzeichnis legen, in dem `dvips' nach
PS-Header-Dateien sucht (Umgebungsvariable DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag
in ``config.ps'').
Schritt 4 - `dvips'-Konfigurationsdatei anpassen:
Konfigurationsdatei ``config.ps'' des `dvips' ndern: Die in Schritt 3
erstellte Map-Datei durch die in ``config.ps'' neu einzutragende Zeile

  p +uaq.map

zustzlich zur Standard-Map-Datei ``psfonts.map'' laden. (ltere
`dvips'-Versionen verstehen das `+' nicht; bei diesen mu man den Inhalt
der Map-Datei ``uaq.map'' an die Datei ``psfonts.map'' anhngen und die
obige Zeile in ``config.ps'' ist wegzulassen.) Auerdem sollte man noch
berprfen, ob das Verzeichnis, in dem die Map-Datei und die
pfb-/pfa-Dateien zu finden sind, im Suchpfad nach PS-Header-Dateien
enthalten ist (DVIPSHEADERS bzw. `H'-Eintrag in ``config.ps'').
Schritt 5 - Anpassungen testen und verwenden:
Mit LaTeX kann man unsere Beispielschrift einfach mittels des Pakets
`antiqua' verwenden, da diese Schrift damit als `\rmdefault'-Schrift
verwendet wird. Ohne dieses Package kann man auch durch die Anweisung
`\usefont'{OT1}{uaq}{m}{n} diese Schrift kurz austesten. LaTeX mte
dazu die fd- und tfm-Dateien finden und einlesen knnen. `dvips' benutzt
dann die angepate Konfigurationsdatei, die virtuellen Schriften
``uaqr*.vf'', die Map-Datei ``uaq.map'', die eigentliche PS-Schrift
``uaqr8ac.pfb'' und schlielich noch ``8r.enc''.
Fr die PostScript-Schriften, die standardmig mit den meisten
PostScript-fhigen Druckern mitgeliefert werden, als auch fr einige
freie Schriften und die Lucida-Schriftfamilie existiert in Form von
`psnfss' eine Menge von LaTeX-Paketen.
Unter Plain-TeX kann man diese Schrift relativ einfach z.B. durch die
Anweisung \font\rmantiqua=uaqr7tc laden und anschlieend verwenden. Zur
Verwendung der T1-kodierten Variante ``uaqr8tc'' sind, wie bei der
Verwendung der EC-Schriften unter Plain-TeX, noch einige Anpassungen
notwendig.
Unter LaTeX 2.09 gilt dasselbe wie fr Plain-TeX, nur sollte man hier
besser \newfont{\rmantiqua}{uaqr7tc} verwenden. Will man diese Schrift
und deren Varianten statt den CM-Schriften in einem Dokument verwenden,
so sind grere nderungen notwendig, die den Rahmen dieser FAQ sprengen
wrden. Am einfachsten ist ein Umstieg auf eine aktuelle LaTeX-Version!

dvips.tex:       CTAN: dviware/dvips/
fontname:        CTAN: info/fontname/
8r.enc:          CTAN: info/fontname/8r.enc
psfonts:         CTAN: fonts/psfonts/
                 CTAN: fonts/psfonts/urw/antiqua/
                 (unsere Beispielschrift)
fontinst:        CTAN: fonts/utilities/fontinst/
                 http://www.tug.org/applications/fontinst/
psnfss:          CTAN: macros/latex/required/psnfss
                 CTAN: info/installing_psnfss_on_emtex.pdf
PostScript Type
1 fonts (Nelson  http://www.math.utah.edu/~beebe/fonts/postscript-type-1-fonts.html
Beebe): 
Walter Schmidt:
Schriften fr    http://home.vr-web.de/was/fonts.html
TeX: 
Tobias
Regenbrecht:
Integration von  http://www.regenbrecht.net/psfonts/psfonts_tetex.html
PostScript-Fonts
in LaTeX2e: 
 


9.2.3 Warum sind die Buchstaben in meiner pdf-Datei von schlechter
Qualitt? (*)

Schriften in pdf-Dateien werden mit schlechter Qualitt dargestellt (und
evtl. auch gedruckt), wenn sie in der pdf-Datei als Bitmaps enthalten
sind, also nicht in Form von Vektorfonts. Um das zu verhindern, ist auf
folgende Punkte zu achten:

* Es drfen im Dokument nur solche Schriften verwendet werden, die im
  Format Type-1 (PostScript) oder TrueType vorhanden sind. Welche das
  sind, sollte aus der Dokumentation des TeX-Systems hervorgehen.
  Schriften, die ausschlielich im Metafont-Format existieren, knnen
  hingegen in pdf-Dateien nur in Form von Bitmaps benutzt werden, sind
  also nach Mglichkeit zu vermeiden.
* Wenn Schriften sowohl im Metafont-Format als auch als Type-1 oder
  TrueType vorliegen, dann mssen die beteiligten Programme so
  konfiguriert sein, dass sie nicht die Metafont-Version verwenden. In
  aktuellen TeX-Distributionen ist das zumindest fr pdfTeX
  normalerweise der Fall.

Die hufigsten Fehlerquellen sind:

* Es werden die EC- und TC-Fonts benutzt, ohne dass diese im
  Type-1-Format vorliegen. Abhilfe: EC/TC-Fonts im Type-1-Format
  beschaffen und installieren (siehe Frage 10.1.7) oder stattdessen die
  AE-Fonts verwenden (siehe ebenfalls Frage 10.1.8)
* Wenn die pdf-Datei auf dem Weg ber `dvips' und nachfolgende
  Umwandlung ins pdf-Format erzeugt wurde, dann hat `dvips' die
  CM-Schriften im Metafont-Format und damit in einer Bitmap-Version
  verwendet, obwohl diese auch als Type-1 existieren. Dies ist hufig
  das voreingestellte Verhalten von `dvips'. Abhilfe: `dvips' mit einer
  passenden Option aufrufen, so dass alle vorhandenen Type-1-Fonts auch
  tatschlich verwendet werden. Wie diese Option lautet, hngt von
  jeweiligen TeX-System ab; beachten Sie dessen Dokumentation! Mit
  vielen Systemen funktioniert:


    dvips -Ppdf -G0

  Beachten Sie dabei, dass CM-Schriften oft fr bestimmte mathematische
  Symbole bentigt werden, auch wenn die Grundschrift eines Dokuments
  nicht Computer-Modern ist, z.B. mit Paketen wie `mathptmx'.
* Die pdf-Datei wurde aus PostScript durch Umwandlung mit dem Programm
  `Ghostscript' erzeugt, wobei eine ltere Version (< 6.51) zum Einsatz
  kam. Diese Programmversionen wandeln aber (fast) alle Fonts (auch
  Vektorfonts!) in Bitmaps um. Sie sind als veraltet anzusehen und
  sollten durch eine neuere Version (6.51 oder besser) ersetzt werden,
  die mit Vektorfonts umgehen kann.


Ghostscript:                                                CTAN: nonfree/support/ghostscript/
Fonts in LaTeX: Item,
www.mamster.net/tex/latex-fontfaq-amster-burton.pdf:
WWW-Link Fonts in LaTeX: Item,                              http://www.mamster.net/tex/latex-fontfaq-amster-burton.pdf
http://www.mamster.net/tex/latex-fontfaq-amster-burton.pdf:
link) Matthew Amster-Burton: The Sooper-Simple Guide to
Type 1 Fonts in LaTeX: 
 


9.2.4 In einer mit `dvips' erzeugten PostScript-Datei fehlen die
Ligaturen und andere Zeichen.

Dieses Problem kann auftreten, wenn die .ps-Datei unter Verwendung der
dvips-Option -Ppdf erzeugt wurde. Abhilfe: Ergnzen Sie beim Aufruf von
dvips die Option -G0:

    dvips -Ppdf -G0 ...

Hintergrund: Die Option -Ppdf manipuliert u.a. den Zeichensatz der
verwendeten Schriften, um einen potentiellen Fehler des `Acrobat Reader'
4.0 zu umgehen. Das ist jedoch nur dann berhaupt relevant, wenn die
.ps-Datei spter in PDF umgewandelt wird, und es funktioniert auerdem
nur bei Fonts mit 128 Zeichen (z.B. CM); mit anderen Fonts fhrt es
dazu, dass Zeichen verloren gehen. Mit der zustzlichen Option -G0 wird
dieses Verhalten abgestellt. Version 4.0 des Acrobat Reader ist
mittlerweile veraltet und drfte wegen zahlreicher Mngel sowieso kaum
noch verwendet werden, so dass es wenig Sinn macht, sie weiterhin zu
bercksichtigen.
Vorsicht: Es sind auch Implementierungen von `dvips' im Umlauf, mit
denen das beschriebene Verhalten schon ohne die Option -Ppdf auftritt.
Die zustzliche Option -G0 behebt das Problem dann ebenfalls.

9.2.5 Warum werden mit der Suchfunktion des Programms `Acrobat Reader'
keine Worte gefunden, die Umlaute enthalten?

Ein Voraussetzung dafr ist die Verwendung von T1-kodierten Schriften.
Die oftmals gnstige Lsung mit dem Paket `ae'

  \usepackage{ae}

um auf die `CM'-Schriften in T1-Kodierung zugreifen zu knnen, versagt
leider hinsichtlich der Umlaute und anderer akzentuierter Buchstaben, da
diese auch bei Verwendung dieses Paketes intern aus mehreren Lettern
zusammengesetzt werden. Um das Problem zu umgehen, sollte man Schriften
in T1-Kodierung verwenden, in denen die Umlaute tatschlich enthalten
sind, wie etwa die EC-Fonts (Type1-Versionen; Frage 10.1.7) oder die
PostScript-Basisfonts (siehe Frage 10.2.1).

9.3 TrueType-Schriften


9.3.1 Wie kann ich TrueType-Schriften in LaTeX verwenden?

TeX bzw. LaTeX bentigt von jeder Schrift, egal in welchem Format sie
vorliegt, nur die tfm-Dateien einer Schrift. Erst der Treiber fr das
Ausgabegert bentigt die Schrift selbst und hier ist es vom Treiber
abhngig, in welchem Format die Schrift vorliegen darf. Historisch kommt
fast jeder Treiber mit PK-Dateien bzw. METAFONT-Dateien, aus denen
PK-Dateien erzeugt werden knnen, zurecht. Ebenso ist die Untersttzung
von PS-Schriftformaten weit verbreitet.
Erzeugt man mit pdfTeX PDF-Dateien, so kann pdfTeX TrueType-Schriften
direkt verwenden und einbetten.
Sonst gibt es, wie oben erwhnt, prinzipiell drei Mglichkeiten:

* `ttf2pk':
  Dieses Programm konvertiert beliebige TrueType-Schriften (auch
  asiatische!) in PK-Dateien. `ttf2pk' bernimmt dabei analog zu
  `gsftopk' bei PS-Schriften das _Rendering_ fr Anwendungen, die
  TrueType-Schriften nicht untersttzen. Quellcode, Dokumentation etc.
  findet man im FreeType-Paket: http://www.freetype.org/projects.html
  MikTeX und fpTeX enthalten bereits Binaries; die neuesten
  teTeX-Distributionen ab Version 1.0 haben Untersttzung fr `ttf2pk'
  in den Skripten (man mu also nur `ttf2pk' kompilieren).
* TTF => PS-Fonts:
  Auch hier gibt es mehrere Anstze.

  o `ttf2pfb':
    Konvertiert TrueType-Fonts (auch asiatische!) in Type-1
    PostScript-Schriften. Nachteile: Untersttzung von Komposit-TTFs
    derzeit nur beschrnkt mglich; auerdem geht das Hinting (d.h. die
    Anpassung an kleine Schriftgren) verloren.
    http://www.freetype.org/projects.html
  o `ttf2pt1':
    `ttf2pt1' kann asiatische Fonts bzw. Fonts mit mehr als 256 Glyphen
    behandeln, wobei die allgemeine Beschrnkung, da ein
    Encoding-Vektor nur 256 Elemente haben kann, jedoch davon unabhngig
    besteht; kann auch Metriken im .afm-Format erzeugen, so da
    Kerning-Informationen nicht verlorengehen.
    http://www.netspace.net.au/~mheath/ttf2pt1/
  o TTF => PS-Fonts im Type-42-Format:
    Erzeugt eine `Wrapper-Datei' um den TrueType-Font. `Ghostscript' und
    neuere PS-Interpreter haben ein eingebautes TrueType-Modul, welches
    das Type-42-Format verstehen kann - allerdings ist der
    TrueType-Rasterer von lteren Ghostscript-Versionen eher schlecht.
    (Das Programm kann vermutlich keine asiatische Fonts bzw. Fonts mit
    mehr als 256 Glyphen behandeln.)

  Prinzipiell geht bei der Konvertierung von TrueType-Schriften nach
  Type-1 das _Hinting_ verloren. Nhere Informationen hierzu findet man
  in den Texten http://www.truetype.demon.co.uk/ttandt1.htm und
  http://www.truetype.demon.co.uk/tthints.htm.
* `ttf2mf':
  [nie verwendet; kann vermutlich asiatische Fonts bzw. Fonts mit mehr
  als 256 Glyphen nicht behandeln.]
  CTAN: nonfree/support/ttf2mf/

Weitere Informationen findet man unter den folgenden URLs:

FreeType:                      http://www.freetype.org
Otfried Cheong: Using TrueType http://www.cs.uu.nl/~otfried/Pdftex/
fonts in PdfLaTeX: 
 

Zur Verwendung oder Integration von `ttf2pk' findet man weiteres unter
den folgenden URLs:

Damir Rakityansky:
Using TrueType
fonts with TeX     http://www.radamir.com/tex/ttf-tex.htm
(LaTeX) and pdfTeX
(pdfLaTeX): 
Damir Rakityansky
(dt. .):
Benutzung von      CTAN: info/german/MiKTeX-WinEdt-TrueType-Anleitung/ttf.htm
TrueType-Schriften
unter TeX...: 
ttf2tex:           CTAN: support/ttf2tex/
 

Zur Konvertierung von TrueType-Schriften in eine PS-Schrift findet man
mehr unter der folgenden URL:

Harald Harders: Using TrueType fonts with CTAN: info/TrueType/index.html
teTeX and dvips: 
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 9 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 10 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

------------------------------------------------------------------------


10 METAFONT und Schriften (Fortsetzung)


10.1 Die Computer-Modern-Schriften und ihre Nachfolger (+)


10.1.1 Gibt es die CM-Fonts auch als PostScript-(Type-1)-Schriften?

Die Knuth'sche Computer-Modern-(CM)-Familie, die zustzlichen
LaTeX-CM-Fonts und die AmS-Fonts zum mathematischen Formelsatz wurden
von Bluesky und Y&Y ins Type-1-Format umgesetzt und der ffentlichkeit
frei verwendbar zur Verfgung gestellt. Die in diesem `Bluesky'-Paket
noch fehlenden Schriften, wie einige AmS-Fonts, die Logo- und
Manual-Fonts, sind inzwischen ebenso im Type-1-Format verfgbar.

Bluesky:    CTAN: fonts/cm/ps-type1/bluesky/
AmS-Fonts:  CTAN: fonts/amsfonts/ps-type1/
Logo:       CTAN: fonts/mflogo/ps-type1/hoekwater/
Manual:     CTAN: fonts/manual/ps-type1/hoekwater/
 


10.1.2 Wie kann ich die CM-Fonts mit beliebigen Schriftgren verwenden?

Das Paket `type1cm' von David Carlisle enthlt genderte
Font-Deklaratonen fr die CM-Schriften, in denen die blichen festen
Grenabstufungen durch Bereiche abgedeckt werden. Seine Verwendung ist
vorzugsweise in Verbindung mit Type-1-Fonts sinnvoll; ansonsten werden
mglicherweise sehr viele oder sehr groe Pixelfonts erzeugt und
gespeichert

type1cm:  CTAN: macros/latex/contrib/type1cm/
 


10.1.3 Was sind EC- und TC-Schriften?

Mit `EC' und `TC' bezeichnet man Fonts mit dem Aussehen von Knuths
CM-Schriften, aber einem Zeichenvorrat entsprechend der `europischen'
T1- und TS1-Kodierung. Die EC-Schriften sind ebenso stabil wie die
CM-Schriften, d.h. die .tfm-Dateien dieser Schriftfamilien werden sich
nicht mehr ndern.

10.1.4 Wie kann ich mit LaTeX die neuen EC/TC-Schriften verwenden?

Um mit LaTeX die EC-Schriften ohne viel Aufwand benutzen zu knnen,
bentigt man die LaTeX-Version vom Dezember 1996 oder neuer. Mit dieser
muss nurmehr in der Prambel die Zeile \usepackage[T1]{fontenc}
eingefgt werden.
Um die zustzlichen Textsymbole der TC-Fonts nutzen zu knnen, ist das
Paket `textcomp' zu laden: \usepackage{textcomp}.

10.1.5 Gibt es die zu den EC-Schriften gehrenden Schriften fr den
mathematischen Formelsatz?

Nein, leider noch nicht. Zur Zeit existiert ein gemeinsames
LaTeX3-/TUG-Technical-Working-Group-(TWG)-Projekt; Barbara Beeton,
Herausgeberin des TUGboat und Mitarbeiterin bei der American
Mathematical Society (AmS), ist Vorsitzende dieser TWG. Die
Arbeitsgruppe hat die nicht-triviale Aufgabe, alle bentigten
mathematischen Zeichen zusammenzutragen und entsprechende
Schriftkodierungen festzulegen. Informationen ber die bisher
erarbeiteten Konzepte kann man in http://www.tug.org/twg/mfg finden.

10.1.6 Wieso werden bei Verwendung von EC-Schriften noch die alten
CM-Schriften geladen? Ich dachte, dass die EC- die CM-Schriften
vollstndig ersetzen knnen?

Da noch keine mathematischen Schriften speziell fr die EC-Schriften
existieren, werden die der CM-Schriften verwendet. Die CM-Textschriften
enthalten jedoch die groen griechischen Buchstaben fr den
mathematischen Formelsatz, so dass auch weiterhin diese Textschriften
zustzlich zu den EC-Textschriften geladen werden mssen.

10.1.7 Gibt es die EC- und TC-Fonts auch im PostScript-(Type-1)-Format?

Bis vor einiger Zeit gab es die EC/TC-Schriften nicht im Type-1-Format;
inzwischen existieren jedoch mehrere kommerzielle und freie Versionen:
MicroPress Inc. bietet smtliche 666 Schriftschnitte der EC- und
TC-Schriften im Type-1-Format kommerziell an.
Kostenlos verfgbar sind zwei weitere Sammlungen von Type-1-Fonts:
`CM-Super' von Vladimir Volovich und `Tt2001' von Szab Pter.
`CM-Super' enthlt auch die Computer-Modern-Schriften mit kyrillischem
Zeichensatz (LH-Fonts). Momentan weisen beide Sammlungen noch geringe
qualitative Mngel auf.
Die kommerzielle Schriftfamilie `EM' von Y&Y enthlt zwar alle Lettern
der EC-Schriften, jedoch unterscheiden sich die Metriken von den
Original-EC-Schriften; auerdem werden betrchtlich weniger verschiedene
Entwurfsgren benutzt. Man erhlt daher einen anderen Umbruch, so dass
sie keinen wirklichen Ersatz darstellen. Andererseits sind sie, im
Gegensatz zu den originalen EC-Fonts, auch mit Anwendungen aus der
nicht-TeX-Welt verwendbar (`ATM-kompatibel').
Sollte keines der genannten Pakete verfgbar sein, kann man als
`Notlsung' zu den AE- oder ZE-Fonts greifen (siehe Frage 10.1.8).

EC-Type-1      http://www.micropress-inc.com/fonts/ecfonts/ecmain.htm
(MicroPress): 
CM-Super:      CTAN: fonts/ps-type1/cm-super/
Tt2001:        CTAN: fonts/ps-type1/ec/
               http://www.inf.bme.hu/~pts/textrace/
EM (Y&Y):      http://www.yandy.com/em.htm
 


10.1.8 Was sind die `AE'- und `ZE'-Schriften?

Ein nicht ganz vollwertiger Ersatz von EC-Schriften im Type-1-Format
besteht darin, spezielle _virtuelle Fonts_ zu benutzen. Diese virtuellen
Fonts stellen (fast) den kompletten T1-Zeichensatz bereit, greifen
letztlich auf die OT1-kodierten CM-Fonts zurck, und da letztere in
praktisch jedem TeX-System im Type-1-Format verfgbar sind, bekommt man
somit auch einen Ersatz fr die EC-Schriften im Type-1-Format.
Allerdings unterscheiden sich die Metriken und die verfgbaren
Entwurfsgren von den echten EC-Fonts, so dass sich ein anderer Umbruch
ergibt.
Solche virtuellen Schriften sind unter den Namen `Almost-European' (AE)
und `ZE' verfgbar. Man beachte aber, dass nicht _alle_ Zeichen des
T1-Encodings bereitgestellt werden. Auch wird nur der T1-Zeichenvorrat
simuliert, nicht aber TS1, so dass die Textcompanion-Symbole wie z.B.
`\textmu' nicht verfgbar sind. Fr einige der fehlenden Zeichen gibt es
Ersatzlsungen. So erhlt man die mit den AE-Schriften nicht
darstellbaren franzsischen Anfhrungszeichen durch zustzliches
Einbinden des Paketes `aeguill'. Es extrahiert franzsische `Guillemets'
aus anderen Schriften, vorzugsweise aus den `PL'-Schriften, einer
polnischen Variante der CM-Schriften mit einigen zustzlichen
europischen Zeichen. Die PL-Schriften liegen als METAFONT- und als
PostScript-Type-1-Schriften vor, die dieselben Metrikdateien verwenden.
Um sie in ihrer Kodierung OT4 benutzen zu knnen, mssen die
dazugehrigen Fontdefinitionsdateien aus dem Bndel `platex' installiert
sein. Optional kann das Paket `aeguill' aber auch auf andere,
standardmig vorhandene Fonts, zurckgreifen.

ae:                     CTAN: fonts/ae/
ze:                     CTAN: fonts/zefonts/
aeguill:                CTAN: macros/latex/contrib/aeguill/
PL-Schriften (Type-1):  CTAN: language/polish/plpsfont/
platex:                 CTAN: macros/latex/contrib/platex/
 


10.1.9 Ich erhalte die Meldung `LaTeX Font Warning: Some font shapes
were not available, defaults substituted'. Was hat das zu bedeuten? (+)

Bei LaTeX ist es mglich, Kombinationen von Schriftattributen
anzufordern, die bei der verwendeten Schrift nicht verfgbar sind. So
wird beispielsweise bei der Kombination von ``Kapitlchen'' und `Fett'
in der Standard-Codierung OT1 mit CM-Fonts:

  \documentclass{article}
  \begin{document}
  \textsc{Test \textbf{Test}}
  \end{document}

von LaTeX folgende Warnung gemeldet:

  LaTeX Font Warning: Font shape `OT1/cmr/bx/sc' undefined
  (Font)              using `OT1/cmr/bx/n' instead on input line 4.

Diese Warnung besagt, dass in der Codierung OT1 in der Familie cmr
(Roman) und der `Font series' bx (Fett) kein `Font shape' sc
(Kapitlchen) verfgbar ist und stattdessen `Font shape' n (Normal)
verwendet wird.
Immer, wenn LaTeX solche Ersetzungen vornimmt, meldet es fr alle
Ersetzungen zusammen am Schluss noch `LaTeX Font Warning: Some font
shapes were not available, defaults substituted', weil Meldungen am Ende
des LaTeX-Laufs nicht so leicht bersehen werden.
Welche Ersetzung LaTeX vornimmt, ist in den .fd-Dateien definiert.
Nheres dazu ist in dem LaTeX-Standarddokument `selection: Kurzname im
Text, fntguide/fntguide.html: Paketname selection: Kurzname im Text,
html/fntguide/fntguide.html: Paketname LaTeX2e font selection' zu
finden.

10.1.10 Was kann ich tun, wenn ich eine Meldung ber eine nicht
vorhandene Schriftkombination erhalte? (+)

Grundstzlich gibt es in diesem Fall nur zwei Mglichkeiten. Zum einen
kann man natrlich nach Schriften suchen, bei denen die gewnschte
Kombination vorhanden ist. So sind beispielsweise fette Kapitlchen in
der Standardschrift CM nicht vorhanden, in den EC-Fonts hingegen sehr
wohl. Fgt man daher im Beispiel aus Frage Frage 10.1.9 die Zeile

  \usepackage[T1]{fontenc}

ein, so verschwindet die Meldung.
Alternativ kann man auf die entsprechende Kombination schlicht
verzichten. In einigen Fllen gengt es daszu, die Warnung schlicht zu
ignorrieren. Man kann aber auch die Notwendigkeit der Kombination
beseitigen. Hat man beispielsweise serifenlose berschriften
voreingestellt, bentigt jedoch unbedingt Kapitlchen in den
berschriften, so hat man das Problem, dass es sehr wenige Schriften mit
serifenlosen Kapitlchen gibt. Eine einfache Lsung besteht nun darin,
die Voreinstellung der berschriften in eine Serifenschrift zu ndern.
Viele unterschiedliche Warnungen ber nicht vorhandene
Schriftkombinationen knnen auch ein Hinweis sein, dass versucht wird,
bermig viele Schriften zu kombinieren. Aus typografischer Sicht
knnte die Eliminierung der Kombinationen eine gute Lsung sein. Man
sollte nmlich nie zu viele Schriftarten miteinander kombinieren.

10.2 Alternativen zu den Computer-Modern-Schriften (*)


10.2.1 Wie kann ich die PostScript-Basisschriften (Times, Helvetica
usw.) mit LaTeX verwenden?

Die Pakete und Metrikdateien des `PSNFSS'-Bndels untersttzen die
Verwendung der 35 PostScript-Basisschriften mit LaTeX. `PSNFSS' ist
Bestandteil jedes LaTeX-Systems.

  Times:
      Das Paket `mathptmx' deklariert `Times' als Grundschrift und ldt
      dazu passende Mathematikschriften, die aus verschiedenen frei
      verfgbaren Fonts (z.B. `Symbol') zusammengesetzt sind.

  Palatino:
      Die Pakete `mathpazo' und `mathpple' legen `Palatino' als
      Grundschrift fest und laden dazu passende Mathematikschriften, die
      aus frei verfgbaren Fonts zusammengesetzt sind. Im Wesentlichen
      unterscheiden sich die Pakete durch das Aussehen der griechischen
      Buchstaben und einiger mathematischer Symbole; das ltere
      Paket`mathpple' greift dafr vor allem auf (modifizierte)
      Euler-Fonts zurck, whrend `mathpazo' ein neu entworfenes
      mathematisches Alphabet `Pazo' verwendet.

  Helvetica:
      Das Paket `helvet' legt `Helvetica' als serifenlose Schrift fest.

  Courier:
      Das Paket `courier' legt `Courier' als Schreibmaschinenschrift
      fest.

  ZapfDingbats
      und andere Symbolschriften werden vom Paket `pifont' untersttzt.

Weitere Pakete untersttzen die Schriftfamilien `NewCenturySchoolbook',
`Bookman', `AvantGarde' und `ZapfChancery'. PSNFSS untersttzt auch die
Verwendung der Schriftfamilien `Bitstream Charter' und `Adobe Utopia'.
Sie gehren nicht zu den Base35-Fonts, sind aber kostenlos verfgbar und
sollten standardmig Bestandteil jedes LaTeX-Systems sein.
Siehe die Dokumentation zu PSNFSS (`Using common PostScript fonts with
LaTeX').

psnfss:  CTAN: macros/latex/required/psnfss
 


10.2.2 Wie kann ich ein ganzes Dokument in serifenloser Schrift (z.B.
Helvetica) setzen? (*)

Die Anweisung

  \renewcommand{\familydefault}{\sfdefault}

in der Prambel legt serifenlose Schrift als Grundschrift fr das
gesamte Dokument fest; das ist diejenige Schriftfamilie, die sonst mit
der Anweisung `\sffamily' gewhlt wrde. Per Voreinstellung ist das
`CM-Sans'. Mchte man diese gegen `Helvetica' austauschen, ist
zustzlich das Paket `helvet' (siehe Frage 10.2.1) zu laden:

  \renewcommand{\familydefault}{\sfdefault}
  \usepackage{helvet}

Beachte, dass in beiden Fllen LaTeXs Mathematikschriften _nicht_
gendert werden! Die fr den Mathematiksatz voreingestellten Schriften
der CM-Familie harmonieren jedoch nur schlecht mit `CM-Sans' und
berhaupt nicht mit `Helvetica', so dass die genannten Lsungen
untauglich sind, falls auch mathematische Formeln zu setzen sind.
Es gibt berhaupt nur zwei serifenlose Schriftfamilien, die fr TeX
geeignete Mathematikschriften (inkl. der AmS-Symbole) enthalten. Beide
werden zusammen mit Makropaketen fr die Verwendung mit LaTeX verteilt:

  CM-Bright:
      Eine aus den CM-Fonts abgeleitete Schriftfamilie; heller und
      weniger ``aufdringlich'' als `CM-Sans'. Sie ist auf CTAN sowohl im
      Metafont- als auch im PostScript-Format erhltlich. Die Schriften
      im Type-1-Format gehren teilweise zur Sammlung CM-Super (siehe
      Frage 10.1.7), die restlichen wurden von H.~Harders (`hfbright')
      zur Verfgung gestellt. Ein vollstndiges Paket der
      CM-Bright-Fonts im Type-1-Format wird auch kommerziell von der Fa.
      MicroPress Inc. angeboten.

  HV-Math:
      Eine Helvetica-`Clone', mit erweitertem Zeichensatz und
      Mathematikschriften; im Type-1-Format von MicroPress Inc.
      erhltlich.

Die Schriftfamilie `Arial' ist lediglich eine Nachahmung der
`Helvetica', mit geringen Unterschieden bei den Zeichenformen. Sie wird
von vielen Programmen als Ersatz fr die echte Helvetica verwendet, z.T.
ohne dass dies vom Anwender zu beeinflussen ist. Mit TeX kann und sollte
man stets `Helvetica' oder `HV-Math' verwenden, siehe oben!

CM-Bright:  CTAN: fonts/cmbright/
            CTAN: fonts/ps-type1/cm-super/
            CTAN: fonts/ps-type1/hfbright/
            http://www.micropress-inc.com/fonts/
HV-Math:    http://www.micropress-inc.com/fonts/
 


10.2.3 Welche anderen als die CM-Schriften sind mit LaTeX ohne groen
Aufwand verwendbar?

Vergleichsweise problemlos lassen sich mit LaTeX solche Schriften
einsetzen, die komplett mit allen ntigen TeX-spezifischen Metriken und
Makrodateien verteilt werden (bzw. in blichen TeX-Distributionen
vorhanden sind). Idealerweise sollten auerdem dazu passende
Mathematikschriften vorhanden sein.

Schriftfamilien mit Mathematikfonts


  Times:
      Siehe Frage 10.2.1. Neben den vom Paket `mathptmx' verwendeten
      Mathematikschriften gibt es auch kommerzielle, die eine deutlich
      hhere Qualitt aufweisen: `TM-Math' (MicroPress, enthlt auch
      zustzliche Textsymbole und die AmS-Symbolfonts), `MathTime' und
      `MathTimePro' (Y&Y).

  Palatino:
      Siehe Frage 10.2.1. Neben den von dem Paketen `mathpple' und
      `mathpazo' verwendeten Mathematikschriften gibt es noch die
      kommerziellen `PA-Math'-Fonts (MicroPress) mit deutlich besserer
      Qualitt und zustzlichen Textsymbolen.

  LucidaBright:
      Eine umfangreiche Schrift-`Sippe', bestehend aus Roman-,
      Sansserif- und Schreibmaschinen-Schriften, zahlreichen Sonder- und
      Zierschriften und allen Mathematikfonts fr Verwendung mit
      plainTeX oder LaTeX, einschl. der AmS-Symbole. Nur im
      Type-1-Format. Kommerziell erhltlich bei Y&Y.

  Concrete:
      Eine serifenbetonte Antiqua-Schrift; die Grundschrift von Donald
      Knuths Buch `Concrete Mathematics'; aus der CM-Familie abgeleitet.
      Enthlt neben Textfonts auch alle Mathematikschriften fr (La)TeX
      inkl. der AmS-Symbole. Im Metafont-Format kostenlos und
      Bestandteil der meisten TeX-Systeme; im Type-1-Format von
      MicroPress vertrieben. LaTeX-Paket: `ccfonts'

  CM-Bright:
      siehe Frage 10.2.2.

  Helvetica/HV-Math:
      siehe Frage 10.2.2.

  BA-Math:
      Eine Antiqua-Schrift im Stil der `Baskerville', mit
      Mathematikschriften fr LaTeX; Type-1-Format. Erhltlich bei
      MicroPress.

  IF-Math:
      Eine Tekton-`Clone' mit Mathematikschriften fr LaTeX;
      Type-1-Format. Erhltlich bei MicroPress.


Schriftfamilien ohne Mathematikfonts


  AvantGarde, Bookman, Charter, Helvetica, NewCenturySchoolbook, Utopia:
      Die Verwendung dieser Schriftfamilien wird durch die Pakete des
      PSNFSS-Bndels untersttzt, siehe Frage 10.2.1.

  LucidaBrightSO:
      Die wichtigsten Textschriften der LucidaBright-Familie (_nicht_
      die Mathematikschriften!) sind auch als Bestandteil von
      `StarOffice' 5.2 verfgbar. Im Gegensatz zur Variante von Y&Y
      (siehe oben) enthalten sie neben den lateinischen auch kyrillische
      Zeichenstze und sind kostenlos erhltlich.

  Pandora:
      Frei verfgbare, speziell fr die Verwendung mit (La)TeX
      entworfene Schriftfamilie mit Roman-, Sansserif- und
      Schreibmaschinen-Schriften. Etwas auffllig und verspielt. Nur mit
      OT1-Zeichensatz, nur im Metafont-Format.

  Malvern:
      Frei verfgbare, speziell fr TeX entworfene Familie von
      serifenlosen Schriften. Nur mit OT1- und T1-Zeichensatz verfgbar,
      keine TS1-Kodierung; nur im Metafont-Format.

  Litaraturnaya:
      Schriftfamilie mit lateinischen und kyrillischen Zeichenstzen.
      Nur Type-1-Format. Kostenlos erhltlich.


Generische Mathematikfonts


  Die Mathematikschriften TM-Math, MathTime, MathTimePro
      (siehe oben) wurden ursprnglich fr die Verwendung mit der
      `Times' entworfen, lassen sich aber auch mit hnlichen
      Schriftfamilien verwenden; dies wird auch von den dazu gehrenden
      Makropaketen untersttzt.

  LucidaNewMath
      Die zu LucidaBright (siehe oben) gehrenden Mathematikschriften
      lassen sich auch mit anderen Schriftfamilien kombinieren. Ein
      entsprechendes Makropaket `lucbmath' wird zusammen mit den
      Schriften ausgeliefert.

  Die mathematischen Euler-Fonts
      wurden ursprnglich fr die Verwendung mit der Schriftfamilie
      Concrete entworfen (die inzwischen eigene Mathematikfonts bekommen
      hat).
      Die Euler-Fonts lassen sich sehr gut auch mit ganz anderen
      Textschriften als Concrete kombinieren. Sie passen insbesondere
      gut zu verschiedenen Renaissance-Antiquas (z.B. Garamond, Sabon,
      Minion, Palatino). Dies wird durch das neuere Paket `eulervm' und
      dazu gehrende virtuelle Fonts untersttzt.
      Die LaTeX-Pakete `euler' und `beton' stellten eine ad-hoc-Lsung
      fr die Kombination Concrete/Euler dar, die die Typografie vom
      Donald Knuths Buch `Concrete Mathematics' in LaTeX nachbildet; sie
      sind veraltet und sollten nicht mehr verwendet werden.


MicroPress:      http://www.micropress-inc.com/fonts/
Y&Y:             http://www.yandy.com/
Concrete:        CTAN: fonts/concrete/
                 CTAN: fonts/ecc/
                 CTAN: fonts/concmath/
Pandora:         CTAN: fonts/pandora/
Anpassungen zu
LucidaBright aus ftp://ftp.ftp.vsu.ru/pub/tex/font-packs/lucidaso/
StarOffice: 
Literaturnaya:   ftp://ftp.vsu.ru/pub/tex/font-packs/literat/
eulervm:         CTAN: fonts/eulervm/
 


10.2.4 Wo finde ich TeX-Anpassungen fr handelsbliche Type-1-Fonts?

Auerhalb der Welt von TeX existiert ein riesiges Angebot an
digitalisierten Schriften. Um sie auch mit (La)TeX verwenden zu knnen
bentigt man zustzlich zu den eigentlichen Fonts TeX-spezifische
Metrik-, Font-Map- und .fd-Dateien. Falls man diese nicht selbst
erstellen kann oder will (siehe Frage 9.2.2), kann man auf vorgefertigte
Anpassungen zurckgreifen.

psfonts:                            CTAN: fonts/psfonts
(z.T. veraltet und nur mangelhaft dokumentiert)
Walter Schmidt: Schriften fr TeX:  http://home.vr-web.de/was/fonts.html
 


10.3 Sonderschriften


10.3.1 Gibt es eine Schnschrift/Handschrift?

Mit `calligra' gibt es eine kalligraphische Schrift (nur im
Metafont-Format), eine schn ausgefhrte Schmuckschrift. Eine weitere
Schnschrift (ebenfalls im Metafont-Format) ist die `twcal', die
ursprnglich auf der vereinfachten Ausgangsschrift `va' basiert, jedoch
durch viele nderungen und Ligaturen weichere, durchgezogene bergnge
erhalten hat. Mit den Paketen `calligra' und `twcal' gibt es
LaTeX-Anpassungen fr beide gleichnamigen Schriften.
Zu den PostScript-Standardfonts gehrt der `normale' Schnitt der Schrift
`ZapfChancery'. Metriken und Makrodateien dafr gehren zum
PSNFSS-Bndel, siehe Frage 10.2.1.
Im Type-1-Format ist die Schrift `BrushScriptX' kostenlos verfgbar. Sie
hnelt der kommerziellen Schrift BrushScript von Adobe. Zusammen mit dem
Font wird ein passendes Makropaket verteilt.
Ebenfalls im Type-1-Format ist die Schrift `Augie' als Freeware
erhltlich, zusammen mit den ntigen Anpassungen zur Verwendung mit TeX;
sie ist aus einer typischen amerikanischen Schlerhandschrift
abgeleitet.

calligra:      CTAN: fonts/calligra/
twcal:         CTAN: fonts/twcal/
(METAFONT-Quellen und Paket fr LaTeX 2.09)
               CTAN: macros/latex/contrib/gene/fundus/
(Paket fr LaTeX)
BrushScriptX:  CTAN: fonts/brushscr/
Augie:         CTAN: fonts/augie/
 


10.3.2 Ich suche eine Stterlin, Fraktur, Schwabacher, Gotische Schrift.

Yannis Haralambous hat einen Satz dieser altdeutschen Schriften auf der
Tagung EuroTeX'91 in Cork/Irland vorgestellt. Neben den reinen
Brotschriften hat er auch noch mit der Schrift `yinit' groe Initialen
als Schmuckschrift hinzugefgt. Die Einbindung dieser Schriften ist fr
LaTeX2e im Paket `oldgerm', das Bestandteil von `mfnfss' ist, enthalten.
Mit dem Paket `yfonts' existiert eine Alternative, die mit german.sty
funktioniert und diese Schriften trotz ihrer unkonventionellen Kodierung
in LaTeX2e einbindet; ein Makro ermglicht es, einen Absatz mit einer
eingezogenen Zierinitiale zu schmcken.
Zu der Stterlin-Schrift `suet14' und ihrer schrggestellten Variante
`schwell' wurde in der Newsgroup de.comp.tex (dem damaligen Vorgnger
von `de.comp.text.tex') angemerkt: ``Die Fonts sehen wirklich klasse
aus. Allerdings hat das kleine `a' keinen Kringel (Schleifchen) rechts
oben, was es nach Brockhaus und alten Schulunterlagen haben sollte. Auch
das `k' scheint etwas abzuweichen.''

Y.H.:               CTAN: fonts/gothic/yfrak/
                    CTAN: fonts/gothic/yswab/
                    CTAN: fonts/gothic/ygoth/
                    CTAN: fonts/gothic/yinit/
mfnfss:             CTAN: macros/latex/contrib/mfnfss
yfonts:             CTAN: macros/latex/contrib/yfonts
cmfrak:             CTAN: fonts/gothic/cmfrak/
sueterlin/schwell:  CTAN: fonts/gothic/sueterlin/
 


10.3.3 Gibt es die lateinische bzw. die vereinfachte Ausgangsschrift,
mit der man das Schreiben in der ersten Klasse begonnen hat?


la:  CTAN: fonts/la/
va:  CTAN: fonts/va/
 


10.3.4 Gibt es eine Schrift mit Medivalziffern/Minuskelziffern? Wie
kann ich alle Zahlen in einem Dokument mit Medivalziffern setzen?

Medivalziffern erhlt man in Plain-TeX durch \oldstyle{1234567890}, in
LaTeX mit \oldstylenums{1234567890}, da TeXs Math-Italic-Schriften diese
Ziffernform bereits enthalten.
Will man alle Zahlen in einem Dokument in Medivalziffern ausgeben, ohne
diese explizit mit `\oldstyle' bzw. `\oldstylenums' auszeichnen zu
mssen, so bentigt man spezielle Text-Fonts, in denen die meist
blichen Versalziffern durch Medivalziffern ersetzt wurden. Dies ist
z.B. in den ECO-Schriften der Fall, die auf den EC-Schriften basieren
und die als ``virtuelle Schriften'' die Ziffernformen ersetzen.

ECO-Fonts:  CTAN: fonts/eco/
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 10 ---
--- DE-TeX-FAQ Beginn Teil 11 ---



   Fragen und Antworten (FAQ) ber das Textsatzsystem TeX und DANTE,
             Deutschsprachige Anwendervereinigung TeX e.V.


            Bernd Raichle, Rolf Niepraschk und Thomas Hafner


                     Version 72 vom September 2003

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11 Tools und Utilities


11.1 Tools zur Manipulation von dvi-Dateien


11.1.1 Ich mchte durch doppelseitigen Druck und entsprechende Faltung
eine Broschre in DIN A5 mit Hilfe von DIN A4-Bgen erstellen.

Mit `dvidvi' oder `dvibook' lassen sich die Seiten in einer dvi-Datei so
umordnen, da auf einem Papierbogen die entsprechenden Seiten
doppelseitig gedruckt werden knnen. Neben diesen
dvi-Manipulationsprogrammen knnen auch einige dvi-Gertetreiber die
Seiten so gedreht und sortiert ausgeben, da man diese zu einer
Broschre bzw. die einzelnen Bogenpckchen zu einem dickeren Buch binden
kann. Beispiele fr solche Treiber sind `dvidrv' (emTeX-Paket, OS/2 und
MS-DOS) `dvi_dot' (MultiTeX-Paket, Atari ST), DVI 3.xx (Atari ST).
Hilfreich ist hierbei neben der Fhigkeit, die Seiten entsprechend
anzuordnen, da man die Signaturgre, d.h. die Gre eines Heftchens,
ber einen Parameter angeben kann (Bsp: `section-count' bei den
emTeX-Treibern). Verwendet man PostScript, so kann man mit `psbook' (aus
den PostScript-Utilities) statt der Seiten in der dvi-Datei auch die
Seiten in der aus der dvi-Datei erzeugten PostScript-Datei umordnen.
Dabei sollte man darauf achten, da die PostScript-Dateien sogenannte
`strukturierte Kommentare' enthalten, da `psbook', andere
PostScript-Utilities und beispielsweise auch `ghostview' diese
Kommentare bentigen, um den Vorspann und die einzelnen Seiten
voneinander trennen zu knnen. In `dvips' darf man die Option -N (`No
structured comments') daher _nicht_ verwenden!
Lsungsbeispiel mit `dvidvi' und `dvips':

  # Vorderseiten:
  dvidvi -m '4:-1,2(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp1.dvi
  dvips -t landscape tmp1.dvi
  #
  # Rueckseiten:
  dvidvi -m '4:-3,0(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp2.dvi
  dvips -t landscape tmp2.dvi
  #
  # danach zuerst die Vorderseiten in `tmp1.ps' ausdrucken, diese in
  # den Drucker so einlegen, dass die letzte Vorderseite zuerst
  # eingezogen wird, und dann die Rueckseiten in `tmp2.ps' ausdrucken.

Lsungsbeispiel mit `psbook', `pstops' und `dvips':
Damit `dvips' auch weiterverarbeitbare PostScript-Seiten im
DIN A5-Format erzeugen kann, mu in die `dvips'-Konfigurationsdatei
``config.ps'' noch folgender Eintrag hinzugefgt werden:

  @ A5 148.5mm 210mm
  @+ %%PaperSize: A5
  @+ ! %%DocumentPaperSizes: A5

Anschlieend knnen die folgenden Anweisungen abgesetzt werden:

  # Ausgabe im Hochformat in DIN A5
  dvips -t a5 -o tmp.ps datei.dvi

und nach dem Erzeugen der A5-groen Seiten anschlieend

  # Sortieren der Seiten der PS-Datei, Signaturgroesse: je 16 Seiten
  # ergibt 4 Boegen (doppelseitig und gefaltet)
  psbook -s16 tmp.ps tmp-sorted.ps
  # Zusammenfassen von 4 Seiten auf ein DIN A4-Blatt
  pstops '4:0L(21cm,0)+1L(21cm,14.85cm),2R(0,29.7cm)+3R(0,14.85cm)' \
         tmp-sorted.ps datei.ps

Die Vernderung von ``config.ps'' und die Option -t a5 beim Aufruf von
`dvips' kann entfallen, wenn das Programm `psresize' verwendet wird:

  # Ausgabe im Hochformat (in DIN A5)
  dvips -o tmp-in.ps datei.dvi
  # Korrigiere Papiergroessenangabe von A4 auf A5
  psresize -Pa4 -pa5 tmp-in.ps tmp.ps

Man beachte, da unter manchen Betriebssystemen die Hochkommata
entfallen oder durch doppelte Hochkommata ersetzt werden mssen. Der
Backslash am Ende der letzten Anweisung zeigt an, da diese und die
nachfolgende Zeile zusammengehren!

dvidvi:                   CTAN: dviware/dvidvi/
dvibook:                  CTAN: dviware/dvibook/
psbook:                   CTAN: support/psutils/
psresize:                 CTAN: support/psutils/
(unterhalb von CTAN: systems findet man Binaries dieser Programme fr
verschiedene Systeme)
Print Output as Booklet:  http://www.lyx.org/help/PS/ps.php#booklet
 


11.1.2 Ich mchte aus einer bereits fertigen, jedoch fr DIN A4
formatierte Broschre durch Verkleinerung, doppelseitigen Druck und
entsprechende Faltung eine Broschre in DIN A5 erstellen.

In Frage 11.1.1 wurden bereits entsprechende Programme vorgestellt, mit
denen die Manipulationen durchgefhrt werden knnen. Im Unterschied zu
der dort vorgestellten Lsung sind nun die Seiten zustzlich von DIN A4
auf DIN A5 zu verkleinern. Diese Skalierung ist typographisch nicht
empfehlenswert; eine Layout-nderung und Neuformatierung der Vorlage auf
DIN A5, um eine Skalierung zu vermeiden, wre besser.
Lsungsbeispiel mit `dvidvi' und `dvips':

  # Vorderseiten:
  dvidvi -m '4:-1,2(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp1.dvi
  dvips -t landscape -x 707 tmp1.dvi
  #
  # Rueckseiten:
  dvidvi -m '4:-3,0(148.5mm,0mm)' datei.dvi tmp2.dvi
  dvips -t landscape -x 707 tmp2.dvi
  #
  # danach zuerst die Vorderseiten in `tmp1.ps' ausdrucken, diese in
  # den Drucker so einlegen, dass die letzte Vorderseite zuerst
  # eingezogen wird, und dann die Rueckseiten in `tmp2.ps' ausdrucken.

Lsungsbeispiel mit `psbook', `pstops' und `dvips':

  # Ausgabe im Querformat und auf DIN A5 (= 1/sqrt{2}) verkleinert
  dvips -t landscape -x 707 -o tmp.ps datei.dvi
  # Sortieren der Seiten der PS-Datei, Signaturgroesse: je 16 Seiten
  # ergibt 4 Boegen (doppelseitig und gefaltet)
  psbook -s16 tmp.ps tmp-sorted.ps
  # Zusammenfassen auf eine DIN A4-Seite
  pstops '2:0(.744cm,.744cm)+1(.744cm,-14.106cm)' tmp-sorted.ps datei.ps

Man beachte, da unter manchen Betriebssystemen die Hochkommata
entfallen oder durch doppelte Hochkommata ersetzt werden mssen.

11.1.3 Wenn ich A5-Seiten auf A4-Bgen anordne, warum erscheint das
Ergebnis immer stark verschoben?

In Frage 11.1.1 und Frage 11.1.2 wurde bereits vorgestellt, wie
normalerweise eine Broschre in DIN A5 erstellt werden kann. Dabei kann
jedoch das Problem auftreten, dass das Ergebnis stark verschoben ist und
deshalb nicht auf einen Papierbogen passt. Dieser Effekt tritt auf, wenn
durch ein Paket das Papersize-Special in die DVI-Datei geschrieben wird.
Dies geschieht beispielsweise beim Paket `geometry' bei Verwendung der
Option `dvips' oder beim Paket `typearea' aus dem KOMA-Script-Paket bei
Verwendung der Option `dvips' oder der Option `pagesize'.
Die Lsung fr das Problem ist in diesem Fall ganz einfach. Verzichten
Sie auf die entsprechende Option und gehen Sie dann wie in den Antworten
beschrieben vor.
Wenn Sie eine DVI-Datei erhalten und feststellen wollen, ob ein
entsprechendes Special enthalten ist, knnen Sie das mit Hilfe des
Programms `dvitype' erreichen. Gibt `dvitype' unmittelbar nach der Zeile

    <nn>: begin of page1

eine Zeile

    <nn>: xxx 'papersize=597.50793pt,845.04694pt'

aus, dann ist ein solches Special enthalten und das Problem wird
auftreten. <nn> ist dabei ein Zahlwert, der von Datei zu Datei
unterschiedlich sein kann. Obige Werte hinter ``papersize='' sind
natrlich vom eingestellten Papierformat abhngig.

KOMA-Script:  CTAN: macros/latex/contrib/koma-script/
geometry:     CTAN: macros/latex/contrib/geometry/
 


11.1.4 Wie kann ich bei doppelseitigem Druck jede zweite Seite umgedreht
drucken lassen?

Doppelseitige Drucker geben die zweite Seite meist ber die lngere
Kante gewendet aus, so da hintere Seite eines Papierblattes ``falsch
herum'' gedruckt wird. Mit einem PostScript-fhigen Drucker und dem
Programm `pstops' (aus den PostScript-Utilities) kann dies problemlos
korrigiert werden, indem jede zweite Seite mit der Option `U'
(upside-down) auf den Kopf gestellt wird:

  pstops '2:0,1U(21cm,29.7cm)' datei.ps datei-2r.ps

Will man wie in Frage 11.1.1 oder Frage 11.1.2 Broschren erstellen,
sind die dort gezeigten Verfahren durchzufhren. Anschlieend ist dann
obige Zeile auf das Ergebnis anzuwenden.

pstops:  CTAN: support/psutils/
 


11.1.5 Ist es mglich, zwei dvi-Dateien zu einer zusammenzumontieren?
Kann ich einzelne Seiten aus einer dvi-Datei in eine dvi-Datei
schreiben?

`dviconcat', das im `dvibook'-Paket enthalten ist, hngt dvi-Dateien
aneinander. Mit `dviselect' aus demselben Paket kann man einzelne Seiten
bzw. Folgen von Seiten aus einer dvi-Datei extrahieren.

dvibook:  CTAN: dviware/dvibook/
 


11.1.6 Eine vorhandene PostScript-Datei enthlt Grafiken, die ich fr
einen anderen Zweck wiederverwenden will. Was kann ich tun?

Das Programm `psrip' kann in vielen Fllen enthaltene EPS-Grafiken aus
einer PostScript-Datei extrahieren.

psrip:  CTAN: support/psrip/
 


11.2 Syntax-Checker


11.2.1 Ich mchte ein LaTeX-Dokument mglichst schnell auf Fehler
berprfen.

In LaTeX gibt es das Paket `syntonly', das durch die Anweisung
`\syntaxonly' in der Dokumentprambel einige LaTeX-Interna so
umdefiniert, da kein oder nur sprlich dvi-Code erzeugt und so der
bersetzungslauf beschleunigt wird. Dabei werden weiterhin die meisten
Fehler, insbesonders syntaktische, von TeX gemeldet. Jedoch knnen auch
weitere Fehler gemeldet werden, wenn Makros von den intern jetzt nicht
mehr erzeugten Strukturen abhngen. `syntonly' bentigt die tfm-Datei
fr den Font `dummy'.

syntonly:  CTAN: macros/latex/base/
dummy:     CTAN: fonts/amsfonts/sources/dummy.mf
           CTAN: fonts/amsfonts/tfm/dummy.tfm
 


11.2.2 Gibt es auch noch Syntax-Checker, die schneller sind?

Externe Syntax-Checker, wie `lacheck', `ChkTeX' oder `texchk', sind
schneller, jedoch kann es vorkommen, da sie z.B. bei
`verbatim'-hnlichen Umgebungen sehr viele Fehler melden, obwohl keine
existieren. Meist ignorieren diese Programme auch \input- und
\include-Anweisungen, so da die einzelnen Dokumentdateien separat
getestet werden mssen. Sie sind jedoch schnell und ideal zum Finden von
Fehlern durch inkorrekte Schachtelung von Gruppen/Umgebungen.

lacheck:                       CTAN: support/lacheck/
                               C/lex-Source von `lacheck' (war frher
                               im AucTeX-Paket enthalten).
ChkTeX:                        CTAN: support/chktex/
                               Sources und Binaries fr verschiedene
                               Architekturen.
texchk:                        CTAN: obsolete/systems/msdos/4alltex.zip
disk05/texcheck.zip enthalten. Binary ist im emTeX- und damit auch im
Der Quelltext wurde in der     4allTeX-Paket in disk05/texcheck.zip
Newsgroup `comp.sources.unix'  enthalten. Der Quelltext wurde in der
verteilt.: link)               Newsgroup `comp.sources.unix' verteilt.


11.3 Dokument-Konverter von bzw. in das (La)TeX-Markup-Format (*)


11.3.1 Ich habe ein Dokument fr XYZ vorliegen und mchte es in (La)TeX
umwandeln. Gibt es ein Konvertierungsprogramm?

Fr relativ viele Dokumentformate gibt es Programme, die diese in eine
(La)TeX-Eingabedatei mit entsprechendem Markup umwandeln. Leider knnen
die meisten dieser Programme nur eine a) unvollstndige Konvertierung
durchfhren, b) ein (La)TeX-Dokument mit schlechtem Markup erzeugen oder
c) brechen mit Fehlern ab oder strzen im schlimmsten Fall ab. Dies
liegt an unterschiedlichen Grnden, wie z.B. daran, da die
Markup-Mglichkeiten des anderen Programms nicht mchtig genug sind oder
da das Dateiformat nicht offiziell dokumentiert vorliegt und daher nur
unvollstndig und fehlerhaft `re-engineered' wurde. Es ist daher besser,
wenn Sie nicht allzu viel von diesen Konvertierungsprogrammen erwarten
und sich darauf einstellen, da Sie noch nacharbeiten mssen.
Konvertierungsprogramme, die (La)TeX-Dokumente erzeugen, existieren fr
Word, WordPerfect, RTF, SGML, HTML, troff, Scribe u.v.m.

11.3.2 Ich habe ein (La)TeX-Dokument vorliegen und mchte es in eine
Form fr XYZ umwandeln. Gibt es ein Konvertierungsprogramm?

Es existieren relativ viele Konvertierungsprogramme, um ein
LaTeX-Dokument in eine Form zu wandeln, um das Dokument oder Teile
daraus in anderen Programmen weiterzuverwenden. Auch hier mu man mehr
oder weniger Abstriche machen, wenn ein Dokument a) nicht strukturiert
eingegeben und konsistent mit LaTeX-Markup versehen wurde, b) spezielle
LaTeX-Pakete und -Erweiterungen verwendet, c) mathematische Formeln,
Tabellen und Grafiken mit der `picture'-Umgebung enthlt oder d) das
Konvertierungsprogramm spezielle Markup-Deklarationen bentigt. Sie
mssen daher auch hier entweder das entstandene Ergebnis nachbearbeiten
oder ihr LaTeX-Dokument vorher entsprechend anpassen.
Konvertierungsprogramme, die aus (La)TeX-Dokumenten ein anderes Format
erzeugen, existieren fr RTF (Word/WordPerfect), gewhnlichen
ASCII-Text, HTML, Portable Document Format (PDF) von Adobe u.v.m..

11.3.3 Konvertierungsprogramme fr MS Word (for Windows), WordPerfect
(for Windows), allgemein fr `Rich Text Format' (RTF) sowie fr weitere
Formate?

LaTeX zwingt den Autor, sein Dokument in strukturierter Form einzugeben,
whrend Textverarbeitungsprogramme wie Word und WordPerfect auch die
unstrukturierte Eingabe eines Dokuments erlauben, was leider auch die
meisten Autoren tun. Daher ist es nur sehr schwer und mit viel Aufwand
mglich, ein unstrukturiertes Dokument automatisch in eine strukturierte
LaTeX-Eingabe umzusetzen. Fr die Textverarbeitungsprogramme existieren
jedoch auch sogenannte Dokumentvorlagen. Werden vom Autor eines
Dokuments die zustzlichen Strukturierungsmglichkeiten einer solchen
Dokumentvorlage `sauber' und konsistent verwendet, ist eine automatische
Umsetzung in eine klar strukturierte LaTeX-Eingabedatei ber einen
`internen' Konverter (z.B. durch Makros des Textverarbeitungsprogrammes)
mglich.
Eine bersicht ber eine Vielzahl von Konvertierungsprogrammen zwischen
(La)TeX-Dokumenten und RTF-/Word/WP-Dokumenten hat Wilfried Hennings in
seiner FAQ unter
                 http://www.tug.org/utilities/texconv/
verffentlicht, die man auch unter
                          CTAN: help/wp-conv/
finden kann. Im folgenden sind diese Programme daher nur knapp
aufgezhlt.

  RTF/Word/WordPerfect => LaTeX (nichtkommerziell):

      * RTF (Word/WordPerfect) => LaTeX:

        o rtf2TeX CTAN: support/rtf2tex/
        o rtf2LaTeX http://members.home.net/setlur/rtf2latex2e/,
          CTAN: support/rtf2latex/
        o rtfLaTeX CTAN: support/rtflatex/
        o w2latex CTAN: support/w2latex/
        o wvLaTeX http://wvware.sourceforge.net/
        o GNU UnRTF http://www.geocities.com/tuorfa/unrtf.html

      * WinWord 2.0 und 6.0 => LaTeX:

        o WINW2LTX CTAN: support/winw2ltx/ (Dokumentvorlagen, interner
          Konverter!)

      * WordPerfect => LaTeX:

        o WP2LaTeX CTAN: support/wp2latex/
        o TeXPerfect CTAN: support/texperf/
        o WP2x

      * Word => LaTeX:

        o word_tex CTAN: support/word_tex/ (Dokumentvorlagen, interner
          Konverter!)
        o WORD2TeX http://www.word2tex.com/, CTAN: support/word2tex/
        o WD2LaTeX
        o CATDOC CTAN: support/catdoc/
        o Word2x CTAN: tools/word2x
        o W2T http://www.fi.muni.cz/~nygryn/w2t/

      * Word => HTML:

        o wvHtml http://wvware.sourceforge.net/
        o GNU UnRTF http://www.geocities.com/tuorfa/unrtf.html

      * Word => Text/PostScript:

        o AntiWord http://www.winfield.demon.nl/index.html
        o wvText http://wvware.sourceforge.net/



  RTF/Word/WordPerfect => LaTeX (kommerziell):

      * Word/WordPerfect => (La)TeX:

        o ``Publishing Companion'' von K-Talk Communications Inc.
          URL: http://www.ktalk.com

      * RTF => LaTeX:

        o Scientific Word/Scientific WorkPlace (enthlt RTF inkl. math
          => LaTeX) von TCI Software Research

      * Math => Plain-TeX:

        o MathType Formeleditor von Design Science
          URL: http://www.mathtype.com/mathtype/



  Excel-Tabellen => LaTeX (nichtkommerziell):

      * Excel2Latex
        http://www.jam-software.com/software.html
        CTAN: support/excel2latex
      * xl2Latex
        CTAN: support/xl2latex/
      * Tabular
        http://www.hsh.no/~ag/tabular/ (nicht mehr erreichbar)


  LaTeX => RTF/Word/WordPerfect (nichtkommerziell):

      * LaTeX => RTF, Windows Help RTF, HTML, wxHelp

        o TeX2RTF 1.47 CTAN: support/tex2rtf/
          URL: ftp://ftp.aiai.ed.ac.uk/pub/packages/tex2rtf/
          http://web.ukonline.co.uk/julian.smart/tex2rtf/

      * LaTeX => RTF

        o latex2rtf
          CTAN: support/latex2rtf/



  LaTeX => RTF/Word/WordPerfect (kommerziell):

      * TeX/LaTeX => WordPerfect/Word

        o TexPort
          URL: http://www.ktalk.com
        o tex2doc
          URL:
          http://webplanet.lion.cc/jupiter/320094/software/Tex2doc.html



  LaTeX => Framemaker (nicht kommerziell):

  Framemaker => LaTeX (nicht kommerziell):
      URL: http://www.cs.stir.ac.uk/~kjt/software/framemaker/


11.3.4 Konvertierungsprogramme zwischen HTML und LaTeX?

Eine bersicht ber eine Vielzahl von Konvertierungsprogrammen zwischen
(La)TeX- und HTML-Dokumenten hat Gnter Partosch in seiner Liste
```Gleichzeitiges' Publizieren in HTML und LaTeX'' unter
http://www.uni-giessen.de/~g029/TeX/converters.html verffentlicht.

11.3.5 Konvertierungsprogramme von (La)TeX in einfaches Textformat?

Da das Ergebnis eines TeX-Laufs ein druckreifes Dokument darstellt, bei
dem ein geflliges Aussehen durch unterschiedliche Schriftarten und
-kodierungen u.a. ereicht wird, ist die Reduktion auf das einfache
Textformat nicht so einfach, wie man vielleicht glaubt. Die folgenden
Wege fhren zu einem Endergebnis, welches mehr oder weniger die zugrunde
liegende Formatierung erahnen lt:

* `dvi2tty'
  Ein dvi-Treiber, der das Ergebnis auf alphanumerischen Terminals
  darstellen oder in eine Datei ausgeben kann.
* `catdvi'
  Ein dvi-Treiber, der wie `dvi2tty' Text liefert. Baut auf der
  kpathsea-Bibliothek von Web2C auf und luft damit nur auf
  Betriebssystemen, auf denen diese existiert.
* `ps2ascii'
  Bestandteil des Programmpaketes `Ghostscript'. Erfordert die vorherige
  Wandlung der dvi-Datei nach PostScript.
* `pstotext'
  Benutzt ebenfalls Ghostscript zur Wandlung, wobei bessere Ergebnisse
  als mit `ps2ascii' erzielt werden.
* `pdftotext'
  Bestandteil des Programmpaketes `Xpdf'. Erfordert die vorherige
  Erzeugung einer pdf-Datei. Es werden recht gute Ergebnisse erzielt.
* LaTeX => HTML => txt
  Vorherige Wandlung der LaTeX-Datei nach HTML (siehe Frage 11.3.4). Die
  Wandlung vom HTML- in das Textformat kann mit Hilfe eines Web-Browsers
  (z.B. `lynx') oder mit anderen speziellen Konvertierungsprogrammen
  geschehen.
  Fr die DE-TeX-FAQ wird `html2text' zur Wandlung von HTML- in
  Textdateien verwendet. Diese Programm liegt im Quellcode vor und die
  Formatierung der verschiedenen HTML-Konstrukte lt sich durch eine
  Style-Konfigurationsdatei anpassen. Fr DOS existiert mit `htmstrip'
  ein hnliches Programm.


dvi2tty:         CTAN: nonfree/dviware/dvi2tty/
catdvi:          http://www.iki.fi/gaia/programs/catdvi/
ps2ascii:        CTAN: support/ghostscript/
pstotext:        http://www.research.digital.com/SRC/virtualpaper/
pdftotext:       CTAN: support/xpdf/
pdftotext/Xpdf:  http://www.foolabs.com/xpdf/
html2text:       http://userpage.fu-berlin.de/~mbayer/tools/html2text.html
                 ftp://ftp.ibiblio.org/pub/linux/apps/www/converters/
htmstrip:        http://www.erols.com/waynesof/
 


11.3.6 Wie kann ich Excel-Diagramme, Powerpoint-Zeichnungen oder andere
Windows-Bilder mit LaTeX verwenden? (*)

Adobe stellt fr Windows PostScript-Druckertreiber zur Verfgung. Damit
hat man die Mglichkeit, ein Dokument als EPS abzuspeichern, auch wenn
das Windows-Programm keinen EPS-Export vorsieht. Frage 6.4.1 fhrt aus,
wie man EPS-Bilder in LaTeX-Dokumente einbindet. Sollten die wie oben
angegeben erzeugten EPS-Bilder fehlerhafte Abmessungen aufweisen, so
kann der Tip in Frage 6.4.6 helfen. Weitere Informationen zum
Drucker-Treiber fr Windows 95/98 und NT/2000/XP, sowie zu den
Einstellungen des Drucker-Treibers ber eine PPD-Datei, gibt es auf dem
Adobe-Web-Server.
Es empfiehlt sich, zusammen mit dem PostScript-Druckertreiber auch die
Adobe PPD-Dateien herunterzuladen. Diese enthalten eine Acrobat
Distiller PPD-Datei, die fr die Erstellung von EPS-Dateien optimiert
ist, welche nicht direkt auf einem bestimmten Drucker ausgegeben werden
sollen, sondern zur Weiterverarbeitung (einschlielich PDF-Erstellung)
gedacht sind.

Printer Drivers for http://www.adobe.com/support/downloads/pdrvwin.htm
Windows: 
Erstellen von
EPS-Grafiken unter  CTAN: info/german/grafik/eps_anleitung.html
Windows: 
 


11.4 TeX-Benutzungsoberflchen und Editoren (*)


11.4.1 Emacs: Wie kann ich erreichen, da fr deutsche Texte das
Doublequote nicht durch `` bzw.'' ersetzt wird?

In vielen, wenn auch nicht allen Fllen erkennt AucTeX, eine
empfehlenswerte Erweiterung des Emacs-TeX-Mode, durch die Verwendung des
Pakets `german' in der Dokumentprambel, da dieses Verhalten
ausgeschaltet werden soll. Falls nicht, kann man zwei Doublequotes
eingeben, um einen einzelnen Doublequote zu erhalten.
Einfacher ist es, wenn man dieses Verhalten abschaltet oder ndert.
Beispielsweise in dem man in die Startup-Datei ``.emacs'' die Zeilen

  (add-hook 'TeX-mode-hook
    (function (lambda ()
      ;;
      ;; 1. besondere Behandlung fuer dt. Texte (u.a. fuer ")
      (TeX-run-style-hooks "german")  ;; nur AucTeX
      ;;
      ;; 2. gesonderte Behandlung von " ganz abschalten
      ; (local-set-key "\"" 'self-insert-command)
      ;;
      ;; 3. je ein " statt ``...'' einfuegen:
      ; (setq TeX-open-quote "\"")
      ; (setq TeX-close-quote "\"")
      ;;
      ;; 4. "`..."' statt ``...'' einfuegen:
      ; (setq TeX-open-quote "\"`")
      ; (setq TeX-close-quote "\"'")
      )))

einfgt und je nach Wunsch eine der vier Varianten auskommentiert lt.
Ab AucTeX v9.x kann man auch in der Datei ``.emacs'' einfach

  (setq TeX-quote-after-quote t)

schreiben, um dieses Verhalten abzuschalten.
Achtung: Fr den TeX-Mode der Standard-Emacs-Verteilung mu der Teil
`TeX-' in den Symbolen als `tex-' kleingeschrieben werden. Einige
Erweiterungen funktionieren nur mit AucTeX.

11.4.2 Emacs: Ich will direkt Umlaute verwenden knnen, jedoch sollten
diese in `\"a' oder `"a' umgewandelt werden, damit ich sie problemlos
weitergeben kann.

Die Emacs-Library-Datei `iso-cvt' wandelt automatisch beim Laden und
Speichern eines Textes die Umlaute von bzw. in die entsprechenden TeX-
bzw. German-Style-Makro-Notation. Folgendes Code-Schnipsel funktioniert
nur mit AucTeX und einer neueren Version der Library-Datei `iso-cvt'.

  (require 'iso-cvt)
  (add-hook 'LaTeX-mode-hook
    (function (lambda ()
      ;; Setze Anfuehrungszeichen etc. fuer Style german
      (TeX-run-style-hooks "german")
      ;;
      ;; Lade Buffer und wandle nach ISO Latin-1:
      (format-encode-buffer 'plain)
      ;; Speichere Buffer in "gtex" = german.sty-Notation ("a etc.):
      (format-decode-buffer 'gtex))))

Will man das entgegengesetzte Verhalten, soll also Emacs bei Eingabe
eines Umlauts statt des einzelnen Umlautzeichens direkt die aus mehreren
Zeichen bestehende TeX-Makro-Notation erzeugen, so kann man dies durch
nderung der entsprechenden `Key-Map' erreichen. Beispielsweise durch
folgenden unvollstndig gezeigten Code:

  (add-hook 'TeX-mode-hook
    (function (lambda ()
      (local-set-key [228]
        (function (lambda () (interactive)
          (insert "\"a")
          ;; oder
          ; (insert "\\\"a")
          )))
      ;; weitere Zuweisungen mit analogem Aufbau
      ;; fuer die anderen Umlaute und das scharfe s
      )))

Wenn man dies verwendet, wre es noch ratsam, mit etwas zustzlichem
Emacs-Lisp-Code beim Lschen eines so erzeugten `Umlautes' nicht nur ein
Zeichen, sondern alle Zeichen des kompletten Makros zu entfernen.
Achtung: Fr den TeX-Mode der Standard-Emacs-Verteilung mu statt des
Symbols `TeX-mode-hook' das kleingeschriebene Symbol `tex-mode-hook'
verwendet werden. Einige Erweiterungen funktionieren nur mit AucTeX.

11.4.3 Emacs: Wie kann ich Symbole leichter eingeben oder anschaulicher
bei der Eingabe darstellen? (*)

Das Paket x-symbol zeigt unter XEmacs oder Emacs 21 sehr viele Symbole
in einer Semi-WYSIWYG-Darstellung. Zustzlich erweitert es die Mens, so
dass man in diesen nach Symbolen suchen kann.

x-symbol:  http://x-symbol.sourceforge.net
 


11.5 dvi-Treiber - Druckertreiber und Previewer


11.5.1 Wieso zeigt Xdvi das polnische L oder fr \sqrt[n]{2} das `n'
nicht an, obwohl es beim Ausdruck auf einem Drucker korrekt vorhanden
ist?

Xdvi sollte in diesem Fall die Warnung ``Note: overstrike characters may
be incorrect.'' ausgeben. Bei Zeichen, die aus mehreren, bereinander
gesetzten Einzelzeichen erzeugt werden, lscht Xdvi zur schnelleren
Ausgabe Teile des bzw. der darunterliegenden Einzelzeichen. In den
Manual-Seiten zu Xdvi findet man dazu mehr im Abschnitt zu den Optionen
`-thorough/-copy'. (Nicht vergessen: Xdvi ist nur ein Previewer fr
niedrigstauflsende Ausgabegerte mit ca. 90-100dpi!)
Mit `xdvi +copy file.dvi' (oder mit `-thorough -nogrey') sollte man das
`n' in obiger Wurzel erhalten, ohne diese Optionen erscheint nur die
Wurzel. Die gleiche Wirkung erreicht man mit dem Eintrag `XDvi*thorough:
true' in der Datei `XDvi' (X-Resource-Datei). Diese Datei befindet sich
bei der teTeX-Distribution im Verzeichnis ``.../texmf/xdvi/'' bzw. sonst
in ``.../lib/X11/app-defaults/''.

11.5.2 Benutze ich Ghostscript 4.0 zur Anzeige von PostScript-Grafiken
in Xdvi erhalte ich den Fehler `/undefinedfilename in --file--'.
Abhilfe?

Dies ist ein inzwischen gut bekannter Fehler. Die momentan einfachste
Abhilfe besteht darin, mindestens Version 4.03 oder neuer zu benutzen.
Ist dies nicht mglich, kann man in der Zwischenzeit an die
Ghostscript-Datei `gs_init.ps' die Zeile

  $error /newerror false put

anhngen. In kurzer Zeit drfte auch eine neue xdvi-Version erscheinen
(bzw. ist schon erschienen), die diesen Fehler beseitigt.

11.5.3 Wieso weisen Satzbelichter meine mit `dvips' oder den `psutils'
erzeugten PostScript-Dateien mit der Meldung zurck, da diese kein
korrektes PostScript konform zu DSC 3.0 wren?

Kommentare in einer PostScript-Datei sollen den Konventionen fr
`Structured Comments', den sogenannten `Document Structuring
Conventions' (DSC), gengen. ltere Versionen von `dvips' und den
Programmen `pstops', `psbook', `psselect' etc. der PostScript-Utilities
erzeugen jedoch beispielsweise einen nicht ganz korrekten Kommentar fr
`%%Pages:'. Hier darf nur _eine_ einzige Zahl folgen, die die Seitenzahl
angibt. ltere Versionen von `dvips' und der PostScript-Utilities geben
jedoch noch eine zweite Zahl aus, so da Software, die den `Document
Structuring Conventions' Version 3.0 strikt folgt, solche
PostScript-Dateien, die mit

  %!PS-Adobe-3.0

beginnen, als fehlerhaft zurckweist.

11.5.4 Wie kann ich mein Dokument so nach PostScript wandeln, da alle
Seiten gespiegelt erzeugt werden?

Durch die Option -h kann man mit `dvips' noch zustzlichen
PostScript-Code in einer sogenannten Header-Datei hinzuladen. Zum
Spiegeln smtlicher Seiten existiert die Header-Datei ``mirr.hd'', die
man durch

  dvips -h mirr.hd document.dvi

hinzuladen kann. Eine weitere in grerem Mae treiberunabhngige
Mglichkeit, da auf den Paketen `graphics' und `color' basierend, bietet
das LaTeX-Paket `crop'. Neben der Spiegelung von Seiten mit der
Paketoption `mirror' knnen diese mit der Option `invert' auch
invertiert, also wei auf schwarz, ausgegeben werden.

mirr.hd:  CTAN: macros/generic/TeX-PS/mirr.hd
crop:     CTAN: macros/latex/contrib/crop/
 


11.5.5 Was kann ich tun, wenn mein Drucker Teile meines Dokuments, die
sich weit am unteren Blattrand befinden, nicht druckt?

Zuerst ist zu prfen, ob mglicherweise ein falsches Papierformat
eingestellt ist. Der Druck vom Ergebnis des folgenden LaTeX-Aufrufs

  latex testpage

ist ein guter Test, um falsche Druckereinstellungen herauszufinden.
Fllt dieser Test zufriedenstellend aus, kann versucht werden, das
Problem dadurch zu lsen, da die betreffenden Seiten kopfstehend an den
Drucker geschickt werden. Mit den beiden folgenden Verfahren kann man
kopfstehende Seiten unter Verwendung von PostScript erzeugen.

  pstops "U(210mm,297mm)" original.ps kopfstehend.ps

oder im LaTeX-Dokument

  \usepackage[rotate]{crop}[2000/02/02]


pstops:  CTAN: support/psutils
crop:    CTAN: macros/latex/contrib/crop/
 


11.6 Zeichenprogramme


11.6.1 Wie bringe ich `XFig' dazu, beim Exportieren von Graphiken nach
(La)TeX Formeln nicht auszukommentieren, sondern so zu bernehmen?

ber das Men `Text Flags' (ab `XFig' Version 3) mu man fr diese Texte
das sogenannte Special-Flag setzen, damit diese ohne jede nderung in
die (La)TeX-Datei exportiert werden. Dies kann man bei schon
gezeichneten Textobjekten auch nachtrglich ber den Menpunkt `Edit'
ndern.
Das Special-Flag kann man auch beim Aufruf von `XFig' ber die Option
`-spec[ialtext]' oder ber die X11-Resource `Fig*specialtext' setzen.
Dies bewirkt, da fr _neue_ Textobjekte standardmig das Special-Flag
gesetzt wird.

11.6.2 Warum funktioniert das DOS-Programm `TeXCad' nicht mehr auf
meinem neuen Rechner?

Es kann an einem Fehler in der Unit CRT des zum Kompilieren verwendeten
`Borland Pascal 7' liegen, der sich bei schnellen Prozessoren im Abbruch
mit der Fehlermeldung

  Runtime error 200 at XXX:YYYY

uert. Nhere Informationen dazu und Wege zur Abhilfe finden sich unter
dem Stichwort ``tppatch''.

tppatch:  http://www.brain.uni-freiburg.de/~klaus/pascal/runerr200/download.html
          ftp://ftp.heise.de/ct/ctsi/bppatch.zip
          ftp://ftp.heise.de/ct/ctsi/ctbppat.zip
 


--- DE-TeX-FAQ Ende Teil 11 ---
